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Saṁyutta Nikāya 12.2 Verbundene Lehrreden 12.2

1. Buddhavagga 1. Das Kapitel über die Buddhas

Vibhaṅgasutta Aufgliederung

Sāvatthiyaṁ viharati. In Sāvatthī.

“Paṭiccasamuppādaṁ vo, bhikkhave, desessāmi vibhajissāmi. „Mönche und Nonnen, ich werde euch das abhängige Entstehen darlegen und aufgliedern. Eine „Aufgliederung“ (vibhaṅga) ist eine Lehrrede, die die Begriffe einer bestimmten Lehre definiert. Sie fungiert als Schlüssel, um die Bedeutung dieser Lehre überall da, wo sie vorkommt, zu erschließen. Besondere Aufmerksamkeit sollte der Bedeutung dieser Begriffe zugewandt werden, und man sollte sie jedesmal beachten, wenn man das Thema betrachtet. Das erlaubt uns, sowohl die beabsichtigte Bedeutung festzulegen als auch eine Reihe von falschen Interpretationen auszuschließen. | „Aufgliederungs“-Lehrreden finden wir für die Wahrheiten (MN 141), die Elemente (MN 140), die sechs Sinne (MN 137), Kamma (MN 135, MN 136), den Pfad (SN 45.8), Achtsamkeit (SN 47.40), die Fähigkeiten (SN 48.9) und die Grundlagen übersinnlicher Kraft (SN 51.20). Die Kategorie ist nicht immer ganz eindeutig. Zum Beispiel definiert die „Aufgliederung“ der Achtsamkeit nicht wirklich die Begriffe, und das Satipaṭṭhānasutta fungiert mehr wie eine klassische Aufgliederung, obwohl es nicht so genannt wird. Die Aggregate haben keine Aufgliederung, aber siehe SN 22.56. Die Vorstellung einer „Aufgliederung“ führte zur Erstellung des Abhidhammabuchs dieses Namens (Vb 1), das sich auf die Aufgliederungs-Lehrreden stützt und sie weiter ausführt. (Sujato)

Taṁ suṇātha, sādhukaṁ manasi karotha, bhāsissāmī”ti. Hört zu und gebraucht den Geist gut, ich werde sprechen.“

“Evaṁ, bhante”ti kho te bhikkhū bhagavato paccassosuṁ. „Ja, Herr“, antworteten sie.

Bhagavā etadavoca: Der Buddha sagte:

“Katamo ca, bhikkhave, paṭiccasamuppādo? „Und was ist abhängiges Entstehen?

Avijjāpaccayā, bhikkhave, saṅkhārā; Unwissenheit ist die Bedingung für Willensbildungsprozesse. Eine Bemerkung zum Satzbau: Die Glieder schreiten als Aufzählung von Substantiven fort, das kann wörtlich als „Durch die Unwissenheits-Abhängigkeit, Willensbildungsprozesse; durch die Willensbildungsprozess-Abhängigkeit, Bewusstsein …“ wiedergegeben werden. Die Kausalität wird durch den Ablativ ausgedrückt. Es gibt kein Verb bis ganz zum Ende der Reihe, wo Alter und Tod usw. „zustande kommen“ (sambhavanti). Der Kommentar sagt, das Verb ziele auf alle Faktoren. Allerdings endet auch die Sequenz des Aufhörens in ähnlicher Weise mit einem Verb, und man könnte schwerlich sagen, das Aufhören von Willensbildungsprozessen hörte auf. Die bessere Erklärung ist, dass jeder Satz auf dem Verb „sein“ aufbaut, was normalerweise implizit der Fall ist, hier aber mit dem abstrakten Prinzip des abhängigen Entstehens beigesteuert wird (SN 12.37:2.2). Daher könnten wir übersetzen: „Mit Unwissenheit als Voraussetzung gibt es Willensbildungsprozesse …“. In manchen Konstruktionen wird das Verb uppajjati („erscheint“) hinzugefügt (SN 35.24:1.4). In meiner Übersetzung entscheide ich mich für eine idiomatischere Ausdrucksweise. (Sujato)

saṅkhārapaccayā viññāṇaṁ; Willensbildungsprozesse sind die Bedingung für Bewusstsein.

