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Dīgha Nikāya 2 Lange Lehrreden 2

Sāmaññaphalasutta Die Früchte des Asketenlebens

1. Rājāmaccakathā 1. Gespräch mit den Ministern des Königs

Evaṁ me sutaṁ—So habe ich es gehört: Dieses Sutta mit seinem ausführlichen Kommentar wurde von Bhikkhu Bodhi in seinem The Fruits of Recluseship übersetzt. (Sujato)

ekaṁ samayaṁ bhagavā rājagahe viharati jīvakassa komārabhaccassa ambavane mahatā bhikkhusaṅghena saddhiṁ aḍḍhateḷasehi bhikkhusatehi. Einmal hielt sich der Buddha bei Rājagaha im Mangowäldchen Jīvakas des Prinzenzöglings auf, zusammen mit einem großen Saṅgha von 1.250 Mönchen und Nonnen. Dieses Kloster gehörte Jīvaka, dem Arzt des Buddha, der später im Sutta vorkommt. Seine Geschichte wird in Kd 8 erzählt. MN 55 über das Fleischessen ist an ihn gerichtet. (Sujato)

Tena kho pana samayena rājā māgadho ajātasattu vedehiputto tadahuposathe pannarase komudiyā cātumāsiniyā puṇṇāya puṇṇamāya rattiyā rājāmaccaparivuto uparipāsādavaragato nisinno hoti. Zu der Zeit, es war der Besinnungstag, der Komudī-Vollmond am fünfzehnten Tag, saß König Ajātasattu von Magadha, Sohn der Prinzessin von Videha, auf dem Söller des königlichen Pfahlbau-Langhauses, umrundet von seinen Ministern. Der Komudī war ein besonders feierlich begangener Vollmondtag im letzten Monat der Regenzeit (kattikā, Oktober / November), wenn der Himmel klar war, die Lotusse (kumudā) blühten und der Mond in Konjugation mit den Plejaden stand, wonach der Monat seinen Namen hatte. (Sujato)

Atha kho rājā māgadho ajātasattu vedehiputto tadahuposathe udānaṁ udānesi: Da drückte Ajātasattu von Magadha, Sohn der Prinzessin von Videha, dieses innige Gefühl aus: Ajātasattu bedeutet „einer, gegen den kein Feind geboren ist“. Er war der Sohn Bimbisāras und Erbe der Haryaṅka-Dynastie von Magadha. Die Jaina-Tradition besagt, dass seine Mutter Cellaṇā war, Tochter Ceṭakas, eines Herrschers der Licchaver aus Vesālī. Das wirft die Frage auf, warum es heißt, Cellaṇā sei „von Videha“; vielleicht heiratete er eine Prinzessin aus Videha, um ein Bündnis mit den nördlichen Nachbarn der Licchaver zu schmieden. Auf jeden Fall ist das plausibler als die Version der buddhistischen Überlieferung, dass seine Mutter eine Kosalerin war. (Sujato)

“ramaṇīyā vata bho dosinā ratti, abhirūpā vata bho dosinā ratti, dassanīyā vata bho dosinā ratti, pāsādikā vata bho dosinā ratti, lakkhaññā vata bho dosinā ratti. „Oh ihr Herren, diese Mondnacht ist so überaus entzückend, so schön, so strahlend, so reizend, so bemerkenswert! Pāsādikā bedeutet hier nicht „still“; es ist Teil einer Standardreihe von Begriffen in der Bedeutung von „schön, anziehend“ (z. B. DN 4:13.7). | Lakkhaññā ist einmalig im frühen Pali. Es ist wahrscheinlich ein Synonym im Sinn von „bemerkenswerte Eigenschaften besitzend, eindrucksvoll“ und nicht „glückverheißend“. (Sujato)

Kaṁ nu khvajja samaṇaṁ vā brāhmaṇaṁ vā payirupāseyyāma, yaṁ no payirupāsato cittaṁ pasīdeyyā”ti? Welchem Asketen oder Brahmanen könnte ich heute meine Aufwartung machen, bei wem könnte mein Geist Frieden finden, wenn ich ihm meine Aufwartung machte?“ Der König sucht Erlösung durch sein eigenes Handeln; es ist nicht so, als hätte ein Asket besondere Macht, um ihm innere Ruhe zu verschaffen. | Das Sutta hält den Grund für die Unruhe des Königs bewusst zurück. Vergleiche AN 5.50, wo der Grund, warum der König Muṇḍa Trost sucht, gleich am Anfang genannt wird. (Sujato)

Evaṁ vutte, aññataro rājāmacco rājānaṁ māgadhaṁ ajātasattuṁ vedehiputtaṁ etadavoca: Daraufhin sagte einer der königlichen Minister zu ihm: Obwohl der König „Asketen und Brahmanen“ sagt, empfehlen seine Berater nur berühmte Lehrer der Asketen (samaṇa). Zu einem kürzeren Überblick über ihre Doktrinen siehe SN 2.30. (Sujato)

“ayaṁ, deva, pūraṇo kassapo saṅghī ceva gaṇī ca gaṇācariyo ca ñāto yasassī titthakaro sādhusammato bahujanassa rattaññū cirapabbajito addhagato vayoanuppatto. „Majestät, Pūraṇa Kassapa leitet einen Orden und eine Gemeinschaft und unterweist eine Gemeinschaft. Er ist ein namhafter und berühmter Religionsstifter, der von vielen als heilig erachtet wird. Er ist lange erfahren, schon lange fortgezogen; er ist in vorgerücktem Alter und im letzten Lebensabschnitt angekommen. Pūraṇa war ein wenig bekannter Lehrer, der das Fehlen eines ursächlichen Zusammenhangs zwischen einer Handlung und ihrer Folge lehrt; es hieß, er sei selbst bei seinen eigenen Schülern schlecht angesehen gewesen (MN 77:6.19). Es heißt, er habe eine Doktrin von sechs Klassen von Wiedergeburt gelehrt (AN 6.57); der gleiche Text spricht ehrerbietig von Makkhali Gosāla. | Pūraṇa bedeutet „füllend“ (nicht purāṇa = „alt“). (Sujato)

Taṁ devo pūraṇaṁ kassapaṁ payirupāsatu. Seine Majestät sollte ihm seine Aufwartung machen.

Appeva nāma devassa pūraṇaṁ kassapaṁ payirupāsato cittaṁ pasīdeyyā”ti. Wenn du das tust, wird dein Geist hoffentlich Frieden finden.“

Evaṁ vutte, rājā māgadho ajātasattu vedehiputto tuṇhī ahosi. Aber auf diese Worte schwieg der König. Der Grund für das Schweigen des Königs wird später offenbart. Die Erzählung ist voller Andeutungen. (Sujato)

Aññataropi kho rājāmacco rājānaṁ māgadhaṁ ajātasattuṁ vedehiputtaṁ etadavoca: Ein anderer königlicher Minister sagte zu ihm:

“ayaṁ, deva, makkhali gosālo saṅghī ceva gaṇī ca gaṇācariyo ca ñāto yasassī titthakaro sādhusammato bahujanassa rattaññū cirapabbajito addhagato vayoanuppatto. „Majestät, der Bambusstab-Asket Gosāla leitet einen Orden und eine Gemeinschaft und unterweist eine Gemeinschaft. Er ist ein namhafter und berühmter Religionsstifter, der von vielen als heilig erachtet wird. Er ist lange erfahren, schon lange fortgezogen; er ist in vorgerücktem Alter und im letzten Lebensabschnitt angekommen. Begründer der Ājīvikas, die nach dem Buddhismus und dem Jainismus die drittgrößte asketische Bewegung wurden. Keiner ihrer Texte hat überlebt, aber ihre Lehren können teilweise aus buddhistischen und jainistischen Quellen rekonstruiert werden. Makkhali Gosāla praktizierte sechs Jahre mit Mahāvīra, ehe es zu einer abrupten Trennung kam; danach entwickelte er seine Doktrin eines harten Determinismus. Makkhali beschreibt eine Art von Asketen, der einen Bambusstab trägt, daher weist es (wie die ähnlichen Bezeichnungen nigaṇṭha und samaṇa) auf seine Konfessionszugehörigkeit hin. Aus diesem Grund, und wenn man berücksichtigt, dass das buddhistische Sanskrit seinen Namen gośālīputra usw. schreibt, könnte sein zweiter Name (wie nātaputta und gotama) auf seinen Stamm hinweisen. Doch ich kann keine Spur eines solchen Stammes finden, und sowohl die Jaina- als auch die buddhistische Überlieferung sagen (wenn das auch unzuverlässig ist), der Name sei entstanden, weil er in einem Kuhstall geboren wurde. (Sujato)

Taṁ devo makkhaliṁ gosālaṁ payirupāsatu. Seine Majestät sollte ihm seine Aufwartung machen.

Appeva nāma devassa makkhaliṁ gosālaṁ payirupāsato cittaṁ pasīdeyyā”ti. Wenn du das tust, wird dein Geist hoffentlich Frieden finden.“

Evaṁ vutte, rājā māgadho ajātasattu vedehiputto tuṇhī ahosi. Aber auf diese Worte schwieg der König.

Aññataropi kho rājāmacco rājānaṁ māgadhaṁ ajātasattuṁ vedehiputtaṁ etadavoca: Ein anderer königlicher Minister sagte zu ihm:

“ayaṁ, deva, ajito kesakambalo saṅghī ceva gaṇī ca gaṇācariyo ca ñāto yasassī titthakaro sādhusammato bahujanassa rattaññū cirapabbajito addhagato vayoanuppatto. „Majestät, Ajita mit der Haardecke leitet einen Orden und eine Gemeinschaft und unterweist eine Gemeinschaft. Er ist ein namhafter und berühmter Religionsstifter, der von vielen als heilig erachtet wird. Er ist lange erfahren, schon lange fortgezogen; er ist in vorgerücktem Alter und im letzten Lebensabschnitt angekommen. Er war ein Materialist, ein früher Vertreter der Ideen, die später als Cārvāka-Schule bekannt wurden. Kesakambala bedeutet „Haardecke“, die als asketische Übung getragen wurde (AN 3.137). (Sujato)

Taṁ devo ajitaṁ kesakambalaṁ payirupāsatu. Seine Majestät sollte ihm seine Aufwartung machen.

Appeva nāma devassa ajitaṁ kesakambalaṁ payirupāsato cittaṁ pasīdeyyā”ti. Wenn du das tust, wird dein Geist hoffentlich Frieden finden.“

Evaṁ vutte, rājā māgadho ajātasattu vedehiputto tuṇhī ahosi. Aber auf diese Worte schwieg der König.

