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Dīgha Nikāya 11 Lange Lehrreden 11

Kevaṭṭasutta Mit Kevaḍḍha

Evaṁ me sutaṁ—So habe ich es gehört:

ekaṁ samayaṁ bhagavā nāḷandāyaṁ viharati pāvārikambavane. Einmal hielt sich der Buddha bei Nāḷandā im Wollweber-Mangowäldchen auf. Das war die Bühne für einige kontroverse Diskussionen mit Jainas (MN 56, SN 42.8), auch für Sāriputtas bewegende Erklärung seines Vertrauens kurz vor seinem Tod (SN 47.12, DN 16:1.16.1, DN 28). (Sujato)

Atha kho kevaṭṭo gahapatiputto yena bhagavā tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā bhagavantaṁ abhivādetvā ekamantaṁ nisīdi. Ekamantaṁ nisinno kho kevaṭṭo gahapatiputto bhagavantaṁ etadavoca: Da ging der Hausbesitzer Kevaḍḍha zum Buddha, verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und sagte zu ihm: Kevaḍḍha wird nur hier genannt. Manuskripte schreiben seinen Namen verschieden, als Kevaddha oder Kevaṭṭa („Fischer“). Die chinesische Form 堅固 bedeutet „stämmig“ (von dṛḍha) und stützt somit Kevaḍḍha (Sujato)

“ayaṁ, bhante, nāḷandā iddhā ceva phītā ca bahujanā ākiṇṇamanussā bhagavati abhippasannā. „Herr, dieses Nāḷandā ist erfolgreich, blühend, dicht bevölkert und voller Menschen.

Sādhu, bhante, bhagavā ekaṁ bhikkhuṁ samādisatu, yo uttari manussadhammā iddhipāṭihāriyaṁ karissati; Bitte weise einen Mönch an, eine übermenschliche Demonstration übersinnlicher Kraft zu zeigen. Ich erhielt eine Anfrage für die gleiche Sache aus dem gleichen Grund. (Sujato)

evāyaṁ nāḷandā bhiyyoso mattāya bhagavati abhippasīdissatī”ti. Dann wird Nāḷandā dem Buddha noch mehr ergeben sein.“

Evaṁ vutte, bhagavā kevaṭṭaṁ gahapatiputtaṁ etadavoca: Daraufhin sagte der Buddha:

“na kho ahaṁ, kevaṭṭa, bhikkhūnaṁ evaṁ dhammaṁ desemi: „Kevaḍḍha, ich lehre die Mönche und Nonnen den Dhamma nicht so:

‘etha tumhe, bhikkhave, gihīnaṁ odātavasanānaṁ uttari manussadhammā iddhipāṭihāriyaṁ karothā’”ti. ‚Kommt, Mönche und Nonnen, zeigt für die weiß gekleideten Laien eine übermenschliche Demonstration übersinnlicher Kraft.‘“ Es ist sogar verboten in Kd 15:8.2.23. (Sujato)

Dutiyampi kho kevaṭṭo gahapatiputto bhagavantaṁ etadavoca: Zum zweiten Mal trug Kevaḍḍha sein Anliegen vor:

“nāhaṁ, bhante, bhagavantaṁ dhaṁsemi; „Herr, ich lehre dich nicht den Dhamma, Die Lesart dhaṁsemi ist zweifelhaft. Eine alte burmesische Handschrift hat die Lesart dhammaṁ desemi, die das wiederholt, was der Buddha gerade vorher gesagt hat. Man beachte auch, dass Kevaḍḍha den Buddha drängt, die Mönche „anzuweisen“ (samādisatu, von der gleichen Wurzel wie desemi). Ich denke, dass die Spannung beabsichtigt ist: Kevaḍḍha sagt, er sage dem Buddha nicht, wie er lehren solle, aber er tut genau das. Andere Lesarten vermitteln die Bedeutung „angreifen, beleidigen“, aber das scheint nicht angebracht. (Sujato)

api ca evaṁ vadāmi: aber dennoch sage ich:

‘ayaṁ, bhante, nāḷandā iddhā ceva phītā ca bahujanā ākiṇṇamanussā bhagavati abhippasannā. ‚Herr, dieses Nāḷandā ist erfolgreich, blühend, dicht bevölkert und voller Menschen.

Sādhu, bhante, bhagavā ekaṁ bhikkhuṁ samādisatu, yo uttari manussadhammā iddhipāṭihāriyaṁ karissati; Bitte weise einen Mönch an, eine übermenschliche Demonstration übersinnlicher Kraft zu zeigen.

evāyaṁ nāḷandā bhiyyoso mattāya bhagavati abhippasīdissatī’”ti. Dann wird Nāḷandā dem Buddha noch mehr ergeben sein.‘“

Dutiyampi kho bhagavā kevaṭṭaṁ gahapatiputtaṁ etadavoca: Der Buddha gab zum zweiten Mal die gleiche Antwort.

“na kho ahaṁ, kevaṭṭa, bhikkhūnaṁ evaṁ dhammaṁ desemi:

‘etha tumhe, bhikkhave, gihīnaṁ odātavasanānaṁ uttari manussadhammā iddhipāṭihāriyaṁ karothā’”ti.

Tatiyampi kho kevaṭṭo gahapatiputto bhagavantaṁ etadavoca: Zum dritten Mal trug Kevaḍḍha das gleiche Anliegen vor,

“nāhaṁ, bhante, bhagavantaṁ dhaṁsemi;

api ca evaṁ vadāmi:

‘ayaṁ, bhante, nāḷandā iddhā ceva phītā ca bahujanā ākiṇṇamanussā bhagavati abhippasannā.

