Other Translations: English , မြန်မာစာ , Srpski
From: ,
Dīgha Nikāya 3 Lange Lehrreden 3
Ambaṭṭhasutta Mit Ambaṭṭha
Evaṁ me sutaṁ—So habe ich es gehört: Dieses Sutta markiert einen Wendepunkt, an dem die Lehren des Buddha von Pokkharasāti angenommen wurden. Die folgenden Suttas hallen von den Folgen dieser Begegnung wider. Pokkharasāti war einer der einflussreichsten Brahmanen seiner Zeit, obwohl der Buddha an anderer Stelle in Abrede stellte, dass er irgendein besonderes Wissen hatte (MN 99:15.5). Brahmanische Texte bestätigen, dass er eine reale Person war, ein einflussreicher Lehrer um die Zeit des Buddha, der auf Sanskrit als Pauṣkarasādi bekannt ist. Er wird von Kātyāyana und Patañjali und auch im Taittirīyaprātiśākhya über Grammatik zitiert; über erlaubte Nahrungsmittel und Diebstahl im Āpastamba Dharmasūtra; und über vedische Rituale im Śāṅkhāyana-Āraṇyaka. Sein Name lässt sich als von einem Mann aus Puṣkarāvati stammend ermitteln, einer Stadt in Gandhāra. MN 99:10.3 stellt klar, dass er von der Upamañña-Linie ist. (Sujato)
ekaṁ samayaṁ bhagavā kosalesu cārikaṁ caramāno mahatā bhikkhusaṅghena saddhiṁ pañcamattehi bhikkhusatehi yena icchānaṅgalaṁ nāma kosalānaṁ brāhmaṇagāmo tadavasari. Einmal wanderte der Buddha mit einem großen Saṅgha von fünfhundert Mönchen und Nonnen durch das Land der Kosaler. Er kam zu einem Dorf der Kosaler Brahmanen mit Namen Icchānaṅgala. Icchānaṅgala war ein Zentrum der innovativen Brahmanen der Kosaler Gegend, das östlich von Sāvatthī lag. (Sujato)
Tatra sudaṁ bhagavā icchānaṅgale viharati icchānaṅgalavanasaṇḍe. Dort hielt er sich in einem Wald bei Icchānaṅgala auf.
1. Pokkharasātivatthu 1. Der Abschnitt über Pokkharasāti
Tena kho pana samayena brāhmaṇo pokkharasāti ukkaṭṭhaṁ ajjhāvasati sattussadaṁ satiṇakaṭṭhodakaṁ sadhaññaṁ rājabhoggaṁ raññā pasenadinā kosalena dinnaṁ rājadāyaṁ brahmadeyyaṁ. Damals residierte der Brahmane Pokkharasāti in Ukkaṭṭhā. Es war ein Krongut, von König Pasenadi von Kosala verliehen, das von Lebewesen wimmelte und reichlich Heu, Wald, Wasser und Getreide besaß, ein königlicher Park, der einem Brahmanen geschenkt war. Ukkaṭṭhā wird nur selten erwähnt, und immer im Zusammenhang mit außergewöhnlichen Unterweisungen und Ereignissen, die die kosmische Größe des Buddha im Gegensatz zu den Brahmanen betonen (DN 14:3.29.1, MN 1:1.2, MN 49:2.1). In MN 99:10.3 heißt es, Pokkharasāti sei „vom Subhaga-Wald“. | „Königlicher Park“ ist rājadāya (vgl. migadāya, „Wildpark“.) | Brahmadeyya ist eine Gabe von Land durch einen König an einen Brahmanen und war ein besonderes Merkmal des indischen Feudalismus. (Sujato)
Assosi kho brāhmaṇo pokkharasāti: Pokkharasāti hörte:
“samaṇo khalu, bho, gotamo sakyaputto sakyakulā pabbajito kosalesu cārikaṁ caramāno mahatā bhikkhusaṅghena saddhiṁ pañcamattehi bhikkhusatehi icchānaṅgalaṁ anuppatto icchānaṅgale viharati icchānaṅgalavanasaṇḍe. „Es scheint, der Asket Gotama – ein Sakyer, der von einer Familie der Sakyer fortgezogen ist – ist in Icchānaṅgala angekommen und hält sich in einem Wald in der Nähe auf.
Taṁ kho pana bhavantaṁ gotamaṁ evaṁ kalyāṇo kittisaddo abbhuggato—Er hat diesen guten Ruf:
‘itipi so bhagavā arahaṁ sammāsambuddho vijjācaraṇasampanno sugato lokavidū anuttaro purisadammasārathi satthā devamanussānaṁ buddho bhagavā.’ ‚Dieser Gesegnete ist vollendet, ein vollkommen erwachter Buddha, von vollendetem Wissen und Verhalten, heilig, Kenner der Welt, unübertrefflicher Anleiter für alle, die schulungsfähig sind, Lehrer von Göttern und Menschen, erwacht, gesegnet.‘
So imaṁ lokaṁ sadevakaṁ samārakaṁ sabrahmakaṁ sassamaṇabrāhmaṇiṁ pajaṁ sadevamanussaṁ sayaṁ abhiññā sacchikatvā pavedeti. Er hat diese Welt – mit ihren Göttern, Māras und Brahmās, mit dieser Bevölkerung mit ihren Asketen und Brahmanen, Göttern und Menschen – durch eigene Einsicht erkannt und erklärt sie anderen.
So dhammaṁ deseti ādikalyāṇaṁ majjhekalyāṇaṁ pariyosānakalyāṇaṁ, sātthaṁ sabyañjanaṁ, kevalaparipuṇṇaṁ parisuddhaṁ brahmacariyaṁ pakāseti. Er verkündet eine Lehre, die am Anfang gut, in der Mitte gut und am Ende gut ist, bedeutsam und gut ausgedrückt. Und er legt eine geistliche Übung dar, die ganz vollständig und rein ist.
Sādhu kho pana tathārūpānaṁ arahataṁ dassanaṁ hotī”ti. Es ist gut, solche Vollendeten zu sehen.“ Pokkharasāti kümmert es nicht, ob der Buddha sich als Anhänger der Veden verstand. Die Weisen sorgen sich nicht um religiöse Identität. (Sujato)
2. Ambaṭṭhamāṇava 2. Der Vedenstudent Ambaṭṭha
Tena kho pana samayena brāhmaṇassa pokkharasātissa ambaṭṭho nāma māṇavo antevāsī hoti ajjhāyako mantadharo tiṇṇaṁ vedānaṁ pāragū sanighaṇḍukeṭubhānaṁ sākkharappabhedānaṁ itihāsapañcamānaṁ padako veyyākaraṇo lokāyatamahāpurisalakkhaṇesu anavayo anuññātapaṭiññāto sake ācariyake tevijjake pāvacane: Nun hatte Pokkharasāti zu dieser Zeit einen Vedenstudenten namens Ambaṭṭha als Zögling. Er sagte die Hymnen auf und hatte sie im Gedächtnis und hatte die drei Veden gemeistert zusammen mit ihrem Wortschatz und der Durchführung des Rituals, der Lautlehre und der Einteilung der Wortarten sowie dem Testament als fünftem. Er kannte sie Wort für Wort, kannte die Grammatik und war mit der Kosmologie und den Kennzeichen eines großen Mannes vertraut. Er war als Meister im textlichen Erbe der drei Veden seines eigenen Lehrmeisters legitimiert worden mit den Worten: Die drei Veden hatten bereits eine umfangreiche Sekundärliteratur angesammelt. Dass es eine fortgeschrittene linguistische Wissenschaft gab, steht außer Frage, denn innerhalb etwa eines Jahrhunderts nach dem Buddha schuf Pāṇini den Aṣṭādhyāyī, ein sprachwissenschaftliches Werk von solcher Präzision und Ausgereiftheit, dass seine Methoden bis heute noch erforscht werden. | Die „Testamente“ (itihāsa) könnten frühe Fassungen der Geschichten gewesen sein, die man im Mahābhārata und Rāmāyaṇa findet. | „Kosmologie“ (lokāyata) ist hier ein Zweig der vedischen Studien, nicht die heterodoxe Schule, die in späterer Zeit unter diesem Namen bekannt war (AN 9.38, SN 12.48). | Zu „als Meister legitimiert“ (anuññātapaṭiññāta) siehe MN 98:7.1. und Snp 3.9:6.1.. | Zu „textlichem Erbe der drei Veden“ (tevijjake pāvacane) siehe MN 95:12.2.. (Sujato)
“yamahaṁ jānāmi taṁ tvaṁ jānāsi; „Was ich weiß, das weißt du. Fast die gleichen Worte werden zum Bodhisatta von seinen ersten Lehrern, Āḷāra Kālāma und Uddaka Rāmaputta, gesprochen (MN 36:14.9). Das verbindet Pokkharasāti mit Āḷāra Kālāma und Uddaka Rāmaputta und legt nahe, dass das Einsetzen begabter Schüler in dieser Art eine regelmäßige Praxis weiser Brahmanen war. (Sujato)
yaṁ tvaṁ jānāsi tamahaṁ jānāmī”ti. Und was du weißt, das weiß ich.“
Atha kho brāhmaṇo pokkharasāti ambaṭṭhaṁ māṇavaṁ āmantesi: Da wandte sich Pokkharasāti an Ambaṭṭha:
“ayaṁ, tāta ambaṭṭha, samaṇo gotamo sakyaputto sakyakulā pabbajito kosalesu cārikaṁ caramāno mahatā bhikkhusaṅghena saddhiṁ pañcamattehi bhikkhusatehi icchānaṅgalaṁ anuppatto icchānaṅgale viharati icchānaṅgalavanasaṇḍe. „Lieber Ambaṭṭha, der Asket Gotama – ein Sakyer, der von einer Familie der Sakyer fortgezogen ist – ist in Icchānaṅgala angekommen und hält sich in einem Wald in der Nähe auf.
Taṁ kho pana bhavantaṁ gotamaṁ evaṁ kalyāṇo kittisaddo abbhuggato: Er hat diesen guten Ruf:
‘itipi so bhagavā, arahaṁ sammāsambuddho vijjācaraṇasampanno sugato lokavidū anuttaro purisadammasārathi satthā devamanussānaṁ buddho bhagavā. ‚Dieser Gesegnete ist vollendet …‘ …
So imaṁ lokaṁ sadevakaṁ samārakaṁ sabrahmakaṁ sassamaṇabrāhmaṇiṁ pajaṁ sadevamanussaṁ sayaṁ abhiññā sacchikatvā pavedeti.
So dhammaṁ deseti ādikalyāṇaṁ majjhekalyāṇaṁ pariyosānakalyāṇaṁ, sātthaṁ sabyañjanaṁ kevalaparipuṇṇaṁ parisuddhaṁ brahmacariyaṁ pakāseti.
Sādhu kho pana tathārūpānaṁ arahataṁ dassanaṁ hotī’ti. Es ist gut, solche Vollendeten zu sehen.
Ehi tvaṁ, tāta ambaṭṭha, yena samaṇo gotamo tenupasaṅkama; upasaṅkamitvā samaṇaṁ gotamaṁ jānāhi, yadi vā taṁ bhavantaṁ gotamaṁ tathāsantaṁyeva saddo abbhuggato, yadi vā no tathā. Bitte, lieber Ambaṭṭha, geh zum Asketen Gotama und finde heraus, ob er seinem Ruf gerecht wird oder nicht.
Yadi vā so bhavaṁ gotamo tādiso, yadi vā na tādiso, tathā mayaṁ taṁ bhavantaṁ gotamaṁ vedissāmā”ti. Durch dich werde ich über den werten Gotama erfahren.“ Ich folge der PTS- und der BJT-Ausgabe der parallelen Wendung in MN 91:4.9, die tayā statt tathā lesen. (Sujato)
“Yathā kathaṁ panāhaṁ, bho, taṁ bhavantaṁ gotamaṁ jānissāmi: ‘yadi vā taṁ bhavantaṁ gotamaṁ tathāsantaṁyeva saddo abbhuggato, yadi vā no tathā. Yadi vā so bhavaṁ gotamo tādiso, yadi vā na tādiso’”ti? „Aber werter Herr, wie soll ich herausfinden, ob der werte Gotama seinem Ruf gerecht wird oder nicht?“ Hier ist bereits der erste Hinweis darauf, dass Ambaṭṭha seinem eigenen guten Ruf nicht gerecht wird.
“Āgatāni kho, tāta ambaṭṭha, amhākaṁ mantesu dvattiṁsa mahāpurisalakkhaṇāni, yehi samannāgatassa mahāpurisassa dveyeva gatiyo bhavanti anaññā. „Lieber Ambaṭṭha, die zweiunddreißig Kennzeichen eines großen Mannes wurden in unseren Hymnen überliefert. Für einen großen Mann, der diese besitzt, gibt es zwei mögliche Schicksale, kein anderes: Die 32 Kennzeichen werden in DN 14:1.32.7, DN 30:1.2.4 und MN 91:9.1 ausführlich beschrieben. In buddhistischen Texten werden sie als Erfüllung einer brahmanischen Prophezeiung dargestellt, aber sie sind in keinem brahmanischen Text aus der Zeit des Buddha zu finden. Dennoch enthalten spätere astrologische Texte wie das Gārgīyajyotiṣa (1. Jhd. v. Chr.?) und das Bṛhatsaṁhitā (6. Jhd. n. Chr.?) Bezüge zu vielen dieser Kennzeichen, wenn auch in anderem Zusammenhang; so ist es wahrscheinlich, dass die buddhistischen Texte aus heute verlorenen brahmanischen Texten schöpfen. | Die Vorstellung von einem zweifachen Lebensweg für einen großen Helden – weltlicher oder spiritueller Erfolg – kann bis zum Gilgamesch-Epos zurückverfolgt werden. (Sujato)
Sace agāraṁ ajjhāvasati, rājā hoti cakkavattī dhammiko dhammarājā cāturanto vijitāvī janapadatthāvariyappatto sattaratanasamannāgato. Wenn er im Haus bleibt, wird er ein König, ein Rad-drehender Herrscher, ein gerechter und prinzipientreuer König. Seine Oberherrschaft erstreckt sich nach allen vier Seiten, er erreicht Stabilität im Land und besitzt die sieben Juwelen. Der Vorstellung vom Rad-drehenden Herrscher schöpft aus dem vedischen Pferdeopfer, das die Herrschergewalt eines Königs von einem Ozean zum anderen errichtet. Die buddhistische Erzählung ist aller groben und gewalttätigen Elemente entkleidet. Der Streitwagen auf Rädern verlieh den frühen Indoeuropäern militärische Überlegenheit und erlaubte ihnen, sich von ihrem Ursprungsland nördlich des Schwarzen Meeres aus auszubreiten. Im Buddhismus symbolisiert das Rad, das auch einen solaren Beiklang hat, eine nicht aufzuhaltende Macht. Für eine legendenhafte Erzählung über einen solchen König siehe das Mahāsudassanasutta DN 17. (Sujato)
Tassimāni satta ratanāni bhavanti. Diese sieben Juwelen sind
Seyyathidaṁ—cakkaratanaṁ, hatthiratanaṁ, assaratanaṁ, maṇiratanaṁ, itthiratanaṁ, gahapatiratanaṁ, pariṇāyakaratanameva sattamaṁ. das Rad, der Elefant, das Pferd, der Edelstein, die Frau, der Hausbesitzer und der Befehlshaber als siebtes Juwel.
Parosahassaṁ kho panassa puttā bhavanti sūrā vīraṅgarūpā parasenappamaddanā. Er hat über tausend Söhne, wacker und heldenhaft, die die Heere seiner Feinde zermalmen. Das Opferpferd wird auf seiner Wanderschaft durch das Land von hundert Söhnen beschützt. (Sujato)
So imaṁ pathaviṁ sāgarapariyantaṁ adaṇḍena asatthena dhammena abhivijiya ajjhāvasati. Wenn er dieses vom Meer umspülte Land erobert hat, herrscht er nach Prinzip, ohne Stock oder Schwert.
Sace kho pana agārasmā anagāriyaṁ pabbajati, arahaṁ hoti sammāsambuddho loke vivaṭṭacchado. Doch wenn er aus dem Haus fortzieht ins hauslose Leben, wird er ein Vollendeter, ein vollkommen erwachter Buddha, der den Schleier von der Welt abstreift.