Aññataropi kho rājāmacco rājānaṁ māgadhaṁ ajātasattuṁ vedehiputtaṁ etadavoca: Ein anderer königlicher Minister sagte zu ihm:

“ayaṁ, deva, pakudho kaccāyano saṅghī ceva gaṇī ca gaṇācariyo ca ñāto yasassī titthakaro sādhusammato bahujanassa rattaññū cirapabbajito addhagato vayoanuppatto. „Majestät, Pakudha Kaccāyana leitet einen Orden und eine Gemeinschaft und unterweist eine Gemeinschaft. Er ist ein namhafter und berühmter Religionsstifter, der von vielen als heilig erachtet wird. Er ist lange erfahren, schon lange fortgezogen; er ist in vorgerücktem Alter und im letzten Lebensabschnitt angekommen. Ein anderer unbekannter Lehrer. Er lehrte einen reduktionistischen Atomismus, der die Möglichkeit eines Handelns mit Folgen verneinte. Sein erster Name wird manchmal Kakudha geschrieben; beide Wörter bezeichnen einen Höcker oder Kamm. (Sujato)

Taṁ devo pakudhaṁ kaccāyanaṁ payirupāsatu. Seine Majestät sollte ihm seine Aufwartung machen.

Appeva nāma devassa pakudhaṁ kaccāyanaṁ payirupāsato cittaṁ pasīdeyyā”ti. Wenn du das tust, wird dein Geist hoffentlich Frieden finden.“

Evaṁ vutte, rājā māgadho ajātasattu vedehiputto tuṇhī ahosi. Aber auf diese Worte schwieg der König.

Aññataropi kho rājāmacco rājānaṁ māgadhaṁ ajātasattuṁ vedehiputtaṁ etadavoca: Ein anderer königlicher Minister sagte zu ihm:

“ayaṁ, deva, sañcayo belaṭṭhaputto saṅghī ceva gaṇī ca gaṇācariyo ca ñāto yasassī titthakaro sādhusammato bahujanassa rattaññū cirapabbajito addhagato vayoanuppatto. „Majestät, Sañjaya Belaṭṭhiputta leitet einen Orden und eine Gemeinschaft und unterweist eine Gemeinschaft. Er ist ein namhafter und berühmter Religionsstifter, der von vielen als heilig erachtet wird. Er ist lange erfahren, schon lange fortgezogen; er ist in vorgerücktem Alter und im letzten Lebensabschnitt angekommen. Ein Agnostiker, der offensichtlich der „Wanderer Sañjaya“ ist, der Sāriputtas und Moggallānas erster Lehrer war, bevor sie ihn verließen und sich dem Buddha anschlossen Kd 1#mt1-174. Sein Name ist unklar. Das Sanskrit schreibt ihn vairaṭṭīputra, mit mehreren Varianten, aber immer mit ṭi. Der Kommentar sagt, er sei der „Sohn Belaṭṭhas“ gewesen; einen Belaṭṭha Kaccāna findet man in Kd 6#mt1-99, wo er Zucker verkauft, was die Idee stützt, dass Belaṭṭha ein persönlicher Name war und kein Stammesname. (Sujato)

Taṁ devo sañcayaṁ belaṭṭhaputtaṁ payirupāsatu. Seine Majestät sollte ihm seine Aufwartung machen.

Appeva nāma devassa sañcayaṁ belaṭṭhaputtaṁ payirupāsato cittaṁ pasīdeyyā”ti. Wenn du das tust, wird dein Geist hoffentlich Frieden finden.“

Evaṁ vutte, rājā māgadho ajātasattu vedehiputto tuṇhī ahosi. Aber auf diese Worte schwieg der König.

Aññataropi kho rājāmacco rājānaṁ māgadhaṁ ajātasattuṁ vedehiputtaṁ etadavoca: Ein anderer königlicher Minister sagte zu ihm:

“ayaṁ, deva, nigaṇṭho nāṭaputto saṅghī ceva gaṇī ca gaṇācariyo ca ñāto yasassī titthakaro sādhusammato bahujanassa rattaññū cirapabbajito addhagato vayoanuppatto. „Majestät, der Jaina-Asket aus dem Stamm Ñātika leitet einen Orden und eine Gemeinschaft und unterweist eine Gemeinschaft. Er ist ein namhafter und berühmter Religionsstifter, der von vielen als heilig erachtet wird. Er ist lange erfahren, schon lange fortgezogen; er ist in vorgerücktem Alter und im letzten Lebensabschnitt angekommen. Der Anführer der Jainas Mahāvīra Vardhamāna ist in den Palitexten als Nigaṇṭha Nātaputta bekannt. Er wird als der 24. höchste Anführer der Jainas betrachtet, obwohl nur er und sein Vorgänger Pārśvanātha (in den Palitexten nicht erwähnt) historisch sind. Nigaṇṭha heißt „knotenlos“ (d. h. ohne Bindungen); es ist eine Bezeichnung für einen Jaina-Asketen. Nātaputta bezeichnet seinen Stamm, die Ñātiker (Sanskrit jñātiputra; Prākrit nāyaputta). Die Palitradition hat ñāti („Familie“) mit nāṭa („Tänzer“) verwechselt. Nigaṇṭha Nātaputta bedeutet somit „der Jaina-Asket aus dem Stamm Ñātika“. | Jainismus und Buddhismus sind die einzigen alten Samaṇa-Bewegungen, die bis heute überlebt haben. Die wichtigste Lehre des Jainismus ist die Übung von Gewaltlosigkeit, während man früheres Kamma durch inbrünstige Bußübung abbrennt, um die allwissende Befreiung zu erlangen. (Sujato)

Taṁ devo nigaṇṭhaṁ nāṭaputtaṁ payirupāsatu. Seine Majestät sollte ihm seine Aufwartung machen.

Appeva nāma devassa nigaṇṭhaṁ nāṭaputtaṁ payirupāsato cittaṁ pasīdeyyā”ti. Wenn du das tust, wird dein Geist hoffentlich Frieden finden.“

Evaṁ vutte, rājā māgadho ajātasattu vedehiputto tuṇhī ahosi. Aber auf diese Worte schwieg der König.

2. Komārabhaccajīvakakathā 2. Eine Unterhaltung mit Jīvaka dem Prinzenzögling

Tena kho pana samayena jīvako komārabhacco rañño māgadhassa ajātasattussa vedehiputtassa avidūre tuṇhībhūto nisinno hoti. Nun saß zu dieser Zeit Jīvaka der Prinzenzögling schweigend nicht weit vom König. Die Tatsache, dass er nicht redet, bezeichnet seine Weisheit. Die Erzählung schafft eine dramatische Erwartung durch sein Schweigen, eine ausnehmend buddhistische ästhetische Wahl. (Sujato)

Atha kho rājā māgadho ajātasattu vedehiputto jīvakaṁ komārabhaccaṁ etadavoca: Da sagte der König zu ihm:

“tvaṁ pana, samma jīvaka, kiṁ tuṇhī”ti? „Aber mein lieber Jīvaka, warum schweigst du?“

“Ayaṁ, deva, bhagavā arahaṁ sammāsambuddho amhākaṁ ambavane viharati mahatā bhikkhusaṅghena saddhiṁ aḍḍhateḷasehi bhikkhusatehi. „Majestät, der Gesegnete, der Vollendete, der vollkommen erwachte Buddha hält sich in meinem Mangowäldchen auf, zusammen mit einem großen Saṅgha von 1.250 Mönchen und Nonnen. Laut Vinaya wird ein Kloster normalerweise dem „Saṅgha der vier Himmelsrichtungen“ gespendet und wird sein unveräußerlicher Besitz. In den Suttas ist das nicht so klar, und es scheint, Jīvaka betrachtete das Grundstück noch als sein eigenes. In der Praxis wird es viele mögliche Vereinbarungen gegeben haben, wie das auch heute der Fall ist. (Sujato)

Taṁ kho pana bhagavantaṁ evaṁ kalyāṇo kittisaddo abbhuggato: Er hat diesen guten Ruf:

‘itipi so bhagavā arahaṁ sammāsambuddho vijjācaraṇasampanno sugato lokavidū anuttaro purisadammasārathi satthā devamanussānaṁ buddho bhagavā’ti. ‚Dieser Gesegnete ist vollendet, ein vollkommen erwachter Buddha, von vollendetem Wissen und Verhalten, heilig, Kenner der Welt, unübertrefflicher Anleiter für alle, die schulungsfähig sind, Lehrer von Göttern und Menschen, erwacht, gesegnet.‘ Das erste Vorkommen der berühmten iti pi so-Formel. Sie wird in Theravāda-Gemeinschaften bis heute zum Lob des Buddha aufgesagt. (Sujato)

Taṁ devo bhagavantaṁ payirupāsatu. Seine Majestät sollte ihm seine Aufwartung machen.

Appeva nāma devassa bhagavantaṁ payirupāsato cittaṁ pasīdeyyā”ti. Wenn du das tust, wird dein Geist hoffentlich Frieden finden.“

“Tena hi, samma jīvaka, hatthiyānāni kappāpehī”ti. „Nun, mein lieber Jīvaka, lass die Elefanten bereitmachen.“

“Evaṁ, devā”ti kho jīvako komārabhacco rañño māgadhassa ajātasattussa vedehiputtassa paṭissuṇitvā pañcamattāni hatthinikāsatāni kappāpetvā rañño ca ārohaṇīyaṁ nāgaṁ, rañño māgadhassa ajātasattussa vedehiputtassa paṭivedesi: „Ja, Majestät“, antwortete Jīvaka. Er ließ etwa fünfhundert Elefantenkühe bereitmachen und dazu den Elefantenbullen des Königs zum Reiten. Dann meldete er dem König:

“kappitāni kho te, deva, hatthiyānāni, „Die Elefanten sind bereit, Majestät.

yassadāni kālaṁ maññasī”ti. Bitte geh nach deinem Belieben.“

Atha kho rājā māgadho ajātasattu vedehiputto pañcasu hatthinikāsatesu paccekā itthiyo āropetvā ārohaṇīyaṁ nāgaṁ abhiruhitvā ukkāsu dhāriyamānāsu rājagahamhā niyyāsi mahaccarājānubhāvena, yena jīvakassa komārabhaccassa ambavanaṁ tena pāyāsi. Da ließ der König Ajātasattu auf jede der fünfhundert Elefantenkühe eine Frau steigen, während er seinen Elefantenbullen bestieg. Mit Dienern, die Fackeln trugen, brach er in vollem königlichem Prunk von Rājagaha zu Jīvakas Mangowäldchen auf. Indische Könige wurden innerhalb des Harems von bewaffneten Frauen bewacht (Kauṭilyas Arthaśāstra 1.21.1), auch auf der Jagd (Megasthenes’ Indica, via Strabo XV. i. 53–56). Diese Passage könnte der älteste Hinweis auf diese lange geübte Praxis sein. (Sujato)

Atha kho rañño māgadhassa ajātasattussa vedehiputtassa avidūre ambavanassa ahudeva bhayaṁ, ahu chambhitattaṁ, ahu lomahaṁso. Doch als er sich dem Mangowäldchen näherte, wurde der König von Furcht und Entsetzen gepackt und seine Haare sträubten sich.

Atha kho rājā māgadho ajātasattu vedehiputto bhīto saṁviggo lomahaṭṭhajāto jīvakaṁ komārabhaccaṁ etadavoca: Er sagte zu Jīvaka:

“kacci maṁ, samma jīvaka, na vañcesi? „Mein lieber Jīvaka, ich hoffe, du täuschst mich nicht!

