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Saṁyutta Nikāya 12.11 Verbundene Lehrreden 12.11
2. Āhāravagga 2. Das Kapitel über Nahrung
Āhārasutta Nahrung
Evaṁ me sutaṁ—So habe ich es gehört:
ekaṁ samayaṁ bhagavā sāvatthiyaṁ viharati jetavane anāthapiṇḍikassa ārāme … Einmal hielt sich der Buddha bei Sāvatthī in Jetas Wäldchen auf, dem Kloster des Anāthapiṇḍika. …
“cattārome, bhikkhave, āhārā bhūtānaṁ vā sattānaṁ ṭhitiyā sambhavesīnaṁ vā anuggahāya. „Mönche und Nonnen, diese vier Arten von Nahrung erhalten Lebewesen, die geboren sind, und helfen denen, die im Begriff stehen, geboren zu werden. Āhāra („Brennstoff“, „Nahrung“, „Nährmittel“) bedeutet wörtlich „Aufnahme“ und steht etymologisch neben upādāna („Ergreifen“, „Aufnehmen“). Beide Begriffe haben Doppelbedeutungen, auf der einen Seite bezeichnen sie Brennstoff oder Ernährung und auf der anderen Ergreifen und Festhalten. | „Im Begriff stehen, geboren zu werden“ ist sambhavesī, für das ich mich Norman und Bodhi anschließe und es als aktives Partizip der Zukunft lese, obwohl der Kommentar die Bedeutung „eine Möglichkeit zum Geborenwerden suchen“ annimmt. Vergleiche Sanskritkonstruktionen wie in Rigveda 1.66.8, yamo ha jāto yamo janitvaṁ („der Zwilling, der geboren ist, und der, der im Begriff steht, geboren zu werden“) und in Śatapatha-Brāhmaṇa 2.3.1.24, bhūtaṁ caiva bhaviṣyacca jātaṁ ca janiṣyamāṇaṁ („ist geworden und wird sein, geboren und im Begriff, geboren zu werden“). | Der Satz ist einer von mehreren in den Suttas, die auf einen Zwischenzustand zwischen einem Leben und dem nächsten hinzuweisen scheinen, trotz der Tatsache, dass diese Ansicht im Theravada-Abhidhamma formell zurückgewiesen wird (Kv 8.2). (Sujato)
Katame cattāro? Welche vier?
Kabaḷīkāro āhāro oḷāriko vā sukhumo vā, phasso dutiyo, manosañcetanā tatiyā, viññāṇaṁ catutthaṁ. Essbare Nahrung, grob oder feinstofflich; Kontakt ist die zweite, eine geistige Absicht die dritte und Bewusstsein die vierte. Grobe Nahrung unterhält den Körper der Wesen in der Menschenwelt und im Tierreich, wohingegen subtile Nahrung die Götter und die Ahnen erhält, ein Glaube, der mit der vedischen Vorstellung verwoben ist, dass die Götter an der Nahrung teilhaben, die bei der Opferzeremonie dargebracht wird (z. B. Rigveda 1.187). | „Kontakt“ (phassa) ist das Zusammenspiel zwischen der inneren und der äußeren Welt, das uns erlaubt, uns in einer Welt der Sinne voller Schrecken und Freuden zu verorten, und das Gefühl und damit Verlangen nach mehr anregt. | „Geistige Absicht“ (manosañcetanā) erlaubt uns, in der von den Sinnen offenbarten Welt zu handeln und weitere „Nahrung“ zu beschaffen. | „Bewusstsein“ (viññāṇa) ist all dessen gewahr, erlebt Leiden und lässt neuen „Namen“ und neue „Form“ in einem zukünftigen Leben entstehen, auf der fruchtlosen Suche nach einer Welt ohne Schmerz. Somit können die vier „Arten von Nahrung“ als eine eigene Perspektive auf das abhängige Entstehen betrachtet werden. (Sujato)
Ime kho, bhikkhave, cattāro āhārā bhūtānaṁ vā sattānaṁ ṭhitiyā sambhavesīnaṁ vā anuggahāya. Das sind die vier Arten von Nahrung, die Lebewesen, die geboren sind, erhalten und denen helfen, die im Begriff stehen, geboren zu werden.