Ahaṁ kho pana, tāta ambaṭṭha, mantānaṁ dātā; Aber, lieber Ambaṭṭha, ich bin der, der die Hymnen gibt, Die Beziehung zwischen Pokkharasāti und Ambaṭṭha gleicht der zwischen dem Buddha und seinen Anhängern. Sie haben das gleiche Verständnis, aber der Buddha hebt sich als der Lehrer hervor. (Sujato)
tvaṁ mantānaṁ paṭiggahetā”ti. und du bist der, der sie erhält.“
“Evaṁ, bho”ti kho ambaṭṭho māṇavo brāhmaṇassa pokkharasātissa paṭissutvā uṭṭhāyāsanā brāhmaṇaṁ pokkharasātiṁ abhivādetvā padakkhiṇaṁ katvā vaḷavārathamāruyha sambahulehi māṇavakehi saddhiṁ yena icchānaṅgalavanasaṇḍo tena pāyāsi. „Ja, werter Herr“, antwortete Ambaṭṭha. Er erhob sich von seinem Sitz, verbeugte sich und umrundete Pokkharasāti respektvoll, die rechte Seite ihm zugewandt. Er bestieg einen von Stuten gezogenen Wagen und brach zusammen mit mehreren jungen Vedenstudenten zum Wald bei Icchānaṅgala auf. In diesem Sutta wird māṇava stets auf Ambaṭṭha angewendet und māṇavaka auf die anderen. Es scheint, die Verkleinerungsform māṇavaka heißt „junger Vedenstudent“ oder vielleicht „Student ohne Abschluss“. | Es ist von sambahula Studenten die Rede, ein Wort, das oft mit „viele“ übersetzt wird. Aber später werden wir sehen, dass sie alle in der Hütte des Buddha Platz finden, daher muss es „mehrere“ heißen. (Sujato)
Yāvatikā yānassa bhūmi yānena gantvā yānā paccorohitvā pattikova ārāmaṁ pāvisi. Er fuhr mit der Kutsche, soweit es das Gelände erlaubte, stieg dann ab und betrat zu Fuß das Kloster.
Tena kho pana samayena sambahulā bhikkhū abbhokāse caṅkamanti. Zu der Zeit gingen gerade mehrere Mönche und Nonnen achtsam im Freien auf und ab. Das ist die Übung der Gehmeditation. Man geht bei der Meditation achtsam einen ebenen Pfad auf und ab, wobei man die Aufmerksamkeit auf den Körper richtet. (Sujato)
Atha kho ambaṭṭho māṇavo yena te bhikkhū tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā te bhikkhū etadavoca: Da ging der Vedenstudent Ambaṭṭha zu diesen Mönchen und Nonnen und sagte:
“kahaṁ nu kho, bho, etarahi so bhavaṁ gotamo viharati? „Gute werte Herren, wo ist der werte Gotama jetzt? Bho ist eine respektvolle Anrede, die von Brahmanen benutzt wird. Die Anredeformen, die im Pali verwendet werden, sind komplex, und es ist selten möglich, sie mit irgendeinem Maß an Genauigkeit modernem Englisch zuzuordnen. (Sujato)
Tañhi mayaṁ bhavantaṁ gotamaṁ dassanāya idhūpasaṅkantā”ti. Denn wir sind hergekommen, um ihn zu sehen.“ Die parallele Passage in MN 35:7.4 hat hier eine andere Wendung. (Sujato)
Atha kho tesaṁ bhikkhūnaṁ etadahosi: Da dachten diese Mönche und Nonnen:
“ayaṁ kho ambaṭṭho māṇavo abhiññātakolañño ceva abhiññātassa ca brāhmaṇassa pokkharasātissa antevāsī. „Dieser Ambaṭṭha kommt von einer namhaften Familie, und er ist der Zögling des namhaften Brahmanen Pokkharasāti.
Agaru kho pana bhagavato evarūpehi kulaputtehi saddhiṁ kathāsallāpo hotī”ti. Der Buddha wird nichts dagegen haben, mit einem solchen ehrbaren Menschen ein Gespräch zu führen.“ Der Ausdruck kulaputta (wörtlich: „Sohn einer Familie“) bezieht sich typischerweise auf jemanden aus einer gutsituierten oder angesehene Familie, einen „Gentleman“ („ehrbaren Menschen“). Es ist ein geschlechtsspezifischer Ausdruck, der den sozialen Status von Männern voraussetzt. (Sujato)
Te ambaṭṭhaṁ māṇavaṁ etadavocuṁ: Sie sagten zu Ambaṭṭha:
“eso, ambaṭṭha, vihāro saṁvutadvāro, tena appasaddo upasaṅkamitvā ataramāno āḷindaṁ pavisitvā ukkāsitvā aggaḷaṁ ākoṭehi, vivarissati te bhagavā dvāran”ti. „Ambaṭṭha, das hier ist seine Hütte, die Tür ist geschlossen. Nähere dich leise und ohne Eile; geh zur Veranda, räuspere dich und klopfe an die Tür. Der Buddha wird die Tür öffnen.“ Die Einführung hat uns gesagt, dass sich der Buddha zu der Zeit in einem Wald aufhielt. Dennoch war es keine Wildnis, sondern war genug erschlossen, dass es Hütten mit abschließbaren Türen gab. (Sujato) | Bhikkhu Brahmali weist darauf hin, dass aggala nicht der Riegel, sondern das Türblatt ist.
Atha kho ambaṭṭho māṇavo yena so vihāro saṁvutadvāro, tena appasaddo upasaṅkamitvā ataramāno āḷindaṁ pavisitvā ukkāsitvā aggaḷaṁ ākoṭesi. Vivari bhagavā dvāraṁ. Da begab sich der Vedenstudent Ambaṭṭha zur Hütte des Buddha, räusperte sich und klopfte, und der Buddha öffnete die Tür.
Pāvisi ambaṭṭho māṇavo. Māṇavakāpi pavisitvā bhagavatā saddhiṁ sammodiṁsu, sammodanīyaṁ kathaṁ sāraṇīyaṁ vītisāretvā ekamantaṁ nisīdiṁsu. Ambaṭṭha und die jungen Vedenstudenten betraten die Hütte. Die jungen Vedenstudenten tauschten mit dem Buddha Willkommensgrüße aus, und nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzten sie sich zur Seite hin.
Ambaṭṭho pana māṇavo caṅkamantopi nisinnena bhagavatā kañci kañci kathaṁ sāraṇīyaṁ vītisāreti, ṭhitopi nisinnena bhagavatā kañci kañci kathaṁ sāraṇīyaṁ vītisāreti. Aber obwohl der Buddha saß, sprach Ambaṭṭha das eine oder andere höfliche Wort, während er umherging oder stand.
Atha kho bhagavā ambaṭṭhaṁ māṇavaṁ etadavoca: Da sagte der Buddha zu ihm:
“evaṁ nu te, ambaṭṭha, brāhmaṇehi vuddhehi mahallakehi ācariyapācariyehi saddhiṁ kathāsallāpo hoti, yathayidaṁ caraṁ tiṭṭhaṁ nisinnena mayā kiñci kiñci kathaṁ sāraṇīyaṁ vītisāretī”ti? „Ambaṭṭha, führst du so eine Diskussion mit älteren und ehrwürdigen Brahmanen, den Lehrmeistern der Lehrmeister: umhergehend oder stehend, während ich sitze, und das eine oder andere höfliche Wort sprechend?“ Der Buddha lenkt die Aufmerksamkeit auf Ambaṭṭhas rüdes Benehmen. Überall in den Suttas gibt uns die Art, wie Menschen den Buddha begrüßen, einen Hinweis auf ihre Haltung und Eigenschaften. (Sujato)
2.1. Paṭhamaibbhavāda 2.1. Der erste Gebrauch des Wortes „Primitive“
“No hidaṁ, bho gotama. „Nein, werter Gotama.
Gacchanto vā hi, bho gotama, gacchantena brāhmaṇo brāhmaṇena saddhiṁ sallapitumarahati, ṭhito vā hi, bho gotama, ṭhitena brāhmaṇo brāhmaṇena saddhiṁ sallapitumarahati, nisinno vā hi, bho gotama, nisinnena brāhmaṇo brāhmaṇena saddhiṁ sallapitumarahati, sayāno vā hi, bho gotama, sayānena brāhmaṇo brāhmaṇena saddhiṁ sallapitumarahati. Denn für einen Brahmanen ist es angebracht, sich mit einem anderen Brahmanen zu unterhalten, während beide gehen, stehen, sitzen oder liegen.
Ye ca kho te, bho gotama, muṇḍakā samaṇakā ibbhā kaṇhā bandhupādāpaccā, tehipi me saddhiṁ evaṁ kathāsallāpo hoti, yathariva bhotā gotamenā”ti. Aber mit diesen Glatzköpfen, diesen falschen Asketen, diesen Primitiven, dieser schwarzen Ausgeburt aus den Füßen unseres Verwandten, mit ihnen unterhalte ich mich, wie ich es jetzt mit dem werten Gotama tue.“ Man beachte die rassistische Anspielung durch den Gebrauch von kaṇha („schwarz“) als Schimpfwort. Die Brahmanenkaste stammte von (vergleichsweise) hellhäutigen Indoeuropäern ab, die von Norden nach Indien einwanderten und sich für über den dunkelhäutigen Ureinwohnern stehend hielten. (Sujato)
“Atthikavato kho pana te, ambaṭṭha, idhāgamanaṁ ahosi, yāyeva kho panatthāya āgaccheyyātha, tameva atthaṁ sādhukaṁ manasi kareyyātha. „Aber Ambaṭṭha, du musst mit einem bestimmten Ziel hierhergekommen sein. Du solltest den Geist darauf richten.
Avusitavāyeva kho pana, bho, ayaṁ ambaṭṭho māṇavo vusitamānī kimaññatra avusitattā”ti. Obwohl dieser Ambaṭṭha nicht qualifiziert ist, denkt er, er sei qualifiziert. Was ist das anders als Mangel an Qualifikation?“ Ambaṭṭha ist „gut ausgebildet“ (vusita) in den Schriften, aber von „gut ausgebildet“ in der spirituellen Entwicklung weit entfernt. Vusita ist ein normalerweise der Ausdruck dafür, dass jemand ein Arahant ist: vusitaṁ brahmacariyaṁ („das geistliche Leben ist erfüllt“). (Sujato)
Atha kho ambaṭṭho māṇavo bhagavatā avusitavādena vuccamāno kupito anattamano bhagavantaṁyeva khuṁsento bhagavantaṁyeva vambhento bhagavantaṁyeva upavadamāno: Auf diese Worte wurde Ambaṭṭha zornig und aufgebracht über den Buddha, weil er ihn als nicht qualifiziert bezeichnet hatte. Er fiel sogar über den Buddha selbst her und zerriss sich das Maul über ihn:
“samaṇo ca me bho gotamo pāpito bhavissatī”ti bhagavantaṁ etadavoca: „Der Asket Gotama wird geschlagen werden!“ Er sagte zum Buddha:
“caṇḍā, bho gotama, sakyajāti; „Werter Gotama, die Sakyer sind grimmig,
pharusā, bho gotama, sakyajāti; hart,
lahusā, bho gotama, sakyajāti; nehmen alles übel
bhassā, bho gotama, sakyajāti; und sind streitlustig. Die PTS-Lesart rabhasa bedeutet „gewalttätig, aggressiv“. Aber der Kommentar liest bhassa und erklärt es als „redet viel“. Darüber hinaus zeigt die Geschichte im Verlauf keine Gewalt. (Sujato)
ibbhā santā ibbhā samānā na brāhmaṇe sakkaronti, na brāhmaṇe garuṁ karonti, na brāhmaṇe mānenti, na brāhmaṇe pūjenti, na brāhmaṇe apacāyanti. Primitiv sind sie, und primitiv bleiben sie! Sie ehren, achten, würdigen und verehren Brahmanen nicht, huldigen ihnen nicht. Ambaṭṭha schmäht die Sakyer als „Primitive“ (ibbha), die die vedische Kultur nicht achten. Das Wort ibbha („primitiv“) ist von einem nicht-arischen Wort für „Elefant“ abgeleitet (ibha). Es bezog sich ursprünglich auf die Ureinwohner, die Elefanten zähmten; siehe z. B. Chāndogya-Upaniṣad 1.10. In Snp 3.1:18.4 beschreibt der Buddha sein eigenes Volk als „Ureinwohner“ (niketino), als die, die lange mit dem Land verbunden sind. (Sujato)
Tayidaṁ, bho gotama, nacchannaṁ, tayidaṁ nappatirūpaṁ, yadime sakyā ibbhā santā ibbhā samānā na brāhmaṇe sakkaronti, na brāhmaṇe garuṁ karonti, na brāhmaṇe mānenti, na brāhmaṇe pūjenti, na brāhmaṇe apacāyantī”ti. Es ist weder richtig noch angemessen, dass die Sakyer, Primitive, die sie sind, Brahmanen nicht ehren, achten, würdigen und verehren, ihnen nicht huldigen.“
Itiha ambaṭṭho māṇavo idaṁ paṭhamaṁ sakyesu ibbhavādaṁ nipātesi. Und so verunglimpfte Ambaṭṭha die Sakyer zum ersten Mal mit dem Wort „Primitive“.
2.2. Dutiyaibbhavāda 2.2. Der zweite Gebrauch des Wortes „Primitive“
“Kiṁ pana te, ambaṭṭha, sakyā aparaddhun”ti? „Aber Ambaṭṭha, wie haben die Sakyer dir Unrecht getan?“
“Ekamidāhaṁ, bho gotama, samayaṁ ācariyassa brāhmaṇassa pokkharasātissa kenacideva karaṇīyena kapilavatthuṁ agamāsiṁ. „Dieses eine Mal, werter Gotama, ging ich wegen einer Angelegenheit für meinen Lehrmeister, den Brahmanen Pokkharasāti, nach Kapilavatthu.
Yena sakyānaṁ sandhāgāraṁ tenupasaṅkamiṁ. Ich begab mich zu den Sakyern in ihrer Ratshalle.
Tena kho pana samayena sambahulā sakyā ceva sakyakumārā ca sandhāgāre uccesu āsanesu nisinnā honti aññamaññaṁ aṅgulipatodakehi sañjagghantā saṅkīḷantā, aññadatthu mamaññeva maññe anujagghantā, na maṁ koci āsanenapi nimantesi. Nun saßen zu dieser Zeit mehrere Sakyer und Sakyerprinzen auf hohen Sitzen, stießen einander mit den Fingern an, kicherten und spielten miteinander. Ja, sie erdreisteten sich sogar, über mich zu kichern, und boten mir keinen Sitz an.
Tayidaṁ, bho gotama, nacchannaṁ, tayidaṁ nappatirūpaṁ, yadime sakyā ibbhā santā ibbhā samānā na brāhmaṇe sakkaronti, na brāhmaṇe garuṁ karonti, na brāhmaṇe mānenti, na brāhmaṇe pūjenti, na brāhmaṇe apacāyantī”ti. Es ist weder richtig noch angemessen, dass die Sakyer, Primitive, die sie sind, Brahmanen nicht ehren, achten, würdigen und verehren, ihnen nicht huldigen.“
Itiha ambaṭṭho māṇavo idaṁ dutiyaṁ sakyesu ibbhavādaṁ nipātesi. Und so verunglimpfte Ambaṭṭha die Sakyer zum zweiten Mal mit dem Wort „Primitive“.
2.3. Tatiyaibbhavāda 2.3. Der dritte Gebrauch des Wortes „Primitive“
“Laṭukikāpi kho, ambaṭṭha, sakuṇikā sake kulāvake kāmalāpinī hoti. „Selbst eine kleine Wachtel, Ambaṭṭha, redet in ihrem eigenen Nest, wie es ihr gefällt.
Sakaṁ kho panetaṁ, ambaṭṭha, sakyānaṁ yadidaṁ kapilavatthuṁ, nārahatāyasmā ambaṭṭho imāya appamattāya abhisajjitun”ti. Kapilavatthu ist der Ort, der den Sakyern gehört, Ambaṭṭha. Es ist des Ehrwürdigen Ambaṭṭha nicht würdig, wegen so einer Kleinigkeit die Beherrschung zu verlieren.“ Die Tatsache, dass der Buddha hier āyasmā benutzt, verdient Beachtung: Er schlägt einen beschwichtigenden Ton an. (Sujato)
“Cattārome, bho gotama, vaṇṇā—„Werter Gotama, es gibt diese vier Klassen:
khattiyā brāhmaṇā vessā suddā. die Adligen, die Brahmanen, die Landarbeiter und die Hilfsarbeiter.
Imesañhi, bho gotama, catunnaṁ vaṇṇānaṁ tayo vaṇṇā—Drei dieser Klassen,
khattiyā ca vessā ca suddā ca—die Adligen, die Landarbeiter und die Hilfsarbeiter,
aññadatthu brāhmaṇasseva paricārakā sampajjanti. gedeihen eigentlich nur, wenn sie den Brahmanen dienen.
Tayidaṁ, bho gotama, nacchannaṁ, tayidaṁ nappatirūpaṁ, yadime sakyā ibbhā santā ibbhā samānā na brāhmaṇe sakkaronti, na brāhmaṇe garuṁ karonti, na brāhmaṇe mānenti, na brāhmaṇe pūjenti, na brāhmaṇe apacāyantī”ti. Es ist weder richtig noch angemessen, dass die Sakyer, Primitive, die sie sind, Brahmanen nicht ehren, achten, würdigen und verehren, ihnen nicht huldigen.“
Itiha ambaṭṭho māṇavo idaṁ tatiyaṁ sakyesu ibbhavādaṁ nipātesi. Und so verunglimpfte Ambaṭṭha die Sakyer zum dritten Mal mit dem Wort „Primitive“.
