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Therīgāthā 15.1 Strophen der altehrwürdigen Nonnen 15.1 Strophen der Therī 15.1
Cattālīsanipāta Das Vierzigerbuch Das Vierzigerbuch
Isidāsītherīgāthā Isidāsī Die Strophen der Therī Isidāsī
Nagaramhi kusumanāme, In der Stadt mit einem Blumennamen, In der Stadt, benannt nach der Trompetenblume,
Pāṭaliputtamhi pathaviyā maṇḍe; Pāṭaliputta, der Crème der Welt, Pāṭaliputta, die die beste Stadt ist,
Sakyakulakulīnāyo, da waren zwei Nonnen aus dem Stamm der Sakyer, gab es aus dem berühmten Sakyer-Clan
Dve bhikkhuniyo hi guṇavatiyo. beides Damen von hoher Art. zwei wahrlich tugendhafte Bhikkhunī.
Isidāsī tattha ekā, Eine hieß Isidāsī, die andere Bodhī; Eine war Isidāsī, die zweite Bodhi,
Dutiyā bodhīti sīlasampannā ca; beide besaßen vollkommene Tugend, beide reich an ethischer Disziplin.
Jhānajjhāyanaratāyo, liebten Meditation und Sprechgesang, Sie erfreuten sich der meditativen Versenkung,
Bahussutāyo dhutakilesāyo. waren gelehrt und hatten die Flecken ausgetilgt. waren sehr gelehrt, die geistigen Trübungen hatten sie abgeworfen.
Tā piṇḍāya caritvā, Sie zogen um Almosen umher und nahmen ihr Mahl ein. Nach dem Almosengang
Bhattatthaṁ kariya dhotapattāyo; Als sie ihre Schalen gewaschen hatten, nahmen sie die Mahlzeit ein, wuschen die Schalen.
Rahitamhi sukhanisinnā, saßen sie froh an einem einsamen Platz An einem abgeschiedenen Ort saßen sie in Ruhe
Imā girā abbhudīresuṁ. und begannen ein Gespräch. und unterhielten sich.
“Pāsādikāsi ayye, „Du bist so reizend, meine Dame Isidāsī, „Du bist gutaussehend, Ehrwürdige Isidāsī,
Isidāsi vayopi te aparihīno; deine Jugend ist noch nicht vorbei. siehst noch so jung aus.
Kiṁ disvāna byālikaṁ, Welches Missgeschick hast du gesehen, Was hat dich dazu gebracht,
Athāsi nekkhammamanuyuttā”. dass du dein Leben der Entsagung geweiht hast?“ die Entsagung auf dich zu nehmen?“
Evamanuyuñjiyamānā sā, Da sie so im Vertrauen gedrängt wurde, Als Isidāsī so unter vier Augen
Rahite dhammadesanākusalā; sprach Isidāsī, die geschickte Dhammalehrerin, befragt wurde, erwiderte sie,
Isidāsī vacanamabravi, die folgenden Worte: die erfahren in der Dhammalehre war:
“Suṇa bodhi yathāmhi pabbajitā”. „Bodhī, höre, wie ich fortzog. „Höre, Bodhi, daher bin ich hinausgezogen.
“Ujjeniyā puravare, In der erlesenen Stadt Ujjenī In der Königsstadt Ujjeni
Mayhaṁ pitā sīlasaṁvuto seṭṭhi; war mein Vater ein Geldverleiher, ein guter und tugendhafter Mann. war mein Vater ein tugendhafter Schatzmeister.
Tassamhi ekadhītā, Ich war seine einzige Tochter, Ich, seine einzige Tochter,
Piyā manāpā ca dayitā ca. lieb und teuer und geschätzt. war attraktiv, wurde geliebt und verwöhnt.
Atha me sāketato varakā, Dann kamen Brautwerber um meinetwillen Aus Sāketa kamen Freier
Āgacchumuttamakulīnā; von der ersten Familie von Sāketa. aus den besten Familien.