Sādhu, bhante, bhagavā ekaṁ bhikkhuṁ samādisatu, yo uttari manussadhammā iddhipāṭihāriyaṁ karissati.

Evāyaṁ nāḷandā bhiyyoso mattāya bhagavati abhippasīdissatī’”ti. worauf der Buddha sagte:

1. Iddhipāṭihāriya 1. Die Demonstration übersinnlicher Kraft

“Tīṇi kho imāni, kevaṭṭa, pāṭihāriyāni mayā sayaṁ abhiññā sacchikatvā paveditāni. „Kevaḍḍha, es gibt drei Demonstrationen, die ich durch eigene Einsicht erkannt habe und erkläre. Wie vorher bemerkt, ist die Grundbedeutung von pāṭihāriya „Demonstration“, und wie der Kontext hier zeigt, kann dazu eine „Vorführung von Wundern“, d. h. eine „Wundertat“ gehören oder auch nicht. (Sujato)

Katamāni tīṇi? Welche drei?

Iddhipāṭihāriyaṁ, ādesanāpāṭihāriyaṁ, anusāsanīpāṭihāriyaṁ. Die Demonstration übersinnlicher Kraft, die Demonstration einer Enthüllung und die Lehrdemonstration. Diese drei werden in den Suttas häufig erwähnt. Nur die letzte wird vom Buddha befürwortet, da sie zu echtem Wachstum führt. (Sujato)

Katamañca, kevaṭṭa, iddhipāṭihāriyaṁ? Und was ist die Demonstration übersinnlicher Kraft?

Idha, kevaṭṭa, bhikkhu anekavihitaṁ iddhividhaṁ paccanubhoti—ekopi hutvā bahudhā hoti, bahudhāpi hutvā eko hoti; āvibhāvaṁ tirobhāvaṁ tirokuṭṭaṁ tiropākāraṁ tiropabbataṁ asajjamāno gacchati seyyathāpi ākāse; pathaviyāpi ummujjanimujjaṁ karoti seyyathāpi udake; udakepi abhijjamāne gacchati seyyathāpi pathaviyaṁ; ākāsepi pallaṅkena kamati seyyathāpi pakkhī sakuṇo; imepi candimasūriye evaṁ mahiddhike evaṁ mahānubhāve pāṇinā parāmasati parimajjati; yāva brahmalokāpi kāyena vasaṁ vatteti. Da übt ein Mönch die vielen Arten übersinnlicher Kraft aus: sich vervielfältigen und wieder eins werden; Form annehmen und wieder auflösen; ungehindert durch eine Mauer, einen Erdwall oder einen Berg gehen wie durch leeren Raum; in die Erde eintauchen und wieder auftauchen, als wäre sie Wasser; über das Wasser gehen, als wäre es Land; mit gekreuzten Beinen durch die Luft fliegen wie ein Vogel; Sonne und Mond, so mächtig und gewaltig, mit der Hand berühren und streicheln; den Körper beherrschen bis hin zur Brahmāwelt.

Tamenaṁ aññataro saddho pasanno passati taṁ bhikkhuṁ anekavihitaṁ iddhividhaṁ paccanubhontaṁ—ekopi hutvā bahudhā hontaṁ, bahudhāpi hutvā eko hontaṁ; āvibhāvaṁ tirobhāvaṁ; tirokuṭṭaṁ tiropākāraṁ tiropabbataṁ asajjamānaṁ gacchantaṁ seyyathāpi ākāse; pathaviyāpi ummujjanimujjaṁ karontaṁ seyyathāpi udake; udakepi abhijjamāne gacchantaṁ seyyathāpi pathaviyaṁ; ākāsepi pallaṅkena kamantaṁ seyyathāpi pakkhī sakuṇo; imepi candimasūriye evaṁ mahiddhike evaṁ mahānubhāve pāṇinā parāmasantaṁ parimajjantaṁ yāva brahmalokāpi kāyena vasaṁ vattentaṁ. Jemand mit Vertrauen und Zuversicht sieht, wie dieser Mönch diese übersinnlichen Großtaten zeigt.

Tamenaṁ so saddho pasanno aññatarassa assaddhassa appasannassa āroceti: Er sagt es jemand anderem, der kein Vertrauen und keine Zuversicht hat:

‘acchariyaṁ vata bho, abbhutaṁ vata bho, samaṇassa mahiddhikatā mahānubhāvatā. ‚Ach, wie unglaublich! Wie erstaunlich! Der Asket besitzt solche übersinnliche Kraft und Macht! Seine Vorannahmen wurden bestätigt. (Sujato)

Amāhaṁ bhikkhuṁ addasaṁ anekavihitaṁ iddhividhaṁ paccanubhontaṁ—ekopi hutvā bahudhā hontaṁ, bahudhāpi hutvā eko hontaṁ …pe… yāva brahmalokāpi kāyena vasaṁ vattentan’ti. Ich sah ihn selbst, wie er all diese übersinnlichen Großtaten zeigte!‘

Tamenaṁ so assaddho appasanno taṁ saddhaṁ pasannaṁ evaṁ vadeyya: Aber der Mensch ohne Vertrauen und Zuversicht würde zu ihm sagen: Man beachte, wie ein skeptischer Geist näher bei der Wahrheit bleibt. (Sujato)

‘atthi kho, bho, gandhārī nāma vijjā. ‚Es gibt einen Zauberspruch mit Namen Gandhārī. Zauberspruch ist vijjā (Sanskrit vidyā, „(wirkmächtiges) Wissen“, vgl. engl. „wicca“, „wizard“, „witch“; deutsch „Wissen“, A.d.Ü.). Der Kommentar sagt, er sei von den Sehern von Gandhāra (nordwestliches Pakistan) ausgeübt worden. Die Jaina-Tradition kennt auch ein Gandhārī-Mantra, das sie aber gewissen Vidyādhara-Gottheiten zuschreibt. Ähnlich kennt auch die Sanskrittradition eine vidyādevī („Weisheitsgottheit“) mit Namen Gandhārī. Gandhāra war ein altes Land der Gelehrsamkeit und ein passender Ort für exotische Magien. (Sujato)