viññāṇapaccayā nāmarūpaṁ; Bewusstsein ist die Bedingung für Namen und Form.

nāmarūpapaccayā saḷāyatanaṁ; Name und Form sind die Bedingung für die sechs Sinnesfelder.

saḷāyatanapaccayā phasso; Die sechs Sinnesfelder sind die Bedingung für Kontakt.

phassapaccayā vedanā; Kontakt ist die Bedingung für Gefühl.

vedanāpaccayā taṇhā; Gefühl ist die Bedingung für Verlangen.

taṇhāpaccayā upādānaṁ; Verlangen ist die Bedingung für Ergreifen.

upādānapaccayā bhavo; Ergreifen ist die Bedingung für fortgesetztes Dasein.

bhavapaccayā jāti; Fortgesetztes Dasein ist die Bedingung für Wiedergeburt.

jātipaccayā jarāmaraṇaṁ sokaparidevadukkhadomanassupāyāsā sambhavanti. Wiedergeburt ist die Bedingung für das Zustandekommen von Alter und Tod, von Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis.

Evametassa kevalassa dukkhakkhandhassa samudayo hoti. So kommt diese ganze Masse des Leidens zustande.

Katamañca, bhikkhave, jarāmaraṇaṁ? Und was sind Alter und Tod? Nun definiert der Buddha jeden Begriff, beginnend mit dem Ende und rückwärts fortschreitend. Ergänzende Definitionen gibt es in DN 15. (Sujato)

Yā tesaṁ tesaṁ sattānaṁ tamhi tamhi sattanikāye jarā jīraṇatā khaṇḍiccaṁ pāliccaṁ valittacatā āyuno saṁhāni indriyānaṁ paripāko; Das Alter, die Altersschwäche, bröckelige Zähne, graue Haare, runzelige Haut, abnehmende Lebensenergie und versagende Sinneskräfte bei den verschiedenen Wesen der verschiedenen Gattungen von Wesen; „Alter“ (jarā, verwandt mit „geriatrisch“) ist der körperliche Verfall in den späten Stadien des Lebens. Es ist nicht das „Altern“ im Sinn von „alt werden“, da es sich zum Beispiel nicht auf das Heranwachsen von Kindern zu Erwachsenen bezieht. Auch rein psychologische und metaphorische Lesarten werden ausgeschlossen. Schließlich trifft es nicht nur auf die Menschenwelt zu, sondern auf die eine oder andere Art auf alle Bereiche. (Sujato)

ayaṁ vuccati jarā. das nennt man Alter.

Yā tesaṁ tesaṁ sattānaṁ tamhā tamhā sattanikāyā cuti cavanatā bhedo antaradhānaṁ maccu maraṇaṁ kālakiriyā khandhānaṁ bhedo kaḷevarassa nikkhepo (…), Das Hinscheiden, Dahingehen, Auseinanderbrechen, Ableben, die Sterblichkeit, der Tod, der Hingang, das Auseinanderbrechen der Aggregate und das Ablegen der Leiche bei den verschiedenen Wesen der verschiedenen Gattungen von Wesen; „Tod“ (maraṇa, vgl. „Mortalität“) ist das Ende des Lebens. Die Reihe von Synonymen dient hier dazu, klarzustellen, dass es sich um den buchstäblichen Tod handelt, nicht um einen metaphorischen oder psychologischen Tod. (Sujato)

idaṁ vuccati maraṇaṁ. das nennt man Tod.

Iti ayañca jarā, idañca maraṇaṁ. So ist das Alter, und so ist der Tod;

Idaṁ vuccati, bhikkhave, jarāmaraṇaṁ. das nennt man Alter und Tod.

Katamā ca, bhikkhave, jāti? Und was ist Wiedergeburt?