2.4. Dāsiputtavāda 2.4. Das Wort „Sohn eines Sklavenmädchens“ wird gebraucht
Atha kho bhagavato etadahosi: Da kam dem Buddha in den Sinn:
“atibāḷhaṁ kho ayaṁ ambaṭṭho māṇavo sakyesu ibbhavādena nimmādeti, yannūnāhaṁ gottaṁ puccheyyan”ti. „Dieser Ambaṭṭha beschämt die Sakyer viel zu sehr, indem er sie Primitive nennt. Warum befrage ich ihn nicht über seinen eigenen Stamm?“
Atha kho bhagavā ambaṭṭhaṁ māṇavaṁ etadavoca: Und er sagte zu ihm:
“kathaṁ gottosi, ambaṭṭhā”ti? „Welches ist dein Stamm, Ambaṭṭha?“
“Kaṇhāyanohamasmi, bho gotamā”ti. „Ich bin ein Kaṇhāyaner, werter Gotama.“ Kaṇhāyana heißt „von Kaṇha abstammend“. (Sujato)
“Porāṇaṁ kho pana te, ambaṭṭha, mātāpettikaṁ nāmagottaṁ anussarato ayyaputtā sakyā bhavanti; dāsiputto tvamasi sakyānaṁ. „Aber wenn du dich an den alten Namen und Stamm deiner Mutter und deines Vaters erinnerst, so waren die Sakyer die Kinder der Herren, und du stammst vom Sohn eines Sklavenmädchens der Sakyer ab. Normalerweise nehme ich ayyaputta einfach als Höflichkeitsform, aber hier bedeutet es nicht, dass die Sakyer die Herren waren, sondern dass sie von ihnen abstammten. (Sujato)
Sakyā kho pana, ambaṭṭha, rājānaṁ okkākaṁ pitāmahaṁ dahanti. Doch die Sakyer betrachten den König Okkāka als ihren Großvater. Okkāka (Sanskrit Ikṣvāku) war der legendäre Sohn des ersten Menschen, Manu, und der Begründer der solaren Dynastie von Kosala. Es ist ein Munda-Name, der mit der Einführung des Rohrzuckers (ikṣuḥ) aus Ostasien in Verbindung gebracht werden kann, eine Theorie, die der Jaina-Gelehrte des neunten Jahrhunderts Jinasena befürwortete (Natubhai Shah, Jainism, the World of Conquerors 2004, Bd. 1, S. 15). (Sujato)
Bhūtapubbaṁ, ambaṭṭha, rājā okkāko yā sā mahesī piyā manāpā, tassā puttassa rajjaṁ pariṇāmetukāmo jeṭṭhakumāre raṭṭhasmā pabbājesi—Es war einmal eine Zeit, da wünschte König Okkāka, die Thronfolge auf den Sohn seiner liebsten Königin umzulenken, und verbannte daher die älteren Prinzen aus dem Reich –
okkāmukhaṁ karakaṇḍaṁ hatthinikaṁ sinisūraṁ. Okkāmukha, Karakaṇḍa, Hatthinika und Sinisūra.
Te raṭṭhasmā pabbājitā himavantapasse pokkharaṇiyā tīre mahāsākasaṇḍo, tattha vāsaṁ kappesuṁ. Sie richteten ihr Heim neben einem Lotusteich an den Hängen des Himalaya ein, wo ein großer Wald von Sakhua-Salbäumen wuchs. Die Wörter für „Teak“ (sāka) und „Sal“ (sāla) wurden offenbar von der Munda-Wurzel sarja aus verwechselt (beide kommen in MN 93:11.6 vor). Aber Teak wächst so weit nördlich nicht, daher verwende ich sakhua, das ein alternativer Hindiname für den Salbaum ist. Diese Geschichte legt nahe, dass, als sie sich in ihrer nördlichen Heimat im Schatten des Himalaya niederließen, das Schlagen von Salbäumen eine primäre Quelle des Wohlstands für sie war. Vergleiche Gilgamesch, für den die Libanonzeder die Grundlage für seine königliche Hauptstadt war. (Sujato)
Te jātisambhedabhayā sakāhi bhaginīhi saddhiṁ saṁvāsaṁ kappesuṁ. Aus Furcht, ihre Abstammungslinie zu unterbrechen, schliefen sie mit ihren eigenen – saka – Schwestern. „Eigen“ ist saka, das zweite Wortspiel mit dem Namen Sakya. Inzest ist natürlich in königlichen Familien verbreitet, aus genau dem Grund, der hier angegeben wird. Zu sambheda im Sinn von „auflösen, auslaufen“ siehe AN 2.9:1.5 = DN 26:20.2, AN 5.103:6.4, AN 10.45:4.1. (Sujato)
Atha kho, ambaṭṭha, rājā okkāko amacce pārisajje āmantesi: Da wandte sich König Okkāka an seine Minister und Räte:
‘kahaṁ nu kho, bho, etarahi kumārā sammantī’ti? ‚Wo, werte Herren, haben sich die Prinzen nun niedergelassen?‘ Zu dieser Bedeutung von sammati siehe SN 11.9, SN 11.10. (Sujato)
‘Atthi, deva, himavantapasse pokkharaṇiyā tīre mahāsākasaṇḍo, tatthetarahi kumārā sammanti. ‚Majestät, da ist ein Lotusteich an den Hängen des Himalaya, wo ein großer Wald von Sakhuabäumen wächst. Dort haben sie sich niedergelassen.
Te jātisambhedabhayā sakāhi bhaginīhi saddhiṁ saṁvāsaṁ kappentī’ti. Aus Furcht, ihre Abstammungslinie zu unterbrechen, schlafen sie mit ihren eigenen Schwestern.‘
Atha kho, ambaṭṭha, rājā okkāko udānaṁ udānesi: Darauf, Ambaṭṭha, drückte der König Okkāka dieses innige Gefühl aus:
‘sakyā vata, bho, kumārā, paramasakyā vata, bho, kumārā’ti. ‚Die Prinzen sind wahrhaftig Sakyer! Die Prinzen sind wahrhaftig die besten Sakyer!‘ Das greift auf die beiden Wortspiele von oben zurück. Doch der Kommentar erklärt sakya hier auch als „fähig“ (samatthā, paṭibalā) in Bezug auf ihr Überleben allen Widrigkeiten zum Trotz und verbindet so Sakya mit sakka („fähig“). (Sujato)
Tadagge kho pana, ambaṭṭha, sakyā paññāyanti; so ca nesaṁ pubbapuriso. Von diesem Tag an kannte man die Sakyer, und er war ihr Begründer.
Rañño kho pana, ambaṭṭha, okkākassa disā nāma dāsī ahosi. Nun hatte König Okkāka ein Sklavenmädchen mit Namen Disā. Dāsa („Sklave, abhängiger Diener“) bezieht sich auf die „aus dunklem Mutterleib“ (kṛṣṇayoni, Rigveda 2.20.7) stammenden Feinde der arischen Völker (Rigveda 10.22.8), die nach ihrer Niederlage versklavt wurden (Rigveda 10.62.10). (Sujato)
Sā kaṇhaṁ nāma janesi. Sie gebar einen Jungen mit Namen Schwarz. Die Stelle schwankt zwischen der Behandlung von kaṇha (Sanskrit kṛṣṇa, d. h. Krishna) als Eigennamen, als eine Beschreibung und als ein Wort für einen Kobold. Ich versuche, diese Mehrdeutigkeit einzufangen, indem ich Varianten von „black boy“ („schwarzer Junge“) benutze. | Die Stelle sagt nicht, wer der Vater war. Laut Arthaśāstra 3.13 ist eine Sklavin vor sexueller Belästigung durch ihren Herrn geschützt, aber sollte sie ein Kind von ihm haben, müssen Mutter und Kind freigelassen werden, und wenn der Geschlechtsverkehr nicht einvernehmlich war, muss er an sie eine Strafe zahlen. (Sujato)
Jāto kaṇho pabyāhāsi: Als er geboren war, sagte Schwarzjunge:
‘dhovatha maṁ, amma, nahāpetha maṁ amma, imasmā maṁ asucismā parimocetha, atthāya vo bhavissāmī’ti. ‚Wasch mich, Mama, bade mich! Schaff diesen Schmutz von mir fort! Ich werde für dich ein Segen sein!‘ Wie Siddhattha redete er gleich nach seiner Geburt. Der Junge war kein gewöhnliches Kind, sondern hatte ein weiterreichendes Schicksal. Seine Worte stellen einen dramatischen Kontrast zu Siddhatthas Worten einer selbstbewussten Proklamation dar, auch zu dessen Geburt, die ohne Schmutz oder Unreinheit war. (Sujato)
Yathā kho pana, ambaṭṭha, etarahi manussā pisāce disvā ‘pisācā’ti sañjānanti; Wenn die Leute heutzutage Kobolde sehen, fassen sie sie als Kobolde auf;
evameva kho, ambaṭṭha, tena kho pana samayena manussā pisāce ‘kaṇhā’ti sañjānanti. in jenen Tagen aber fassten sie Kobolde als ‚Schwarzbuben‘ auf.
Te evamāhaṁsu: Sie sagen:
‘ayaṁ jāto pabyāhāsi, kaṇho jāto, pisāco jāto’ti. ‚Er sprach, sobald er geboren war – ein Schwarzbube ist geboren! Ein Kobold ist geboren!‘
Tadagge kho pana, ambaṭṭha, kaṇhāyanā paññāyanti, so ca kaṇhāyanānaṁ pubbapuriso. Von diesem Tag an wurden die Kaṇhāyaner bekannt gemacht, und er war ihr Begründer.
Iti kho te, ambaṭṭha, porāṇaṁ mātāpettikaṁ nāmagottaṁ anussarato ayyaputtā sakyā bhavanti, dāsiputto tvamasi sakyānan”ti. So waren die Sakyer, wenn man sich an den alten Namen und Stamm deiner Mutter und deines Vaters erinnert, die Kinder der Herren, und du stammst vom Sohn eines Sklavenmädchens der Sakyer ab.“
Evaṁ vutte, te māṇavakā bhagavantaṁ etadavocuṁ: Auf diese Worte sagten diese jungen Vedenstudenten zum Buddha:
“mā bhavaṁ gotamo ambaṭṭhaṁ atibāḷhaṁ dāsiputtavādena nimmādesi. „Werter Gotama, bitte beschäme Ambaṭṭha nicht zu sehr, indem du ihn den Sohn eines Sklavenmädchens nennst. Abstammung war für die Brahmanen wichtig, aber die Brāhmaṇa- und Upaniṣaden-Literatur zeigen, dass viele, wie hier, sich mehr um Verhalten und Weisheit sorgten als um die Geburt. (Sujato)
Sujāto ca, bho gotama, ambaṭṭho māṇavo, kulaputto ca ambaṭṭho māṇavo, bahussuto ca ambaṭṭho māṇavo, kalyāṇavākkaraṇo ca ambaṭṭho māṇavo, paṇḍito ca ambaṭṭho māṇavo, pahoti ca ambaṭṭho māṇavo bhotā gotamena saddhiṁ asmiṁ vacane paṭimantetun”ti. Er ist von guter Geburt, ein ehrbarer Mensch, gelehrt, drückt sich gut aus und ist klug. Er ist in der Lage, mit dem werten Gotama über diese Sache zu debattieren.“
Atha kho bhagavā te māṇavake etadavoca: Da sagte der Buddha zu ihnen:
“sace kho tumhākaṁ māṇavakānaṁ evaṁ hoti: „Nun, ihr jungen Vedenstudenten, wenn ihr denkt,
‘dujjāto ca ambaṭṭho māṇavo, akulaputto ca ambaṭṭho māṇavo, appassuto ca ambaṭṭho māṇavo, akalyāṇavākkaraṇo ca ambaṭṭho māṇavo, duppañño ca ambaṭṭho māṇavo, na ca pahoti ambaṭṭho māṇavo samaṇena gotamena saddhiṁ asmiṁ vacane paṭimantetun’ti, tiṭṭhatu ambaṭṭho māṇavo, tumhe mayā saddhiṁ mantavho asmiṁ vacane. Ambaṭṭha sei von schlechter Geburt, kein ehrbarer Mensch, nicht gelehrt, drücke sich nicht gut aus, sei geistlos und nicht in der Lage, mit mir über diese Sache zu debattieren, dann lasst ihn beiseite, und ihr könnt mit mir debattieren.
Sace pana tumhākaṁ māṇavakānaṁ evaṁ hoti: Aber wenn ihr denkt,
‘sujāto ca ambaṭṭho māṇavo, kulaputto ca ambaṭṭho māṇavo, bahussuto ca ambaṭṭho māṇavo, kalyāṇavākkaraṇo ca ambaṭṭho māṇavo, paṇḍito ca ambaṭṭho māṇavo, pahoti ca ambaṭṭho māṇavo samaṇena gotamena saddhiṁ asmiṁ vacane paṭimantetun’ti, tiṭṭhatha tumhe; er sei von guter Geburt, ein ehrbarer Mensch, gelehrt, drücke sich gut aus, sei klug und in der Lage, mit mir über diese Sache zu debattieren, dann solltet ihr beiseitetreten und ihn mit mir debattieren lassen.“
ambaṭṭho māṇavo mayā saddhiṁ paṭimantetū”ti.
“Sujāto ca, bho gotama, ambaṭṭho māṇavo, kulaputto ca ambaṭṭho māṇavo, bahussuto ca ambaṭṭho māṇavo, kalyāṇavākkaraṇo ca ambaṭṭho māṇavo, paṇḍito ca ambaṭṭho māṇavo, pahoti ca ambaṭṭho māṇavo bhotā gotamena saddhiṁ asmiṁ vacane paṭimantetuṁ, tuṇhī mayaṁ bhavissāma, ambaṭṭho māṇavo bhotā gotamena saddhiṁ asmiṁ vacane paṭimantetū”ti. „Er ist in der Lage, mit dir zu debattieren. Wir werden schweigen und Ambaṭṭha mit dem werten Gotama debattieren lassen.“
Atha kho bhagavā ambaṭṭhaṁ māṇavaṁ etadavoca: Und der Buddha sagte zu Ambaṭṭha:
“ayaṁ kho pana te, ambaṭṭha, sahadhammiko pañho āgacchati, akāmā byākātabbo. „Nun, Ambaṭṭha, da ist eine berechtigte Frage, die aufkommt. Du wirst sie nicht mögen, aber du solltest dennoch antworten.
Sace tvaṁ na byākarissasi, aññena vā aññaṁ paṭicarissasi, tuṇhī vā bhavissasi, pakkamissasi vā ettheva te sattadhā muddhā phalissati. Wenn du nicht antwortest, indem du dem Problem ausweichst, schweigst oder weggehst, wird dein Kopf eben hier in sieben Stücke zerspringen. Das ist eine gebräuchliche Drohung, die von vedischen Texten übernommen wurde. (Sujato)
Taṁ kiṁ maññasi, ambaṭṭha, Was denkst du, Ambaṭṭha?
kinti te sutaṁ brāhmaṇānaṁ vuddhānaṁ mahallakānaṁ ācariyapācariyānaṁ bhāsamānānaṁ kutopabhutikā kaṇhāyanā, ko ca kaṇhāyanānaṁ pubbapuriso”ti? Nach dem, was du von älteren und ehrwürdigen Brahmanen gehört hast, den Lehrmeistern der Lehrmeister: Was ist der Ursprung der Kaṇhāyaner, und wer ist ihr Begründer?“ In seinen rhetorischen Zweikämpfen mit provokativen Brahmanen zeigte der Buddha oft seine genaue Kenntnis ihrer Doktrinen. (Sujato)
Evaṁ vutte, ambaṭṭho māṇavo tuṇhī ahosi. Daraufhin schwieg Ambaṭṭha.
Dutiyampi kho bhagavā ambaṭṭhaṁ māṇavaṁ etadavoca: Zum zweiten Mal stellte der Buddha seine Frage,
“taṁ kiṁ maññasi, ambaṭṭha, kinti te sutaṁ brāhmaṇānaṁ vuddhānaṁ mahallakānaṁ ācariyapācariyānaṁ bhāsamānānaṁ kutopabhutikā kaṇhāyanā, ko ca kaṇhāyanānaṁ pubbapuriso”ti?
Dutiyampi kho ambaṭṭho māṇavo tuṇhī ahosi. und zum zweiten Mal schwieg Ambaṭṭha.
Atha kho bhagavā ambaṭṭhaṁ māṇavaṁ etadavoca: Da sagte der Buddha zu ihm:
“byākarohi dāni, ambaṭṭha, na dāni, te tuṇhībhāvassa kālo. „Antworte nun, Ambaṭṭha. Jetzt ist nicht die Zeit, zu schweigen.