Tāya so bhikkhu anekavihitaṁ iddhividhaṁ paccanubhoti—ekopi hutvā bahudhā hoti, bahudhāpi hutvā eko hoti …pe… yāva brahmalokāpi kāyena vasaṁ vattetī’ti. Wenn er diesen benutzt, kann ein Mönch solche übersinnlichen Großtaten zeigen.‘

Taṁ kiṁ maññasi, kevaṭṭa, Was denkst du, Kevaḍḍha?

api nu so assaddho appasanno taṁ saddhaṁ pasannaṁ evaṁ vadeyyā”ti? Würde jemand ohne Vertrauen und Zuversicht nicht so sprechen?“

“Vadeyya, bhante”ti. „Das würde er, Herr.“

“Imaṁ kho ahaṁ, kevaṭṭa, iddhipāṭihāriye ādīnavaṁ sampassamāno iddhipāṭihāriyena aṭṭīyāmi harāyāmi jigucchāmi. „Da ich diesen Nachteil bei der übersinnlichen Kraft sehe, bin ich von Demonstrationen übersinnlicher Kraft entsetzt, abgestoßen und angewidert. Diese Taten haben nichts mit spirituellem Wachstum zu tun, sie können daher mit vielen verschiedenen Mitteln hervorgebracht oder vielleicht vorgetäuscht werden. (Sujato)

2. Ādesanāpāṭihāriya 2. Die Demonstration einer Enthüllung

Katamañca, kevaṭṭa, ādesanāpāṭihāriyaṁ? Und was ist die Demonstration einer Enthüllung? „Enthüllung“ ist ādesana, von der Wurzel dis, „anzeigen, zeigen, hinweisen“. (Sujato)

Idha, kevaṭṭa, bhikkhu parasattānaṁ parapuggalānaṁ cittampi ādisati, cetasikampi ādisati, vitakkitampi ādisati, vicāritampi ādisati: Da enthüllt ein Mönch den Geist, die Mentalität, die Gedanken und Überlegungen anderer Wesen und Personen: Die Paliwörter hier sind citta, cetasika, vitakka und vicāra. (Sujato)

‘evampi te mano, itthampi te mano, itipi te cittan’ti. ‚Das denkst du gerade, so ist dein Gedanke, so ist dein Geisteszustand.‘ Hier haben wir mano (zweimal) und citta. (Sujato)

Tamenaṁ aññataro saddho pasanno passati taṁ bhikkhuṁ parasattānaṁ parapuggalānaṁ cittampi ādisantaṁ, cetasikampi ādisantaṁ, vitakkitampi ādisantaṁ, vicāritampi ādisantaṁ: Jemand mit Vertrauen und Zuversicht sieht, wie dieser Mönch die Gedanken einer anderen Person enthüllt.

‘evampi te mano, itthampi te mano, itipi te cittan’ti.

Tamenaṁ so saddho pasanno aññatarassa assaddhassa appasannassa āroceti: Er sagt es jemand anderem, der kein Vertrauen und keine Zuversicht hat:

‘acchariyaṁ vata bho, abbhutaṁ vata bho, samaṇassa mahiddhikatā mahānubhāvatā. ‚Ach, wie unglaublich! Wie erstaunlich! Der Asket besitzt solche übersinnliche Kraft und Macht!

Amāhaṁ bhikkhuṁ addasaṁ parasattānaṁ parapuggalānaṁ cittampi ādisantaṁ, cetasikampi ādisantaṁ, vitakkitampi ādisantaṁ, vicāritampi ādisantaṁ: Ich sah ihn selbst, wie er die Gedanken einer anderen Person enthüllte!‘

“evampi te mano, itthampi te mano, itipi te cittan”’ti.

Tamenaṁ so assaddho appasanno taṁ saddhaṁ pasannaṁ evaṁ vadeyya: Aber derjenige ohne Vertrauen und Zuversicht würde zu ihm sagen:

‘atthi kho, bho, maṇikā nāma vijjā; ‚Es gibt einen Zauberspruch mit Namen Māṇikā. Von maṇi, „Edelstein“. Magische Edelsteine sind verbreitete Merkmale der indischen Erzähltradition. In buddhistischen Geschichten kommen oft „wunscherfüllende Edelsteine“ vor (cintāmaṇi), und nach dem Kommentar ist das hier gemeint. (Sujato)

tāya so bhikkhu parasattānaṁ parapuggalānaṁ cittampi ādisati, cetasikampi ādisati, vitakkitampi ādisati, vicāritampi ādisati: Wenn er diesen benutzt, kann ein Mönch die Gedanken einer anderen Person enthüllen.‘

“evampi te mano, itthampi te mano, itipi te cittan”’ti.

Taṁ kiṁ maññasi, kevaṭṭa, Was denkst du, Kevaḍḍha?

api nu so assaddho appasanno taṁ saddhaṁ pasannaṁ evaṁ vadeyyā”ti? Würde jemand ohne Vertrauen und Zuversicht nicht so sprechen?“

“Vadeyya, bhante”ti. „Das würde er, Herr.“

“Imaṁ kho ahaṁ, kevaṭṭa, ādesanāpāṭihāriye ādīnavaṁ sampassamāno ādesanāpāṭihāriyena aṭṭīyāmi harāyāmi jigucchāmi. „Da ich diesen Nachteil beim Enthüllen sehe, bin ich von Demonstrationen von Enthüllungen entsetzt, abgestoßen und angewidert.