Yā tesaṁ tesaṁ sattānaṁ tamhi tamhi sattanikāye jāti sañjāti okkanti abhinibbatti khandhānaṁ pātubhāvo āyatanānaṁ paṭilābho. Die Wiedergeburt, der Anfang, die Empfängnis, das erneute Hervorbringen, die Manifestation der Aggregate und der Erwerb der Sinnesfelder bei den verschiedenen Wesen der verschiedenen Gattungen von Wesen; „Wiedergeburt“ (jāti, vgl. „Genese“) bezieht sich auf das fortlaufende Umherwandern zu neuen Leben. Es bezieht sich nicht auf die „Geburt eines Kindes“, d. h. den Geburtsvorgang oder das Hervortreten aus dem Mutterleib, was vijāti ist (SN 3.16:1.4, SN 24.1:1.4). Noch hat es eine religiöse Bedeutung im Sinn einer „spirituellen Erneuerung“ und auch keine psychologische im Sinne des Erscheines eines Selbstgefühls. (Sujato)

Ayaṁ vuccati, bhikkhave, jāti. das nennt man Wiedergeburt.

Katamo ca, bhikkhave, bhavo? Und was ist fortgesetztes Dasein? „Dasein“ (bhava, vgl. englisch „being“ = „Wesen“) ist das „Leben“ oder die „Daseinsebene“, wo man als fortlaufende Reihe von Manifestationen der Aggregate geboren wird. Es schließt sowohl aktive Aspekte des Lebens ein (Befleckungen und Taten) als auch den daraus resultierenden Körper und Geist. Betrachten wir es mittels der Analogie etwa des Besuchs eines Parks. Zunächst gibt es den Funken einer Vorstellung, einen vagen Eindruck eines „Parks“ im Geist, der sich zu einer Absicht verdichtet. Indem man danach handelt, geht man zum Park, wo es zur eigenen Realität wird, der „Welt“, die man bewohnt. Ähnlich richtet man sich, indem man im Geist Vorstellungen und Willen bildet, auf den entsprechenden Bereich aus und stimmt sich darauf ein und bereitet so den Geist darauf vor, sich selbst in diesen Zustand zu projizieren und ihn Wirklichkeit werden zu lassen, wenn man dort wiedergeboren wird. Die Taten, die die Wiedergeburt in einen Daseinszustand bestimmen, formen die grundlegenden Erfahrungen in diesem Zustand. Da die Tat notwendigerweise in ihrer Macht begrenzt ist, muss der resultierende Zustand vergänglich sein. (Sujato)

Tayome, bhikkhave, bhavā—Es gibt diese drei Daseinszustände:

kāmabhavo, rūpabhavo, arūpabhavo. Dasein im Bereich der Sinne, im Bereich der leuchtenden Form und im formlosen Bereich; Der „Bereich der Sinne“ umfasst alle Bereiche einschließlich des menschlichen, von der tiefsten Hölle bis zum höchsten sinnlichen Himmel, dem Bereich der Götter, die über das herrschen, was andere ersinnen. | „Leuchtende Form“ (rūpa) bezieht sich auf die Brahmāwelten, die man durch den leuchtenden Geist der Jhānas erreicht. | Die „formlosen“ Bereiche erreicht man durch die formlosen Meditationen. (Sujato)

Ayaṁ vuccati, bhikkhave, bhavo. das nennt man fortgesetztes Dasein.

Katamañca, bhikkhave, upādānaṁ? Und was ist Ergreifen?

Cattārimāni, bhikkhave, upādānāni—Es gibt vier Arten des Ergreifens: „Ergreifen“ (upādāna, „Nehmen“, das Gegenteil von dāna, „Gabe“, vgl. „Donation“) bezieht sich darauf, nach etwas zu greifen, es nahe bei sich zu behalten und sich zu weigern, es loszulassen. Es hat die nachgeordnete Bedeutung „Brennstoff“ für das Feuer (SN 3.1:10.1, SN 12.52:1.2). (Sujato)

kāmupādānaṁ, diṭṭhupādānaṁ, sīlabbatupādānaṁ, attavādupādānaṁ. Ergreifen von Sinnenfreuden, von Ansichten, von Regeln und Gelübden und von Selbsttheorien; „Sinnenfreuden“ auf der einen Seite sind etwas, an dem das Haften quasi allumfassend ist; demgegenüber erfordern die drei anderen Arten des Ergreifens eine ausgereifte Erkenntnisfähigkeit. Babys und Katzen entwickeln keinen Satz religiöser Observanzen, und sie stellen auch keine Überlegungen über die Natur ihrer Seele an. Das heißt auch, dass Ergreifen sich mit dem Heranwachsen eines Kindes entwickelt, und erklärt, warum Tiere und kleine Kinder für ihre Taten nicht in derselben Weise karmisch verantwortlich sind wie erwachsene Menschen. Die primäre Grundlage solcher Theorien sind die fünf Aggregate (MN 75:24.8, SN 22.80:9.10). (Sujato)

Idaṁ vuccati, bhikkhave, upādānaṁ. das nennt man Ergreifen.

