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Jātaka Geschichten aus früheren Leben 57
Ekakanipāta Das Einerbuch
Āsīsavagga Das Kapitel über Hoffnung
7. Vānarindajātaka Der Langurenfürst: Geschichte aus einem früheren Leben
“Yassete caturo dhammā, Jeder, der wie du, Langurenfürst, Die Frau eines Krokodils, die schwanger ist, bekommt ein unwiderstehliches Verlangen (dohaḷa), das Herz des Affenkönigs zu fressen. Ihr Mann versucht, sie zu befriedigen, indem er vorgibt, ein Felsen im Fluss zu sein, doch der Affe durchschaut seine List. Das ist eine der Geschichten aus dem dohaḷa-Zyklus in den Jātakas, die vom nicht beherrschbaren Verlangen einer Frau als Antrieb für das Aufsteigen des Bewusstseins handeln; Ich habe darüber in meinem Buch White Bones Red Rot Black Snakes geschrieben. Hier scheitert das Aufsteigen aufgrund der Gier und Torheit des Krokodils, wegen denen es das Herz des Affen, d. h. seine Klugheit, nicht in sich aufnehmen kann. (Sujato) | Ja 57: Prosageschichte mit Strophe
vānarinda yathā tava; diese vier Eigenschaften besitzt – In der Legende ist der vānara eine Rasse aggressiver, menschenähnlicher Affen mit langen Schwänzen und Haaren wie Wolldecken. Ihre Anführer wie etwa Sugrīva oder Hanuman werden als „Langurenfürst“ bezeichnet. Solche Anführer findet man in Kunstwerken oft als Languren dargestellt, denen ihr auffälliger Backenbart ein ausgesprochen menschliches Erscheinungsbild verleiht. (Sujato)
Saccaṁ dhammo dhiti cāgo, Wahrheit, Grundsatz, Standhaftigkeit und Großzügigkeit –,
diṭṭhaṁ so ativattatī”ti. entrinnt dem sichtbaren Feind. Diese letzte Zeile spielt mit einer Doppeldeutigkeit. Der Kommentar erklärt diṭṭha als „Feind“ (Sanskrit dviṣṭa) und die Wendung als „besiegt den Feind“. Aber das Krokodil schließt seine Augen und öffnet sein Maul, um den Languren zu fangen, was auf die gewöhnlichere Bedeutung von diṭṭha als „gesehen“ (Sanskrit dṛṣṭa) hinweist und den Sinn „geht über das Gesehene hinaus“ ergibt. Der kluge Affe besiegt seinen Feind, weil er durch bloße Erscheinungen hindurchsieht, während das Krokodil von seiner Gier geblendet ist. (Sujato)
Vānarindajātakaṁ sattamaṁ.