Kacci maṁ, samma jīvaka, na palambhesi? Ich hoffe, du betrügst mich nicht!

Kacci maṁ, samma jīvaka, na paccatthikānaṁ desi? Ich hoffe, du lieferst mich nicht meinen Feinden aus!

Kathañhi nāma tāva mahato bhikkhusaṅghassa aḍḍhateḷasānaṁ bhikkhusatānaṁ neva khipitasaddo bhavissati, na ukkāsitasaddo na nigghoso”ti. Denn wie in aller Welt ist es möglich, dass es in einem so großen Saṅgha von 1.250 Mönchen und Nonnen kein Husten oder Räuspern oder sonst ein Geräusch gibt?“ Die Stille der Versammlung des Buddha wird oft den lärmenden Zusammenkünften anderer Asketen gegenübergestellt, z. B. der von Poṭṭhapāda in DN 9:3.1. (Sujato)

“Mā bhāyi, mahārāja, mā bhāyi, mahārāja. „Hab keine Furcht, großer König, hab keine Furcht!

Na taṁ, deva, vañcemi; Ich täusche dich nicht,

na taṁ, deva, palambhāmi; noch betrüge ich dich

na taṁ, deva, paccatthikānaṁ demi. oder liefere dich deinen Feinden aus.

Abhikkama, mahārāja, abhikkama, mahārāja, ete maṇḍalamāḷe dīpā jhāyantī”ti. Geh vorwärts, großer König, geh vorwärts! Da sind Lampen, die im Pavillon scheinen.“ Dies ist ein doppeltes Wortspiel. Dīpa heißt „Lampe“ oder „Insel, Zuflucht“ und jhāyati heißt „brennen“ oder „meditieren“. Daher könnte man es wiedergeben als „da sind Retter, die im Pavillon meditieren“. Jhāyati ist die Verbform von jhāna („Vertiefung“), und das ist die zentrale Praxis der weiter unten beschriebenen Meditation. (Sujato)

3. Sāmaññaphalapucchā 3. Die Frage nach den Früchten des Asketenlebens

Atha kho rājā māgadho ajātasattu vedehiputto yāvatikā nāgassa bhūmi nāgena gantvā, nāgā paccorohitvā, pattikova yena maṇḍalamāḷassa dvāraṁ tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā jīvakaṁ komārabhaccaṁ etadavoca: Da ritt der König Ajātasattu auf dem Elefanten, soweit es das Gelände erlaubte, dann stieg er ab und begab sich zu Fuß zur Tür des Pavillons. Dort fragte er Jīvaka:

“kahaṁ pana, samma jīvaka, bhagavā”ti? „Aber mein lieber Jīvaka, wo ist der Buddha?“ Der Buddha sah aus wie jeder andere Mönch. Aber diese Stelle offenbart auch Ajātasattus spirituelle Blindheit. (Sujato)

“Eso, mahārāja, bhagavā; „Das ist der Buddha, großer König, das ist der Buddha!

eso, mahārāja, bhagavā majjhimaṁ thambhaṁ nissāya puratthābhimukho nisinno purakkhato bhikkhusaṅghassā”ti. Er sitzt gegen den Mittelpfeiler mit Blick nach Osten, vor dem Saṅgha der Mönche und Nonnen.“

Atha kho rājā māgadho ajātasattu vedehiputto yena bhagavā tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā ekamantaṁ aṭṭhāsi. Da ging der König zum Buddha und stellte sich zur Seite hin. Er hat noch kein Vertrauen gefasst und verbeugt sich daher nicht. (Sujato)

Ekamantaṁ ṭhito kho rājā māgadho ajātasattu vedehiputto tuṇhībhūtaṁ tuṇhībhūtaṁ bhikkhusaṅghaṁ anuviloketvā rahadamiva vippasannaṁ udānaṁ udānesi: Er blickte über den Saṅgha der Mönche und Nonnen, die so völlig still waren wie ein stiller, klarer See, und drückte dieses innige Gefühl aus:

“iminā me upasamena udayabhaddo kumāro samannāgato hotu, yenetarahi upasamena bhikkhusaṅgho samannāgato”ti. „Dass doch mein Sohn, der Prinz Udāyibhadda, mit solchem Frieden gesegnet sein soll, wie ihn der Saṅgha der Mönche und Nonnen gerade genießt!“

“Agamā kho tvaṁ, mahārāja, yathāpeman”ti. „Ist dein Geist zu jemandem gegangen, den du liebst, großer König?“ Obwohl der Buddha sich der Verbrechen Ajātasattus wohl bewusst ist, geht er mitfühlend auf ihn ein. (Sujato)

“Piyo me, bhante, udayabhaddo kumāro. „Ich liebe meinen Sohn, Herr, den Prinzen Udāyibhadda.

Iminā me, bhante, upasamena udayabhaddo kumāro samannāgato hotu yenetarahi upasamena bhikkhusaṅgho samannāgato”ti. Dass er doch mit solchem Frieden gesegnet sein soll, wie ihn der Saṅgha der Mönche und Nonnen gerade genießt!“

Atha kho rājā māgadho ajātasattu vedehiputto bhagavantaṁ abhivādetvā, bhikkhusaṅghassa añjaliṁ paṇāmetvā, ekamantaṁ nisīdi. Dann verbeugte sich der König vor dem Buddha, erhob seine zusammengelegten Hände zum Saṅgha und setzte sich zur Seite hin.

Ekamantaṁ nisinno kho rājā māgadho ajātasattu vedehiputto bhagavantaṁ etadavoca: Er sagte zum Buddha:

“puccheyyāmahaṁ, bhante, bhagavantaṁ kañcideva desaṁ; „Herr, ich würde dich gerne über einen bestimmten Punkt befragen, wenn du die Zeit nehmen wolltest, zu antworten.“

sace me bhagavā okāsaṁ karoti pañhassa veyyākaraṇāyā”ti.

“Puccha, mahārāja, yadākaṅkhasī”ti. „Frage, was du möchtest, großer König.“

“Yathā nu kho imāni, bhante, puthusippāyatanāni, „Herr, es gibt viele verschiedene berufliche Tätigkeitsfelder. Die meisten Übersetzer geben sippa mit „Handwerk“ („craft“) wieder. Doch die Grundbedeutung von „Handwerk“ ist Geschick darin, Dinge zu machen oder herzustellen. Was hier gemeint ist, ist eine bezahlte Beschäftigung, unabhängig davon, ob dabei Dinge hergestellt werden, d. h. „Beruf“. (Sujato)

seyyathidaṁ—hatthārohā assārohā rathikā dhanuggahā celakā calakā piṇḍadāyakā uggā rājaputtā pakkhandino mahānāgā sūrā cammayodhino dāsikaputtā Dazu zählen Elefantentruppen, Reitertruppen, Streitwagentruppen, Bogenschützen, Fahnenträger, Schlachtordner, Proviantversorger, Kriegerfürsten, Prinzen, Sturmtruppen, große Krieger, Helden, in Leder gekleidete Soldaten und Söhne von Schuldknechten. Das sind die Berufe, die Ajātasattu im Sinn hat. Die ersten vier sind in AN 7.67 als Zweige des Militärs definiert. (Sujato)

āḷārikā kappakā nhāpakā sūdā mālakārā rajakā pesakārā naḷakārā kumbhakārā gaṇakā muddikā, yāni vā panaññānipi evaṅgatāni puthusippāyatanāni, te diṭṭheva dhamme sandiṭṭhikaṁ sippaphalaṁ upajīvanti; Es zählen dazu auch Bankiers, Barbiere, Bader, Köche, Kranzbinder, Färber, Weber, Korbflechter, Töpfer, Buchhalter, Fingerzähler oder die, die ähnlichen Berufen nachgehen. Sie alle leben von den Früchten ihres Berufs, die in eben diesem Leben ersichtlich sind. Die Frage bezieht sich auf den rechten Lebenserwerb, den fünften Faktor des edlen achtfachen Pfades. (Sujato)

te tena attānaṁ sukhenti pīṇenti, mātāpitaro sukhenti pīṇenti, puttadāraṁ sukhenti pīṇenti, mittāmacce sukhenti pīṇenti, samaṇabrāhmaṇesu uddhaggikaṁ dakkhiṇaṁ patiṭṭhapenti sovaggikaṁ sukhavipākaṁ saggasaṁvattanikaṁ. Sie machen damit sich selbst glücklich und froh, machen Mutter und Vater, Frauen und Kinder sowie Freunde und Kollegen glücklich und froh. Und sie richten eine feierliche religiöse Gabe für Asketen und Brahmanen aus, die in den Himmel führt, die zu Glück heranreift und den Weg zum Himmel bereitet. Der Zweck des rechten Lebenserwerbs ist es, in diesem und im nächsten Leben Glück zu bringen. (Sujato)

Sakkā nu kho, bhante, evameva diṭṭheva dhamme sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ paññapetun”ti? Herr, kannst du eine Frucht des Asketenlebens aufzeigen, die ebenso in eben diesem Leben ersichtlich ist?“ Ajātasattus Frage richtet sich nur auf das Glück in diesem Leben. Er wird Asketen gesehen haben, die um künftigen Glücks willen ein hartes und entbehrungsreiches Leben führen. (Sujato)

“Abhijānāsi no tvaṁ, mahārāja, imaṁ pañhaṁ aññe samaṇabrāhmaṇe pucchitā”ti? „Großer König, erinnerst du dich, dass du diese Frage anderen Asketen und Brahmanen gestellt hast?“ Der Ausdruck „großer König“ (mahārāja) bezeichnet Ajātasattu als Erbkönig über ein großes Reich, im Unterschied zu den gewählten „Herrschern“ der Adelsrepubliken wie Vajjī und Sakya. (Sujato)

“Abhijānāmahaṁ, bhante, imaṁ pañhaṁ aññe samaṇabrāhmaṇe pucchitā”ti. „Das tue ich, Herr.“

“Yathā kathaṁ pana te, mahārāja, byākariṁsu, sace te agaru bhāsassū”ti. „Wenn es dir nichts ausmacht, großer König, sag mir, was sie geantwortet haben.“ Wie in DN 1:1.4.2 beginnt der Buddha damit, nach dem zu fragen, was andere gesagt haben. (Sujato)

“Na kho me, bhante, garu, yatthassa bhagavā nisinno, bhagavantarūpo vā”ti. „Es macht keine Mühe, wenn jemand wie der Gesegnete da sitzt.“

“Tena hi, mahārāja, bhāsassū”ti. „Gut, dann sprich, großer König.“

3.1. Pūraṇakassapavāda 3.1. Die Doktrin Pūraṇa Kassapas

“Ekamidāhaṁ, bhante, samayaṁ yena pūraṇo kassapo tenupasaṅkamiṁ; upasaṅkamitvā pūraṇena kassapena saddhiṁ sammodiṁ. „Dieses eine Mal, Herr, begab ich mich zu Pūraṇa Kassapa und tauschte Willkommensgrüße mit ihm aus.