Katamā ca, bhikkhave, taṇhā? Und was ist Verlangen?

Chayime, bhikkhave, taṇhākāyā—Es gibt sechs Klassen von Verlangen: Von hier an sind die Definitionen in Begriffen der sechs Sinne abgefasst. Erinnern wir uns, dass dies die rückwärtsgerichtete Folge ist; wenn wir vorwärts vorgehen, folgen diese Faktoren auf die sechs Sinnesfelder. (Sujato)

rūpataṇhā, saddataṇhā, gandhataṇhā, rasataṇhā, phoṭṭhabbataṇhā, dhammataṇhā. Verlangen nach Bildern, Tönen, Gerüchen, Geschmäcken, Berührungen und Vorstellungen; „Verlangen“ (taṇhā, vgl. „Durst“) ist der primäre Wunsch, Glück zu erfahren und Schmerz zu vermeiden. Es zieht durch die Sinne aus. Die Standarddefinition sagt, es ist „das Verlangen, das zu künftigen Leben führt. Es ist mit Genießen und Gier vermischt und vergnügt sich überall, wo es ankommt“. (SN 56.11:4.4). (Sujato)

Ayaṁ vuccati, bhikkhave, taṇhā. das nennt man Verlangen.

Katamā ca, bhikkhave, vedanā? Und was ist Gefühl?

Chayime, bhikkhave, vedanākāyā—Es gibt sechs Klassen von Gefühl:

cakkhusamphassajā vedanā, sotasamphassajā vedanā, ghānasamphassajā vedanā, jivhāsamphassajā vedanā, kāyasamphassajā vedanā, manosamphassajā vedanā. Gefühl entsprungen aus Kontakt mit dem Auge, dem Ohr, der Nase, der Zunge, dem Körper und dem Geist; „Gefühl“ (vedanā, vgl. „Witz“, „Wissen“, „visuell“) ist die affektive oder hedonische Tönung einer Erfahrung. Jeder Sinn kann eine Reaktion von Glück, Schmerz oder weder Glück noch Schmerz in Gang setzen. (Sujato)

Ayaṁ vuccati, bhikkhave, vedanā. das nennt man Gefühl.

Katamo ca, bhikkhave, phasso? Und was ist Kontakt?

Chayime, bhikkhave, phassakāyā—Es gibt sechs Klassen von Kontakt:

cakkhusamphasso, sotasamphasso, ghānasamphasso, jivhāsamphasso, kāyasamphasso, manosamphasso. Kontakt mit dem Auge, dem Ohr, der Nase, der Zunge, dem Körper und dem Geist; „Kontakt“ (phassa) ist die Verbindung des äußeren Sinnesreizes („Bild“) mit dem inneren Sinnesorgan („Auge“) in Gewahrsein („Augenbewusstsein“). (Sujato)

Ayaṁ vuccati, bhikkhave, phasso. das nennt man Kontakt.

Katamañca, bhikkhave, saḷāyatanaṁ? Und was sind die sechs Sinnesfelder?

Cakkhāyatanaṁ, sotāyatanaṁ, ghānāyatanaṁ, jivhāyatanaṁ, kāyāyatanaṁ, manāyatanaṁ—Die Sinnesfelder von Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper und Geist; Der „Geist“ (mano) ist bei den körperlichen Sinnen eingegliedert, um zu zeigen, dass er, auch wenn er in vielerlei Hinsicht sehr anders ist, doch eine grundlegende Struktur mit ihnen gemeinsam hat, dass er einen Reiz und die Gegenwart von Gewahrsein erfordert. (Sujato)

idaṁ vuccati, bhikkhave, saḷāyatanaṁ. das nennt man die sechs Sinnesfelder.

Katamañca, bhikkhave, nāmarūpaṁ? Und was sind Name und Form?