3. Anusāsanīpāṭihāriya 3. Die Lehrdemonstration

Katamañca, kevaṭṭa, anusāsanīpāṭihāriyaṁ? Und was ist eine Lehrdemonstration?

Idha, kevaṭṭa, bhikkhu evamanusāsati: Da leitet ein Mönch andere so an:

‘evaṁ vitakketha, mā evaṁ vitakkayittha, evaṁ manasikarotha, mā evaṁ manasākattha, idaṁ pajahatha, idaṁ upasampajja viharathā’ti. ‚Denke so, nicht so. Richte den Geist auf dieses, nicht auf jenes. Gib dieses auf, erlange jenes und lebe mit dieser Errungenschaft.‘

Idaṁ vuccati, kevaṭṭa, anusāsanīpāṭihāriyaṁ. Das nennt man eine Lehrdemonstration.

Puna caparaṁ, kevaṭṭa, idha tathāgato loke uppajjati arahaṁ sammāsambuddho …pe… Weiterhin erscheint da ein Klargewordener in der Welt …

Evaṁ kho, kevaṭṭa, bhikkhu sīlasampanno hoti …pe… So hat ein Mönch die Tugend vervollkommnet. …

paṭhamaṁ jhānaṁ upasampajja viharati. Er tritt in die erste Vertiefung ein und verweilt darin …

Idampi vuccati, kevaṭṭa, anusāsanīpāṭihāriyaṁ …pe… Das nennt man eine Lehrdemonstration.

dutiyaṁ jhānaṁ …pe… Er tritt in die zweite Vertiefung ein und verweilt darin …

tatiyaṁ jhānaṁ …pe… in die dritte Vertiefung …

catutthaṁ jhānaṁ upasampajja viharati. in die vierte Vertiefung.

Idampi vuccati, kevaṭṭa, anusāsanīpāṭihāriyaṁ …pe… Das nennt man eine Lehrdemonstration.

ñāṇadassanāya cittaṁ abhinīharati abhininnāmeti …pe… Er streckt seinen Geist aus und richtet ihn auf das Erkennen und Sehen …

idampi vuccati, kevaṭṭa, anusāsanīpāṭihāriyaṁ …pe… Das nennt man eine Lehrdemonstration.

nāparaṁ itthattāyāti pajānāti …pe… Er versteht: ‚… es gibt nichts weiter für diesen Ort.‘

idampi vuccati, kevaṭṭa, anusāsanīpāṭihāriyaṁ. Das nennt man eine Lehrdemonstration.

Imāni kho, kevaṭṭa, tīṇi pāṭihāriyāni mayā sayaṁ abhiññā sacchikatvā paveditāni. Das, Kevaḍḍha, sind die drei Demonstrationen, die ich durch eigene Einsicht erkannt habe und erkläre.

4. Bhūtanirodhesakabhikkhuvatthu 4. Über den Mönch, der nach dem Aufhören des Seins suchte

Bhūtapubbaṁ, kevaṭṭa, imasmiññeva bhikkhusaṅghe aññatarassa bhikkhuno evaṁ cetaso parivitakko udapādi: Es war einmal, Kevaḍḍha, ein Mönch in eben diesem Saṅgha, der hatte folgenden Gedanken: Die Geschichte wird als tatsächlicher Vorfall präsentiert, ist aber wie eine Fabel formuliert. (Sujato)

‘kattha nu kho ime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū’ti? ‚Wo hören diese vier Grundzustände restlos auf, nämlich die Elemente Erde, Wasser, Feuer und Wind?‘ Die Frage bezieht sich auf die Meditation, nicht auf die Vernichtung der materiellen Welt. Die ersten vier Jhānas sind auf „subtile Form“ (sukhumarūpa) gegründet, die sich in tiefer Meditation als Licht manifestiert. Der Mönch fragt, wie man darüber hinausgehen kann zu den formlosen Zuständen. (Sujato)

Atha kho so, kevaṭṭa, bhikkhu tathārūpaṁ samādhiṁ samāpajji, yathāsamāhite citte devayāniyo maggo pāturahosi. Dann erlangte jener Mönch einen Versenkungszustand solcher Art, dass ein Pfad zu den Göttern erschien. Der Mönch hat die Jhānas bereits gut entwickelt. „Den Körper beherrschen bis hin zur Brahmāwelt“ ist eine der „Demonstrationen übersinnlicher Kraft“, die oben aufgezählt sind. (Sujato)

Atha kho so, kevaṭṭa, bhikkhu yena cātumahārājikā devā tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā cātumahārājike deve etadavoca: Da begab er sich zu den Göttern der vier großen Könige und sagte: Die „Götter der vier großen Könige“ sind Gottheiten, die in einem Reich geboren sind, das den Oberherren unterstellt ist, die als die vier großen Könige bekannt sind. Diese Gottheiten bewohnen das niederste der himmlischen Reiche. (Sujato)

‘kattha nu kho, āvuso, ime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū’ti? ‚Geehrte, wo hören diese vier Grundzustände restlos auf, nämlich die Elemente Erde, Wasser, Feuer und Wind?‘

Evaṁ vutte, kevaṭṭa, cātumahārājikā devā taṁ bhikkhuṁ etadavocuṁ: Darauf sagten diese Götter zu ihm:

‘mayampi kho, bhikkhu, na jānāma: ‚Mönch, das wissen wir auch nicht.

“yatthime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū”ti.