Yo kho, ambaṭṭha, tathāgatena yāvatatiyakaṁ sahadhammikaṁ pañhaṁ puṭṭho na byākaroti, etthevassa sattadhā muddhā phalissatī”ti. Wenn jemand eine berechtigte Frage, die ihm vom Buddha dreimal gestellt wurde, nicht beantwortet, wird sein Kopf eben da in sieben Stücke zerspringen.“
Tena kho pana samayena vajirapāṇī yakkho mahantaṁ ayokūṭaṁ ādāya ādittaṁ sampajjalitaṁ sajotibhūtaṁ ambaṭṭhassa māṇavassa upari vehāsaṁ ṭhito hoti: Nun stand zu dieser Zeit der Geist Vajirapāṇī über Ambaṭṭha in der Luft und hielt einen gewaltigen eisernen Wurfspieß, der brannte, loderte und flammte, und dachte: Vajirapāṇī („Blitz in der Hand“) erscheint nur hier und in der parallelen Passage in MN 35:14.1. Der Kommentar setzt ihn mit Sakka gleich. Viel später übernahmen Mahāyāna-Texte den Namen für einen grimmigen Bodhisattva, der ein Beschützer des Dhamma war. (Sujato)
“sacāyaṁ ambaṭṭho māṇavo bhagavatā yāvatatiyakaṁ sahadhammikaṁ pañhaṁ puṭṭho na byākarissati, etthevassa sattadhā muddhaṁ phālessāmī”ti. „Wenn dieser Ambaṭṭha nicht antwortet, wenn er zum dritten Mal gefragt wird, werde ich seinen Kopf eben da in sieben Stücke zerspringen lassen!“
Taṁ kho pana vajirapāṇiṁ yakkhaṁ bhagavā ceva passati ambaṭṭho ca māṇavo. Und sowohl der Buddha als auch Ambaṭṭha konnten Vajirapāṇī sehen.
Atha kho ambaṭṭho māṇavo bhīto saṁviggo lomahaṭṭhajāto bhagavantaṁyeva tāṇaṁ gavesī bhagavantaṁyeva leṇaṁ gavesī bhagavantaṁyeva saraṇaṁ gavesī upanisīditvā bhagavantaṁ etadavoca: Ambaṭṭha war panisch und erschüttert und seine Haare sträubten sich. Indem er beim Buddha Schutz, Sicherheit und Zuflucht suchte, setzte er sich nahe zu ihm und sagte: Upanisīdati weist auf die Ableitung von upaniṣad als „nahebei sitzen“ hin.
“kimetaṁ bhavaṁ gotamo āha? „Was hast du gesagt?
Punabhavaṁ gotamo bravitū”ti. Bitte wiederhole die Frage.“
“Taṁ kiṁ maññasi, ambaṭṭha, „Was denkst du, Ambaṭṭha?
kinti te sutaṁ brāhmaṇānaṁ vuddhānaṁ mahallakānaṁ ācariyapācariyānaṁ bhāsamānānaṁ kutopabhutikā kaṇhāyanā, ko ca kaṇhāyanānaṁ pubbapuriso”ti? Nach dem, was du von älteren und ehrwürdigen Brahmanen gehört hast, den Lehrmeistern der Lehrmeister: Was ist der Ursprung der Kaṇhāyaner, und wer ist ihr Begründer?“
“Evameva me, bho gotama, sutaṁ yatheva bhavaṁ gotamo āha. „Ich habe gehört, werter Gotama, dass es geradeso ist, wie du sagst.
Tatopabhutikā kaṇhāyanā; Das ist der Ursprung der Kaṇhāyaner,
so ca kaṇhāyanānaṁ pubbapuriso”ti. und das ist ihr Begründer.“
2.5. Ambaṭṭhavaṁsakathā 2.5. Die Diskussion über Ambaṭṭhas Erbe
Evaṁ vutte, te māṇavakā unnādino uccāsaddamahāsaddā ahesuṁ: Auf diese Worte machten diese jungen Vedenstudenten einen Tumult:
“dujjāto kira, bho, ambaṭṭho māṇavo; akulaputto kira, bho, ambaṭṭho māṇavo; dāsiputto kira, bho, ambaṭṭho māṇavo sakyānaṁ. Ayyaputtā kira, bho, ambaṭṭhassa māṇavassa sakyā bhavanti. „Es erweist sich, dass Ambaṭṭha von schlechter Geburt ist, kein ehrbarer Mensch, der Sohn eines Sklavenmädchens der Sakyer, und dass die Sakyer Söhne seiner Herren sind!
Dhammavādiṁyeva kira mayaṁ samaṇaṁ gotamaṁ apasādetabbaṁ amaññimhā”ti. Und es scheint, dass der Asket Gotama nur die Wahrheit gesprochen hat, obwohl wir uns erdreisteten, ihn zurechtzuweisen!“
Atha kho bhagavato etadahosi: Da kam dem Buddha in den Sinn:
“atibāḷhaṁ kho ime māṇavakā ambaṭṭhaṁ māṇavaṁ dāsiputtavādena nimmādenti, yannūnāhaṁ parimoceyyan”ti. „Diese jungen Vedenstudenten beschämen Ambaṭṭha zu sehr, indem sie ihn den Sohn eines Sklavenmädchens nennen. Warum helfe ich ihm nicht da heraus?“
Atha kho bhagavā te māṇavake etadavoca: Und der Buddha sagte zu den jungen Vedenstudenten:
“mā kho tumhe, māṇavakā, ambaṭṭhaṁ māṇavaṁ atibāḷhaṁ dāsiputtavādena nimmādetha. „Ihr jungen Vedenstudenten, bitte beschämt Ambaṭṭha nicht zu sehr, indem ihr ihn den Sohn eines Sklavenmädchens nennt.
Uḷāro so kaṇho isi ahosi. Dieser Schwarzjunge war ein bedeutender Seher. Die abwertenden Bedeutungen von „schwarzer Junge“ stehen für die konservative brahmanische Ansicht und werden nicht im Sinn einer Billigung präsentiert, sondern als rhetorisches Mittel, um Ambaṭṭhas Stolz zu untergraben. Der Buddha zeigt nun, wie ein Mann von vermeintlich niederer Geburt zu herausragender spiritueller Größe aufstieg. (Sujato)
So dakkhiṇajanapadaṁ gantvā brahmamante adhīyitvā rājānaṁ okkākaṁ upasaṅkamitvā maddarūpiṁ dhītaraṁ yāci. Er ging in ein Land im Süden und lernte den Göttlichen Zauberspruch. Dann begab er sich zu König Okkāka und hielt um die Hand seiner Tochter Maddarūpī an. „Göttlicher Zauberspruch“ ist brahmamanta, ein Ausdruck von einmaligem Vorkommen im Pali. Im modernen Hinduismus wird er für eine Strophe des Lobpreises Brahmas gebraucht, aber das ist hier nicht gemeint. Kaṇha ist einer von mehreren „dunklen Eremiten“, die im Süden mächtige und Traditionen sprengende Kraft erwarben. (Sujato)
Tassa rājā okkāko: Der König sagte zu ihm:
‘ko nevaṁ re ayaṁ mayhaṁ dāsiputto samāno maddarūpiṁ dhītaraṁ yācatī’ti, kupito anattamano khurappaṁ sannayhi. ‚Wer zum Teufel ist dieser Sohn eines Sklavenmädchens, dass er um die Hand meiner Tochter anhält!‘ Zornig und aufgebracht legte er einen Pfeil mit rasiermesserscharfer Spitze an. Die Hindugottheit Krishna gewann die Hand seiner siebten Frau Lakṣmaṇā, die auch als Madrī bekannt ist, bei einem Wettkampf im Bogenschießen. Dieses Detail ist zu präzise, um ein Zufall zu sein, und beweist, dass es eine gemeinsame Grundlage zwischen den beiden Figuren geben muss. (Sujato)
So taṁ khurappaṁ neva asakkhi muñcituṁ, no paṭisaṁharituṁ. Aber er konnte ihn weder abschießen noch wieder locker lassen.
Atha kho, māṇavakā, amaccā pārisajjā kaṇhaṁ isiṁ upasaṅkamitvā etadavocuṁ: Da begaben sich die Minister und Räte zu dem Seher Schwarzjunge und sagten:
‘sotthi, bhaddante, hotu rañño; ‚Verschone den König, Herr,
sotthi, bhaddante, hotu rañño’ti. verschone ihn!‘
‘Sotthi bhavissati rañño, api ca rājā yadi adho khurappaṁ muñcissati, yāvatā rañño vijitaṁ, ettāvatā pathavī undriyissatī’ti. ‚Der König wird sicher sein. Aber wenn er den Pfeil nach unten schießt, wird es im ganzen Reich ein Erdbeben geben.‘ Das schöpft aus dem alten Glauben, dass die Handlungen des Königs sich auf die natürliche Ordnung der Dinge auswirken. (Sujato)
‘Sotthi, bhaddante, hotu rañño, sotthi janapadassā’ti. ‚Verschone den König, Herr, und verschone das Land!‘
‘Sotthi bhavissati rañño, sotthi janapadassa, api ca rājā yadi uddhaṁ khurappaṁ muñcissati, yāvatā rañño vijitaṁ, ettāvatā satta vassāni devo na vassissatī’ti. ‚Der König und das Land werden sicher sein. Aber wenn er den Pfeil nach oben schießt, werden die Himmel im ganzen Reich sieben Jahre lang nicht regnen.‘
‘Sotthi, bhaddante, hotu rañño sotthi janapadassa devo ca vassatū’ti. ‚Verschone den König, Herr, verschone das Land, und lass die Himmel regnen!‘ Diese Sequenz scheint ein Entstehungsmythos zu sein, der gewisse Riten des Königtums und der Nachfolge erklärt und eine Entstehungsgeschichte für dieses Gebet liefert. (Sujato)
‘Sotthi bhavissati rañño sotthi janapadassa devo ca vassissati, api ca rājā jeṭṭhakumāre khurappaṁ patiṭṭhāpetu, sotthi kumāro pallomo bhavissatī’ti. ‚Der König und das Land werden sicher sein, und die Himmel werden regnen. Und wenn der König den Pfeil auf den Kronprinzen schießt, wird dieser sicher und unbeeindruckt sein.‘ Nationaler Wohlstand wird durch symbolischen Königsmord sichergestellt. Dieses Beispiel wurde in Frazers Darstellung solcher stellvertretender Opfer ausgelassen. Hier gibt es eine doppelte Stellvertretung: Der Prinz tritt an die Stelle des Königs, und dann tritt eine Drohung an die Stelle des Akts des Tötens. Das legt nahe, dass, selbst aus der legendären Perspektive dieser Geschichte in einer Geschichte, der Ritus alt war und sich durch verschiedene Stadien hindurch entwickelt hatte. (Sujato)
Atha kho, māṇavakā, amaccā okkākassa ārocesuṁ: Da sagten die Minister zu Okkāka: Der Gebrauch des bloßen persönlichen Namens für den König ist ungewöhnlich. (Sujato)
‘okkāko jeṭṭhakumāre khurappaṁ patiṭṭhāpetu. Sotthi kumāro pallomo bhavissatī’ti. ‚Okkāka muss den Pfeil auf den Kronprinzen schießen. Er wird sicher und unbeeindruckt sein.‘
Atha kho rājā okkāko jeṭṭhakumāre khurappaṁ patiṭṭhapesi, sotthi kumāro pallomo samabhavi. Da schoss der König Okkāka den Pfeil auf den Kronprinzen. Und dieser war sicher und unbeeindruckt.
Atha kho tassa rājā okkāko bhīto saṁviggo lomahaṭṭhajāto brahmadaṇḍena tajjito maddarūpiṁ dhītaraṁ adāsi. Da war der König panisch und erschüttert und seine Haare sträubten sich. Aus Furcht vor der göttlichen Strafe gab er die Hand seiner Tochter Maddarūpī. „Göttliche Strafe“ ist brahmadaṇḍa und greift zurück auf den „göttlichen Zauberspruch“ (brahmamantra). Der Buddha hatte seine eigene Version von brahmadaṇḍa, die darin bestand, jemanden mit Schweigen zu behandeln (DN 16:6.4.1). (Sujato)
Mā kho tumhe, māṇavakā, ambaṭṭhaṁ māṇavaṁ atibāḷhaṁ dāsiputtavādena nimmādetha, uḷāro so kaṇho isi ahosī”ti. Ihr jungen Vedenstudenten, bitte beschämt Ambaṭṭha nicht zu sehr, indem ihr ihn den Sohn eines Sklavenmädchens nennt. Dieser Schwarzjunge war ein bedeutender Seher.“
3. Khattiyaseṭṭhabhāva 3. Die Überlegenheit der Adligen
Atha kho bhagavā ambaṭṭhaṁ māṇavaṁ āmantesi: Dann wandte sich der Buddha an Ambaṭṭha:
“Taṁ kiṁ maññasi, ambaṭṭha, „Was denkst du, Ambaṭṭha?
idha khattiyakumāro brāhmaṇakaññāya saddhiṁ saṁvāsaṁ kappeyya, tesaṁ saṁvāsamanvāya putto jāyetha. Da würde ein adliger Junge mit einem Brahmanenmädchen schlafen und sie bekämen einen Sohn.
Yo so khattiyakumārena brāhmaṇakaññāya putto uppanno, api nu so labhetha brāhmaṇesu āsanaṁ vā udakaṁ vā”ti? Würde er von den Brahmanen einen Sitz und Wasser erhalten?“
“Labhetha, bho gotama”. „Das würde er, werter Gotama.“
“Api nu naṁ brāhmaṇā bhojeyyuṁ saddhe vā thālipāke vā yaññe vā pāhune vā”ti? „Und würden die Brahmanen ihm bei einer Essensspende für die Ahnen, bei der Spende einer Milchreistafel, bei einem Opfer oder einem Festmahl für Gäste zu essen geben?“
“Bhojeyyuṁ, bho gotama”. „Das würden sie.“
“Api nu naṁ brāhmaṇā mante vāceyyuṁ vā no vā”ti? „Und würden die Brahmanen ihn die Hymnen lehren oder nicht?“
“Vāceyyuṁ, bho gotama”. „Sie würden es tun.“
“Api nussa itthīsu āvaṭaṁ vā assa anāvaṭaṁ vā”ti? „Und würde er von den Frauen ferngehalten oder nicht?“ In MN 56:19.2 wird āvaṭa /anāvaṭa in Bezug auf Upāli benutzt, der „sein Tor“ vor den Jainas „verschloss“ und es für die Buddhisten öffnete. In DN 17:1.23.2 bedeutet anāvaṭa „offen für die Allgemeinheit“. (Sujato)
“Anāvaṭaṁ hissa, bho gotama”. „Das würde er nicht.“
“Api nu naṁ khattiyā khattiyābhisekena abhisiñceyyun”ti? „Und würden die Adligen ihn zum König salben?“
“No hidaṁ, bho gotama”. „Nein, werter Gotama.
“Taṁ kissa hetu”? Warum ist das so?
“Mātito hi, bho gotama, anupapanno”ti. Weil seine mütterliche Seite unpassend wäre.“
“Taṁ kiṁ maññasi, ambaṭṭha, „Was denkst du, Ambaṭṭha?
idha brāhmaṇakumāro khattiyakaññāya saddhiṁ saṁvāsaṁ kappeyya, tesaṁ saṁvāsamanvāya putto jāyetha. Da würde ein Brahmanenjunge mit einem adligen Mädchen schlafen und sie bekämen einen Sohn.
Yo so brāhmaṇakumārena khattiyakaññāya putto uppanno, api nu so labhetha brāhmaṇesu āsanaṁ vā udakaṁ vā”ti? Würde er von den Brahmanen einen Sitz und Wasser erhalten?“
“Labhetha, bho gotama”. „Das würde er, werter Gotama.“
“Api nu naṁ brāhmaṇā bhojeyyuṁ saddhe vā thālipāke vā yaññe vā pāhune vā”ti? „Und würden die Brahmanen ihm bei einer Essensspende für die Ahnen, bei der Spende einer Milchreistafel, bei einem Opfer oder einem Festmahl für Gäste zu essen geben?“
“Bhojeyyuṁ, bho gotama”. „Das würden sie.“
“Api nu naṁ brāhmaṇā mante vāceyyuṁ vā no vā”ti? „Und würden die Brahmanen ihn die Hymnen lehren oder nicht?“
“Vāceyyuṁ, bho gotama”. „Sie würden es tun.“
“Api nussa itthīsu āvaṭaṁ vā assa anāvaṭaṁ vā”ti? „Und würde er von den Frauen ferngehalten oder nicht?“
“Anāvaṭaṁ hissa, bho gotama”. „Das würde er nicht.“
“Api nu naṁ khattiyā khattiyābhisekena abhisiñceyyun”ti? „Und würden die Adligen ihn zum König salben?“
“No hidaṁ, bho gotama”. „Nein, werter Gotama.
“Taṁ kissa hetu”? Warum ist das so?
“Pitito hi, bho gotama, anupapanno”ti. Weil seine väterliche Seite unpassend wäre.“
“Iti kho, ambaṭṭha, itthiyā vā itthiṁ karitvā purisena vā purisaṁ karitvā khattiyāva seṭṭhā, hīnā brāhmaṇā. „Und somit, Ambaṭṭha, stehen die Adligen höher und die Brahmanen tiefer, ob man nun Frauen mit Frauen oder Männer mit Männern vergleicht.