Seṭṭhī pahūtaratano, Sie waren von einem Geldverleiher mit reichem Vermögen geschickt, Da war ein Schatzmeister mit vielen Juwelen,
Tassa mamaṁ suṇhamadāsi tāto. und mein Vater gab mich ihm als Schwiegertochter. dem der Vater mich als Schwiegertochter gab.
Sassuyā sasurassa ca, Am Morgen und am Abend Abends und morgens kam ich
Sāyaṁ pātaṁ paṇāmamupagamma; beugte ich meinen Kopf zu den Füßen ehrerbietig zu Schwiegermutter und Schwiegervater.
Sirasā karomi pāde, meines Schwiegervaters und meiner Schwiegermutter, Ich verehrte [ihre] Füße,
Vandāmi yathāmhi anusiṭṭhā. geradeso wie es mir gesagt worden war. so wie ich es gelernt hatte.
Yā mayhaṁ sāmikassa, Und wenn ich die Schwestern meines Mannes sah, Wenn ich die Schwestern,
Bhaginiyo bhātuno parijano vā; seine Brüder oder seine Diener Brüder, Gefolgsleute des Gatten sah
Tamekavarakampi disvā, oder gar ihn, mein Ein und Alles, oder ihn, diesen einen Gatten,
Ubbiggā āsanaṁ demi. gab ich ihnen ängstlich einen Sitz. bot ich voller Eifer einen Sitz an.
Annena ca pānena ca, Was sie auch wünschten – Speise und Trank, Ich erfreute sie mit Reis und Getränken
Khajjena ca yañca tattha sannihitaṁ; Leckereien oder was sonst der Schrank enthielt –, und Beilagen, gut angerichtet.
Chādemi upanayāmi ca, ich brachte es und bot es ihnen an Was auch immer gewünscht wurde,
Demi ca yaṁ yassa patirūpaṁ. und achtete darauf, dass jeder das Passende bekam. das brachte ich.
Kālena upaṭṭhahitvā, In der Frühe stand ich auf, In aller Morgenfrühe stand ich auf,
Gharaṁ samupagamāmi ummāre; begab mich zum Haupthaus, ging zum Haus. Nachdem ich an der Türschwelle
Dhovantī hatthapāde, wusch Hände und Füße Hände und Füße gewaschen hatte,
Pañjalikā sāmikamupemi. und ging mit zusammengelegten Händen zu meinem Mann. begrüßte ich respektvoll den Gatten.
Kocchaṁ pasādaṁ añjaniñca, Ich nahm Kamm, Schmuck, Ich brachte Bürste, Balsam, Kajal
Ādāsakañca gaṇhitvā; Lidschatten und Spiegel und auch den Spiegel.
Parikammakārikā viya, und machte selbst meinen Mann zurecht, Mit eigenen Händen pflegte ich den Gatten,
Sayameva patiṁ vibhūsemi. als sei ich seine Schönheitspflegerin. als sei ich seine Magd.
Sayameva odanaṁ sādhayāmi, Ich kochte selbst den Reis, Mit eigenen Händen kochte ich den Reis,
Sayameva bhājanaṁ dhovantī; ich wusch selbst die Töpfe. mit eigenen Händen wusch ich die Teller.
Mātāva ekaputtakaṁ, Ich sorgte für meinen Mann Ich versorgte den Gatten so
Tathā bhattāraṁ paricarāmi. wie eine Mutter für ihr einziges Kind. wie eine Mutter den einzigen Sohn.
Evaṁ maṁ bhattikataṁ, So zeigte ich ihm meine Hingabe, Auch wenn ich mich so hingab,
Anurattaṁ kārikaṁ nihatamānaṁ; eine treue, tugendhafte, bescheidene Dienerin, liebevoll, tüchtig, ohne Stolz,
Uṭṭhāyikaṁ analasaṁ, die früh aufstand und unermüdlich arbeitete: mich früh erhob, fleißig, tugendhaft war:
Sīlavatiṁ dussate bhattā. Und dennoch tat mein Mann mir Unrecht. [Trotzdem] tat mir der Gatte Unrecht.