Sammodanīyaṁ kathaṁ sāraṇīyaṁ vītisāretvā ekamantaṁ nisīdiṁ. Ekamantaṁ nisinno kho ahaṁ, bhante, pūraṇaṁ kassapaṁ etadavocaṁ: Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte ich mich zur Seite hin und stellte ihm diese Frage. Wie bei seiner Begegnung mit dem Buddha ist Ajātasattu respektvoll, aber nicht ehrfurchtsvoll. (Sujato)

‘yathā nu kho imāni, bho kassapa, puthusippāyatanāni,

seyyathidaṁ—hatthārohā assārohā rathikā dhanuggahā celakā calakā piṇḍadāyakā uggā rājaputtā pakkhandino mahānāgā sūrā cammayodhino dāsikaputtā āḷārikā kappakā nhāpakā sūdā mālakārā rajakā pesakārā naḷakārā kumbhakārā gaṇakā muddikā, yāni vā panaññānipi evaṅgatāni puthusippāyatanāni, te diṭṭheva dhamme sandiṭṭhikaṁ sippaphalaṁ upajīvanti;

te tena attānaṁ sukhenti pīṇenti, mātāpitaro sukhenti pīṇenti, puttadāraṁ sukhenti pīṇenti, mittāmacce sukhenti pīṇenti, samaṇabrāhmaṇesu uddhaggikaṁ dakkhiṇaṁ patiṭṭhapenti sovaggikaṁ sukhavipākaṁ saggasaṁvattanikaṁ.

Sakkā nu kho, bho kassapa, evameva diṭṭheva dhamme sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ paññapetun’ti?

Evaṁ vutte, bhante, pūraṇo kassapo maṁ etadavoca: Er sagte zu mir:

‘karoto kho, mahārāja, kārayato, chindato chedāpayato, pacato pācāpayato socayato, socāpayato, kilamato kilamāpayato, phandato phandāpayato, pāṇamatipātāpayato, adinnaṁ ādiyato, sandhiṁ chindato, nillopaṁ harato, ekāgārikaṁ karoto, paripanthe tiṭṭhato, paradāraṁ gacchato, musā bhaṇato, karoto na karīyati pāpaṁ. Khurapariyantena cepi cakkena yo imissā pathaviyā pāṇe ekaṁ maṁsakhalaṁ ekaṁ maṁsapuñjaṁ kareyya, natthi tatonidānaṁ pāpaṁ, natthi pāpassa āgamo. ‚Großer König, der Täter tut nichts Schlechtes, wenn er bestraft, verstümmelt, foltert, kränkt, unterdrückt oder einschüchtert oder wenn er andere anstiftet, das Gleiche zu tun. Er tut nichts Schlechtes, wenn er tötet, stiehlt, in Häuser einbricht, Vermögen plündert, aus abgelegenen Gebäuden raubt, Landstraßen blockiert, Ehebruch begeht und lügt. Wenn man alle lebenden Geschöpfe auf dieser Erde mit einem rasiermesserscharfen Chakram in einen einzigen Fleischhaufen, eine einzige Fleischmasse verwandeln würde, würde daraus nichts Böses entstehen und auch keine Auswirkung von Bösem. Das ist ein Leugnen der Kamma-Doktrin. Diese Doktrin erscheint moralisch nihilistisch, aber es ist unwahrscheinlich, dass sie Pūraṇa Kassapas vollständige Lehre war. Er war vielleicht ein Anhänger eines harten Determinismus, der besagt, wir haben nicht die Wahl, was wir tun. Oder er glaubte auch, dass man im Sinn eines gesellschaftlichen Vertrags moralische Regeln einhalten sollte, dass das aber keine Auswirkung auf das Leben nach dem Tod hat. (Sujato)

Dakkhiṇañcepi gaṅgāya tīraṁ gaccheyya hananto ghātento chindanto chedāpento pacanto pācāpento, natthi tatonidānaṁ pāpaṁ, natthi pāpassa āgamo. Wenn man am südlichen Ufer des Ganges entlangginge und töten, verstümmeln und foltern würde und andere anstiften würde, das Gleiche zu tun, würde daraus nichts Böses entstehen und auch keine Auswirkung von Bösem.

Uttarañcepi gaṅgāya tīraṁ gaccheyya dadanto dāpento yajanto yajāpento, natthi tatonidānaṁ puññaṁ, natthi puññassa āgamo. Wenn man am nördlichen Ufer des Ganges entlangginge und spenden und opfern würde und andere ermuntern würde, das Gleiche zu tun, würde daraus kein Verdienst entstehen und auch keine Auswirkung von Verdienst.

Dānena damena saṁyamena saccavajjena natthi puññaṁ, natthi puññassa āgamo’ti. In Geben, Selbstbeherrschung, Zügelung und Wahrhaftigkeit liegt kein Verdienst und auch keine Auswirkung von Verdienst.‘

Itthaṁ kho me, bhante, pūraṇo kassapo sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ puṭṭho samāno akiriyaṁ byākāsi. Und als ich so Pūraṇa Kassapa nach den Früchten des Asketenlebens fragte, die in diesem Leben ersichtlich sind, antwortete er mit der Doktrin des Nicht-Tuns. Die unbefriedigende Art der Antworten, die diese Lehrer geben, wird auch in MN 36:48.4 betont. (Sujato)

Seyyathāpi, bhante, ambaṁ vā puṭṭho labujaṁ byākareyya, labujaṁ vā puṭṭho ambaṁ byākareyya; Es war, als ob jemand, der über eine Mango gefragt würde, mit einer Brotfrucht antwortete, oder jemand, der über eine Brotfrucht gefragt würde, mit einer Mango antwortete. Brotfrucht ist eine stärkehaltige, faserige Frucht, die natürlich etwas völlig anderes ist als eine Mango. (Sujato)

evameva kho me, bhante, pūraṇo kassapo sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ puṭṭho samāno akiriyaṁ byākāsi.

Tassa mayhaṁ, bhante, etadahosi: Ich dachte:

‘kathañhi nāma mādiso samaṇaṁ vā brāhmaṇaṁ vā vijite vasantaṁ apasādetabbaṁ maññeyyā’ti. ‚Wie könnte jemand wie ich sich erlauben, einen Asketen oder Brahmanen, der in meinem Reich lebt, zurechtzuweisen?‘ Könige hatten die Pflicht, alle Religionen in ihrem Reich zu schützen, selbst solche mit so extremen Ansichten. (Sujato)

So kho ahaṁ, bhante, pūraṇassa kassapassa bhāsitaṁ neva abhinandiṁ nappaṭikkosiṁ. Daher begrüßte ich diese Aussage Pūraṇa Kassapas weder, noch lehnte ich sie ab.

Anabhinanditvā appaṭikkositvā anattamano, anattamanavācaṁ anicchāretvā, tameva vācaṁ anuggaṇhanto anikkujjanto uṭṭhāyāsanā pakkamiṁ. Ich war verstimmt, aber zeigte meine Verstimmung nicht. Weder stimmte ich seinen Worten zu, noch widersprach ich ihnen, sondern erhob mich von meinem Sitz und ging. Der Kommentar behandelt uggahita und nikkujjita als Synonyme. An anderer Stelle heißt nikkujjati aber immer „umstürzen“. (Sujato)

3.2. Makkhaligosālavāda 3.2. Die Doktrin des Bambusstab-Asketen Gosāla

Ekamidāhaṁ, bhante, samayaṁ yena makkhali gosālo tenupasaṅkamiṁ; upasaṅkamitvā makkhalinā gosālena saddhiṁ sammodiṁ. Dieses eine Mal, Herr, begab ich mich zu dem Bambusstab-Asketen Gosāla und tauschte Willkommensgrüße mit ihm aus.

Sammodanīyaṁ kathaṁ sāraṇīyaṁ vītisāretvā ekamantaṁ nisīdiṁ. Ekamantaṁ nisinno kho ahaṁ, bhante, makkhaliṁ gosālaṁ etadavocaṁ: Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte ich mich zur Seite hin und stellte ihm die gleiche Frage.

‘yathā nu kho imāni, bho gosāla, puthusippāyatanāni …pe…

sakkā nu kho, bho gosāla, evameva diṭṭheva dhamme sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ paññapetun’ti?

Evaṁ vutte, bhante, makkhali gosālo maṁ etadavoca: Er sagte zu mir:

‘natthi, mahārāja, hetu natthi paccayo sattānaṁ saṅkilesāya, ahetū apaccayā sattā saṅkilissanti. ‚Großer König, es gibt keinen Grund und keine Ursache für die Verunreinigung der Lebewesen. Lebewesen werden ohne Grund oder Ursache verunreinigt. Das leugnet das Kausalprinzip und die Wirksamkeit von Handlungen. Die fatalistischen Lehren der Ājīvikas führten dazu, dass sie als Prognostiker beliebt wurden. (Sujato)

Natthi hetu, natthi paccayo sattānaṁ visuddhiyā, Es gibt keinen Grund und keine Ursache für die Läuterung der Lebewesen.

ahetū apaccayā sattā visujjhanti. Lebewesen werden ohne Grund oder Ursache geläutert.

Natthi attakāre, natthi parakāre, natthi purisakāre, natthi balaṁ, natthi vīriyaṁ, natthi purisathāmo, natthi purisaparakkamo. Man handelt nicht aus eigenem Willen, noch handelt man aus dem Willen eines anderen oder aus dem Willen eines Menschen. Es gibt keine Kraft, keine Energie, keine menschliche Stärke oder Tatkraft. Die ersten drei Wendungen, mit dem Nominativ Singular auf -e des Magadha-Dialekts, sind für diese Passage einzigartig. In AN 6.38:1.4 finden wir den regulären Nominativ auf -o. (Sujato)

Sabbe sattā sabbe pāṇā sabbe bhūtā sabbe jīvā avasā abalā avīriyā niyatisaṅgatibhāvapariṇatā chasvevābhijātīsu sukhadukkhaṁ paṭisaṁvedenti. Alle Lebewesen, alle lebenden Geschöpfe, alle Wesen, alle Seelen sind ohne Kontrolle, Kraft oder Energie. Vom Schicksal, den Umständen und der Natur getrieben, erfahren sie in den sechs Wiedergeburtsklassen Glück und Schmerz. Alles wird von Umständen bestimmt, die außerhalb unserer Kontrolle liegen. (Sujato)