Taṁ kiṁ maññasi, ambaṭṭha, Was denkst du, Ambaṭṭha?
idha brāhmaṇā brāhmaṇaṁ kismiñcideva pakaraṇe khuramuṇḍaṁ karitvā bhassapuṭena vadhitvā raṭṭhā vā nagarā vā pabbājeyyuṁ. Da würden die Brahmanen aus irgendeinem Grund einem Brahmanen den Kopf scheren, ihn mit einem Sack voll Asche überschütten und ihn aus dem Land oder der Stadt verbannen.
Api nu so labhetha brāhmaṇesu āsanaṁ vā udakaṁ vā”ti? Würde er von den Brahmanen einen Sitz und Wasser erhalten?“
“No hidaṁ, bho gotama”. „Das würde er nicht, werter Gotama.“
“Api nu naṁ brāhmaṇā bhojeyyuṁ saddhe vā thālipāke vā yaññe vā pāhune vā”ti? „Und würden die Brahmanen ihm bei einer Essensspende für die Ahnen, bei der Spende einer Milchreistafel, bei einem Opfer oder einem Festmahl für Gäste zu essen geben?“
“No hidaṁ, bho gotama”. „Das würden sie nicht.“
“Api nu naṁ brāhmaṇā mante vāceyyuṁ vā no vā”ti? „Und würden die Brahmanen ihn die Hymnen lehren oder nicht?“
“No hidaṁ, bho gotama”. „Sie würden es nicht tun.“
“Api nussa itthīsu āvaṭaṁ vā assa anāvaṭaṁ vā”ti? „Und würde er von den Frauen ferngehalten oder nicht?“
“Āvaṭaṁ hissa, bho gotama”. „Das würde er.“
“Taṁ kiṁ maññasi, ambaṭṭha, „Was denkst du, Ambaṭṭha?
idha khattiyā khattiyaṁ kismiñcideva pakaraṇe khuramuṇḍaṁ karitvā bhassapuṭena vadhitvā raṭṭhā vā nagarā vā pabbājeyyuṁ. Da würden die Adligen aus irgendeinem Grund einem Adligen den Kopf scheren, ihn mit einem Sack voll Asche überschütten und ihn aus dem Land oder der Stadt verbannen.
Api nu so labhetha brāhmaṇesu āsanaṁ vā udakaṁ vā”ti? Würde er von den Brahmanen einen Sitz und Wasser erhalten?“
“Labhetha, bho gotama”. „Das würde er, werter Gotama.“
“Api nu naṁ brāhmaṇā bhojeyyuṁ saddhe vā thālipāke vā yaññe vā pāhune vā”ti? „Und würden die Brahmanen ihm bei einer Essensspende für die Ahnen, bei der Spende einer Milchreistafel, bei einem Opfer oder einem Festmahl für Gäste zu essen geben?“
“Bhojeyyuṁ, bho gotama”. „Das würden sie.“
“Api nu naṁ brāhmaṇā mante vāceyyuṁ vā no vā”ti? „Und würden die Brahmanen ihn die Hymnen lehren oder nicht?“
“Vāceyyuṁ, bho gotama”. „Sie würden es tun.“
“Api nussa itthīsu āvaṭaṁ vā assa anāvaṭaṁ vā”ti? „Und würde er von den Frauen ferngehalten oder nicht?“
“Anāvaṭaṁ hissa, bho gotama”. „Das würde er nicht.“
“Ettāvatā kho, ambaṭṭha, khattiyo paramanihīnataṁ patto hoti, yadeva naṁ khattiyā khuramuṇḍaṁ karitvā bhassapuṭena vadhitvā raṭṭhā vā nagarā vā pabbājenti. „An diesem Punkt, Ambaṭṭha, hat dieser Adlige einen Tiefpunkt erreicht, sein Kopf wurde geschoren, er wurde mit einem Sack voll Asche überschüttet und aus dem Land oder der Stadt verbannt.
Iti kho, ambaṭṭha, yadā khattiyo paramanihīnataṁ patto hoti, tadāpi khattiyāva seṭṭhā, hīnā brāhmaṇā. Und doch stehen die Adligen höher und die Brahmanen tiefer.
Brahmunā pesā, ambaṭṭha, sanaṅkumārena gāthā bhāsitā: Auch der Brahmā Sanaṅkumāra sprach diese Strophe: Sanaṅkumāra („der Ewig-Junge“) wurde eine Hindu-Gottheit, die eng mit der Verehrung Krishnas verbunden ist. Er erscheint erstmals im siebten Kapitel der Chāndogya-Upaniṣad. Dort lehrt er den gelehrten Nārada, was unter der bloßen Oberfläche von Worten (nāma) liegt, indem er eine fortschreitende Meditationsanleitung gibt, die letztendlich das höchste Selbst offenbart. Somit ist er die perfekte Kontrastfigur zu Ambaṭṭha. (Sujato)
‘Khattiyo seṭṭho janetasmiṁ, ‚Der Adlige ist der Beste unter den Menschen,
ye gottapaṭisārino; die den Stamm zum Maßstab nehmen.
Vijjācaraṇasampanno, Aber wer im Wissen und Verhalten vollendet ist,
so seṭṭho devamānuse’ti. ist Erster unter Göttern und Menschen.‘
Sā kho panesā, ambaṭṭha, brahmunā sanaṅkumārena gāthā sugītā no duggītā, subhāsitā no dubbhāsitā, atthasaṁhitā no anatthasaṁhitā, anumatā mayā. Diese Strophe wurde vom Brahmā Sanaṅkumāra gut gesungen, nicht schlecht gesungen; gut gesprochen, nicht schlecht gesprochen. Sie ist nützlich, nicht nutzlos, und ich stimmte ihr zu.
Ahampi hi, ambaṭṭha, evaṁ vadāmi—Denn auch ich sage:
Khattiyo seṭṭho janetasmiṁ, Der Adlige ist der Beste unter den Menschen,
ye gottapaṭisārino; die den Stamm zum Maßstab nehmen.
Vijjācaraṇasampanno, Aber wer im Wissen und Verhalten vollendet ist,
so seṭṭho devamānuse”ti. ist Erster unter Göttern und Menschen.“
Bhāṇavāro paṭhamo. Der erste Abschnitt zum Aufsagen.
4. Vijjācaraṇakathā 4. Wissen und Verhalten
“Katamaṁ pana taṁ, bho gotama, caraṇaṁ, katamā ca pana sā vijjā”ti? „Aber werter Gotama, was ist dieses Verhalten, was ist dieses Wissen?“ Man muss Ambaṭṭha zugute halten, dass er nach dieser gründlichen Demütigung bereit ist, zu lernen. (Sujato)
“Na kho, ambaṭṭha, anuttarāya vijjācaraṇasampadāya jātivādo vā vuccati, gottavādo vā vuccati, mānavādo vā vuccati: „Ambaṭṭha, im unübertrefflichen Wissen und Verhalten gibt es keine Diskussion über Stammbaum oder Stamm oder Stolz: Ich lese anuttarāya vijjācaraṇasampadāya als Lokativ, in Übereinstimmung mit yattha weiter unten. (Sujato)
‘arahasi vā maṁ tvaṁ, na vā maṁ tvaṁ arahasī’ti. ‚Du verdienst mich‘ oder ‚Du verdienst mich nicht‘.
Yattha kho, ambaṭṭha, āvāho vā hoti, vivāho vā hoti, āvāhavivāho vā hoti, etthetaṁ vuccati jātivādo vā itipi gottavādo vā itipi mānavādo vā itipi: Da, wo es in die Ehe geben und nehmen gibt, da gibt es eine solche Diskussion.
‘arahasi vā maṁ tvaṁ, na vā maṁ tvaṁ arahasī’ti.
Ye hi keci, ambaṭṭha, jātivādavinibaddhā vā gottavādavinibaddhā vā mānavādavinibaddhā vā āvāhavivāhavinibaddhā vā, ārakā te anuttarāya vijjācaraṇasampadāya. Jeder, der an Fragen des Stammbaums oder des Stammes oder des Stolzes gekettet ist oder daran, in die Ehe zu geben und zu nehmen, ist vom unübertrefflichen Wissen und Verhalten weit entfernt.
Pahāya kho, ambaṭṭha, jātivādavinibaddhañca gottavādavinibaddhañca mānavādavinibaddhañca āvāhavivāhavinibaddhañca anuttarāya vijjācaraṇasampadāya sacchikiriyā hotī”ti. Die Verwirklichung des unübertrefflichen Wissens und Verhaltens geschieht, wenn man solche Dinge aufgegeben hat.“ Der Buddha betont, dass sein „Wissen und Verhalten“ die Vorstellung der Wichtigkeit der Geburt zurückweist, die für den Brahmanismus so wesentlich ist. (Sujato)
“Katamaṁ pana taṁ, bho gotama, caraṇaṁ, katamā ca sā vijjā”ti? „Aber werter Gotama, was ist dieses Verhalten, was ist dieses Wissen?“
“Idha, ambaṭṭha, tathāgato loke uppajjati arahaṁ sammāsambuddho vijjācaraṇasampanno sugato lokavidū anuttaro purisadammasārathi satthā devamanussānaṁ buddho bhagavā. „Ambaṭṭha, da erscheint ein Klargewordener in der Welt, ein Vollendeter, ein vollkommen erwachter Buddha, von vollendetem Wissen und Verhalten, heilig, Kenner der Welt, unübertrefflicher Anleiter für alle, die schulungsfähig sind, Lehrer von Göttern und Menschen, erwacht, gesegnet.
So imaṁ lokaṁ sadevakaṁ samārakaṁ sabrahmakaṁ sassamaṇabrāhmaṇiṁ pajaṁ sadevamanussaṁ sayaṁ abhiññā sacchikatvā pavedeti. Er hat diese Welt – mit ihren Göttern, Māras und Brahmās, mit dieser Bevölkerung mit ihren Asketen und Brahmanen, Göttern und Menschen – durch eigene Einsicht erkannt und erklärt sie anderen.
So dhammaṁ deseti ādikalyāṇaṁ majjhekalyāṇaṁ pariyosānakalyāṇaṁ sātthaṁ sabyañjanaṁ kevalaparipuṇṇaṁ parisuddhaṁ brahmacariyaṁ pakāseti. Er verkündet eine Lehre, die am Anfang gut, in der Mitte gut und am Ende gut ist, bedeutsam und gut ausgedrückt. Und er legt eine geistliche Übung dar, die ganz vollständig und rein ist.
Taṁ dhammaṁ suṇāti gahapati vā gahapatiputto vā aññatarasmiṁ vā kule paccājāto. Ein Hausbesitzer hört diese Lehre, oder das Kind eines Hausbesitzers oder jemand, der in einer guten Familie wiedergeboren ist.
So taṁ dhammaṁ sutvā tathāgate saddhaṁ paṭilabhati. Er fasst Vertrauen zum Klargewordenen
So tena saddhāpaṭilābhena samannāgato iti paṭisañcikkhati …pe… und überlegt … Der Palitext kürzt die stufenweise Schulung in diesem Sutta und den folgenden ab. Es wird erwartet, dass der Leser sie versteht wie in DN 2. Man beachte jedoch, dass die Suttas manchmal kleine Unterschiede in ihrem Blickwinkel haben, die eine Rekonstruktion schwierig machen. (Sujato)
So vivicceva kāmehi, vivicca akusalehi dhammehi, savitakkaṁ savicāraṁ vivekajaṁ pītisukhaṁ paṭhamaṁ jhānaṁ upasampajja viharati …pe… Ganz abgeschieden von den Sinnenfreuden, abgeschieden von untauglichen Eigenschaften, tritt er in die erste Vertiefung ein und verweilt darin …
idampissa hoti caraṇasmiṁ. Das ist Teil seines Verhaltens.
Puna caparaṁ, ambaṭṭha, bhikkhu vitakkavicārānaṁ vūpasamā ajjhattaṁ sampasādanaṁ cetaso ekodibhāvaṁ avitakkaṁ avicāraṁ samādhijaṁ pītisukhaṁ dutiyaṁ jhānaṁ upasampajja viharati …pe… Wenn dann das Ausrichten und Halten des Geistes sich beruhigt, tritt ein Mönch in die zweite Vertiefung ein und verweilt darin …
idampissa hoti caraṇasmiṁ. Das ist Teil seines Verhaltens.
Puna caparaṁ, ambaṭṭha, bhikkhu pītiyā ca virāgā upekkhako ca viharati sato ca sampajāno, sukhañca kāyena paṭisaṁvedeti, yaṁ taṁ ariyā ācikkhanti: ‘upekkhako satimā sukhavihārī’ti, tatiyaṁ jhānaṁ upasampajja viharati …pe… Mit dem Schwinden der Ekstase tritt er dann in die dritte Vertiefung ein und verweilt darin …
idampissa hoti caraṇasmiṁ. Das ist Teil seines Verhaltens.
Puna caparaṁ, ambaṭṭha, bhikkhu sukhassa ca pahānā dukkhassa ca pahānā, pubbeva somanassadomanassānaṁ atthaṅgamā adukkhamasukhaṁ upekkhāsatipārisuddhiṁ catutthaṁ jhānaṁ upasampajja viharati …pe… Indem er Glück und Schmerz aufgibt, und mit dem Vergehen früherer Fröhlichkeit und Traurigkeit, tritt er dann in die vierte Vertiefung ein und verweilt darin …
idampissa hoti caraṇasmiṁ. Das ist Teil seines Verhaltens.
Idaṁ kho taṁ, ambaṭṭha, caraṇaṁ. Das ist dieses Verhalten.
So evaṁ samāhite citte parisuddhe pariyodāte anaṅgaṇe vigatūpakkilese mudubhūte kammaniye ṭhite āneñjappatte ñāṇadassanāya cittaṁ abhinīharati abhininnāmeti …pe… Wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, dann streckt er ihn aus und projiziert ihn auf das Erkennen und Sehen.
idampissa hoti vijjāya …pe… Das ist Teil seines Wissens.
nāparaṁ itthattāyāti pajānāti, Er versteht: ‚… es gibt nichts weiter für diesen Ort.‘
idampissa hoti vijjāya. Das ist Teil seines Wissens.
Ayaṁ kho sā, ambaṭṭha, vijjā. Das ist dieses Wissen.
Ayaṁ vuccati, ambaṭṭha, bhikkhu ‘vijjāsampanno’ itipi, ‘caraṇasampanno’ itipi, ‘vijjācaraṇasampanno’ itipi. Von diesem Mönch heißt es, er sei ‚im Wissen vollendet‘ und auch ‚im Verhalten vollendet‘ und auch ‚im Wissen und Verhalten vollendet‘.
Imāya ca, ambaṭṭha, vijjāsampadāya caraṇasampadāya ca aññā vijjāsampadā ca caraṇasampadā ca uttaritarā vā paṇītatarā vā natthi. Und, Ambaṭṭha, es gibt keine Vollendung im Wissen und Verhalten, die besser oder erlesener wäre als diese.
5. Catuapāyamukha 5. Vier Gründe für das Ausscheiden
Imāya kho, ambaṭṭha, anuttarāya vijjācaraṇasampadāya cattāri apāyamukhāni bhavanti. Es gibt vier Gründe für das Ausscheiden aus diesem unübertrefflichen Wissen und Verhalten. Im späteren Theravāda bezieht sich apāyamukha auf Taten, die zu einer Wiedergeburt in niederen Bereichen führen. Das trifft allerdings auf die frühen Texte nicht zu; die Handlungen, die hier beschrieben sind, sind nicht böse. Vielmehr bedeutet es eine „Öffnung“ (mukha) zur „Abreise“ (apāya). (Sujato)
Katamāni cattāri? Welche vier?
Idha, ambaṭṭha, ekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā imaññeva anuttaraṁ vijjācaraṇasampadaṁ anabhisambhuṇamāno khārividhamādāya araññāyatanaṁ ajjhogāhati: Zunächst ist da ein Asket oder Brahmane, der, da er es nicht schafft, dieses unübertreffliche Wissen und Verhalten zu erlangen, in ein Wildnisgebiet eintaucht, wobei er sein Bündel mit einer Schulterstange trägt:
‘pavattaphalabhojano bhavissāmī’ti. ‚Ich werde durchkommen, indem ich mich von herabgefallenen Früchten ernähre.‘ Eine verbreitete Praxis vorbuddhistischer Eremiten, die es vermieden, Pflanzen auch nur im Geringsten zu beschädigen. Buddhistische Mönche und Nonnen sollen auch keine Pflanzen beschädigen, aber sie verlassen sich auf Almosen und essen nur im Fall einer Hungersnot herabgefallene Früchte. (Sujato)
So aññadatthu vijjācaraṇasampannasseva paricārako sampajjati. Er gedeiht eigentlich nur, wenn er jemandem dient, der im Wissen und Verhalten vollendet ist. Der Buddha dreht Ambaṭṭhas frühere Behauptung um, dass die andern drei Kasten nur Erfolg hätten, wenn sie den Brahmanen dienten (DN 3:1.14.7). (Sujato)
Imāya kho, ambaṭṭha, anuttarāya vijjācaraṇasampadāya idaṁ paṭhamaṁ apāyamukhaṁ bhavati. Das ist der erste Grund für das Ausscheiden aus diesem unübertrefflichen Wissen und Verhalten.