So mātarañca pitarañca, Er sagte zu seinen Eltern: Er sprach zu Mutter und Vater:
Bhaṇati ‘āpucchahaṁ gamissāmi; ‚Ich will Abschied nehmen und gehen, „Erlaubt, dass ich fortgehe.
Isidāsiyā na saha vacchaṁ, ich kann es nicht ertragen, mit Isidāsī zu leben Ich kann mit Isidāsī nicht leben
Ekāgārehaṁ saha vatthuṁ’. und im gleichen Haus zu sein.‘ und zusammen mit ihr in einem Haus wohnen!“
‘Mā evaṁ putta avaca, ‚Sohn, sprich nicht so! „Sprich nicht so, mein Sohn,
Isidāsī paṇḍitā paribyattā; Isidāsī ist klug und fähig, Isidāsī ist weise, sehr gelehrt,
Uṭṭhāyikā analasā, sie steht früh auf und arbeitet unermüdlich. steht früh auf, ist fleißig.
Kiṁ tuyhaṁ na rocate putta’. Sohn, warum gefällt sie dir nicht?‘ Was gefällt dir nicht, mein Sohn?“
‘Na ca me hiṁsati kiñci, ‚Sie hat nichts getan, was mich verletzt hätte; „Isidāsī hat mir nichts getan,
Na cahaṁ isidāsiyā saha vacchaṁ; ich kann es einfach nicht ertragen, mit ihr zu leben. aber ich kann nicht mehr mit ihr sein.
Dessāva me alaṁ me, Für mich ist sie einfach entsetzlich. Für mich ist sie abstoßend, ich habe genug von ihr!
Apucchāhaṁ gamissāmi’. Ich habe genug, ich will Abschied nehmen und gehen.‘ Ich hab’s gesagt und werde gehen.“
Tassa vacanaṁ suṇitvā, Als sie seine Worte hörten, Als sie das hörten,
Sassu sasuro ca maṁ apucchiṁsu; fragten mich mein Schwiegervater und meine Schwiegermutter: fragten Schwiegermutter und Schwiegervater mich:
‘Kissa tayā aparaddhaṁ, ‚Was hast du falsch gemacht? „Was hast du falsch gemacht?
Bhaṇa vissaṭṭhā yathābhūtaṁ’. Sprich frei heraus, wie es dazu kam.‘ Sag, was wirklich los ist!“
‘Napihaṁ aparajjhaṁ kiñci, ‚Ich habe nichts falsch gemacht, „Ich habe nichts Böses getan,
Napi hiṁsemi na bhaṇāmi dubbacanaṁ; ich habe ihn nicht verletzt oder irgendetwas Schlechtes gesagt. ihn nicht verletzt, nicht schlecht geredet.
Kiṁ sakkā kātuyye, Was kann ich da tun, Was kann ich tun,
Yaṁ maṁ viddessate bhattā’. wenn mein Mann mich so abscheulich findet?‘ wenn der Gatte mich hasst?“
Te maṁ pitugharaṁ paṭinayiṁsu, Sie brachten mich zurück zum Haus meines Vaters, Sie führten mich zurück ins Elternhaus,
Vimanā dukhena adhibhūtā; verstört, von Leiden überwältigt: demütig und kummervoll.