Atthi kho, bhikkhu, cattāro mahārājāno amhehi abhikkantatarā ca paṇītatarā ca. Aber die vier großen Könige sind vortrefflicher und erlesener als wir. Das sind mächtige Geister, die die vier Himmelsrichtungen bewachen. In AN 8.36 wird erklärt, dass sie, wie andere führende Götter, die weiter unten genannt sind, ihre Stellung durch ihre höhere Großzügigkeit und Tugend erlangt hatten. (Sujato)

Te kho etaṁ jāneyyuṁ: Sie könnten es wissen.‘

“yatthime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū”’ti.

Atha kho so, kevaṭṭa, bhikkhu yena cattāro mahārājāno tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā cattāro mahārāje etadavoca: Da begab er sich zu den vier großen Königen und stellte ihnen seine Frage,

‘kattha nu kho, āvuso, ime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū’ti?

Evaṁ vutte, kevaṭṭa, cattāro mahārājāno taṁ bhikkhuṁ etadavocuṁ: aber auch sie sagten zu ihm:

‘mayampi kho, bhikkhu, na jānāma: ‚Mönch, das wissen wir auch nicht.

“yatthime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu, āpodhātu tejodhātu vāyodhātū”ti.

Atthi kho, bhikkhu, tāvatiṁsā nāma devā amhehi abhikkantatarā ca paṇītatarā ca. Aber die Götter der Dreiunddreißig … Die „Dreiunddreißig“ genießen verfeinerte sinnliche Wonnen. Ihre Zahl ist eine Verdoppelung der Dreiheit. In buddhistischen Texten werden sie nicht einzeln benannt, aber spätere brahmanische Traditionen rechnen sie als acht Vasus, elf Rudras und zwölf Ādityas, plus zwei, die entweder als Dyaus („Himmel“ = Zeus) und Pṛthivī („Erde“) oder als Indra und Prajāpati oder als die beiden Aśvins bezeichnet werden. (Sujato)

Te kho etaṁ jāneyyuṁ:

“yatthime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū”’ti.

Atha kho so, kevaṭṭa, bhikkhu yena tāvatiṁsā devā tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā tāvatiṁse deve etadavoca:

‘kattha nu kho, āvuso, ime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū’ti?

Evaṁ vutte, kevaṭṭa, tāvatiṁsā devā taṁ bhikkhuṁ etadavocuṁ:

‘mayampi kho, bhikkhu, na jānāma:

“yatthime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū”ti.

Atthi kho, bhikkhu, sakko nāma devānamindo amhehi abhikkantataro ca paṇītataro ca. Sakka der Götterfürst … Gewöhnlich ist er als „Götterfürst“ bekannt, aber tatsächlich herrscht er nur über das relativ niedere Reich der Dreiunddreißig. Er ist der vedische Indra, der heldenhafte Töter des Drachen Vṛtra, und ist der am besten persönlich bekannte Gott de Palikanons. (Sujato)

So kho etaṁ jāneyya:

“yatthime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū”’ti.

Atha kho so, kevaṭṭa, bhikkhu yena sakko devānamindo tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā sakkaṁ devānamindaṁ etadavoca:

‘kattha nu kho, āvuso, ime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū’ti?

Evaṁ vutte, kevaṭṭa, sakko devānamindo taṁ bhikkhuṁ etadavoca:

‘ahampi kho, bhikkhu, na jānāmi:

“yatthime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū”ti.

Atthi kho, bhikkhu, yāmā nāma devā …pe… die Yama-Götter … Götter in diesem Bereich (yāma geschrieben, „die Yama gehören“) sind Untertanen des Totengottes Yama. (Sujato)

suyāmo nāma devaputto … der Ortsgott mit Namen Suyāma …

tusitā nāma devā … die freudvollen Götter …

santussito nāma devaputto … der Ortsgott mit Namen Santussita …

nimmānaratī nāma devā … die Götter, die das Erschaffen lieben …

sunimmito nāma devaputto … der Ortsgott mit Namen Sunimmita …

paranimmitavasavattī nāma devā … die Götter, die über das herrschen, was andere erschaffen …

vasavattī nāma devaputto amhehi abhikkantataro ca paṇītataro ca. der Ortsgott mit Namen Vasavattī …

So kho etaṁ jāneyya:

“yatthime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū”’ti.

Atha kho so, kevaṭṭa, bhikkhu yena vasavattī devaputto tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā vasavattiṁ devaputtaṁ etadavoca:

‘kattha nu kho, āvuso, ime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū’ti?

Evaṁ vutte, kevaṭṭa, vasavattī devaputto taṁ bhikkhuṁ etadavoca:

‘ahampi kho, bhikkhu, na jānāmi:

“yatthime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū”ti.

Atthi kho, bhikkhu, brahmakāyikā nāma devā amhehi abhikkantatarā ca paṇītatarā ca. die Götter aus Brahmās Gefolge sind vortrefflicher und erlesener als wir.

Te kho etaṁ jāneyyuṁ: Sie könnten es wissen.‘

“yatthime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū”’ti.

Atha kho so, kevaṭṭa, bhikkhu tathārūpaṁ samādhiṁ samāpajji, yathāsamāhite citte brahmayāniyo maggo pāturahosi. Dann erlangte jener Mönch einen Versenkungszustand solcher Art, dass ein Pfad zu Brahmā erschien.

Atha kho so, kevaṭṭa, bhikkhu yena brahmakāyikā devā tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā brahmakāyike deve etadavoca: Da begab er sich zu den Göttern aus Brahmās Gefolge und sagte:

‘kattha nu kho, āvuso, ime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū’ti? ‚Geehrte, wo hören diese vier Grundzustände restlos auf, nämlich die Elemente Erde, Wasser, Feuer und Wind?‘

Evaṁ vutte, kevaṭṭa, brahmakāyikā devā taṁ bhikkhuṁ etadavocuṁ: Aber auch sie sagten zu ihm:

‘mayampi kho, bhikkhu, na jānāma: ‚Mönch, das wissen wir auch nicht. Die bisherigen Gottheiten erlangten ihre Stellung rein durch Tugend und Großzügigkeit, nicht durch Jhāna. Die Götter aus Brahmās Gefolge übten das erste Jhāna, aber sie wissen nicht, was jenseits davon liegt. (Sujato)

“yatthime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū”ti.