Puna caparaṁ, ambaṭṭha, idhekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā imañceva anuttaraṁ vijjācaraṇasampadaṁ anabhisambhuṇamāno pavattaphalabhojanatañca anabhisambhuṇamāno kudālapiṭakaṁ ādāya araññavanaṁ ajjhogāhati: Dann ist da ein Asket oder Brahmane, der, da er es nicht schafft, dieses unübertreffliche Wissen und Verhalten zu erlangen oder durchzukommen, indem er sich von herabgefallenen Früchten ernährt, in ein Wildnisgebiet eintaucht, wobei er einen Spaten und einen Korb trägt:
‘kandamūlaphalabhojano bhavissāmī’ti. ‚Ich werde durchkommen, indem ich mich von Knollen und Früchten ernähre.‘ Er ist weniger streng als der vorhergehende Asket, denn er gräbt die Erde um und beschädigt Pflanzen. (Sujato)
So aññadatthu vijjācaraṇasampannasseva paricārako sampajjati. Er gedeiht eigentlich nur, wenn er jemandem dient, der im Wissen und Verhalten vollendet ist.
Imāya kho, ambaṭṭha, anuttarāya vijjācaraṇasampadāya idaṁ dutiyaṁ apāyamukhaṁ bhavati. Das ist der zweite Grund für das Ausscheiden aus diesem unübertrefflichen Wissen und Verhalten.
Puna caparaṁ, ambaṭṭha, idhekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā imañceva anuttaraṁ vijjācaraṇasampadaṁ anabhisambhuṇamāno pavattaphalabhojanatañca anabhisambhuṇamāno kandamūlaphalabhojanatañca anabhisambhuṇamāno gāmasāmantaṁ vā nigamasāmantaṁ vā agyāgāraṁ karitvā aggiṁ paricaranto acchati. Dann ist da ein Asket oder Brahmane, der, da er es nicht schafft, dieses unübertreffliche Wissen und Verhalten zu erlangen oder durchzukommen, indem er sich von herabgefallenen Früchten oder von Knollen und Früchten ernährt, in der Nähe eines Dorfes oder Marktfleckens eine Feuerkammer errichtet und dort lebt, indem er der heiligen Flamme huldigt.
So aññadatthu vijjācaraṇasampannasseva paricārako sampajjati. Er gedeiht eigentlich nur, wenn er jemandem dient, der im Wissen und Verhalten vollendet ist.
Imāya kho, ambaṭṭha, anuttarāya vijjācaraṇasampadāya idaṁ tatiyaṁ apāyamukhaṁ bhavati. Das ist der dritte Grund für das Ausscheiden aus diesem unübertrefflichen Wissen und Verhalten.
Puna caparaṁ, ambaṭṭha, idhekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā imaṁ ceva anuttaraṁ vijjācaraṇasampadaṁ anabhisambhuṇamāno pavattaphalabhojanatañca anabhisambhuṇamāno kandamūlaphalabhojanatañca anabhisambhuṇamāno aggipāricariyañca anabhisambhuṇamāno cātumahāpathe catudvāraṁ agāraṁ karitvā acchati: Dann ist da ein Asket oder Brahmane, der, da er es nicht schafft, dieses unübertreffliche Wissen und Verhalten zu erlangen oder durchzukommen, indem er sich von herabgefallenen Früchten oder von Knollen und Früchten ernährt oder indem er der heiligen Flamme huldigt, an der Kreuzung eine viertürige Feuerkammer errichtet und dort lebt:
‘yo imāhi catūhi disāhi āgamissati samaṇo vā brāhmaṇo vā, tamahaṁ yathāsatti yathābalaṁ paṭipūjessāmī’ti. ‚Wenn ein Asket oder Brahmane aus einer der vier Himmelsrichtungen kommt, will ich ihn ehren, so gut ich kann.‘
So aññadatthu vijjācaraṇasampannasseva paricārako sampajjati. Er gedeiht eigentlich nur, wenn er jemandem dient, der im Wissen und Verhalten vollendet ist.
Imāya kho, ambaṭṭha, anuttarāya vijjācaraṇasampadāya idaṁ catutthaṁ apāyamukhaṁ bhavati. Das ist der vierte Grund für das Ausscheiden aus diesem unübertrefflichen Wissen und Verhalten.
Imāya kho, ambaṭṭha, anuttarāya vijjācaraṇasampadāya imāni cattāri apāyamukhāni bhavanti. Das sind die vier Gründe für das Ausscheiden aus diesem unübertrefflichen Wissen und Verhalten.
Taṁ kiṁ maññasi, ambaṭṭha, Was denkst du, Ambaṭṭha?
api nu tvaṁ imāya anuttarāya vijjācaraṇasampadāya sandissasi sācariyako”ti? Sieht man dieses unübertreffliche Wissen und Verhalten in deiner eigenen Tradition?“ „Tradition“ gibt sācariyaka wieder, „was vom eigenen Lehrer stammt“. (Sujato)
“No hidaṁ, bho gotama. „Nein, werter Gotama.
Kocāhaṁ, bho gotama, sācariyako, kā ca anuttarā vijjācaraṇasampadā? Wer bin ich, wer ist meine Tradition, verglichen mit dem unübertrefflichen Wissen und Verhalten?
Ārakāhaṁ, bho gotama, anuttarāya vijjācaraṇasampadāya sācariyako”ti. Wir sind davon weit entfernt.“
“Taṁ kiṁ maññasi, ambaṭṭha, „Was denkst du, Ambaṭṭha?
api nu tvaṁ imañceva anuttaraṁ vijjācaraṇasampadaṁ anabhisambhuṇamāno khārividhamādāya araññavanamajjhogāhasi sācariyako: Da du es nicht schafft, dieses unübertreffliche Wissen und Verhalten zu erlangen, bist du da mit deiner Tradition in ein Wildnisgebiet eingetaucht, wobei du dein Bündel mit einer Schulterstange getragen hast:
‘pavattaphalabhojano bhavissāmī’”ti? ‚Ich werde durchkommen, indem ich mich von herabgefallenen Früchten ernähre‘?“
“No hidaṁ, bho gotama”. „Nein, werter Gotama.“
“Taṁ kiṁ maññasi, ambaṭṭha, „Was denkst du, Ambaṭṭha?
api nu tvaṁ imañceva anuttaraṁ vijjācaraṇasampadaṁ anabhisambhuṇamāno pavattaphalabhojanatañca anabhisambhuṇamāno kudālapiṭakaṁ ādāya araññavanamajjhogāhasi sācariyako: Bist du … mit deiner Tradition in ein Wildnisgebiet eingetaucht, wobei du einen Spaten und einen Korb getragen hast:
‘kandamūlaphalabhojano bhavissāmī’”ti? ‚Ich werde durchkommen, indem ich mich von Knollen und Früchten ernähre‘?“
“No hidaṁ, bho gotama”. „Nein, werter Gotama.“
“Taṁ kiṁ maññasi, ambaṭṭha, „Was denkst du, Ambaṭṭha?
api nu tvaṁ imañceva anuttaraṁ vijjācaraṇasampadaṁ anabhisambhuṇamāno pavattaphalabhojanatañca anabhisambhuṇamāno kandamūlaphalabhojanatañca anabhisambhuṇamāno gāmasāmantaṁ vā nigamasāmantaṁ vā agyāgāraṁ karitvā aggiṁ paricaranto acchasi sācariyako”ti? Hast du … mit deiner Tradition in der Nähe eines Dorfes oder Marktfleckens eine Feuerkammer errichtet und dort gelebt, indem du der heiligen Flamme gehuldigt hast?“
“No hidaṁ, bho gotama”. „Nein, werter Gotama.“
“Taṁ kiṁ maññasi, ambaṭṭha, „Was denkst du, Ambaṭṭha?
api nu tvaṁ imañceva anuttaraṁ vijjācaraṇasampadaṁ anabhisambhuṇamāno pavattaphalabhojanatañca anabhisambhuṇamāno kandamūlaphalabhojanatañca anabhisambhuṇamāno aggipāricariyañca anabhisambhuṇamāno cātumahāpathe catudvāraṁ agāraṁ karitvā acchasi sācariyako: Hast du … mit deiner Tradition an der Kreuzung eine viertürige Feuerkammer errichtet und dort gelebt:
‘yo imāhi catūhi disāhi āgamissati samaṇo vā brāhmaṇo vā, taṁ mayaṁ yathāsatti yathābalaṁ paṭipūjessāmā’”ti? ‚Wenn ein Asket oder Brahmane aus einer der vier Himmelsrichtungen kommt, will ich ihn ehren, so gut ich kann‘?“
“No hidaṁ, bho gotama”. „Nein, werter Gotama.“
“Iti kho, ambaṭṭha, imāya ceva tvaṁ anuttarāya vijjācaraṇasampadāya parihīno sācariyako. „So stehst du also mit deiner Tradition nicht nur unter dem unübertrefflichen Wissen und Verhalten,
Ye cime anuttarāya vijjācaraṇasampadāya cattāri apāyamukhāni bhavanti, tato ca tvaṁ parihīno sācariyako. sondern sogar unter den vier Gründen für das Ausscheiden aus diesem unübertrefflichen Wissen und Verhalten.
Bhāsitā kho pana te esā, ambaṭṭha, ācariyena brāhmaṇena pokkharasātinā vācā: Aber von deinem Lehrmeister, dem Brahmanen Pokkharasāti, wurde dir gesagt:
‘ke ca muṇḍakā samaṇakā ibbhā kaṇhā bandhupādāpaccā, kā ca tevijjānaṁ brāhmaṇānaṁ sākacchā’ti attanā āpāyikopi aparipūramāno. ‚Wer sind diese Glatzköpfe, diese falschen Asketen, diese Primitiven, diese schwarze Ausgeburt aus den Füßen unseres Verwandten, verglichen mit einer Unterhaltung mit den Brahmanen des dreifachen Wissens?‘ Doch er selbst hat nicht einmal einen der Gründe für das Ausscheiden erfüllt!
Passa, ambaṭṭha, yāva aparaddhañca te idaṁ ācariyassa brāhmaṇassa pokkharasātissa. Sieh, Ambaṭṭha, wie dein Lehrmeister Pokkharasāti dir Unrecht getan hat.
6. Pubbakaisibhāvānuyoga 6. Wie die Seher der Vergangenheit sein
Brāhmaṇo kho pana, ambaṭṭha, pokkharasāti rañño pasenadissa kosalassa dattikaṁ bhuñjati. Pokkharasāti lebt von dem Geschenk, das ihm vom König Pasenadi von Kosala zur Verfügung gestellt wurde.
Tassa rājā pasenadi kosalo sammukhībhāvampi na dadāti. Aber der König gewährt ihm nicht einmal eine Audienz Auge in Auge.
Yadāpi tena manteti, tirodussantena manteti. Wenn er sich berät, tut er es hinter einem Vorhang. Diese Praxis ist nirgends sonst im frühen Pali bezeugt. (Sujato)
Yassa kho pana, ambaṭṭha, dhammikaṁ payātaṁ bhikkhaṁ paṭiggaṇheyya, kathaṁ tassa rājā pasenadi kosalo sammukhībhāvampi na dadeyya. Warum sollte der König jemandem, dem von ihm rechtmäßig Lebensmittel überreicht werden, keine Audienz Auge in Auge gewähren?
Passa, ambaṭṭha, yāva aparaddhañca te idaṁ ācariyassa brāhmaṇassa pokkharasātissa. Sieh, Ambaṭṭha, wie dein Lehrmeister Pokkharasāti dir Unrecht getan hat.
Taṁ kiṁ maññasi, ambaṭṭha, Was denkst du, Ambaṭṭha?
idha rājā pasenadi kosalo hatthigīvāya vā nisinno assapiṭṭhe vā nisinno rathūpatthare vā ṭhito uggehi vā rājaññehi vā kiñcideva mantanaṁ manteyya. Angenommen, der König Pasenadi würde mit Kriegerfürsten oder Stammesfürsten Beratungen abhalten, während er auf dem Nacken eines Elefanten oder dem Rücken eines Pferdes säße oder auf der Matte in einem Streitwagen stünde. Ugga ist ein seltenes Wort, dessen Wurzelbedeutung „mächtig“ ist, aber hier muss es ein Substantiv sein. Da es sich um einen Mann vom Militär handelt, der sich mit dem König berät, übersetze ich mit „Kriegerfürst“. | Rājañña wird in den Suttas gelegentlich benutzt; es ist ein archaisches Synonym für khattiya. (Sujato)
So tamhā padesā apakkamma ekamantaṁ tiṭṭheyya. Und angenommen, er würde von dort absteigen und sich zur Seite hinstellen.
Atha āgaccheyya suddo vā suddadāso vā, tasmiṁ padese ṭhito tadeva mantanaṁ manteyya: Dann käme ein Hilfsarbeiter oder der Schuldknecht eines Hilfsarbeiters vorbei, der am gleichen Platz stünde und die Beratung fortsetzen würde:
‘evampi rājā pasenadi kosalo āha, evampi rājā pasenadi kosalo āhā’ti. ‚Das sagt König Pasenadi, und auch das sagt der König.‘
Api nu so rājabhaṇitaṁ vā bhaṇati rājamantanaṁ vā manteti? Obwohl er die Worte des Königs ausspräche und den Rat des Königs erteilte – Ich nehme dieses und das folgende Segment als einen Satz, entgegen der Zeichensetzung des Mahāsaṅgīti-Textes. (Sujato)
Ettāvatā so assa rājā vā rājamatto vā”ti? würde ihn das zum König oder zu einem königlichen Minister machen?“
“No hidaṁ, bho gotama”. „Nein, werter Gotama.“
“Evameva kho tvaṁ, ambaṭṭha, ye te ahesuṁ brāhmaṇānaṁ pubbakā isayo mantānaṁ kattāro mantānaṁ pavattāro, yesamidaṁ etarahi brāhmaṇā porāṇaṁ mantapadaṁ gītaṁ pavuttaṁ samihitaṁ, tadanugāyanti tadanubhāsanti bhāsitamanubhāsanti vācitamanuvācenti, seyyathidaṁ—aṭṭhako vāmako vāmadevo vessāmitto yamataggi aṅgīraso bhāradvājo vāseṭṭho kassapo bhagu: „Ebenso, Ambaṭṭha, waren die alten brahmanischen Seher Aṭṭhaka, Vāmaka, Vāmadeva, Vessāmitta, Yamadaggi, Aṅgīrasa, Bhāradvāja, Vāseṭṭha, Kassapa und Bhagu. Sie schufen und verbreiteten die Hymnen, und ihr Gesangbuch wurde in alten Zeiten gesungen, verbreitet und zusammengestellt. Bis heute wird es von Brahmanen gesungen und vorgetragen. Brahmanen tragen weiterhin vor, was vorgetragen wurde, und lehren, was gelehrt wurde. Die „Hymnen“ (mantā) sind die Strophen des Rigveda. Die zehn Namen hier entsprechen alle vedischen Autoren gemäß der brahmanischen Tradition. Man beachte, dass die Namen der Rishis im Sanskrit von den Inhabern der Überlieferungslinie unterschieden werden, deren Namen sich vom Namen des Vaters ableiten. So ist etwa Bharadvāja der Rishi, die Bhāradvājas sind seine Nachkommen; Vasiṣṭha ist der Rishi, die Vāsiṣṭhas sind seine Nachkommen. Palitexte machen diesen Unterschied nicht, sondern benutzen den abgeleiteten Namen des Vaters, obwohl die beiden Formen nicht immer leicht zu unterscheiden sind. | „Seher“ steht für isi (Sanskrit ṛṣi). Seine Etymologie ist unsicher, aber es erhielt die Bedeutung, dass sie die Veden „gesehen“ (mantradraṣṭa) oder durch göttliche Eingebung unmittelbar von Brahmā „gehört“ und sie nicht wie gewöhnliche Autoren „verfasst“ hatten. Doch hier sagt der Buddha, sie seien „Autoren“ (kattāro) gewesen. Der Buddha übernahm isi im Sinn von „erleuchteter Weiser“. (Sujato)
‘tyāhaṁ mante adhiyāmi sācariyako’ti, tāvatā tvaṁ bhavissasi isi vā isitthāya vā paṭipannoti netaṁ ṭhānaṁ vijjati. Da du ihre Hymnen in deiner eigenen Tradition auswendig gelernt hast, könntest du denken, das machte dich zu einem Seher oder zu einem, der auf dem Weg ist, ein Seher zu werden. Aber das ist nicht möglich.
