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Sutta Nipāta 2.7 Lehrreden-Sammelband 2.7
Brāhmaṇadhammikasutta Brahmanische Bräuche
Evaṁ me sutaṁ—So habe ich es gehört:
ekaṁ samayaṁ bhagavā sāvatthiyaṁ viharati jetavane anāthapiṇḍikassa ārāme. Einmal hielt sich der Buddha bei Sāvatthī in Jetas Wäldchen auf, dem Kloster des Anāthapiṇḍika.
Atha kho sambahulā kosalakā brāhmaṇamahāsālā jiṇṇā vuḍḍhā mahallakā addhagatā vayoanuppattā yena bhagavā tenupasaṅkamiṁsu; upasaṅkamitvā bhagavatā saddhiṁ sammodiṁsu. Da gingen mehrere wohlhabende alte Kosaler Brahmanen zum Buddha – bejahrt und hochbetagt, in vorgerücktem Alter und im letzten Lebensabschnitt angekommen – und tauschten Willkommensgrüße mit ihm aus.
Sammodanīyaṁ kathaṁ sāraṇīyaṁ vītisāretvā ekamantaṁ nisīdiṁsu. Ekamantaṁ nisinnā kho te brāhmaṇamahāsālā bhagavantaṁ etadavocuṁ: Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzten sie sich zur Seite hin und sagten zum Buddha:
“sandissanti nu kho, bho gotama, etarahi brāhmaṇā porāṇānaṁ brāhmaṇānaṁ brāhmaṇadhamme”ti? „Werter Gotama, sind die alten brahmanischen Bräuche heutzutage bei Brahmanen ersichtlich?“
“Na kho, brāhmaṇā, sandissanti etarahi brāhmaṇā porāṇānaṁ brāhmaṇānaṁ brāhmaṇadhamme”ti. „Nein, Brahmanen, das sind sie nicht.“
“Sādhu no bhavaṁ gotamo porāṇānaṁ brāhmaṇānaṁ brāhmaṇadhammaṁ bhāsatu, sace bhoto gotamassa agarū”ti. „Werter Gotama, bitte lehre uns die alten brahmanischen Bräuche, wenn es dir nichts ausmacht.“
“Tena hi, brāhmaṇā, suṇātha, sādhukaṁ manasi karotha, bhāsissāmī”ti. „Nun, Brahmanen, hört zu und gebraucht den Geist gut, ich werde sprechen.“
“Evaṁ, bho”ti kho te brāhmaṇamahāsālā bhagavato paccassosuṁ. „Ja, werter Herr“, antworteten sie.
Bhagavā etadavoca: Der Buddha sagte:
“Isayo pubbakā āsuṁ, „Einst waren die alten Seher
saññatattā tapassino; gezügelt und inbrünstig.
Pañca kāmaguṇe hitvā, Die fünf Sinnesreize hatten sie aufgegeben
attadatthamacārisuṁ. und lebten für ihr eigenes wahres Wohl.
Na pasū brāhmaṇānāsuṁ, Brahmanen besaßen kein Vieh
na hiraññaṁ na dhāniyaṁ; noch Goldmünzen oder Korn.
Sajjhāyadhanadhaññāsuṁ, Das Aufsagen war ihr Geld und Getreide,
brahmaṁ nidhimapālayuṁ. und sie hüteten es als göttliche Gabe.
Yaṁ nesaṁ pakataṁ āsi, Speisen wurden ihnen bereitet
dvārabhattaṁ upaṭṭhitaṁ; und vor ihre Tür gestellt.
Saddhāpakatamesānaṁ, Die Leute glaubten, dass ihnen
dātave tadamaññisuṁ. vertrauensvoll bereitete Nahrung gegeben werden sollte.
Nānārattehi vatthehi, Wohlhabende Länder und Reiche
sayanehāvasathehi ca; ehrten diese Brahmanen
Phītā janapadā raṭṭhā, mit bunten Kleidern,
te namassiṁsu brāhmaṇe. Unterkünften und Häusern.
