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Saį¹yutta NikÄya 12.15 Verbundene Lehrreden 12.15
2. ÄhÄravagga 2. Das Kapitel über Nahrung
KaccÄnagottasutta KaccÄnagotta
SÄvatthiyaį¹ viharati. In SÄvatthÄ«. Diese Lehrrede wurde von Änanda in SN 22.90:9.1 für Channa zitiert. Sie wurde in NÄgÄrjunas MÅ«lamadhyamakakÄrikÄ 15.7 namentlich erwƤhnt: āIn der Unterweisung an KÄtyÄyana werden sowohl āistā als auch āist nichtā vom Buddha verneint, dem Kenner von Sein und Nichtsein.ā NÄgÄrjunas Text, eine wichtige buddhistische philosophische Abhandlung, wird bis heute ausgiebig studiert. (Sujato)
Atha kho ÄyasmÄ kaccÄnagotto yena bhagavÄ tenupasaį¹
kami; upasaį¹
kamitvÄ bhagavantaį¹ abhivÄdetvÄ ekamantaį¹ nisÄ«di. Ekamantaį¹ nisinno kho ÄyasmÄ kaccÄnagotto bhagavantaį¹ etadavoca: Da ging der Ehrwürdige KaccÄnagotta zum Buddha, verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und sagte zu ihm: Auf Sanskrit Sandha KÄtyÄyana genannt. (Sujato)
āāsammÄdiį¹į¹hi sammÄdiį¹į¹hÄ«āti, bhante, vuccati. āHerr, man spricht von dieser Sache, die ārechte Ansichtā genannt wird.
KittÄvatÄ nu kho, bhante, sammÄdiį¹į¹hi hotÄ«āti? Inwiefern besteht rechte Ansicht?ā Rechte Ansicht wird normalerweise als das Verstehen der vier edlen Wahrheiten definiert (DN 22:21.4, MN 141:24.1, SN 45.8:3.1). (Sujato)
āDvayanissito khvÄyaį¹, kaccÄna, loko yebhuyyenaāatthitaƱceva natthitaƱca. āKaccÄna, diese Welt stützt sich überwiegend auf die Zweiheit von Sein und Nichtsein. Der Buddha bezieht sich auf einen verbreiteten Glauben, den man zu diesem Spruch zurückverfolgen kann: āDieses ist zweifach, es gibt kein Drittes: Wahrheit und Unwahrheit. Die Gƶtter sind Wahrheit, Menschen sind Unwahrheit.ā (Dvayaį¹ vÄ idaį¹ na tį¹tÄ«yamasti: satyaį¹ caivÄnį¹taį¹ ca. Satyameva devÄ anį¹tam manuį¹£yÄ; Åatapatha-BrÄhmaį¹a 1.1.1.4, 3.3.2.2, 3.9.4.1). Das Wort für āWahrheitā ist hier satya (Pali sacca), das wie atthitÄ (āSeinā) ein abstraktes Substantiv aus der Wurzel as (āseinā) ist. Das Wort für āUnwahrheitā ist anį¹ta. Das Pali zieht die einfache Verneinung vor, aber satya und anį¹ta sind ein übliches Paar im vorbuddhistischen Sanskrit, das auf Rigveda 7.49.3 zurückgeht. Die Gƶtter sind wahrhaft wirklich, weil sie unsterblich sind, wohingegen die zeitlichen Menschen nicht wahrhaft wirklich sind. Betrachte auch die Schƶpfungshymne in Arthavaveda 10.2.14: āWer legte Wahrheit in ihn, wer Unwahrheit, wer Sterblichkeit, wer Unsterblichkeit?ā Das bestƤtigt die Deutung sowohl von NÄgÄrjuna als auch der TheravÄdatradition, dass sich Sein bzw. Nichtsein auf Ewigkeitsglauben und Vernichtungsglauben beziehen. Siehe auch die Diskussion über āZweiheitā in SN 35.92:2.2. (Sujato)
Lokasamudayaį¹ kho, kaccÄna, yathÄbhÅ«taį¹ sammappaƱƱÄya passato yÄ loke natthitÄ sÄ na hoti. Doch bei einem, der den Ursprung der Welt wahrhaftig mit rechter Weisheit sieht, kommt das Konzept des Nichtseins in Bezug auf die Welt nicht auf. Der āUrsprung der Weltā ist der Fortführungsmodus des abhƤngigen Entstehens (SN 35.107; siehe auch SN 2.26:5.2). Um es zu umschreiben: Wenn ein Mensch sieht, dass seine gegenwƤrtigen Taten künftige Leben schaffen, kann er nicht mehr denken, dieses Leben sei alles, was es gibt. (Sujato)
Lokanirodhaį¹ kho, kaccÄna, yathÄbhÅ«taį¹ sammappaƱƱÄya passato yÄ loke atthitÄ sÄ na hoti. Und bei einem, der das Aufhƶren der Welt wahrhaftig mit rechter Weisheit sieht, kommt das Konzept des Seins in Bezug auf die Welt nicht auf. Um es zu umschreiben: Wenn ein Mensch das Aufhƶren von Verlangen und Taten sieht, die künftige Leben schaffen, erkennt er, dass es so etwas wie eine ewige Seele nicht gibt. (Sujato)