Taṁ kiṁ maññasi, ambaṭṭha, Was denkst du, Ambaṭṭha?
kinti te sutaṁ brāhmaṇānaṁ vuddhānaṁ mahallakānaṁ ācariyapācariyānaṁ bhāsamānānaṁ—Nach dem, was du von älteren und ehrwürdigen Brahmanen gehört hast, den Lehrmeistern der Lehrmeister:
ye te ahesuṁ brāhmaṇānaṁ pubbakā isayo mantānaṁ kattāro mantānaṁ pavattāro, yesamidaṁ etarahi brāhmaṇā porāṇaṁ mantapadaṁ gītaṁ pavuttaṁ samihitaṁ, tadanugāyanti tadanubhāsanti bhāsitamanubhāsanti vācitamanuvācenti, seyyathidaṁ—aṭṭhako vāmako vāmadevo vessāmitto yamataggi aṅgīraso bhāradvājo vāseṭṭho kassapo bhagu, Vergnügten sich diese alten brahmanischen Seher,
evaṁ su te sunhātā suvilittā kappitakesamassū āmukkamaṇikuṇḍalābharaṇā odātavatthavasanā pañcahi kāmaguṇehi samappitā samaṅgībhūtā paricārenti, seyyathāpi tvaṁ etarahi sācariyako”ti? versorgt und ausgestattet mit den fünf Sinnesreizen, nachdem sie schön gebadet und geölt waren, Haar und Bart frisiert hatten und mit Juwelen, Ohrringen und Armbändern geschmückt und in Weiß gekleidet waren, wie du es heute in deiner Tradition tust?“
“No hidaṁ, bho gotama”. „Nein, werter Gotama.“
“ …pe…
Evaṁ su te sālīnaṁ odanaṁ sucimaṁsūpasecanaṁ vicitakāḷakaṁ anekasūpaṁ anekabyañjanaṁ paribhuñjanti, seyyathāpi tvaṁ etarahi sācariyako”ti? „Aßen sie feinen gekochten Reis, mit reinem Fleisch garniert, aus dem die dunklen Körner ausgelesen waren und der mit vielen Suppen und Soßen angerichtet war, wie du es heute in deiner Tradition tust?“
“No hidaṁ, bho gotama”. „Nein, werter Gotama.“
“ …pe…
Evaṁ su te veṭhakanatapassāhi nārīhi paricārenti, seyyathāpi tvaṁ etarahi sācariyako”ti? „Vergnügten sie sich mit Mädchen, die mit Stringtangas bekleidet waren, die ihre Rundungen sehen ließen, wie du es heute in deiner Tradition tust?“ Veṭhakanatapassāhi ist nicht anderweitig bezeugt. In MN 55:12.4 heißt veṭhaka offensichtlich „Kragen“. Im Lokuttaravāda-Bhikshuni-Vinaya kommt die schamlose Nonne Thullānandā aus dem Wasser und wickelt sich in ein veṭhaka, das hier synonym mit paṭṭaka zu sein scheint, einem Stoffstreifen. Er ist erlaubt, wenn er benutzt wird, um einen Korb festzubinden (Lo Bi Pn 3). Nata ist „Kurve“, passa ist „Seite, Flanke“. Walshe hat „flounces and furbelows“ („Volants und Applikationen“), Rhys Davids hat „fringes and furbelows round their loins“ („Fransen und Applikationen um ihre Lenden“). Das sind prüde Beschreibungen für etwas, das offensichtlich die Ausstattung von Stripperinnen ist. (Sujato) | Franke hat „Mädchen, die den Saum ihrer Hülle auf den Hüften trugen“.
“No hidaṁ, bho gotama”. „Nein, werter Gotama.“
“ …pe…
Evaṁ su te kuttavālehi vaḷavārathehi dīghāhi patodalaṭṭhīhi vāhane vitudentā vipariyāyanti, seyyathāpi tvaṁ etarahi sācariyako”ti? „Fuhren sie in Wagen herum, die von Stuten mit geflochtenen Mähnen gezogen wurden, die sie mit langen Peitschen vorwärts peitschten und schlugen, wie du es heute in deiner Tradition tust?“ Der Buddha greift auf eine Stelle weiter oben im Sutta zurück, wo Ambaṭṭha einen von Stuten gezogenen Wagen fuhr (DN 3:1.6.1). | Die hier gebrauchten Verben (vitudenti vitacchenti) werden an anderer Stelle auf das Hacken und Zerfetzen durch Geier, Krähen oder Habichte angewendet (SN 19.1:3.2, MN 54:16.2 usw.). Der Buddha war von dieser Misshandlung der Stuten angewidert. (Sujato)
“No hidaṁ, bho gotama”. „Nein, werter Gotama.“
“ …pe…
Evaṁ su te ukkiṇṇaparikhāsu okkhittapalighāsu nagarūpakārikāsu dīghāsivudhehi purisehi rakkhāpenti, seyyathāpi tvaṁ etarahi sācariyako”ti? „Hatten sie Männer mit langen Schwertern, die sie in Festungen bewachten, um die Gräben ausgehoben und Schranken befestigt waren, wie du es heute in deiner Tradition tust?“ Erinnern wir uns, dass Pokkharasāti auf einem reichen Gut lebte, das ein königliches Geschenk war. Wie damals geht auch heute übermäßiger Reichtum mit Unsicherheit einher. (Sujato)
“No hidaṁ, bho gotama”. „Nein, werter Gotama.“
“Iti kho, ambaṭṭha, neva tvaṁ isi na isitthāya paṭipanno sācariyako. „Ambaṭṭha, so bist du also in deiner eigenen Tradition weder ein Seher noch jemand, der auf dem Weg ist, ein Seher zu werden.
Yassa kho pana, ambaṭṭha, mayi kaṅkhā vā vimati vā so maṁ pañhena, ahaṁ veyyākaraṇena sodhissāmī”ti. Wer über mich irgendeinen Zweifel oder eine Unsicherheit hat, der frage mich, und ich werde mit meiner Antwort seine Zweifel klären.“ Der Buddha war hart gegen Ambaṭṭha, aber er ist nicht ungerecht. Er lädt zu der gleichen gründlichen Prüfung seiner eigenen Person ein. (Sujato)
7. Dvelakkhaṇādassana 7. Die zwei Kennzeichen sehen
Atha kho bhagavā vihārā nikkhamma caṅkamaṁ abbhuṭṭhāsi. Dann kam der Buddha aus seiner Hütte und begann, achtsam auf und ab zu gehen, Dieser Übergang kommt sonst nirgends vor. (Sujato)
Ambaṭṭhopi māṇavo vihārā nikkhamma caṅkamaṁ abbhuṭṭhāsi. und Ambaṭṭha tat desgleichen.
Atha kho ambaṭṭho māṇavo bhagavantaṁ caṅkamantaṁ anucaṅkamamāno bhagavato kāye dvattiṁsamahāpurisalakkhaṇāni samannesi. Und während er neben dem Buddha herging, untersuchte Ambaṭṭha dessen Körper nach den zweiunddreißig Kennzeichen eines großen Mannes. Schließlich erinnert er sich daran, was sein Lehrer Pokkharasāti ihm in DN 3:1.5.2 gesagt hatte: Er wird den Buddha an seinen Kennzeichen erkennen. (Sujato)
Addasā kho ambaṭṭho māṇavo bhagavato kāye dvattiṁsamahāpurisalakkhaṇāni yebhuyyena ṭhapetvā dve. Er sah sie alle, mit Ausnahme von zweien,
Dvīsu mahāpurisalakkhaṇesu kaṅkhati vicikicchati nādhimuccati na sampasīdati—über die er im Zweifel war:
kosohite ca vatthaguyhe pahūtajivhatāya ca. ob das Geschlechtsteil von einer Vorhaut bedeckt war und die Länge der Zunge.
Atha kho bhagavato etadahosi: Da kam dem Buddha in den Sinn:
“passati kho me ayaṁ ambaṭṭho māṇavo dvattiṁsamahāpurisalakkhaṇāni yebhuyyena ṭhapetvā dve. „Dieser Vedenstudent Ambaṭṭha sieht alle Kennzeichen mit Ausnahme von zweien,
Dvīsu mahāpurisalakkhaṇesu kaṅkhati vicikicchati nādhimuccati na sampasīdati—über die er im Zweifel ist:
kosohite ca vatthaguyhe pahūtajivhatāya cā”ti. ob das Geschlechtsteil von einer Vorhaut bedeckt ist und die Länge der Zunge.“
Atha kho bhagavā tathārūpaṁ iddhābhisaṅkhāraṁ abhisaṅkhāsi. Yathā addasa ambaṭṭho māṇavo bhagavato kosohitaṁ vatthaguyhaṁ. Darauf setzte der Buddha seine übersinnliche Kraft ein und veranlasste, dass Ambaṭṭha sah, wie sein Geschlechtsteil von einer Vorhaut bedeckt war. Dieses außerordentlich seltsame „Wunder“ findet sich auch in MN 91:7.1, MN 92:14.1 und Snp 3.7:11.5. (Sujato)
Atha kho bhagavā jivhaṁ ninnāmetvā ubhopi kaṇṇasotāni anumasi paṭimasi, ubhopi nāsikasotāni anumasi paṭimasi, kevalampi nalāṭamaṇḍalaṁ jivhāya chādesi. Und er streckte seine Zunge heraus und strich damit vor und zurück über die Ohr- und Nasenlöcher und bedeckte seine gesamte Stirn mit seiner Zunge.
Atha kho ambaṭṭhassa māṇavassa etadahosi: Da dachte Ambaṭṭha:
“samannāgato kho samaṇo gotamo dvattiṁsamahāpurisalakkhaṇehi paripuṇṇehi, no aparipuṇṇehī”ti. „Der Asket Gotama besitzt die zweiunddreißig Kennzeichen vollständig, es fehlt keins.“
Bhagavantaṁ etadavoca: Er sagte zum Buddha:
“handa ca dāni mayaṁ, bho gotama, gacchāma, bahukiccā mayaṁ bahukaraṇīyā”ti. „Nun, werter, jetzt muss ich gehen. Ich habe viele Pflichten und Verantwortlichkeiten.“
“Yassadāni tvaṁ, ambaṭṭha, kālaṁ maññasī”ti. „Bitte, Ambaṭṭha, geh nach deinem Belieben.“
Atha kho ambaṭṭho māṇavo vaḷavārathamāruyha pakkāmi. Da bestieg Ambaṭṭha seinen von Stuten gezogenen Wagen und fuhr ab.
Tena kho pana samayena brāhmaṇo pokkharasāti ukkaṭṭhāya nikkhamitvā mahatā brāhmaṇagaṇena saddhiṁ sake ārāme nisinno hoti ambaṭṭhaṁyeva māṇavaṁ paṭimānento. Nun war zu dieser Zeit der Brahmane Pokkharasāti mit einer großen Gruppe von Brahmanen aus Ukkaṭṭhā herausgekommen und saß in seinem eigenen Park, wo er eben auf Ambaṭṭha wartete.
Atha kho ambaṭṭho māṇavo yena sako ārāmo tena pāyāsi. Da fuhr Ambaṭṭha in den Park ein.
Yāvatikā yānassa bhūmi, yānena gantvā yānā paccorohitvā pattikova yena brāhmaṇo pokkharasāti tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā brāhmaṇaṁ pokkharasātiṁ abhivādetvā ekamantaṁ nisīdi. Ekamantaṁ nisinnaṁ kho ambaṭṭhaṁ māṇavaṁ brāhmaṇo pokkharasāti etadavoca: Er fuhr mit der Kutsche, soweit es das Gelände erlaubte, stieg dann ab und begab sich zu Fuß zum Brahmanen Pokkharasāti. Er verbeugte sich und setzte sich zur Seite hin, und Pokkharasāti sagte zu ihm:
“kacci, tāta ambaṭṭha, addasa taṁ bhavantaṁ gotaman”ti? „Ich hoffe, lieber Ambaṭṭha, du hast den werten Gotama gesehen?“
“Addasāma kho mayaṁ, bho, taṁ bhavantaṁ gotaman”ti. „Ich sah ihn, werter Herr.“
“Kacci, tāta ambaṭṭha, taṁ bhavantaṁ gotamaṁ tathā santaṁyeva saddo abbhuggato no aññathā; „Nun, wird er seinem Ruf gerecht oder nicht?“
kacci pana so bhavaṁ gotamo tādiso no aññādiso”ti?
“Tathā santaṁyeva, bho, taṁ bhavantaṁ gotamaṁ saddo abbhuggato no aññathā, tādisova so bhavaṁ gotamo no aññādiso. „Er wird seinem Ruf gerecht, werter Herr.
Samannāgato ca so bhavaṁ gotamo dvattiṁsamahāpurisalakkhaṇehi paripuṇṇehi no aparipuṇṇehī”ti. Der werte Gotama besitzt die zweiunddreißig Kennzeichen vollständig, es fehlt keins.“
“Ahu pana te, tāta ambaṭṭha, samaṇena gotamena saddhiṁ kocideva kathāsallāpo”ti? „Und hattest du eine Unterhaltung mit ihm?“
“Ahu kho me, bho, samaṇena gotamena saddhiṁ kocideva kathāsallāpo”ti. „Das hatte ich.“
“Yathā kathaṁ pana te, tāta ambaṭṭha, ahu samaṇena gotamena saddhiṁ kocideva kathāsallāpo”ti? „Und welche Art von Unterhaltung hattest du mit ihm?“
Atha kho ambaṭṭho māṇavo yāvatako ahosi bhagavatā saddhiṁ kathāsallāpo, taṁ sabbaṁ brāhmaṇassa pokkharasātissa ārocesi. Und Ambaṭṭha berichtete Pokkharasāti alles, was sie gesprochen hatten.
Evaṁ vutte, brāhmaṇo pokkharasāti ambaṭṭhaṁ māṇavaṁ etadavoca: Da sagte Pokkharasāti zu Ambaṭṭha:
“aho vata re amhākaṁ, paṇḍitaka, aho vata re amhākaṁ, bahussutaka, aho vata re amhākaṁ, tevijjaka, evarūpena kira, bho, puriso atthacarakena kāyassa bhedā paraṁ maraṇā apāyaṁ duggatiṁ vinipātaṁ nirayaṁ upapajjeyya. „Oh unser verdammter Schlaumeier, unser falscher gelehrter Mann, der vorgibt, in den drei Veden bewandert zu sein! Ein Mann, der sich so benimmt, sollte, wenn sein Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, an einem verlorenen Ort wiedergeboren werden, einem schlechten Ort, in der Unterwelt, der Hölle. Die verkleinernde Endung in paṇḍitaka ist die gleiche wie in samaṇaka, das Ambaṭṭha für den Buddha gebrauchte. | Zu re („verdammt“) vergleiche cara pi re in Bu-Vb-Pc 70:1.35 und he je kāḷī in MN 21:9.13. So hart der Buddha auch zu Ambaṭṭha war, sein eigener Lehrer war härter. (Sujato)
Yadeva kho tvaṁ, ambaṭṭha, taṁ bhavantaṁ gotamaṁ evaṁ āsajja āsajja avacāsi, atha kho so bhavaṁ gotamo amhepi evaṁ upaneyya upaneyya avaca. Bloß weil du den werten Gotama wiederholt so angegriffen hast, brachte er fortwährend Anklagen gegen uns vor!“ Pokkharasāti zeigt seine Klugheit, denn in vielen anderen Dialogen unterhielt sich der Buddha vollkommen höflich mit Brahmanen, wie er es etwa im folgenden Sutta tut (DN 4). (Sujato)
Aho vata re amhākaṁ, paṇḍitaka, aho vata re amhākaṁ, bahussutaka, aho vata re amhākaṁ, tevijjaka, evarūpena kira, bho, puriso atthacarakena kāyassa bhedā paraṁ maraṇā apāyaṁ duggatiṁ vinipātaṁ nirayaṁ upapajjeyyā”ti, kupito anattamano ambaṭṭhaṁ māṇavaṁ padasāyeva pavattesi. Zornig und aufgebracht versetzte er Ambaṭṭha einen Fußtritt, dass er fortflog, Das zeigt den Mangel an Zügelung selbst bei einem altehrwürdigen brahmanischen Lehrer. (Sujato)
Icchati ca tāvadeva bhagavantaṁ dassanāya upasaṅkamituṁ. und wollte auf der Stelle hingehen, um den Buddha zu sehen.
8. Pokkharasātibuddhūpasaṅkamana 8. Pokkharasāti besucht den Buddha
Atha kho te brāhmaṇā brāhmaṇaṁ pokkharasātiṁ etadavocuṁ: Da sagten diese Brahmanen zu Pokkharasāti:
“ativikālo kho, bho, ajja samaṇaṁ gotamaṁ dassanāya upasaṅkamituṁ. „Es ist viel zu spät, um den Asketen Gotama heute zu besuchen.