Avajjhā brāhmaṇā āsuṁ, Brahmanen waren unverletzlich
ajeyyā dhammarakkhitā; und unbesiegbar, vom Prinzip beschützt.
Na ne koci nivāresi, Niemand schickte sie je
kuladvāresu sabbaso. von der Tür der Familie fort.
Aṭṭhacattālīsaṁ vassāni, Achtundvierzig Jahre lang
(komāra) Brahmacariyaṁ cariṁsu te; führten sie das geistliche Leben.
Vijjācaraṇapariyeṭṭhiṁ, Die Brahmanen von einst verfolgten
Acaruṁ brāhmaṇā pure. ihre Suche nach Wissen und Verhalten.
Na brāhmaṇā aññamagamuṁ, Brahmanen begingen niemals Ehebruch mit anderen,
napi bhariyaṁ kiṇiṁsu te; noch kauften sie eine Frau.
Sampiyeneva saṁvāsaṁ, Sie lebten zusammen in Liebe
saṅgantvā samarocayuṁ. und verbanden sich in gegenseitigem Einverständnis.
Aññatra tamhā samayā, Brahmanen unterließen den Geschlechtsverkehr
utuveramaṇiṁ pati; mit ihren Frauen zu Zeiten außerhalb
Antarā methunaṁ dhammaṁ, der fruchtbaren Phase ihres Zyklus,
nāssu gacchanti brāhmaṇā. nach der Menstruation.
Brahmacariyañca sīlañca, Sie priesen Keuschheit und Tugend,
ajjavaṁ maddavaṁ tapaṁ; Aufrichtigkeit, Nachgiebigkeit und Inbrunst,
Soraccaṁ avihiṁsañca, Sanftmut und Mildherzigkeit
khantiñcāpi avaṇṇayuṁ. und auch Geduld.
Yo nesaṁ paramo āsi, Der der höchste unter ihnen war,
Brahmā daḷhaparakkamo; gottgleich, beharrlich fest,
Sa vāpi methunaṁ dhammaṁ, hatte nicht einmal im Traum
Supinantepi nāgamā. Geschlechtsverkehr.
Tassa vattamanusikkhantā, Indem sie sich in ihren Pflichten schulten,
Idheke viññujātikā; priesen viele vernünftigen Menschen hier
Brahmacariyañca sīlañca, Keuschheit und Tugend
Khantiñcāpi avaṇṇayuṁ. und auch Geduld.
Taṇḍulaṁ sayanaṁ vatthaṁ, Sie baten um Reis, Betten, Kleider,
Sappitelañca yāciya; Ghee und Öl.
Dhammena samodhānetvā, Nachdem sie sie rechtmäßig gesammelt hatten,
Tato yaññamakappayuṁ. richteten sie ein Opfer aus.
Upaṭṭhitasmiṁ yaññasmiṁ, Doch während sie beim Opfer dienten,
Nāssu gāvo haniṁsu te; erschlugen sie keine Kühe.
Yathā mātā pitā bhātā, Wie Mutter, Vater, Bruder
Aññe vāpi ca ñātakā; oder ein anderer Verwandter,
Gāvo no paramā mittā, so sind Kühe unsere besten Freunde,
Yāsu jāyanti osadhā. sie sind Arzneibrunnen.
Annadā baladā cetā, Sie geben Nahrung und Stärke,
Vaṇṇadā sukhadā tathā; Schönheit und Glück.
Etamatthavasaṁ ñatvā, Da sie diesen Vorteil kannten,
Nāssu gāvo haniṁsu te. erschlugen sie keine Kühe.
Sukhumālā mahākāyā, Die Brahmanen waren verzärtelt und groß,
Vaṇṇavanto yasassino; schön und ruhmreich.
Brāhmaṇā sehi dhammehi, Sie waren begierig auf alle Arten von Pflichten,
Kiccākiccesu ussukā; die von ihren Traditionen gefordert waren.