Vedanā, saññā, cetanā, phasso, manasikāro—Gefühl, Wahrnehmung, Absicht, Kontakt und Gebrauch des Geistes; Der Buddha behandelt „Name“ (nāma) analytisch und entfernt das Wort so von der ursprünglichen Bedeutung. Das kann man als reduktive Definition ansehen: Das, worauf man sich als seinen „Namen“ bezieht, erweist sich als etwas, das auf einer ganzen Reihe bedingter geistiger Prozesse beruht. Diese Faktoren sind aktive Bestandteile des Geistes, die zur linguistischen Konzeptualisierung beitragen. Die buddhistische Tradition betrachtet sie als universelle Begleiter des Bewusstseins, die für die Arbeitsweise aller Arten von Gewahrsein wesentlich sind. (Sujato)

idaṁ vuccati nāmaṁ. das nennt man Name.

Cattāro ca mahābhūtā, catunnañca mahābhūtānaṁ upādāyarūpaṁ. Die vier Grundzustände und die Form, die von den vier Grundzuständen abgeleitet ist; Die „Grundzustände“ (mahābhūta) sind Erde, Wasser, Feuer und Luft und entsprechen den modernen Konzepten von fest, flüssig, plasma-artig und gasförmig. | „Abgeleitete“ (upādāya) Form wird in den Suttas nicht erklärt, aber eine Stelle legt nahe, dass sie „Raum“ einschließt (MN 28:26.1). Die Abhidhamma-Traditionen erklären, sie schließe die Objekte der Sinne, die feinstoffliche Materie, die die Sinneseindrücke empfängt, und verschiedene andere materielle Phänomene ein. (Sujato)

Idaṁ vuccati rūpaṁ. das nennt man Form. „Form“ (rūpa) oder „Körper, Aussehen“ ist möglicherweise über die Bedeutung „Geist, Vision, Erscheinung“ mit dem avestischen urvan, „Seele“, verwandt. Hier bezieht es sich in erster Linie auf den Körper wie auch auf physikalische Eigenschaften, die durch die fünf Sinne erfahren werden. Es schließt auch die rein geistige Wahrnehmung physikalischer Eigenschaften ein wie eine Farbe, eine Gestalt oder eine räumliche Position, die man sich im Geist vorstellt. In der Aufgliederung der sechs Sinne hat es die engere Bedeutung „das, was man sieht“, d. h. ein „Bild“. (Sujato)

Iti idañca nāmaṁ, idañca rūpaṁ. So ist Name, und so ist Form;

Idaṁ vuccati, bhikkhave, nāmarūpaṁ. das nennt man Name und Form.

Katamañca, bhikkhave, viññāṇaṁ? Und was ist Bewusstsein?

Chayime, bhikkhave, viññāṇakāyā—Es gibt sechs Klassen von Bewusstsein:

cakkhuviññāṇaṁ, sotaviññāṇaṁ, ghānaviññāṇaṁ, jivhāviññāṇaṁ, kāyaviññāṇaṁ, manoviññāṇaṁ. Augenbewusstsein, Ohrbewusstsein, Nasenbewusstsein, Zungenbewusstsein, Körperbewusstsein und Geistbewusstsein; „Bewusstsein“ (viññāṇa, vgl. „kennen“) wird analytisch präsentiert, was zeigt, dass „Geistbewusstsein“ keine ewige metaphysische Entität ist, sondern ein bedingter psychologischer Vorgang. Bewusstsein ist einfach das subjektive Gewahrsein, das Gefühl des Erkennens. Es erscheint entweder auf den Reiz eines äußeren Sinneseindrucks oder einer geistigen Erscheinung wie eines Gedankens, einer Erinnerung usw. Es ist das subjektive Gewahrsein, das die ganze vielgestaltige Welt von Konzepten und Erscheinungen möglich macht. (Sujato)

Idaṁ vuccati, bhikkhave, viññāṇaṁ. das nennt man Bewusstsein.

Katame ca, bhikkhave, saṅkhārā? Und was sind Willensbildungsprozesse?