Svedāni bhavaṁ pokkharasāti samaṇaṁ gotamaṁ dassanāya upasaṅkamissatī”ti. Du kannst ihn morgen besuchen.“ Angesichts von Pokkharasātis Stimmung war das wohl ein diplomatischer Schachzug. (Sujato)
Atha kho brāhmaṇo pokkharasāti sake nivesane paṇītaṁ khādanīyaṁ bhojanīyaṁ paṭiyādāpetvā yāne āropetvā ukkāsu dhāriyamānāsu ukkaṭṭhāya niyyāsi, yena icchānaṅgalavanasaṇḍo tena pāyāsi. Da ließ Pokkharasāti in seiner eigenen Wohnung vorzügliche frische und gekochte Speisen zubereiten. Dann bestieg er eine Kutsche und brach mit Dienern, die Fackeln trugen, von Ukkaṭṭhā auf zu dem Wald bei Icchānaṅgala. Khādanīya und bhojanīya sind Kategorien von Lebensmitteln, die häufig im Pali erwähnt sind. Etymologisch stammen sie von „hart und weich“. Bhojanīya ist in Bu-Vb-Pc 37:2.1.10 definiert als Getreide, Brei, Mehlprodukte, Fisch und Fleisch, d. h. Lebensmittel, die typischerweise gekocht gegessen werden und mit den Fingern in der Schüssel „zerdrückt“ werden. Khādanīya ist nicht so klar definiert, es ist im Wesentlichen alles, was nicht zu anderen Kategorien gehört. Aber es wird solche „knackigen“ Dinge wie Obst und Gemüse enthalten haben, die ungekocht gegessen werden können. (Sujato)
Yāvatikā yānassa bhūmi yānena gantvā, yānā paccorohitvā pattikova yena bhagavā tenupasaṅkami. upasaṅkamitvā bhagavatā saddhiṁ sammodi, sammodanīyaṁ kathaṁ sāraṇīyaṁ vītisāretvā ekamantaṁ nisīdi. Ekamantaṁ nisinno kho brāhmaṇo pokkharasāti bhagavantaṁ etadavoca: Er fuhr mit der Kutsche, soweit es das Gelände erlaubte, stieg dann ab und betrat zu Fuß das Kloster. Er ging zum Buddha und tauschte Willkommensgrüße mit ihm aus. Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte er sich zur Seite hin und sagte zum Buddha:
“āgamā nu khvidha, bho gotama, amhākaṁ antevāsī ambaṭṭho māṇavo”ti? „Werter Gotama, ist mein Zögling, der Vedenstudent Ambaṭṭha, hierhergekommen?“
“Āgamā kho te, brāhmaṇa, antevāsī ambaṭṭho māṇavo”ti. „Ja, Brahmane, er ist gekommen.“
“Ahu pana te, bho gotama, ambaṭṭhena māṇavena saddhiṁ kocideva kathāsallāpo”ti? „Und hattest du eine Unterhaltung mit ihm?“
“Ahu kho me, brāhmaṇa, ambaṭṭhena māṇavena saddhiṁ kocideva kathāsallāpo”ti. „Das hatte ich.“
“Yathākathaṁ pana te, bho gotama, ahu ambaṭṭhena māṇavena saddhiṁ kocideva kathāsallāpo”ti? „Und welche Art von Unterhaltung hattest du mit ihm?“ Pokkharasāti vergewissert sich, dass er die Geschichte von beiden Seiten hört. (Sujato)
Atha kho bhagavā yāvatako ahosi ambaṭṭhena māṇavena saddhiṁ kathāsallāpo, taṁ sabbaṁ brāhmaṇassa pokkharasātissa ārocesi. Und der Buddha berichtete Pokkharasāti alles, was sie gesprochen hatten.
Evaṁ vutte, brāhmaṇo pokkharasāti bhagavantaṁ etadavoca: Da sagte Pokkharasāti zum Buddha:
“bālo, bho gotama, ambaṭṭho māṇavo, khamatu bhavaṁ gotamo ambaṭṭhassa māṇavassā”ti. „Ambaṭṭha ist ein Tor, werter Gotama. Bitte verzeih ihm.“ So weit hat sich Ambaṭṭha von dem gelehrten Weisen entfernt, der uns am Anfang der Geschichte vorgestellt wurde. (Sujato)
“Sukhī hotu, brāhmaṇa, ambaṭṭho māṇavo”ti. „Dass der Vedenstudent Ambaṭṭha glücklich sei, Brahmane.“ Der Buddha hegt keinen Groll. Sukhī hotu ist eine der bekanntesten Wendungen im Pali, aber in den frühen Texten wird sie nur wenige Male ausgesprochen: vom Buddha in DN 21:1.8.8 und Snp 5.1:54.1; von Punabbasus Mutter in SN 10.7:10.1; und von verschiedenen Frauen in Bu-Vb-Ss 5:1.4.8. (Sujato)
Atha kho brāhmaṇo pokkharasāti bhagavato kāye dvattiṁsamahāpurisalakkhaṇāni samannesi. Dann untersuchte Pokkharasāti den Körper des Buddha nach den zweiunddreißig Kennzeichen eines großen Mannes.
Addasā kho brāhmaṇo pokkharasāti bhagavato kāye dvattiṁsamahāpurisalakkhaṇāni yebhuyyena ṭhapetvā dve. Er sah sie alle, mit Ausnahme von zweien,
Dvīsu mahāpurisalakkhaṇesu kaṅkhati vicikicchati nādhimuccati na sampasīdati—über die er im Zweifel war:
kosohite ca vatthaguyhe pahūtajivhatāya ca. ob das Geschlechtsteil von einer Vorhaut bedeckt war und die Länge der Zunge.
Atha kho bhagavato etadahosi: Da kam dem Buddha in den Sinn:
“passati kho me ayaṁ brāhmaṇo pokkharasāti dvattiṁsamahāpurisalakkhaṇāni yebhuyyena ṭhapetvā dve. „Pokkharasāti sieht alle Kennzeichen mit Ausnahme von zweien,
Dvīsu mahāpurisalakkhaṇesu kaṅkhati vicikicchati nādhimuccati na sampasīdati—über die er im Zweifel ist:
kosohite ca vatthaguyhe pahūtajivhatāya cā”ti. ob das Geschlechtsteil von einer Vorhaut bedeckt ist und die Länge der Zunge.“
Atha kho bhagavā tathārūpaṁ iddhābhisaṅkhāraṁ abhisaṅkhāsi yathā addasa brāhmaṇo pokkharasāti bhagavato kosohitaṁ vatthaguyhaṁ. Darauf setzte der Buddha seine übersinnliche Kraft ein und veranlasste, dass Pokkharasāti sah, wie sein Geschlechtsteil von einer Vorhaut bedeckt war.
Atha kho bhagavā jivhaṁ ninnāmetvā ubhopi kaṇṇasotāni anumasi paṭimasi, ubhopi nāsikasotāni anumasi paṭimasi, kevalampi nalāṭamaṇḍalaṁ jivhāya chādesi. Und er streckte seine Zunge heraus und strich damit vor und zurück über die Ohr- und Nasenlöcher und bedeckte seine gesamte Stirn mit seiner Zunge.
Atha kho brāhmaṇassa pokkharasātissa etadahosi: Pokkharasāti dachte:
“samannāgato kho samaṇo gotamo dvattiṁsamahāpurisalakkhaṇehi paripuṇṇehi no aparipuṇṇehī”ti. „Der Asket Gotama besitzt die zweiunddreißig Kennzeichen vollständig, es fehlt keins.“
Bhagavantaṁ etadavoca: Er sagte zum Buddha:
“adhivāsetu me bhavaṁ gotamo ajjatanāya bhattaṁ saddhiṁ bhikkhusaṅghenā”ti. „Der werte Gotama wolle bitte zusammen mit dem Saṅgha der Mönche und Nonnen die heutige Mahlzeit von mir annehmen.“
Adhivāsesi bhagavā tuṇhībhāvena. Der Buddha schwieg zum Zeichen der Zustimmung.
Atha kho brāhmaṇo pokkharasāti bhagavato adhivāsanaṁ viditvā bhagavato kālaṁ ārocesi: Und als Pokkharasāti die Zustimmung des Buddha erkannt hatte, benachrichtigte er ihn über die Zeit:
“kālo, bho gotama, niṭṭhitaṁ bhattan”ti. „Es ist Zeit, werter Gotama, das Essen ist fertig.“
Atha kho bhagavā pubbaṇhasamayaṁ nivāsetvā pattacīvaramādāya saddhiṁ bhikkhusaṅghena yena brāhmaṇassa pokkharasātissa nivesanaṁ tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā paññatte āsane nisīdi. Da kleidete der Buddha sich am Morgen an, nahm Schale und Robe, ging zusammen mit dem Saṅgha der Mönche und Nonnen zu Pokkharasāti Haus und setzte sich auf den ausgebreiteten Sitz. „Kleidete sich an“, weil Mönche innerhalb des Klosters normalerweise nur eine Unterrobe trugen und die Oberrobe und (manchmal) die äußere Robe anlegten, wenn sie das Haus eines Laien besuchten. (Sujato)
Atha kho brāhmaṇo pokkharasāti bhagavantaṁ paṇītena khādanīyena bhojanīyena sahatthā santappesi sampavāresi, māṇavakāpi bhikkhusaṅghaṁ. Und Pokkharasāti bewirtete und bediente den Buddha eigenhändig mit vorzüglichen frischen und gekochten Speisen, während seine jungen Vedenstudenten den Saṅgha bewirteten.
Atha kho brāhmaṇo pokkharasāti bhagavantaṁ bhuttāviṁ onītapattapāṇiṁ aññataraṁ nīcaṁ āsanaṁ gahetvā ekamantaṁ nisīdi. Als der Buddha gegessen und Hand und Schale gewaschen hatte, nahm Pokkharasāti einen niedrigen Sitz und setzte sich zur Seite hin.
Ekamantaṁ nisinnassa kho brāhmaṇassa pokkharasātissa bhagavā anupubbiṁ kathaṁ kathesi, seyyathidaṁ—Dann unterwies ihn der Buddha Schritt für Schritt
dānakathaṁ sīlakathaṁ saggakathaṁ; kāmānaṁ ādīnavaṁ okāraṁ saṅkilesaṁ, nekkhamme ānisaṁsaṁ pakāsesi. mit einem Vortrag über Geben, Tugend und den Himmel. Er erklärte die Nachteile der Sinnenfreuden, die so schmutzig und unlauter sind, und die Vorteile der Entsagung. Alle diese Lehren sind zwar in den Suttas verbreitet, aber es gibt keinen Text, der diesen Rahmen im Einzelnen darstellt. (Sujato)
Yadā bhagavā aññāsi brāhmaṇaṁ pokkharasātiṁ kallacittaṁ muducittaṁ vinīvaraṇacittaṁ udaggacittaṁ pasannacittaṁ, atha yā buddhānaṁ sāmukkaṁsikā dhammadesanā, taṁ pakāsesi—Und als er erkannte, dass Pokkharasāti Geist bereit war, geschmeidig, frei von Hindernissen, freudig bewegt und zuversichtlich, da legte er die besondere Lehre der Buddhas dar:
dukkhaṁ samudayaṁ nirodhaṁ maggaṁ. das Leiden, seinen Ursprung, sein Aufhören und den Weg. Das ist die kürzeste Darstellung der vier edlen Wahrheiten. (Sujato)
Seyyathāpi nāma suddhaṁ vatthaṁ apagatakāḷakaṁ sammadeva rajanaṁ paṭiggaṇheyya; Wie ein reines, fleckenloses Tuch die Farbe richtig annimmt,
evameva brāhmaṇassa pokkharasātissa tasmiññeva āsane virajaṁ vītamalaṁ dhammacakkhuṁ udapādi: ebenso erschien da dem Brahmanen Pokkharasāti, wo er gerade saß, das unbefleckte, makellose Auge des Dhamma: Das weist darauf hin, dass er in den Strom eintrat (ein sotāpanna wurde) und damit die erste von vier Stufen des Erwachens erreichte. Solche Informationen über persönliche Errungenschaften findet man typischerweise im Erzählteil und nicht in der Lehre, die dem Buddha zugeschrieben wird, d. h. sie wurden irgendwann von den Redakteuren hinzugefügt. Sie variieren beträchtlich in verschiedenen Fassungen. In diesem Fall sagt die Parallele in DA 20, er sei in den Strom eingetreten und später ein Nichtwiederkehrer geworden. T 20 sagt, er verstand die Lehre und nahm Zuflucht, und stimmt darin überein, dass er vor seinem Tod ein Nichtwiederkehrer wurde. (Sujato)
“yaṁ kiñci samudayadhammaṁ sabbaṁ taṁ nirodhadhamman”ti. „Alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende.“ Das ist die Einsicht in die allumfassende Unbeständigkeit und das abhängige Entstehen. (Sujato)
9. Pokkharasātiupāsakattapaṭivedanā 9. Pokkharasāti erklärt sich zu einem Laienschüler
Atha kho brāhmaṇo pokkharasāti diṭṭhadhammo pattadhammo viditadhammo pariyogāḷhadhammo tiṇṇavicikiccho vigatakathaṅkatho vesārajjappatto aparappaccayo satthusāsane bhagavantaṁ etadavoca: Und Pokkharasāti sah, erfasste, verstand und ergründete den Dhamma. Er ging über den Zweifel hinaus, machte sich von Unschlüssigkeit frei und gewann Selbstvertrauen, wurde in der Anleitung des Lehrers von anderen unabhängig. Er sagte zum Buddha:
“abhikkantaṁ, bho gotama, abhikkantaṁ, bho gotama. „Vortrefflich, werter Gotama! Vortrefflich!
Seyyathāpi, bho gotama, nikkujjitaṁ vā ukkujjeyya, paṭicchannaṁ vā vivareyya, mūḷhassa vā maggaṁ ācikkheyya, andhakāre vā telapajjotaṁ dhāreyya: ‘cakkhumanto rūpāni dakkhantī’ti; evamevaṁ bhotā gotamena anekapariyāyena dhammo pakāsito. Als würde er das Umgestürzte aufrichten oder das Verborgene enthüllen oder den Verirrten den Weg weisen oder im Dunkeln ein Licht anzünden, sodass Menschen mit klaren Augen sehen könnten, was da ist, so hat der werte Gotama die Lehre auf vielerlei Weise klargemacht.
Esāhaṁ, bho gotama, saputto sabhariyo sapariso sāmacco bhavantaṁ gotamaṁ saraṇaṁ gacchāmi dhammañca bhikkhusaṅghañca. Zusammen mit meinen Kindern, meinen Frauen und meinem Gefolge und meinen Ministern nehme ich Zuflucht zum werten Gotama, zur Lehre und zum Saṅgha der Mönche und Nonnen.
Upāsakaṁ maṁ bhavaṁ gotamo dhāretu ajjatagge pāṇupetaṁ saraṇaṁ gataṁ. Von diesem Tag an soll der werte Gotama mich als Laienschüler in Erinnerung behalten, der für sein ganzes Leben Zuflucht genommen hat.
Yathā ca bhavaṁ gotamo ukkaṭṭhāya aññāni upāsakakulāni upasaṅkamati, evameva bhavaṁ gotamo pokkharasātikulaṁ upasaṅkamatu. So, wie der werte Gotama andere ergebene Familien in Ukkaṭṭhā besucht, soll er auch meine Familie besuchen. Beim Almosengang wanderten Mönche und Nonnen oft in zufälliger Reihenfolge durch das Dorf (sapadānacārī). Doch wenn eine Einladung wie diese ausgesprochen war, konnte der Mönch diesen Ort für eine Mahlzeit aufsuchen. Es wurde als besondere asketische Übung angesehen, solche Einladungen abzulehnen. Die gleiche Einladung wurde in SN 35.132:14.7 von Lohicca an Mahākaccāna gerichtet. (Sujato)
Tattha ye te māṇavakā vā māṇavikā vā bhavantaṁ gotamaṁ abhivādessanti vā paccuṭṭhissanti vā āsanaṁ vā udakaṁ vā dassanti cittaṁ vā pasādessanti, tesaṁ taṁ bhavissati dīgharattaṁ hitāya sukhāyā”ti. Die Brahmanenjungen und -mädchen werden sich vor dir verbeugen, für dich aufstehen, dir einen Sitz und Wasser anbieten, und sie werden in ihrem Herzen Zuversicht erlangen. Das wird zu ihrem langanhaltenden Nutzen und Glück sein.“ Māṇavikā wird auch in MN 56:27.1 und Ud 2.6:1.3 für eine junge verheiratete Frau gebraucht; und in AN 5.192:8.5 für ein Baby, das geboren wird. Somit scheint es nicht „Vedenstudentin“ zu bedeuten. (Sujato)
“Kalyāṇaṁ vuccati, brāhmaṇā”ti. „Es ist schön, dass du das sagst, Hausbesitzer.“ Kalyāṇaṁ vuccati ist eine höflich-zweideutige Wendung. Sie wird zweimal anderswo im Palikanon gesprochen, und beide Male reiste der Mönch, der sie sprach, sofort ab und kam nie zurück (SN 41.3:7.13, SN 41.4:6.7). (Sujato)
Ambaṭṭhasuttaṁ niṭṭhitaṁ tatiyaṁ.