Puttamanurakkhamānā, ‚Indem wir für unseren Sohn sorgten, „Aus Liebe zu unserem Sohn
‘Jitāmhase rūpiniṁ lakkhiṁ’. haben wir sie verloren, die schöne Glücksbringerin!‘ haben wir eine wahre Lakshmi verloren.“
Atha maṁ adāsi tāto, Als Nächstes gab mich mein Vater zum Haushalt Da gab mich mein Papa
Aḍḍhassa gharamhi dutiyakulikassa; eines zweiten Mannes aus reicher Familie. für die Hälfte des Brautpreises,
Tato upaḍḍhasuṅkena, Dafür erhielt er die Hälfte des Brautpreises für den mich der Reiche genommen hatte,
Yena maṁ vindatha seṭṭhi. von dem, was der Geldverleiher gezahlt hatte. einer gut situierten anderen Familie.
Tassapi gharamhi māsaṁ, Auch in seinem Haus lebte ich nur einen Monat, In diesem Haus lebte ich
Avasiṁ atha sopi maṁ paṭiccharayi; bis auch er mich loswerden wollte, nur einen Monat, da verstieß auch er mich.
Dāsīva upaṭṭhahantiṁ, obwohl ich ihm wie eine Sklavin diente, Dabei hatte ich ihm gedient wie eine Sklavin,
Adūsikaṁ sīlasampannaṁ. tugendhaft war und nichts Falsches tat. Gutes tuend, tugendhaft.
Bhikkhāya ca vicarantaṁ, Dann sprach mein Vater mit einem Almosenbettler, Mein Vater redete einen Asketen auf Bettelgang an,
Damakaṁ dantaṁ me pitā bhaṇati; der andere zähmte und sich selbst: der sich gezügelt und bezähmt hat:
‘Hohisi me jāmātā, ‚Sei mein Schwiegersohn, „Komm in mein Haus als Schwiegersohn,
Nikkhipa poṭṭhiñca ghaṭikañca’. lege Tonsurstoff und Topf ab.‘ verwerfe Robe und Bettelschale!“
Sopi vasitvā pakkhaṁ, Er blieb einen halben Monat und sagte dann zu meinem Vater: Nach zwei Wochen sagte er dem Papa:
Atha tātaṁ bhaṇati ‘dehi me poṭṭhiṁ; ‚Gib mir meinen Tonsurstoff zurück, „Gib mir die Robe, Bettelschale
Ghaṭikañca mallakañca, meinen Topf und meinen Becher – und Trinkgefäß.
Punapi bhikkhaṁ carissāmi’. ich will wieder wandern und betteln.‘ Ich möchte wieder betteln gehen!“
Atha naṁ bhaṇatī tāto, Darauf sagten Vater und Mutter Darauf fragten Vater, Mutter und
Ammā sabbo ca me ñātigaṇavaggo; und mein ganzer Verwandtenkreis: alle Familienmitglieder:
‘Kiṁ te na kīrati idha, ‚Was wurde hier nicht für dich getan? „Sag, was dir hier nicht gefällt,
Bhaṇa khippaṁ taṁ te karihi’ti. Sag uns rasch, was wir für dich tun können!‘ es wird für dich hergerichtet.“
Evaṁ bhaṇito bhaṇati, Als sie so zu ihm sprachen, sagte er: So angesprochen, sagte er:
‘Yadi me attā sakkoti alaṁ mayhaṁ; ‚Wenn ich allein zurechtkomme, ist das genug. „Isidāsī hat mich zwar respektvoll [behandelt] -
Isidāsiyā na saha vacchaṁ, Ich kann es nicht ertragen, mit Isidāsī zu leben aber mir reicht’s! Ich kann nicht länger
Ekagharehaṁ saha vatthuṁ’. und im gleichen Haus zu sein.‘ mit ihr zusammenleben!“
Vissajjito gato so, Er wurde entlassen und ging fort. Nachdem er sich so Luft gemacht hatte, ging er.
Ahampi ekākinī vicintemi; Doch ich saß allein da und dachte nach: Ich, wieder alleine, dachte:
‘Āpucchitūna gacchaṁ, ‚Ich will Abschied nehmen und gehen, Ich bitte darum, gehen zu dürfen, entweder
Marituye vā pabbajissaṁ vā’. entweder um zu sterben oder um fortzuziehen.‘ um zu sterben oder in die Hauslosigkeit zu ziehen.