Atthi kho, bhikkhu, brahmā mahābrahmā abhibhū anabhibhūto aññadatthudaso vasavattī issaro kattā nimmātā seṭṭho sajitā vasī pitā bhūtabhabyānaṁ amhehi abhikkantataro ca paṇītataro ca. Aber dort ist Brahmā, der Große Brahmā, der Bezwinger, der Unbezwungene, der allumfassende Seher, der, der die Macht hat, Gott der Allmächtige, der Macher, der Schöpfer, der Erste, der Erzeuger, der Lenker, der Vater derer, die geboren sind und noch geboren werden. Er ist vortrefflicher und erlesener als wir. Die gleiche Passage kommt auch in DN 1:2.5.2 vor, wo sie ebenfalls einen satirischen Unterton hat, indem sie sich über die Großspurigkeit religiöser Titel lustig macht. (Sujato)

So kho etaṁ jāneyya: Er könnte es wissen.‘ Selbst die Gemeinschaft Brahmās hat kein Selbstvertrauen. (Sujato)

“yatthime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū”’ti.

‘Kahaṁ panāvuso, etarahi so mahābrahmā’ti? ‚Aber Geehrte, wo ist dieser Brahmā jetzt?‘

‘Mayampi kho, bhikkhu, na jānāma, yattha vā brahmā yena vā brahmā yahiṁ vā brahmā; ‚Wir wissen auch nicht, wo er ist oder in welcher Richtung er sich befindet.

api ca, bhikkhu, yathā nimittā dissanti, āloko sañjāyati, obhāso pātubhavati, brahmā pātubhavissati, brahmuno hetaṁ pubbanimittaṁ pātubhāvāya, yadidaṁ āloko sañjāyati, obhāso pātubhavatī’ti. Aber aufgrund der Zeichen, die man sieht – wenn ein Licht aufgeht und ein Glanz erscheint –, wissen wir, dass Brahmā erscheinen wird. Denn das sind die Vorboten von Brahmās Erscheinens: nämlich, wenn ein Licht aufgeht und ein Glanz erscheint.‘ Diese Stelle könnte eine der Quellen für den späteren Gebrauch von nimitta in der Bedeutung eines Lichts sein, das das Nahen eines Jhāna anzeigt. (Sujato)

Atha kho so, kevaṭṭa, mahābrahmā nacirasseva pāturahosi. Nicht lange danach erschien der Große Brahmā.

Atha kho so, kevaṭṭa, bhikkhu yena so mahābrahmā tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā taṁ mahābrahmānaṁ etadavoca: Da begab sich jener Mönch zum Großen Brahmā und sagte:

‘kattha nu kho, āvuso, ime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū’ti? ‚Geehrter, wo hören diese vier Grundzustände restlos auf, nämlich die Elemente Erde, Wasser, Feuer und Wind?‘

Evaṁ vutte, kevaṭṭa, so mahābrahmā taṁ bhikkhuṁ etadavoca: Der Große Brahmā sagte zu ihm:

‘ahamasmi, bhikkhu, brahmā mahābrahmā abhibhū anabhibhūto aññadatthudaso vasavattī issaro kattā nimmātā seṭṭho sajitā vasī pitā bhūtabhabyānan’ti. ‚Ich bin Brahmā, der Große Brahmā, der Bezwinger, der Unbezwungene, der allumfassende Seher, der, der die Macht hat, Gott der Allmächtige, der Macher, der Schöpfer, der Erste, der Erzeuger, der Lenker, der Vater derer, die geboren sind und noch geboren werden.‘ Er wirft sich in die Brust, aber wie die asketischen Lehrer aus DN 2 beantwortet er nicht die Frage. (Sujato)

Dutiyampi kho so, kevaṭṭa, bhikkhu taṁ mahābrahmānaṁ etadavoca: Zum zweiten Mal sagte jener Mönch zum Großen Brahmā:

‘na khohaṁ taṁ, āvuso, evaṁ pucchāmi: ‚Geehrter, ich frage dich nicht, Er redet Brahmā mit āvuso an. Das wird oft mit „Freund“ übersetzt, aber die Wurzel ist āyu („Alter“), daher ist es respektvoll, nicht vertraulich. (Sujato)

“tvamasi brahmā mahābrahmā abhibhū anabhibhūto aññadatthudaso vasavattī issaro kattā nimmātā seṭṭho sajitā vasī pitā bhūtabhabyānan”ti. ob du Brahmā bist, der Große Brahmā, der Bezwinger, der Unbezwungene, der allumfassende Seher, der, der die Macht hat, Gott der Allmächtige, der Macher, der Schöpfer, der Erste, der Erzeuger, der Lenker, der Vater derer, die geboren sind und noch geboren werden.