Cuddasa kho panimāni yonipamukhasatasahassāni saṭṭhi ca satāni cha ca satāni pañca ca kammuno satāni pañca ca kammāni tīṇi ca kammāni kamme ca aḍḍhakamme ca dvaṭṭhipaṭipadā dvaṭṭhantarakappā chaḷābhijātiyo aṭṭha purisabhūmiyo ekūnapaññāsa ājīvakasate ekūnapaññāsa paribbājakasate ekūnapaññāsa nāgāvāsasate vīse indriyasate tiṁse nirayasate chattiṁsa rajodhātuyo satta saññīgabbhā satta asaññīgabbhā satta nigaṇṭhigabbhā satta devā satta mānusā satta pisācā satta sarā satta pavuṭā satta pavuṭasatāni satta papātā satta papātasatāni satta supinā satta supinasatāni cullāsīti mahākappino satasahassāni, yāni bāle ca paṇḍite ca sandhāvitvā saṁsaritvā dukkhassantaṁ karissanti. Es gibt 1,4 Millionen Haupt-Mutterschöße und 6000 und 600; 500 Taten und fünf und drei; Taten und Halbtaten; 62 Übungspfade, 62 Unterzeiträume eines Äons, sechs Wiedergeburtsklassen, acht Stufen im Leben eines Menschen; 4900 Ājīvaka-Asketen, 4900 Wanderer und 4900 Drachen-Wohnplätze; 2000 Herrschaften, 3000 Höllen und 36 Bereiche düsteren Himmels; sieben Embryonen mit Wahrnehmung, sieben Embryonen ohne Wahrnehmung und sieben knotenlose Embryonen, sieben Götter, sieben geistige Himmel, sieben Kobolde, sieben Ströme, sieben abgelegte Verkörperungen und 700 abgelegte Verkörperungen, sieben Abstürze und 700 Abstürze, sieben Träume und 700 Träume und 8,4 Millionen große Äonen – durch all diese wandern Törichte und Kluge umher, bevor sie dem Leiden ein Ende machen. Die „Mutterschöße“ sind wahrscheinlich Arten, durch die man umherwandert. | Die vielen Arten von Taten, die von den Ājīvakas eingeteilt werden, haben nur bedingte Wirkungen, da letztendlich der Lauf des Umherwanderns festgelegt ist. Es scheint, die „Halbtaten“ werden nur im Geist ausgeführt. | Die 62 „Übungspfade“ spiegeln vielleicht die 62 falschen Ansichten von DN 1 wider und weisen auf die kammischen Bestimmungsorte solcher Praktiken hin. | Die Serie von „4900“ (d. h. 7 x 700) bezieht sich auf die Häufigkeit, mit der man in jedem dieser Zustände wiedergeboren wird. | Indriya bedeutet vielleicht „Herrschaft“, d. h. Herrschertum im Himmel oder auf Erden. | Rajodhātu verweist vielleicht auf die vedische Bedeutung von rajo als „düstere Himmel“, die bewölkten Regionen der unteren Atmosphäre, durch die Götter auf ihrem Weg vom Himmel wandern. Sie werden als drei, sechs oder viele gezählt. | Die folgende Siebenerreihe überschneidet sich teilweise mit einer Aufzählung im Bhagavatī-Sūtra und scheint Arten von Wiedergeburt aufzulisten, die nahe dem Ende des Umherwanderns erfahren werden. | Der Pali-Kommentar sagt, „Embryonen ohne Wahrnehmung“ seien Pflanzen, aber es könnten die „Wesen ohne Wahrnehmung“ sein. | „Knotenlose Embryonen“ (nigaṇṭhigabbha) beziehen sich vielleicht auf die, die ohne Bindungen in gewissen hohen Himmeln geboren werden. | Das Pali mānusa („menschlich“) soll wahrscheinlich mānasa („geistig“) sein, ein Name für einen Ājīvaka-Himmel. Aber māṇasa und sara („Ströme“) sind auch Ājīvaka-Ausdrücke für unfassbar lange Zeiträume im saṁsara. | Pavuṭā bezieht sich wahrscheinlich auf die „abgelegten Verkörperungen“ (paüṭṭaparihāra), sieben Stadien, in denen nach dem Bhagavatī-Sūtra Gosāla vor seinem letzten Leben wiedergeboren war. | Papāta ist „Klippe“ und meint hier wahrscheinlich den „Absturz“ in einen niedrigeren Daseinsbereich. | Die Bedeutung von „Träumen“ ist hier unklar; vielleicht geht es um Vorzeichen. (Sujato)

Tattha natthi “imināhaṁ sīlena vā vatena vā tapena vā brahmacariyena vā aparipakkaṁ vā kammaṁ paripācessāmi, paripakkaṁ vā kammaṁ phussa phussa byantiṁ karissāmī”ti hevaṁ natthi. Und ein solches Ding gibt es hier nicht: „Durch diese Tugendregel, dieses Gelübde, diese inbrünstige Bußübung oder dieses geistliche Leben werde ich unreife Taten zwingen, ihre Frucht hervorzubringen, oder alte Taten tilgen, indem ich nach und nach ihr Ergebnis erfahre“ – denn das kann nicht sein. Mittels „inbrünstiger Bußübung (tapas) unreife Taten zwingen, ihre Frucht hervorzubringen“, ist eine Jaina-Übung, wohingegen „alte Taten tilgen, indem man nach und nach ihr Ergebnis erfährt“, in AN 3.74 von der Ansicht der Jainas abgegrenzt wird. (Sujato)

Doṇamite sukhadukkhe pariyantakate saṁsāre, natthi hāyanavaḍḍhane, natthi ukkaṁsāvakaṁse. Glück und Schmerz sind zugeteilt. Das Umherwandern dauert nur eine begrenzte Zeit, daher gibt es keine Zunahme und keine Abnahme, kein Besserwerden und kein Schlechterwerden.

Seyyathāpi nāma suttaguḷe khitte nibbeṭhiyamānameva paleti; Wie wenn man ein Garnknäuel anstößt: Es rollt fort und wickelt sich ab.

evameva bāle ca paṇḍite ca sandhāvitvā saṁsaritvā dukkhassantaṁ karissantī’ti. Ebenso wandern Törichte und Kluge umher, bevor sie dem Leiden ein Ende machen werden.‘

Itthaṁ kho me, bhante, makkhali gosālo sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ puṭṭho samāno saṁsārasuddhiṁ byākāsi. Und als ich so den Bambusstab-Asketen Gosāla nach den Früchten des Asketenlebens fragte, die in diesem Leben ersichtlich sind, antwortete er mit der Doktrin der Läuterung durch Umherwandern. „Läuterung durch Umherwandern“ ist saṁsārasuddhi. (Sujato)

Seyyathāpi, bhante, ambaṁ vā puṭṭho labujaṁ byākareyya, labujaṁ vā puṭṭho ambaṁ byākareyya; Es war, als ob jemand, der über eine Mango gefragt würde, mit einer Brotfrucht antwortete, oder jemand, der über eine Brotfrucht gefragt würde, mit einer Mango antwortete.

evameva kho me, bhante, makkhali gosālo sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ puṭṭho samāno saṁsārasuddhiṁ byākāsi.

Tassa mayhaṁ, bhante, etadahosi: Ich dachte:

‘kathañhi nāma mādiso samaṇaṁ vā brāhmaṇaṁ vā vijite vasantaṁ apasādetabbaṁ maññeyyā’ti. ‚Wie könnte jemand wie ich sich erlauben, einen Asketen oder Brahmanen, der in meinem Reich lebt, zurechtzuweisen?‘

So kho ahaṁ, bhante, makkhalissa gosālassa bhāsitaṁ neva abhinandiṁ nappaṭikkosiṁ. Daher begrüßte ich diese Aussage des Bambusstab-Asketen Gosāla weder, noch lehnte ich sie ab.

Anabhinanditvā appaṭikkositvā anattamano, anattamanavācaṁ anicchāretvā, tameva vācaṁ anuggaṇhanto anikkujjanto uṭṭhāyāsanā pakkamiṁ. Ich war verstimmt, aber zeigte meine Verstimmung nicht. Weder stimmte ich seinen Worten zu, noch widersprach ich ihnen, sondern erhob mich von meinem Sitz und ging.

3.3. Ajitakesakambalavāda 3.3. Die Doktrin Ajitas mit der Haardecke

Ekamidāhaṁ, bhante, samayaṁ yena ajito kesakambalo tenupasaṅkamiṁ; upasaṅkamitvā ajitena kesakambalena saddhiṁ sammodiṁ. Dieses eine Mal, Herr, begab ich mich zu Ajita mit der Haardecke und tauschte Willkommensgrüße mit ihm aus.

Sammodanīyaṁ kathaṁ sāraṇīyaṁ vītisāretvā ekamantaṁ nisīdiṁ. Ekamantaṁ nisinno kho ahaṁ, bhante, ajitaṁ kesakambalaṁ etadavocaṁ: Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte ich mich zur Seite hin und stellte ihm die gleiche Frage.

‘yathā nu kho imāni, bho ajita, puthusippāyatanāni …pe…

sakkā nu kho, bho ajita, evameva diṭṭheva dhamme sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ paññapetun’ti?

Evaṁ vutte, bhante, ajito kesakambalo maṁ etadavoca: Er sagte zu mir:

‘natthi, mahārāja, dinnaṁ, natthi yiṭṭhaṁ, natthi hutaṁ, natthi sukatadukkaṭānaṁ kammānaṁ phalaṁ vipāko, natthi ayaṁ loko, natthi paro loko, natthi mātā, natthi pitā, natthi sattā opapātikā, natthi loke samaṇabrāhmaṇā sammaggatā sammāpaṭipannā, ye imañca lokaṁ parañca lokaṁ sayaṁ abhiññā sacchikatvā pavedenti. ‚Großer König, Geben, Opfer oder Spenden haben keinen Sinn. Es gibt keine Frucht und kein Ergebnis von guten und schlechten Taten. Es gibt nicht diese und jene Welt. So etwas wie Mutter und Vater oder Wesen, die durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren werden, gibt es nicht. Und es gibt keinen Asketen oder Brahmanen, der sich richtig benimmt, richtig übt, und der diese und jene Welt erklärt, nachdem er sie durch eigene Einsicht erkannt hat. Das Leugnen von „Mutter und Vater“ wird gewöhnlich als das Leugnen moralischer Verpflichtungen gegenüber seinen Eltern gedeutet. Ich denke aber, es ist eine Doktrin der Empfängnis, die leugnet, dass ein Kind von Mutter und Vater geschaffen wird. Vielmehr wird das Kind von den vier Elementen erzeugt, und die Eltern sind bloß Impulsgeber und Brutapparat. (Sujato)

Cātumahābhūtiko ayaṁ puriso, yadā kālaṁ karoti, pathavī pathavikāyaṁ anupeti anupagacchati, āpo āpokāyaṁ anupeti anupagacchati, tejo tejokāyaṁ anupeti anupagacchati, vāyo vāyokāyaṁ anupeti anupagacchati, ākāsaṁ indriyāni saṅkamanti. Dieser Mensch besteht aus den vier Grundzuständen. Wenn er stirbt, mischt und verbindet sich die Erde in seinem Körper mit der Substanz der Erde, das Wasser in seinem Körper mischt und verbindet sich mit der Substanz des Wassers, das Feuer in seinem Körper mischt und verbindet sich mit der Substanz des Feuers und der Wind in seinem Körper mischt und verbindet sich mit der Substanz des Windes. Die Sinne gehen in den Raum über. Das ist eine materialistische Analyse des Menschen. (Sujato)

Āsandipañcamā purisā mataṁ ādāya gacchanti. Vier Männer mit einer Bahre tragen die Leiche weg.

Yāvāḷāhanā padāni paññāyanti. Ihre Fußspuren zeigen den Weg zum Friedhof.