UpayupÄdÄnÄbhinivesavinibandho khvÄyaį¹, kaccÄna, loko yebhuyyena. Diese Welt ist überwiegend angekettet durch Verwicklung, Ergreifen und Auf-etwas-Bestehen. Die drei Faktoren hier drücken einen stufenweisen Prozess aus, durch den man āangekettetā (vinibaddha) wird: Wenn man angezogen ist, lƤsst man sich verwickeln (upaya), dann ergreift man (upÄdÄna), und schlieĆlich besteht man darauf, es zu behalten (abhinivesa). Besonders der letzte Begriff bezieht sich auf das dogmatische Bestehen auf einer Ansicht, was auf den BrÄhmaį¹atext anspielt, der weiter oben zitiert wurde: āDieses ist zweifach, es gibt kein Drittes.ā Im nƤchsten Satz werden die drei Faktoren um die ZusƤtze der āgeistigen Fixierungā (cetaso adhiį¹į¹hÄna) und der āzugrunde liegenden Neigungenā (anusaya) erweitert. Die letzteren besagen, dass die Befleckung so eingewurzelt ist, dass sie nicht mehr bewusst ist, sondern bewussten oder unbewussten Entscheidungen āzugrunde liegtā. (Sujato)
TaƱcÄyaį¹ upayupÄdÄnaį¹ cetaso adhiį¹į¹hÄnaį¹ abhinivesÄnusayaį¹ na upeti na upÄdiyati nÄdhiį¹į¹hÄti: āattÄ meāti. Wenn es jedoch um diese Verwicklung, dieses Ergreifen, diese geistige Fixierung, dieses Auf-etwas-Bestehen und diese zugrunde liegenden Neigungen geht, und man lƤsst sich in den Gedanken āmein Selbstā nicht verwickeln, ergreift ihn nicht und fixiert sich nicht darauf, Dieser Satz ist grammatikalisch schwierig. Für taƱcÄyaį¹ lies taį¹ ce ayaį¹ gemäà dem Sanskrit etÄni ced. Taį¹ bezieht sich auf die verschiedenen aufgeführten Befleckungen (daher hat das Sanskrit Plural), wohingegen ayaį¹ ādieserā (Mensch) ist, nƤmlich der Ćbende. Die Beziehung zwischen den Verben und der Ƥhnlichen AufzƤhlung von Substantiven ist nicht offensichtlich. Ich denke, die Bedeutung ist, dass, obwohl die Befleckungen noch da sind, der Weise nicht in ihren Bann gerƤt. (Sujato)
āDukkhameva uppajjamÄnaį¹ uppajjati, dukkhaį¹ nirujjhamÄnaį¹ nirujjhatÄ«āti na kaį¹
khati na vicikicchati aparapaccayÄ Ć±Äį¹amevassa ettha hoti. dann wird man keinen Zweifel haben, dass alles, was erscheint, nur Leiden ist, das erscheint, und alles, was aufhƶrt, nur Leiden, das aufhƶrt, und man wird darüber nicht verunsichert sein. Das Erkennen dieser Dinge ist von anderen unabhƤngig. Der abschlieĆende Satz wie auch die Abwesenheit von Zweifel weisen darauf hin, dass man in den Strom eingetreten ist und mit dieser Stufe die rechte Ansicht erhƤrtet hat. (Sujato)
EttÄvatÄ kho, kaccÄna, sammÄdiį¹į¹hi hoti. Insofern besteht rechte Ansicht.
āSabbamatthÄ«āti kho, kaccÄna, ayameko anto. āAlles istā: Das ist das eine Extrem. Auch in SN 12.47:2.2; und in SN 12.48:2.2 heiĆt es, das sei die āƤlteste Kosmologieā. (Sujato)
āSabbaį¹ natthÄ«āti ayaį¹ dutiyo anto. āAlles ist nichtā: Das ist das andere Extrem.
Ete te, kaccÄna, ubho ante anupagamma majjhena tathÄgato dhammaį¹ deseti: Der Klargewordene vermeidet diese beiden Extreme und lehrt den Dhamma auf die mittlere Art: Diese āLehre auf die mittlere Artā (majjhena dhammadesanÄ) ist das philosophische Gegenstück zum āmittleren Ćbungswegā (majjhimÄ paį¹ipadÄ, SN 56.11:2.4). (Sujato)
āavijjÄpaccayÄ saį¹
khÄrÄ; āUnwissenheit ist die Bedingung für Willensbildungsprozesse.
saį¹
khÄrapaccayÄ viƱƱÄį¹aį¹ ā¦pe⦠Willensbildungsprozesse sind die Bedingung für Bewusstsein. ā¦
evametassa kevalassa dukkhakkhandhassa samudayo hoti. So kommt diese ganze Masse des Leidens zustande.
AvijjÄya tveva asesavirÄganirodhÄ saį¹
khÄranirodho; Wenn Unwissenheit schwindet und restlos aufhƶrt, hƶren Willensbildungsprozesse auf.
saį¹
khÄranirodhÄ viƱƱÄį¹anirodho ā¦pe⦠Wenn Willensbildungsprozesse aufhƶren, hƶrt Bewusstsein auf. ā¦
evametassa kevalassa dukkhakkhandhassa nirodho hotÄ«āāti. So hƶrt diese ganze Masse des Leidens auf.āā
PaƱcamaį¹.