Atha ayyā jinadattā, Doch da kam die Dame Jinadattā, Gerade da kam, auf Bettelgang umherwandernd,
Āgacchī gocarāya caramānā; gelehrt und tugendhaft, die Ehrwürdige Jinadattā zum Haus des Vaters.
Tātakulaṁ vinayadharī, die das Ordensrecht im Gedächtnis hatte, Sie war eine Bewahrerin der Ordensregeln,
Bahussutā sīlasampannā. beim Almosengang zum Haus meines Vaters. sehr gelehrt und tugendhaft.
Taṁ disvāna amhākaṁ, Als ich sie sah, Sobald sie erschienen war,
Uṭṭhāyāsanaṁ tassā paññāpayiṁ; erhob ich mich von meinem Sitz und richtete ihn für sie her. sprang ich auf und bot ihr den Sitz an.
Nisinnāya ca pāde, Als sie Platz genommen hatte, Als sie saß, verehrte ich ihre Füße,
Vanditvā bhojanamadāsiṁ. verehrte ich ihre Füße und bot ihr ein Mahl an, und gab ihr Nahrung.
Annena ca pānena ca, sättigte sie mit Speise und Trank, Nachdem Reis, Getränke, Beilagen
Khajjena ca yañca tattha sannihitaṁ; mit Leckereien oder was sonst der Schrank enthielt. und weiteres dort bereitgestellt
Santappayitvā avacaṁ, Dann sagte ich: und sie gesättigt war, sagte ich:
‘Ayye icchāmi pabbajituṁ’. ‚Meine Dame, ich wünsche fortzuziehen!‘ „Ehrwürdige, ich möchte in die Hauslosigkeit.“
Atha maṁ bhaṇatī tāto, Doch mein Vater sagte zu mir: Da sagte mein Vater:
‘Idheva puttaka carāhi tvaṁ dhammaṁ; ‚Kind, übe doch den Dhamma hier! „Mein Kind, praktiziere du das Dhamma hier im Haus.
Annena ca pānena ca, Stelle mit Speise und Trank Erfreue mit Essen und Trinken
Tappaya samaṇe dvijātī ca’. Asketen und Zweimalgeborene zufrieden.‘ Asketen und Brahmanen.“
Athahaṁ bhaṇāmi tātaṁ, Da sagte ich weinend und mit zu ihm erhobenen Händen Da sagte ich weinend zum Vater,
Rodantī añjaliṁ paṇāmetvā; zu meinem Vater: die zusammengelegten Hände respektvoll erhoben:
‘Pāpañhi mayā pakataṁ, ‚Ich habe in der Vergangenheit Schlechtes getan. „Das von mir begangene Übel,
Kammaṁ taṁ nijjaressāmi’. Ich will diese schlechte Tat abtragen.‘ dieses Begangene werde ich ausmerzen.“
Atha maṁ bhaṇatī tāto, Und mein Vater sagte zu mir: Darauf erwiderte der Vater:
‘Pāpuṇa bodhiñca aggadhammañca; ‚Dass du doch das Erwachen, den höchsten Zustand, erlangen kannst „Erreiche du das beste Wissen und höchstes Dhamma.
Nibbānañca labhassu, und dass du das Erlöschen findest, Erlange das Nibbāna, das
Yaṁ sacchikarī dvipadaseṭṭho’. das vom Besten der Menschen verwirklicht wurde!‘ von den Besten realisiert wird.“
Mātāpitū abhivādayitvā, Ich verbeugte mich vor Mutter und Vater Ich huldigte Vater und Mutter
Sabbañca ñātigaṇavaggaṁ; und dem ganzen Verwandtenkreis. und alle Verwandten respektvoll.