Kāpotakāni aṭṭhīni bhavanti, bhassantā āhutiyo. Die Knochen bleichen aus. Den Göttern gewidmete Gaben enden als Asche.

Dattupaññattaṁ yadidaṁ dānaṁ. Geben ist eine Doktrin von Schwachsinnigen.

Tesaṁ tucchaṁ musā vilāpo ye keci atthikavādaṁ vadanti. Wenn jemand eine Lehre von etwas Bestehendem bejaht, ist das bloß unbegründeter, falscher Unsinn.

Bāle ca paṇḍite ca kāyassa bhedā ucchijjanti vinassanti, na honti paraṁ maraṇā’ti. Törichte wie Kluge werden vernichtet und zerstört, wenn ihr Körper auseinanderbricht, und bestehen nach dem Tod nicht fort.‘

Itthaṁ kho me, bhante, ajito kesakambalo sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ puṭṭho samāno ucchedaṁ byākāsi. Und als ich so Ajita mit der Haardecke nach den Früchten des Asketenlebens fragte, die in diesem Leben ersichtlich sind, antwortete er mit der Doktrin der Vernichtung.

Seyyathāpi, bhante, ambaṁ vā puṭṭho labujaṁ byākareyya, labujaṁ vā puṭṭho ambaṁ byākareyya; Es war, als ob jemand, der über eine Mango gefragt würde, mit einer Brotfrucht antwortete, oder jemand, der über eine Brotfrucht gefragt würde, mit einer Mango antwortete.

evameva kho me, bhante, ajito kesakambalo sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ puṭṭho samāno ucchedaṁ byākāsi.

Tassa mayhaṁ, bhante, etadahosi: Ich dachte:

‘kathañhi nāma mādiso samaṇaṁ vā brāhmaṇaṁ vā vijite vasantaṁ apasādetabbaṁ maññeyyā’ti. ‚Wie könnte jemand wie ich sich erlauben, einen Asketen oder Brahmanen, der in meinem Reich lebt, zurechtzuweisen?‘

So kho ahaṁ, bhante, ajitassa kesakambalassa bhāsitaṁ neva abhinandiṁ nappaṭikkosiṁ. Daher begrüßte ich diese Aussage Ajitas mit der Haardecke weder, noch lehnte ich sie ab.

Anabhinanditvā appaṭikkositvā anattamano anattamanavācaṁ anicchāretvā tameva vācaṁ anuggaṇhanto anikkujjanto uṭṭhāyāsanā pakkamiṁ. Ich war verstimmt, aber zeigte meine Verstimmung nicht. Weder stimmte ich seinen Worten zu, noch widersprach ich ihnen, sondern erhob mich von meinem Sitz und ging.

3.4. Pakudhakaccāyanavāda 3.4. Die Doktrin Pakudha Kaccāyanas

Ekamidāhaṁ, bhante, samayaṁ yena pakudho kaccāyano tenupasaṅkamiṁ; upasaṅkamitvā pakudhena kaccāyanena saddhiṁ sammodiṁ. Dieses eine Mal, Herr, begab ich mich zu Pakudha Kaccāyana und tauschte Willkommensgrüße mit ihm aus.

Sammodanīyaṁ kathaṁ sāraṇīyaṁ vītisāretvā ekamantaṁ nisīdiṁ. Ekamantaṁ nisinno kho ahaṁ, bhante, pakudhaṁ kaccāyanaṁ etadavocaṁ: Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte ich mich zur Seite hin und stellte ihm die gleiche Frage.

‘yathā nu kho imāni, bho kaccāyana, puthusippāyatanāni …pe…

sakkā nu kho, bho kaccāyana, evameva diṭṭheva dhamme sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ paññapetun’ti?

Evaṁ vutte, bhante, pakudho kaccāyano maṁ etadavoca: Er sagte zu mir:

‘sattime, mahārāja, kāyā akaṭā akaṭavidhā animmitā animmātā vañjhā kūṭaṭṭhā esikaṭṭhāyiṭṭhitā. ‚Großer König, es gibt diese sieben Substanzen, die nicht gemacht sind, nicht abgeleitet, nicht geschaffen, ohne Schöpfer, unfruchtbar, beständig wie ein Berggipfel, feststehend wie eine Säule. Das ist ein reduktionistischer Atomismus. Er behauptet, dass Einheiten höherer Ordnung bedeutungslos seien, da alle Dinge aus sieben Grundsubstanzen aufgebaut sind. (Sujato)

Te na iñjanti, na vipariṇamanti, na aññamaññaṁ byābādhenti, nālaṁ aññamaññassa sukhāya vā dukkhāya vā sukhadukkhāya vā. Sie bewegen sich nicht, verfallen nicht und behindern einander nicht. Sie sind unfähig, einander Glück, Schmerz oder sowohl Glück als auch Schmerz zuzufügen.

Katame satta? Welche sieben?

Pathavikāyo, āpokāyo, tejokāyo, vāyokāyo, sukhe, dukkhe, jīve sattame—Die Substanzen Erde, Wasser, Feuer und Wind; Schmerz, Glück und die Seele als siebte. Anders als bei Ajita Kesakambalas Materialismus ist eine der grundlegenden Substanzen die Seele. Er benutzt jīva, den gleichen Begriff, den die Jainas benutzen, statt attā, das von den Brahmanen bevorzugt wird. (Sujato)

ime satta kāyā akaṭā akaṭavidhā animmitā animmātā vañjhā kūṭaṭṭhā esikaṭṭhāyiṭṭhitā. Diese sieben Substanzen sind nicht gemacht, nicht abgeleitet, nicht geschaffen, ohne Schöpfer, unfruchtbar, beständig wie ein Berggipfel, feststehend wie eine Säule.

Te na iñjanti, na vipariṇamanti, na aññamaññaṁ byābādhenti, nālaṁ aññamaññassa sukhāya vā dukkhāya vā sukhadukkhāya vā. Sie bewegen sich nicht, verfallen nicht und behindern einander nicht. Sie sind unfähig, einander Glück, Schmerz oder sowohl Glück als auch Schmerz zuzufügen.

Tattha natthi hantā vā ghātetā vā, sotā vā sāvetā vā, viññātā vā viññāpetā vā. Und hier gibt es niemanden, der tötet oder andere zum Töten anstiftet; niemanden, der lernt oder andere unterrichtet; niemanden, der versteht oder anderen hilft, zu verstehen.

Yopi tiṇhena satthena sīsaṁ chindati, na koci kiñci jīvitā voropeti; Wenn man jemandem mit einem scharfen Schwert den Kopf abschlägt, nimmt man niemandem das Leben.

sattannaṁ tveva kāyānamantarena satthaṁ vivaramanupatatī’ti. Das Schwert gleitet einfach durch die Lücken zwischen den sieben Substanzen.‘

Itthaṁ kho me, bhante, pakudho kaccāyano sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ puṭṭho samāno aññena aññaṁ byākāsi. Und als ich so Pakudha Kaccāyana nach den Früchten des Asketenlebens fragte, die in diesem Leben ersichtlich sind, antwortete er mit etwas ganz anderem.

Seyyathāpi, bhante, ambaṁ vā puṭṭho labujaṁ byākareyya, labujaṁ vā puṭṭho ambaṁ byākareyya; Es war, als ob jemand, der über eine Mango gefragt würde, mit einer Brotfrucht antwortete, oder jemand, der über eine Brotfrucht gefragt würde, mit einer Mango antwortete.

evameva kho me, bhante, pakudho kaccāyano sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ puṭṭho samāno aññena aññaṁ byākāsi.

Tassa mayhaṁ, bhante, etadahosi: Ich dachte:

‘kathañhi nāma mādiso samaṇaṁ vā brāhmaṇaṁ vā vijite vasantaṁ apasādetabbaṁ maññeyyā’ti. ‚Wie könnte jemand wie ich sich erlauben, einen Asketen oder Brahmanen, der in meinem Reich lebt, zurechtzuweisen?‘

So kho ahaṁ, bhante, pakudhassa kaccāyanassa bhāsitaṁ neva abhinandiṁ nappaṭikkosiṁ, Daher begrüßte ich diese Aussage Pakudha Kaccāyanas weder, noch lehnte ich sie ab.

anabhinanditvā appaṭikkositvā anattamano, anattamanavācaṁ anicchāretvā tameva vācaṁ anuggaṇhanto anikkujjanto uṭṭhāyāsanā pakkamiṁ. Ich war verstimmt, aber zeigte meine Verstimmung nicht. Weder stimmte ich seinen Worten zu, noch widersprach ich ihnen, sondern erhob mich von meinem Sitz und ging.

3.5. Nigaṇṭhanāṭaputtavāda 3.5. Die Doktrin des Jaina-Asketen aus dem Stamm Ñātika

Ekamidāhaṁ, bhante, samayaṁ yena nigaṇṭho nāṭaputto tenupasaṅkamiṁ; upasaṅkamitvā nigaṇṭhena nāṭaputtena saddhiṁ sammodiṁ. Dieses eine Mal, Herr, begab ich mich zu dem Jaina Ñātika und tauschte Willkommensgrüße mit ihm aus.

Sammodanīyaṁ kathaṁ sāraṇīyaṁ vītisāretvā ekamantaṁ nisīdiṁ. Ekamantaṁ nisinno kho ahaṁ, bhante, nigaṇṭhaṁ nāṭaputtaṁ etadavocaṁ: Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte ich mich zur Seite hin und stellte ihm die gleiche Frage.

‘yathā nu kho imāni, bho aggivessana, puthusippāyatanāni …pe…

sakkā nu kho, bho aggivessana, evameva diṭṭheva dhamme sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ paññapetun’ti?

Evaṁ vutte, bhante, nigaṇṭho nāṭaputto maṁ etadavoca: Er sagte zu mir:

‘idha, mahārāja, nigaṇṭho cātuyāmasaṁvarasaṁvuto hoti. ‚Großer König, da ist ein Jaina-Asket mit der vierfachen Beschränkung gezügelt. Obwohl das eine authentische Lehre der Jainas ist, ist sie dort nicht als „vierfache Zügelung“ benannt. DN 25:16.3 bewahrt eine andere „vierfache Zügelung“, die dem näherkommt, was man im Jainismus findet. In MN 12:44.1 sagt der Buddha, er habe früher einen „spirituellen Pfad mit vier Faktoren“ geübt, der aus Kasteiungen in der Art bestand, wie sie die Jainas üben. (Sujato)

Kathañca, mahārāja, nigaṇṭho cātuyāmasaṁvarasaṁvuto hoti? Und wie ist ein Jaina-Asket mit der vierfachen Beschränkung gezügelt?