Evañca kho ahaṁ taṁ, āvuso, pucchāmi: Ich frage dich,

“kattha nu kho, āvuso, ime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū”’ti? wo diese vier Grundzustände restlos aufhören, nämlich die Elemente Erde, Wasser, Feuer und Wind.‘

Dutiyampi kho so, kevaṭṭa, mahābrahmā taṁ bhikkhuṁ etadavoca: Zum zweiten Mal sagte der Große Brahmā zu ihm:

‘ahamasmi, bhikkhu, brahmā mahābrahmā abhibhū anabhibhūto aññadatthudaso vasavattī issaro kattā nimmātā seṭṭho sajitā vasī pitā bhūtabhabyānan’ti. ‚Ich bin Brahmā, der Große Brahmā, der Bezwinger, der Unbezwungene, der allumfassende Seher, der, der die Macht hat, Gott der Allmächtige, der Macher, der Schöpfer, der Erste, der Erzeuger, der Lenker, der Vater derer, die geboren sind und noch geboren werden.‘

Tatiyampi kho so, kevaṭṭa, bhikkhu taṁ mahābrahmānaṁ etadavoca: Zum dritten Mal sagte jener Mönch zum Großen Brahmā: Statt zu versuchen, sich auf Brahmās Vorstellungen einzulassen, wiederholt er beharrlich seine Frage. Das ist eine geschickte Art, mit narzisstischen Persönlichkeitszügen umzugehen. (Sujato)

‘na khohaṁ taṁ, āvuso, evaṁ pucchāmi: ‚Geehrter, ich frage dich nicht,

“tvamasi brahmā mahābrahmā abhibhū anabhibhūto aññadatthudaso vasavattī issaro kattā nimmātā seṭṭho sajitā vasī pitā bhūtabhabyānan”ti. ob du Brahmā bist, der Große Brahmā, der Bezwinger, der Unbezwungene, der allumfassende Seher, der, der die Macht hat, Gott der Allmächtige, der Macher, der Schöpfer, der Erste, der Erzeuger, der Lenker, der Vater derer, die geboren sind und noch geboren werden.

Evañca kho ahaṁ taṁ, āvuso, pucchāmi: Ich frage dich,

“kattha nu kho, āvuso, ime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū”’ti? wo diese vier Grundzustände restlos aufhören.‘

Atha kho so, kevaṭṭa, mahābrahmā taṁ bhikkhuṁ bāhāyaṁ gahetvā ekamantaṁ apanetvā taṁ bhikkhuṁ etadavoca: Da nahm der Große Brahmā jenen Mönch am Arm, führte ihn zur Seite und sagte zu ihm: Brahmā geniert sich, seine Unwissenheit einzugestehen. Vielleicht ein satirischer Hinweis auf Bṛhadāraṇyaka-Upaniṣad 3.2.13, wo Yājñavalkya den Jāratkārava Ārtabhāga am Arm nimmt und für eine geheime Besprechung zur Seite führt. (Sujato)

‘ime kho maṁ, bhikkhu, brahmakāyikā devā evaṁ jānanti, “natthi kiñci brahmuno aññātaṁ, natthi kiñci brahmuno adiṭṭhaṁ, natthi kiñci brahmuno aviditaṁ, natthi kiñci brahmuno asacchikatan”ti. ‚Mönch, diese Götter denken, es gebe überhaupt nichts, das ich nicht erkennen und sehen und verstehen und verwirklichen würde.

Tasmāhaṁ tesaṁ sammukhā na byākāsiṁ. Deshalb habe ich unter ihren Augen nicht geantwortet.

Ahampi kho, bhikkhu, na jānāmi yatthime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātūti. Aber ich weiß auch nicht, wo diese vier Grundzustände restlos aufhören. Zumindest ist er ehrlich über sein fehlendes Wissen, wenn auch nicht in der Öffentlichkeit. (Sujato)

Tasmātiha, bhikkhu, tuyhevetaṁ dukkaṭaṁ, tuyhevetaṁ aparaddhaṁ, yaṁ tvaṁ taṁ bhagavantaṁ atidhāvitvā bahiddhā pariyeṭṭhiṁ āpajjasi imassa pañhassa veyyākaraṇāya. Daher, Mönch, ist es einzig dein Fehlverhalten, einzig dein Fehler, dass du den Buddha übergangen und woanders nach einer Antwort auf diese Frage gesucht hast.

Gaccha tvaṁ, bhikkhu, tameva bhagavantaṁ upasaṅkamitvā imaṁ pañhaṁ puccha, yathā ca te bhagavā byākaroti, tathā naṁ dhāreyyāsī’ti. Mönch, geh zum Buddha und stelle ihm diese Frage. So wie er antwortet, solltest du es behalten.‘

Atha kho so, kevaṭṭa, bhikkhu—seyyathāpi nāma balavā puriso samiñjitaṁ vā bāhaṁ pasāreyya, pasāritaṁ vā bāhaṁ samiñjeyya; evameva brahmaloke antarahito mama purato pāturahosi. Da verschwand jener Mönch, so leicht, wie ein kräftiger Mensch den Arm strecken oder beugen würde, aus der Brahmāwelt und erschien wieder vor mir.

Atha kho so, kevaṭṭa, bhikkhu maṁ abhivādetvā ekamantaṁ nisīdi, ekamantaṁ nisinno kho, kevaṭṭa, so bhikkhu maṁ etadavoca: Da verbeugte er sich, setzte sich zur Seite hin und sagte zu mir:

‘kattha nu kho, bhante, ime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū’ti? ‚Herr, wo hören diese vier Grundzustände restlos auf, nämlich die Elemente Erde, Wasser, Feuer und Wind?‘

4.1. Tīradassisakuṇupamā 4.1. Das Gleichnis vom Küstenspäher-Vogel

Evaṁ vutte, ahaṁ, kevaṭṭa, taṁ bhikkhuṁ etadavocaṁ—Darauf sagte ich zu ihm:

bhūtapubbaṁ, bhikkhu, sāmuddikā vāṇijā tīradassiṁ sakuṇaṁ gahetvā nāvāya samuddaṁ ajjhogāhanti. ‚Es waren einmal, Mönch, ein paar seefahrende Händler, die setzten ihre Segel, um aufs offene Meer zu fahren, und nahmen einen Küstenspäher-Vogel mit.