Sattāhaṁ pabbajitā, Dann, sieben Tage, nachdem ich fortzog, Sieben Nächte, nachdem ich hinausgezogen war,
Tisso vijjā aphassayiṁ. verwirklichte ich das dreifache Wissen. erreichte ich alle drei Wissen.
Jānāmi attano satta, Ich kenne meine sieben letzten Leben; Ich erkannte meine sieben früheren Leben,
Jātiyo yassayaṁ phalavipāko; ich will dir die Taten berichten, deren Frucht und Auswirkung dieses ist.
Taṁ tava ācikkhissaṁ, deren Frucht und Ergebnis dieses Leben ist: Das werde ich dir erzählen,
Taṁ ekamanā nisāmehi. Richte darauf deinen ganzen Geist. höre mir aufmerksam zu!
Nagaramhi erakacche, In der Stadt Erakacca In der Stadt Erakaccha
Suvaṇṇakāro ahaṁ pahūtadhano; war ich ein Goldschmied mit sehr viel Geld. war ich ein reicher Goldschmied.
Yobbanamadena matto, Trunken vom Stolz der Jugend Berauscht vom Stolz der Jugend
So paradāraṁ asevihaṁ. schlief ich mit der Frau eines anderen. umarmte ich die Frau eines anderen.
Sohaṁ tato cavitvā, Als ich von dort verschieden war, Nachdem ich von dort verschieden war,
Nirayamhi apaccisaṁ ciraṁ; brannte ich lange Zeit in der Hölle. litt ich lange Zeit Qualen in der Unterwelt.
Pakko tato ca uṭṭhahitvā, Als ich dort herauskam, Als die schlechten Taten ausgebrannt waren,
Makkaṭiyā kucchimokkamiṁ. wurde ich im Schoß einer Äffin empfangen. trat ich in den Leib einer Affenfrau ein.
Sattāhajātakaṁ maṁ, Als ich gerade sieben Tage alt war, Sieben Tage, nachdem ich geboren war,
Mahākapi yūthapo nillacchesi; wurde ich vom Affenhäuptling kastriert. kastrierte mich das Alphamännchen.
Tassetaṁ kammaphalaṁ, Das war die Frucht jener Tat, Da ich eine andere Ehefrau umarmt hatte,
Yathāpi gantvāna paradāraṁ. dass ich zur Frau eines andern gegangen war. war dies die Frucht meiner Tat.
Sohaṁ tato cavitvā, Als ich von dort verschieden, Nachdem ich von dort wieder verschieden war,
Kālaṁ karitvā sindhavāraññe; als ich im Sindhava-Wäldchen gestorben war, meine Zeit abgelaufen war im Wald des Sindhu,
Kāṇāya ca khañjāya ca, wurde ich im Schoß gelangte ich in den Leib
Eḷakiyā kucchimokkamiṁ. einer lahmen, einäugigen Geiß empfangen. einer einäugigen und lahmen Ziege.
Dvādasa vassāni ahaṁ, Zwölf Jahre lang trug ich Kinder auf meinem Rücken, Zwölf Jahre trug ich, kastriert,
Nillacchito dārake parivahitvā; war dabei kastriert, kleine Kinder herum.
Kimināvaṭṭo akallo, von Würmern befallen und schwanzlos, Voller Würmer war ich und schwach,
Yathāpi gantvāna paradāraṁ. weil ich zur Frau eines andern gegangen war. da ich ja die Frau eines anderen umarmt hatte.
Sohaṁ tato cavitvā, Als ich von dort verschieden war, Nachdem ich auch von dort wieder verschieden war,
Govāṇijakassa gāviyā jāto; wurde ich in einer Kuh wiedergeboren, wurde ich wiedergeboren, von der Kuh eines Kuhhändlers.
Vaccho lākhātambo, die einem Viehhändler gehörte. Ich war ein Kalb, orange-kupferfarben,
Nillacchito dvādase māse. Ein rotes Kalb war ich, kastriert, das nach zwölf Monaten kastriert wurde.