Idha, mahārāja, nigaṇṭho sabbavārivārito ca hoti, sabbavāriyutto ca, sabbavāridhuto ca, sabbavāriphuṭo ca. Da ist ein Jaina-Asket in allem, was zu zügeln ist, gezügelt, in allem, was zu zügeln ist, im Zaum gehalten, hat in allem, was zu zügeln ist, das Böse abgeschüttelt und hat sich in allem, was zu zügeln ist, Einhalt geboten. In Isibhāsiyāiṁ 29.19 lehrt Vardhamāna (Mahāvīra), dass ein Weiser savva-vārīhiṁ vārie ist, „mit allen Zügelungen gezügelt“, was eine eindeutige Entsprechung zu unserer Stelle hier ist. In dieser Passage bezieht sich „Zügelung“ darauf, den Zufluss der Befleckungen durch die fünf Sinne aufzuhalten, indem man sich weder am Angenehmen erfreut noch dem Unangenehmen abgeneigt ist. | Dhuta im Sinn von „abgeschüttelt“ (das Böse durch asketische Übung) ist ein typischer Jaina-Ausdruck. | Zu sabbavāriphuṭo vergleiche ophuṭo in MN 99:15.5. In beiden Fällen erscheint phuṭ in einer Kette von Ausdrücken von der Wurzel var und ist möglicherweise eine korrupte Form oder hat zumindest die gleiche Bedeutung. (Sujato)

Evaṁ kho, mahārāja, nigaṇṭho cātuyāmasaṁvarasaṁvuto hoti. So ist ein Jaina-Asket mit der vierfachen Beschränkung gezügelt.

Yato kho, mahārāja, nigaṇṭho evaṁ cātuyāmasaṁvarasaṁvuto hoti; Wenn ein Jaina-Asket mit der vierfachen Beschränkung gezügelt ist,

ayaṁ vuccati, mahārāja, nigaṇṭho gatatto ca yatatto ca ṭhitatto cā’ti. nennt man ihn einen Knotenlosen, der selbst-verwirklicht, selbst-beherrscht und standhaft ist.‘

Itthaṁ kho me, bhante, nigaṇṭho nāṭaputto sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ puṭṭho samāno cātuyāmasaṁvaraṁ byākāsi. Und als ich so den Jaina Ñātika nach den Früchten des Asketenlebens fragte, die in diesem Leben ersichtlich sind, antwortete er mit der vierfachen Beschränkung.

Seyyathāpi, bhante, ambaṁ vā puṭṭho labujaṁ byākareyya, labujaṁ vā puṭṭho ambaṁ byākareyya; Es war, als ob jemand, der über eine Mango gefragt würde, mit einer Brotfrucht antwortete, oder jemand, der über eine Brotfrucht gefragt würde, mit einer Mango antwortete.

evameva kho me, bhante, nigaṇṭho nāṭaputto sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ puṭṭho samāno cātuyāmasaṁvaraṁ byākāsi.

Tassa mayhaṁ, bhante, etadahosi: Ich dachte:

‘kathañhi nāma mādiso samaṇaṁ vā brāhmaṇaṁ vā vijite vasantaṁ apasādetabbaṁ maññeyyā’ti. ‚Wie könnte jemand wie ich sich erlauben, einen Asketen oder Brahmanen, der in meinem Reich lebt, zurechtzuweisen?‘

So kho ahaṁ, bhante, nigaṇṭhassa nāṭaputtassa bhāsitaṁ neva abhinandiṁ nappaṭikkosiṁ. Daher begrüßte ich diese Aussage des Jaina Ñātika weder, noch lehnte ich sie ab.

Anabhinanditvā appaṭikkositvā anattamano anattamanavācaṁ anicchāretvā tameva vācaṁ anuggaṇhanto anikkujjanto uṭṭhāyāsanā pakkamiṁ. Ich war verstimmt, aber zeigte meine Verstimmung nicht. Weder stimmte ich seinen Worten zu, noch widersprach ich ihnen, sondern erhob mich von meinem Sitz und ging.

3.6. Sañcayabelaṭṭhaputtavāda 3.6. Die Doktrin Sañjaya Belaṭṭhiputtas

Ekamidāhaṁ, bhante, samayaṁ yena sañcayo belaṭṭhaputto tenupasaṅkamiṁ; upasaṅkamitvā sañcayena belaṭṭhaputtena saddhiṁ sammodiṁ. Dieses eine Mal, Herr, begab ich mich zu Sañjaya Belaṭṭhiputta und tauschte Willkommensgrüße mit ihm aus.

Sammodanīyaṁ kathaṁ sāraṇīyaṁ vītisāretvā ekamantaṁ nisīdiṁ. Ekamantaṁ nisinno kho ahaṁ, bhante, sañcayaṁ belaṭṭhaputtaṁ etadavocaṁ: Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte ich mich zur Seite hin und stellte ihm die gleiche Frage.

‘yathā nu kho imāni, bho sañcaya, puthusippāyatanāni …pe…

sakkā nu kho, bho sañcaya, evameva diṭṭheva dhamme sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ paññapetun’ti?

Evaṁ vutte, bhante, sañcayo belaṭṭhaputto maṁ etadavoca: Er sagte zu mir:

‘atthi paro lokoti iti ce maṁ pucchasi, atthi paro lokoti iti ce me assa, atthi paro lokoti iti te naṁ byākareyyaṁ. ‚Angenommen, du würdest mich fragen, ob es jene Welt gibt. Wenn ich glauben würde, dass das der Fall wäre, würde ich es sagen.

Evantipi me no, tathātipi me no, aññathātipi me no, notipi me no, no notipi me no. Aber ich sage nicht, dass es dieses ist. Ich sage nicht, dass es jenes ist. Ich sage nicht, dass es anders ist. Ich sage nicht, dass es nicht so ist. Noch leugne ich, dass es nicht so ist. Das ordnet ihn unter die ein, die „endlose Kehrtwenden“ machen, siehe DN 1:2.23.1. Wir wissen aber nicht, auf welcher der vier Grundlagen er seine Ausweichmanöver rechtfertigte. (Sujato)

Natthi paro loko …pe… Angenommen, du würdest mich fragen, ob es jene Welt nicht gibt …

atthi ca natthi ca paro loko …pe… ob es jene Welt sowohl gibt als auch nicht gibt …

nevatthi na natthi paro loko …pe… ob es jene Welt weder gibt noch nicht gibt …

atthi sattā opapātikā …pe… ob es Wesen gibt, die durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren werden …

natthi sattā opapātikā …pe… ob es keine Wesen gibt, die durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren werden …

atthi ca natthi ca sattā opapātikā …pe… ob es sowohl Wesen gibt, die durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren werden, als auch nicht …

nevatthi na natthi sattā opapātikā …pe… ob es weder Wesen gibt, die durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren werden, noch dies nicht der Fall ist …

atthi sukatadukkaṭānaṁ kammānaṁ phalaṁ vipāko …pe… ob es eine Frucht und ein Ergebnis von guten und schlechten Taten gibt …

natthi sukatadukkaṭānaṁ kammānaṁ phalaṁ vipāko …pe… ob es keine Frucht und kein Ergebnis von guten und schlechten Taten gibt …

atthi ca natthi ca sukatadukkaṭānaṁ kammānaṁ phalaṁ vipāko …pe… ob es sowohl eine Frucht und ein Ergebnis von guten und schlechten Taten gibt als auch nicht …

nevatthi na natthi sukatadukkaṭānaṁ kammānaṁ phalaṁ vipāko …pe… ob es weder eine Frucht und ein Ergebnis von guten und schlechten Taten gibt noch dies nicht der Fall ist …

hoti tathāgato paraṁ maraṇā …pe… ob ein Klargewordener nach dem Tod fortbesteht …

na hoti tathāgato paraṁ maraṇā …pe… ob ein Klargewordener nach dem Tod nicht fortbesteht …

hoti ca na ca hoti tathāgato paraṁ maraṇā …pe… ob ein Klargewordener nach dem Tod fortbesteht und auch nicht fortbesteht …

neva hoti na na hoti tathāgato paraṁ maraṇāti iti ce maṁ pucchasi, neva hoti na na hoti tathāgato paraṁ maraṇāti iti ce me assa, neva hoti na na hoti tathāgato paraṁ maraṇāti iti te naṁ byākareyyaṁ. ob ein Klargewordener nach dem Tod weder fortbesteht noch nicht fortbesteht. Wenn ich glauben würde, dass das der Fall wäre, würde ich es sagen.

Evantipi me no, tathātipi me no, aññathātipi me no, notipi me no, no notipi me no’ti. Aber ich sage nicht, dass es dieses ist. Ich sage nicht, dass es jenes ist. Ich sage nicht, dass es anders ist. Ich sage nicht, dass es nicht so ist. Noch leugne ich, dass es nicht so ist.‘

Itthaṁ kho me, bhante, sañcayo belaṭṭhaputto sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ puṭṭho samāno vikkhepaṁ byākāsi. Und als ich so Sañjaya Belaṭṭhiputta nach den Früchten des Asketenlebens fragte, die in diesem Leben ersichtlich sind, antwortete er mit Kehrtwenden.

Seyyathāpi, bhante, ambaṁ vā puṭṭho labujaṁ byākareyya, labujaṁ vā puṭṭho ambaṁ byākareyya; Es war, als ob jemand, der über eine Mango gefragt würde, mit einer Brotfrucht antwortete, oder jemand, der über eine Brotfrucht gefragt würde, mit einer Mango antwortete.

evameva kho me, bhante, sañcayo belaṭṭhaputto sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ puṭṭho samāno vikkhepaṁ byākāsi.

Tassa mayhaṁ, bhante, etadahosi: Da dachte ich:

‘ayañca imesaṁ samaṇabrāhmaṇānaṁ sabbabālo sabbamūḷho. ‚Das ist der törichteste und dümmste aller dieser Asketen und Brahmanen!

Kathañhi nāma sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ puṭṭho samāno vikkhepaṁ byākarissatī’ti. Wie kann er mit Kehrtwenden antworten, wenn er nach den Früchten des Asketenlebens gefragt wird, die in diesem Leben ersichtlich sind?‘

Tassa mayhaṁ, bhante, etadahosi: Ich dachte:

‘kathañhi nāma mādiso samaṇaṁ vā brāhmaṇaṁ vā vijite vasantaṁ apasādetabbaṁ maññeyyā’ti. ‚Wie könnte jemand wie ich sich erlauben, einen Asketen oder Brahmanen, der in meinem Reich lebt, zurechtzuweisen?‘

So kho ahaṁ, bhante, sañcayassa belaṭṭhaputtassa bhāsitaṁ neva abhinandiṁ nappaṭikkosiṁ. Daher begrüßte ich diese Aussage Sañjaya Belaṭṭhiputtas weder, noch lehnte ich sie ab.

Anabhinanditvā appaṭikkositvā anattamano anattamanavācaṁ anicchāretvā tameva vācaṁ anuggaṇhanto anikkujjanto uṭṭhāyāsanā pakkamiṁ. Ich war verstimmt, aber zeigte meine Verstimmung nicht. Weder stimmte ich seinen Worten zu, noch widersprach ich ihnen, sondern erhob mich von meinem Sitz und ging.