Yāva loke avattiṁsu, Solange sie in der Welt fortbestanden,
Sukhamedhitthayaṁ pajā. gediehen die Menschen glücklich.
Tesaṁ āsi vipallāso, Doch nach und nach schlich sich
Disvāna aṇuto aṇuṁ; eine Verdrehung ein,
Rājino ca viyākāraṁ, als sie den Glanz des Königs sahen
Nāriyo samalaṅkatā. und die Damen in all ihrem Putz.
Rathe cājaññasaṁyutte, Ihre Kutschen waren mit Vollblütern eingespannt,
Sukate cittasibbane; gut gearbeitet mit breiten Verdecken,
Nivesane nivese ca, und ihre Wohnungen und Häuser
Vibhatte bhāgaso mite. waren sauber abschnittsweise aufgeteilt.
Gomaṇḍalaparibyūḷhaṁ, Sie waren von Rinderherden umringt
Nārīvaragaṇāyutaṁ; und hatten Schwärme lieblicher Damen um sich.
Uḷāraṁ mānusaṁ bhogaṁ, Diesen verschwenderischen menschlichen Reichtum
Abhijjhāyiṁsu brāhmaṇā. begehrten die Brahmanen.
Te tattha mante ganthetvā, In dieser Sache trugen sie Hymnen zusammen,
Okkākaṁ tadupāgamuṁ; begaben sich zum König Okkāka und sagten:
Pahūtadhanadhaññosi, ‚Du hast reichlich Geld und Getreide.
Yajassu bahu te vittaṁ; Opfere! Denn du hast viel Reichtum.
Yajassu bahu te dhanaṁ. Opfere! Denn du hast viel Geld.‘
Tato ca rājā saññatto, Durch die Brahmanen überzeugt,
Brāhmaṇehi rathesabho; brachte der König, Erster der Wagenlenker,
Assamedhaṁ purisamedhaṁ, Pferdeopfer, Menschenopfer,
Sammāpāsaṁ vājapeyyaṁ niraggaḷaṁ; das ‚Werfen des Jochzapfens‘, das ‚königliche Soma-Trinken‘ und das ‚Ungehinderte‘ dar.
Ete yāge yajitvāna, Nachdem er diese Opfer ausgeführt hatte,
Brāhmaṇānamadā dhanaṁ. gab er den Brahmanen Reichtümer.
Gāvo sayanañca vatthañca, Da gab es Vieh, Betten, Kleider
Nāriyo samalaṅkatā; und Damen in all ihrem Putz;
Rathe cājaññasaṁyutte, Kutschen, mit Vollblütern eingespannt,
Sukate cittasibbane. gut gearbeitet mit breiten Verdecken;
Nivesanāni rammāni, und entzückende Wohnungen,
Suvibhattāni bhāgaso; sauber abschnittsweise aufgeteilt.
Nānādhaññassa pūretvā, Als er sie mit verschiedenen Feldfrüchten ausgestattet hatte,
Brāhmaṇānamadā dhanaṁ. gab er den Brahmanen Reichtümer.
Te ca tattha dhanaṁ laddhā, Als sie dieses Reichtums habhaft wurden,
Sannidhiṁ samarocayuṁ; vereinbarten sie, Vorräte anzulegen.
Tesaṁ icchāvatiṇṇānaṁ, Indem sie in den Bann der Wünsche gerieten,
Bhiyyo taṇhā pavaḍḍhatha; wuchs ihr Verlangen immer weiter.
Te tattha mante ganthetvā, In dieser Sache trugen sie Hymnen zusammen,
Okkākaṁ puna mupāgamuṁ. begaben sich zum König Okkāka und sagten:
Yathā āpo ca pathavī ca, ‚Wie das Wasser und die Erde,
Hiraññaṁ dhanadhāniyaṁ; wie Goldmünzen, Reichtümer und Getreide,
Evaṁ gāvo manussānaṁ, so sind Kühe für die Menschheit,
Parikkhāro so hi pāṇinaṁ; denn sie sind für die Geschöpfe wesentlich.