Tayome, bhikkhave, saṅkhārā—Es gibt diese drei Arten von Willensbildungsprozessen:

kāyasaṅkhāro, vacīsaṅkhāro, cittasaṅkhāro. Willensbildungsprozesse, die den Körper, die Sprache und den Geist betreffen; Saṅkhāra wird im Buddhismus auf verschiedene Arten gebraucht. Vielleicht die allgemeinste Bedeutung ist „Potenz“, wie für Energien oder Erscheinungen, die die Potenz haben, mehr Energien oder Erscheinungen zu schaffen. Im abhängigen Entstehen und bei den fünf Aggregaten (SN 22.56:10.1) bedeutet es moralisch potente Taten, die mit Körper, Sprache und Geist verübt werden, daher übersetze ich „choices“ („Entscheidungen“; A.d.Ü.). Das darf nicht mit dem meditativen Stillen aktiver körperlicher, sprachlicher und geistiger „Vorgänge“ verwechselt werden (SN 41.6:1.7). Als Wort für eine Ursache oder einen Grund übersetze ich es mit „Bedingung“ (SN 48.40:5.3) und benutze das gleiche Wort für die bedingten Erscheinungen, die von Ursachen erzeugt werden (SN 22.81:5.5, AN 6.93:1.3, MN 102:4.5). Manchmal, etwa bei den Grundlagen übersinnlicher Kraft, bedeutet es „Bemühen“ (SN 51.1:1.3). (Sujato)

Ime vuccanti, bhikkhave, saṅkhārā. das nennt man Willensbildungsprozesse.

Katamā ca, bhikkhave, avijjā? Und was ist Unwissenheit?

Yaṁ kho, bhikkhave, dukkhe aññāṇaṁ, dukkhasamudaye aññāṇaṁ, dukkhanirodhe aññāṇaṁ, dukkhanirodhagāminiyā paṭipadāya aññāṇaṁ. Man kennt das Leiden nicht, nicht den Ursprung des Leidens, nicht das Aufhören des Leidens und nicht die Übung, die zum Aufhören des Leidens führt; Da in diesen vier edlen Wahrheiten alle guten Eigenschaften einbegriffen sind (MN 28:2.1), ist die wichtigste Eigenschaft für den buddhistischen Weg die Weisheit, die die Unwissenheit überwindet (SN 48.54:1.1). (Sujato)

Ayaṁ vuccati, bhikkhave, avijjā. das nennt man Unwissenheit.

Iti kho, bhikkhave, avijjāpaccayā saṅkhārā; Und so ist Unwissenheit die Bedingung für Willensbildungsprozesse.

saṅkhārapaccayā viññāṇaṁ …pe… Willensbildungsprozesse sind die Bedingung für Bewusstsein. …

evametassa kevalassa dukkhakkhandhassa samudayo hoti. So kommt diese ganze Masse des Leidens zustande.

Avijjāya tveva asesavirāganirodhā saṅkhāranirodho; Wenn Unwissenheit schwindet und restlos aufhört, hören Willensbildungsprozesse auf. Die Sequenz des Aufhörens schreitet wie die des Entstehens als Aufzählung von Substantiven fort und hat erst am Ende ein Verb. Der Satzbau ist allerdings nicht ganz parallel, da die Grammatik der zusammengesetzten Begriffe anders ist. Avijjāpaccaya ist ein kammadhāraya, „Unwissenheit als Abhängigkeit“ (Kommentar: avijjā ca sā paccayo ca), wohingegen die nirodha-Zusammensetzungen tappurisa sind, „mit dem Aufhören von Unwissenheit …“. Diese Unterscheidung spiegelt die ontologische Asymmetrie der beiden Hälften wider: Unwissenheit ist als Bedingung für Willensbildungsprozesse anwesend, aber es ist ihre Abwesenheit, die das Aufhören der Willensbildungsprozesse in Gang setzt. Unwissenheit ist eine Voraussetzung, aber sie ist kein Aufhören. (Sujato)

saṅkhāranirodhā viññāṇanirodho …pe… Wenn Willensbildungsprozesse aufhören, hört Bewusstsein auf. …

evametassa kevalassa dukkhakkhandhassa nirodho hotī”ti. So hört diese ganze Masse des Leidens auf.“ Jeder der Begriffe in der Sequenz des Aufhörens kann als Synonym für Nibbana angesehen werden. (Sujato)

Dutiyaṁ.
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