Ime, bhikkhave, cattāro āhārā kiṁnidānā kiṁsamudayā kiṁjātikā kiṁpabhavā? Was ist die Quelle, der Ursprung, die Wiege und die Herkunft dieser vier Arten von Nahrung?
Ime cattāro āhārā taṇhānidānā taṇhāsamudayā taṇhājātikā taṇhāpabhavā. Verlangen. Āhāra wird von Verlangen geschaffen, gerade wie upādāna in der Standardsequenz (MN 9:11.5, MN 38:16.1). (Sujato)
Taṇhā cāyaṁ, bhikkhave, kiṁnidānā kiṁsamudayā kiṁjātikā kiṁpabhavā? Und was ist die Quelle, der Ursprung, die Wiege und die Herkunft des Verlangens?
Taṇhā vedanānidānā vedanāsamudayā vedanājātikā vedanāpabhavā. Gefühl.
Vedanā cāyaṁ, bhikkhave, kiṁnidānā kiṁsamudayā kiṁjātikā kiṁpabhavā? Und was ist die Quelle des Gefühls?
Vedanā phassanidānā phassasamudayā phassajātikā phassapabhavā. Kontakt.
Phasso cāyaṁ, bhikkhave, kiṁnidāno kiṁsamudayo kiṁjātiko kiṁpabhavo? Und was ist die Quelle des Kontakts?
Phasso saḷāyatananidāno saḷāyatanasamudayo saḷāyatanajātiko saḷāyatanapabhavo. Die sechs Sinnesfelder.
Saḷāyatanañcidaṁ, bhikkhave, kiṁnidānaṁ kiṁsamudayaṁ kiṁjātikaṁ kiṁpabhavaṁ? Und was ist die Quelle der sechs Sinnesfelder?
Saḷāyatanaṁ nāmarūpanidānaṁ nāmarūpasamudayaṁ nāmarūpajātikaṁ nāmarūpapabhavaṁ. Name und Form.
Nāmarūpañcidaṁ, bhikkhave, kiṁnidānaṁ kiṁsamudayaṁ kiṁjātikaṁ kiṁpabhavaṁ? Und was ist die Quelle von Name und Form?
Nāmarūpaṁ viññāṇanidānaṁ viññāṇasamudayaṁ viññāṇajātikaṁ viññāṇapabhavaṁ. Bewusstsein.
Viññāṇañcidaṁ, bhikkhave, kiṁnidānaṁ kiṁsamudayaṁ kiṁjātikaṁ kiṁpabhavaṁ? Und was ist die Quelle des Bewusstseins?
Viññāṇaṁ saṅkhāranidānaṁ saṅkhārasamudayaṁ saṅkhārajātikaṁ saṅkhārapabhavaṁ. Willensbildungsprozesse.
Saṅkhārā cime, bhikkhave, kiṁnidānā kiṁsamudayā kiṁjātikā kiṁpabhavā? Und was ist die Quelle von Willensbildungsprozessen?
Saṅkhārā avijjānidānā avijjāsamudayā avijjājātikā avijjāpabhavā. Unwissenheit.
Iti kho, bhikkhave, avijjāpaccayā saṅkhārā; Und so ist Unwissenheit die Bedingung für Willensbildungsprozesse.
saṅkhārapaccayā viññāṇaṁ …pe… Willensbildungsprozesse sind die Bedingung für Bewusstsein. …
evametassa kevalassa dukkhakkhandhassa samudayo hoti. So kommt diese ganze Masse des Leidens zustande.
Avijjāya tveva asesavirāganirodhā saṅkhāranirodho; Wenn Unwissenheit schwindet und restlos aufhört, hören Willensbildungsprozesse auf.
saṅkhāranirodhā viññāṇanirodho …pe… Wenn Willensbildungsprozesse aufhören, hört Bewusstsein auf. …
evametassa kevalassa dukkhakkhandhassa nirodho hotī”ti. So hört diese ganze Masse des Leidens auf.“
Paṭhamaṁ.