Yajassu bahu te vittaṁ, Opfere! Denn du hast viel Reichtum.
Yajassu bahu te dhanaṁ. Opfere! Denn du hast viel Geld.‘
Tato ca rājā saññatto, Durch die Brahmanen überzeugt,
Brāhmaṇehi rathesabho; ließ der König, Erster der Wagenlenker,
Nekā satasahassiyo, viele hunderttausend Kühe
Gāvo yaññe aghātayi. beim Opfer erschlagen.
Na pādā na visāṇena, Weder mit Füßen noch mit Hörnern
Nāssu hiṁsanti kenaci; tun Kühe irgendjemandem ein Leid an.
Gāvo eḷakasamānā, Kühe sind sanft wie Lämmer,
Soratā kumbhadūhanā; sie geben Eimer voll Milch.
Tā visāṇe gahetvāna, Doch der König packte sie bei den Hörnern
Rājā satthena ghātayi. und erschlug sie mit dem Schwert.
Tato devā pitaro ca, Da schrien die Götter und Ahnen laut auf,
Indo asurarakkhasā; auch Indra, die Titanen und Ungeheuer:
Adhammo iti pakkanduṁ, ‚Das ist ein Verbrechen gegen die Natur!‘,
Yaṁ satthaṁ nipatī gave. als das Schwert auf die Kühe herabfiel.
Tayo rogā pure āsuṁ, Früher gab es drei Krankheiten:
Icchā anasanaṁ jarā; Wünsche, Hunger und Alter.
Pasūnañca samārambhā, Doch durch das Schlachten von Kühen
Aṭṭhānavutimāgamuṁ. wuchsen sie auf achtundneunzig an.
Eso adhammo daṇḍānaṁ, Dieses Verbrechen der Stöcke
Okkanto purāṇo ahu; reicht weit zurück.
Adūsikāyo haññanti, Indem sie unschuldige Geschöpfe töten,
Dhammā dhaṁsanti yājakā. verlassen die Opferer die Rechtschaffenheit.
Evameso aṇudhammo, Und so wurde diese schäbige alte Praxis
Porāṇo viññugarahito; von vernünftigen Menschen getadelt.
Yattha edisakaṁ passati, Überall, wo sie so etwas sehen,
Yājakaṁ garahatī jano. tadeln sie den Opferer.
Evaṁ dhamme viyāpanne, Als die Rechtschaffenheit verschwunden war,
Vibhinnā suddavessikā; wurden Landarbeiter und Hilfsarbeiter gespalten
Puthū vibhinnā khattiyā, und auch viele Adlige,
Patiṁ bhariyāvamaññatha. und Frauen blickten auf ihre Männer herab.
Khattiyā brahmabandhū ca, Adlige und Brahmanen nur der Verwandtschaft nach
Ye caññe gottarakkhitā; und andere, die von ihrem Stamm geschützt sind,
Jātivādaṁ nirākatvā, vernachlässigten ihren Stammbaum
Kāmānaṁ vasamanvagun”ti. und gerieten in den Bann der Sinnenfreuden.“
Evaṁ vutte, te brāhmaṇamahāsālā bhagavantaṁ etadavocuṁ: Als der Buddha geendet hatte, sagten diese wohlhabenden Brahmanen zu ihm:
“abhikkantaṁ, bho gotama …pe… „Vortrefflich, werter Gotama! Vortrefflich! …
upāsake no bhavaṁ gotamo dhāretu ajjatagge pāṇupete saraṇaṁ gate”ti. Von diesem Tag an soll der werte Gotama uns als Laienschüler in Erinnerung behalten, die für ihr ganzes Leben Zuflucht genommen haben.“
Brāhmaṇadhammikasuttaṁ sattamaṁ.