Voḍhūna naṅgalamahaṁ, und zog zwölf Monate lang einen großen Pflug. Ich schleppte einen schweren Pflug
Sakaṭañca dhārayāmi; Einen Karren schulterte ich, und zog einen Wagen.
Andhovaṭṭo akallo, blind, schwanzlos, schwach, Ich war blind und schwach,
Yathāpi gantvāna paradāraṁ. weil ich zur Frau eines andern gegangen war. da ich die Frau eines anderen umarmt hatte.
Sohaṁ tato cavitvā, Als ich von dort verschieden war, Nachdem ich von dort verschieden war,
Vīthiyā dāsiyā ghare jāto; wurde ich von einer Sklavin auf der Straße geboren, wurde ich auf der Straße von einer Haussklavin geboren.
Neva mahilā na puriso, mit weder männlichen noch weiblichen Organen, Weder Frau noch Mann war ich,
Yathāpi gantvāna paradāraṁ. weil ich zur Frau eines andern gegangen war. da ich ja die Frau eines anderen umarmt hatte.
Tiṁsativassamhi mato, Ich starb im Alter von dreißig Jahren Im dreißigsten Jahr gestorben,
Sākaṭikakulamhi dārikā jātā; und wurde als Mädchen in der Familie eines Fuhrmanns wiedergeboren. wurde ich in einer Wagenmacherfamilie als Mädchen geboren,
Kapaṇamhi appabhoge, Wir waren arm und mittellos, in Armut, wenig Besitz.
Dhanika purisapātabahulamhi. wurden von Gläubigern sehr bedrängt. Viel waren nur die Gläubiger, die uns zu Fall brachten.
Taṁ maṁ tato satthavāho, Wegen der hohen Zinslast Aufgrund der steigenden Zinsschulden
Ussannāya vipulāya vaḍḍhiyā; wurde ich weinend fortgezogen, wurde ich, die ich weinte, von
Okaḍḍhati vilapantiṁ, wurde von einem Karawanenführer einem Karawanenführer
Acchinditvā kulagharasmā. mit Gewalt aus dem Familienheim gerissen. gewaltsam aus dem Elternhaus geschleppt.
Atha soḷasame vasse, Als ich sechzehn Jahre alt war Als ich mein sechzehntes Jahr erreicht hatte,
Disvā maṁ pattayobbanaṁ kaññaṁ; und sein Sohn sah, dass ich ein Mädchen im heiratsfähigen Alter war, in meiner frühsten jungfräulichen Blüte,
Orundhatassa putto, sperrte er mich ein als seine Frau – nahm mich dessen Sohn namens Giridāsa
Giridāso nāma nāmena. Giridāsa war sein Name. als Nebenfrau.
Tassapi aññā bhariyā, Er hatte noch eine andere Frau, Der anderen Ehefrau aber,
Sīlavatī guṇavatī yasavatī ca; tugendhaft, bekannt, von guter Art, die tugendhaft, pflichtgetreu, geachtet war
Anurattā bhattāraṁ, ihrem Mann treu ergeben; und dem Gatten zugetan,
Tassāhaṁ viddesanamakāsiṁ. doch ich erregte ihren Groll. dieser tat ich Böses.
Tassetaṁ kammaphalaṁ, Als Frucht dieser Tat Es war das Resultat meiner Handlungen,
Yaṁ maṁ apakīritūna gacchanti; ließen sie mich im Stich und gingen weg, dass sie mich verstießen und gingen,
Dāsīva upaṭṭhahantiṁ, obwohl ich ihnen wie eine Sklavin diente. auch wenn ich [allen] wie eine Sklavin diente.
Tassapi anto kato mayā”ti. Jetzt habe ich auch dem ein Ende gemacht.“ All dem habe ich nun ein Ende bereitet!“
… Isidāsī therī ….
Cattālīsanipāto niṭṭhito.