Te atīradakkhiniyā nāvāya tīradassiṁ sakuṇaṁ muñcanti. Als ihr Schiff außer Sichtweite der Küste war, ließen sie den Vogel frei.

So gacchateva puratthimaṁ disaṁ, gacchati dakkhiṇaṁ disaṁ, gacchati pacchimaṁ disaṁ, gacchati uttaraṁ disaṁ, gacchati uddhaṁ disaṁ, gacchati anudisaṁ. Er flog geradewegs nach Osten, nach Westen, nach Norden, nach Süden, nach oben und in die Zwischenräume.

Sace so samantā tīraṁ passati, tathāgatakova hoti. Wenn er in einer Richtung Land sah, flog er hin und blieb dort.

Sace pana so samantā tīraṁ na passati, tameva nāvaṁ paccāgacchati. Aber wenn er in keiner Richtung Land sah, kehrte er zum Schiff zurück.

Evameva kho tvaṁ, bhikkhu, yato yāva brahmalokā pariyesamāno imassa pañhassa veyyākaraṇaṁ nājjhagā, atha mamaññeva santike paccāgato. Ebenso bist du zu mir zurückgekommen, nachdem du sogar bis hin zur Brahmāwelt gesucht und keine Antwort auf diese Frage bekommen hast.

Na kho eso, bhikkhu, pañho evaṁ pucchitabbo: Mönch, die Frage sollte nicht so gestellt werden:

‘kattha nu kho, bhante, ime cattāro mahābhūtā aparisesā nirujjhanti, seyyathidaṁ—pathavīdhātu āpodhātu tejodhātu vāyodhātū’ti? „Herr, wo hören diese vier Grundzustände restlos auf, nämlich die Elemente Erde, Wasser, Feuer und Wind?“

Evañca kho eso, bhikkhu, pañho pucchitabbo: So sollte die Frage gestellt werden: Die folgenden Strophen sind schwierig, da sie am Anfang von einer Art von Bewusstsein sprechen und am Ende vom Aufhören des Bewusstseins. Die einfachste Art, das aufzulösen, ist, anzunehmen, es seien zwei getrennte Fragen. (Sujato)

‘Kattha āpo ca pathavī, „Wo haben Wasser und Erde, Das ist eine Umformulierung der ursprünglichen Frage und fragt danach, wo die vier „formhaften“ Jhānas enden. (Sujato)

tejo vāyo na gādhati; Feuer und Wind keinen Stand?

Kattha dīghañca rassañca, Wo kommen lang und kurz, Hier beginnt die zweite Frage, die die tiefere Frage stellt, wie alle diese Dinge enden. Eine ähnliche Aufzählung von Schlüsselwörtern an anderer Stelle beschreibt Dinge, die nicht gestohlen werden dürfen (Snp 3.9:45.1), oder die Arten der Lebewesen (Snp 1.8:4.3). Das sind die Aspekte, in denen sich „Form“ in erwünschter oder unerwünschter Form manifestiert. (Sujato)

aṇuṁ thūlaṁ subhāsubhaṁ; fein und grob, schön und hässlich, Die ersten vier Begriffe in dieser Strophe sind identisch mit Yājñavalkyas Beschreibung des unwandelbaren Brahman als „weder grob noch fein, weder kurz noch lang“ in Bṛhadāraṇyaka-Upaniṣad 3.8.8. (Sujato)

Kattha nāmañca rūpañca, wo kommen Name und Form

asesaṁ uparujjhatī’ti. zum Ende ohne Überrest?“

Tatra veyyākaraṇaṁ bhavati: Und die Antwort darauf lautet:

‘Viññāṇaṁ anidassanaṁ, „Bewusstsein, in dem keine Form erscheint, Das Adjektiv „unendlich“ (ananta) ist die direkte Bestimmung von „Bewusstsein“, aber im Pali ist es in die nächste Zeile verschoben, damit es ins Versmaß passt. Es weist auf den zweiten formlosen Bereich hin. Yājñavalkya beschreibt Bewusstsein als unendlich in der berühmten Passage in Bṛhadāraṇyaka-Upaniṣad 2.4.12. (Sujato)

anantaṁ sabbatopabhaṁ; unendlich, rundum strahlend: Der Geist im vierten Jhāna, auf dem die formlosen Zustände aufbauen, wird als pariyodāta beschrieben („hell“, wörtlich „überall weiß“), was ein Synonym zu sabbatopabhaṁ („rundum strahlend“) ist. (Sujato)

Ettha āpo ca pathavī, Hier haben Wasser und Erde,

tejo vāyo na gādhati. Feuer und Wind keinen Stand;

Ettha dīghañca rassañca, und auch nicht lang und kurz,

aṇuṁ thūlaṁ subhāsubhaṁ; fein und grob, schön und hässlich.

Ettha nāmañca rūpañca, Hier kommen Name und Form

asesaṁ uparujjhati; zum Ende ohne Überrest;

Viññāṇassa nirodhena, mit dem Aufhören des Bewusstseins – Gemäß des abhängigen Entstehens hören Name und Form auf, wenn Bewusstsein aufhört, und mit Name und Form hören alle erwünschten und unerwünschten Dinge in der Welt auf. (Sujato)

etthetaṁ uparujjhatī’”ti. damit kommen sie zum Ende.“‘“

Idamavoca bhagavā. Das sagte der Buddha.

Attamano kevaṭṭo gahapatiputto bhagavato bhāsitaṁ abhinandīti. Zufrieden begrüßte der Hausbesitzer Kevaḍḍha die Worte des Buddha.

Kevaṭṭasuttaṁ niṭṭhitaṁ ekādasamaṁ.
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