4. Sāmaññaphala 4. Die Früchte des Asketenlebens

4.1. Paṭhamasandiṭṭhikasāmaññaphala 4.1. Die erste Frucht des Asketenlebens, die in diesem Leben ersichtlich ist

Sohaṁ, bhante, bhagavantampi pucchāmi: Daher frage ich den Buddha:

‘yathā nu kho imāni, bhante, puthusippāyatanāni Herr, es gibt viele verschiedene berufliche Tätigkeitsfelder.

seyyathidaṁ—hatthārohā assārohā rathikā dhanuggahā celakā calakā piṇḍadāyakā uggā rājaputtā pakkhandino mahānāgā sūrā cammayodhino dāsikaputtā Dazu zählen Elefantentruppen, Reitertruppen, Streitwagentruppen, Bogenschützen, Fahnenträger, Schlachtordner, Proviantversorger, Kriegerfürsten, Prinzen, Sturmtruppen, große Krieger, Helden, in Leder gekleidete Soldaten und Söhne von Schuldknechten.

āḷārikā kappakā nhāpakā sūdā mālakārā rajakā pesakārā naḷakārā kumbhakārā gaṇakā muddikā, yāni vā panaññānipi evaṅgatāni puthusippāyatanāni, te diṭṭheva dhamme sandiṭṭhikaṁ sippaphalaṁ upajīvanti, Es zählen dazu auch Bankiers, Barbiere, Bader, Köche, Kranzbinder, Färber, Weber, Korbflechter, Töpfer, Buchhalter, Fingerzähler oder die, die ähnlichen Berufen nachgehen. Sie alle leben von den Früchten ihres Berufs, die in eben diesem Leben ersichtlich sind.

te tena attānaṁ sukhenti pīṇenti, mātāpitaro sukhenti pīṇenti, puttadāraṁ sukhenti pīṇenti, mittāmacce sukhenti pīṇenti, samaṇabrāhmaṇesu uddhaggikaṁ dakkhiṇaṁ patiṭṭhapenti sovaggikaṁ sukhavipākaṁ saggasaṁvattanikaṁ. Sie machen damit sich selbst glücklich und froh, machen Mutter und Vater, Frauen und Kinder sowie Freunde und Kollegen glücklich und froh. Und sie richten eine feierliche religiöse Gabe für Asketen und Brahmanen aus, die in den Himmel führt, die zu Glück heranreift und den Weg zum Himmel bereitet.

Sakkā nu kho, bhante, evameva diṭṭheva dhamme sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ paññapetun’”ti? Herr, kannst du eine Frucht des Asketenlebens aufzeigen, die ebenso in eben diesem Leben ersichtlich ist?“

“Sakkā, mahārāja. „Das kann ich, großer König. Der Buddha antwortet direkt und selbstbewusst. Diese ganze Passage ist ein Meisterstück erfolgreichen Dialogs. (Sujato)

Tena hi, mahārāja, taññevettha paṭipucchissāmi. Yathā te khameyya, tathā naṁ byākareyyāsi. Nun, ich werde dir dazu Gegenfragen stellen, und du kannst antworten, wie du möchtest. Er bindet Ajātasattu ein, statt zu dozieren. (Sujato)

Taṁ kiṁ maññasi, mahārāja, Was denkst du, großer König?

idha te assa puriso dāso kammakāro pubbuṭṭhāyī pacchānipātī kiṅkārapaṭissāvī manāpacārī piyavādī mukhullokako. Angenommen, du hättest einen Menschen, der ein Schuldknecht wäre, ein Arbeiter. Er stünde vor dir auf und ginge nach dir zu Bett. Er wäre zuvorkommend, zeigte sich liebenswert, redete höflich und blickte zu deinem Gesicht auf. Siehe mukhaṁ ullokentī in MN 79 und SN 56.39. (Sujato)

Tassa evamassa: Dieser dächte:

‘acchariyaṁ, vata bho, abbhutaṁ, vata bho, puññānaṁ gati, puññānaṁ vipāko. ‚Die Auswirkung und das Ergebnis guter Taten sind wirklich so unglaublich, so erstaunlich! Selbst ein Diener glaubte an die Kamma-Doktrin. (Sujato)

Ayañhi rājā māgadho ajātasattu vedehiputto manusso; ahampi manusso. Denn dieser König Ajātasattu ist ein Mensch, genauso wie ich. Die Frage nach der Göttlichkeit von Königen wird nicht gestellt. (Sujato)

Ayañhi rājā māgadho ajātasattu vedehiputto pañcahi kāmaguṇehi samappito samaṅgībhūto paricāreti, devo maññe. Doch er vergnügt sich, versorgt und ausgestattet mit den fünf Sinnesreizen, als wäre er ein Gott,

Ahaṁ panamhissa dāso kammakāro pubbuṭṭhāyī pacchānipātī kiṅkārapaṭissāvī manāpacārī piyavādī mukhullokako. während ich sein Schuldknecht bin, sein Arbeiter, der vor ihm aufsteht und nach ihm zu Bett geht. Ich bin zuvorkommend, zeige mich liebenswert, rede höflich und blicke zu seinem Gesicht auf.

So vatassāhaṁ puññāni kareyyaṁ. Ich sollte wirklich Gutes tun. Die Kamma-Doktrin führt dazu, ein besseres Leben zu führen, nicht dazu, in Groll zu schmoren. (Sujato)

Yannūnāhaṁ kesamassuṁ ohāretvā kāsāyāni vatthāni acchādetvā agārasmā anagāriyaṁ pabbajeyyan’ti. Warum rasiere ich mir nicht Haar und Bart, lege ockerfarbene Roben an und ziehe aus dem Haus fort ins hauslose Leben?‘ Kd 1#mt1-295 stellt die Ordination von abhängigen Dienern oder Sklaven unter Strafe, obwohl Ajātasattus Vater Bimbisāra angeordnet hatte, dass gegen abhängige Diener, die unter dem Buddha die Ordination nahmen, nichts unternommen werden soll. (Sujato)

So aparena samayena kesamassuṁ ohāretvā kāsāyāni vatthāni acchādetvā agārasmā anagāriyaṁ pabbajeyya. Nach einiger Zeit rasierte er sich Haar und Bart, legte ockerfarbene Roben an und zöge aus dem Haus fort ins hauslose Leben.

So evaṁ pabbajito samāno kāyena saṁvuto vihareyya, vācāya saṁvuto vihareyya, manasā saṁvuto vihareyya, ghāsacchādanaparamatāya santuṭṭho, abhirato paviveke. Wenn er fortgezogen wäre, lebte er gezügelt mit dem Körper, der Sprache und dem Geist, und er lebte zufrieden mit nichts als Nahrung und Kleidung und erfreute sich an Abgeschiedenheit. Hier deutet der Buddha die größeren Themen an, die später ausgeführt werden. (Sujato)

Tañce te purisā evamāroceyyuṁ: Und angenommen, deine Männer würden dir all das berichten.

‘yagghe, deva, jāneyyāsi, yo te so puriso dāso kammakāro pubbuṭṭhāyī pacchānipātī kiṅkārapaṭissāvī manāpacārī piyavādī mukhullokako;

so, deva, kesamassuṁ ohāretvā kāsāyāni vatthāni acchādetvā agārasmā anagāriyaṁ pabbajito.

So evaṁ pabbajito samāno kāyena saṁvuto viharati, vācāya saṁvuto viharati, manasā saṁvuto viharati, ghāsacchādanaparamatāya santuṭṭho, abhirato paviveke’ti.

Api nu tvaṁ evaṁ vadeyyāsi: Würdest du zu ihnen sagen:

‘etu me, bho, so puriso, punadeva hotu dāso kammakāro pubbuṭṭhāyī pacchānipātī kiṅkārapaṭissāvī manāpacārī piyavādī mukhullokako’”ti? ‚Bringt diesen Menschen zu mir! Er soll wieder mein Schuldknecht sein, mein Arbeiter!‘?“

“No hetaṁ, bhante. „Nein, Herr.

Atha kho naṁ mayameva abhivādeyyāmapi, paccuṭṭheyyāmapi, āsanenapi nimanteyyāma, abhinimanteyyāmapi naṁ cīvarapiṇḍapātasenāsanagilānappaccayabhesajjaparikkhārehi, dhammikampissa rakkhāvaraṇaguttiṁ saṁvidaheyyāmā”ti. Vielmehr würde ich mich vor ihm verbeugen, für ihn aufstehen und ihm einen Sitz anbieten. Ich würde ihn einladen, Roben, Almosen, Unterkunft sowie Arznei und Krankenversorgung anzunehmen. Und ich würde für ihn für gesetzlichen Schutz und Sicherheit sorgen.“ Selbst unter einem so beschädigten König wie Ajātasattu wird ein entlaufener Sklave, der ordiniert wurde, belohnt, nicht bestraft. (Sujato)

“Taṁ kiṁ maññasi, mahārāja, „Was denkst du, großer König?

yadi evaṁ sante hoti vā sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ no vā”ti? Wenn das so ist, gibt es dann eine Frucht des Asketenlebens, die in diesem Leben ersichtlich ist, oder nicht?“ Im Unterschied zu den vorherigen Lehrern gibt der Buddha eine klare Antwort auf eine Art, die Ajātasattu verstehen kann. (Sujato)

“Addhā kho, bhante, evaṁ sante hoti sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalan”ti. „Sicherlich gibt es die, Herr.“ Der Buddha stellt eine gemeinsame Basis mit dem König her, bevor er in tiefere Gewässer vordringt. (Sujato)

“Idaṁ kho te, mahārāja, mayā paṭhamaṁ diṭṭheva dhamme sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ paññattan”ti. „Das ist die erste Frucht des Asketenlebens, die in eben diesem Leben ersichtlich ist, die ich dir aufzeige.“

4.2. Dutiyasandiṭṭhikasāmaññaphala 4.2. Die zweite Frucht des Asketenlebens, die in diesem Leben ersichtlich ist

“Sakkā pana, bhante, aññampi evameva diṭṭheva dhamme sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ paññapetun”ti? „Aber Herr, kannst du eine andere Frucht des Asketenlebens aufzeigen, die ebenso in eben diesem Leben ersichtlich ist?“ Indem er mit einer ganz grundlegenden und offensichtlichen Frucht beginnt, regt der Buddha Ajātasattu an, eine tiefere Antwort zu suchen. (Sujato)

“Sakkā, mahārāja. „Das kann ich, großer König.

Tena hi, mahārāja, taññevettha paṭipucchissāmi. Yathā te khameyya, tathā naṁ byākareyyāsi. Nun, ich werde dir dazu Gegenfragen stellen, und du kannst antworten, wie du möchtest.

Taṁ kiṁ maññasi, mahārāja, Was denkst du, großer König?

idha te assa puriso kassako gahapatiko karakārako rāsivaḍḍhako. Angenommen, du hättest einen Menschen, der ein Bauer wäre, ein Hausbesitzer, der hart arbeitet und sein Vermögen aufbaut. Karakārako rāsivaḍḍhako ist ein einzigartiger Ausdruck. Zu karakāraka vergleiche MN 57:2.3, wo ein nackter Asket „eine harte Sache tut“. Rāsi heißt „Haufen“ (Korn oder Vermögen laut Kommentar). (Sujato)

Tassa evamassa: Er dächte:

‘acchariyaṁ vata bho, abbhutaṁ vata bho, puññānaṁ gati, puññānaṁ vipāko. ‚Die Auswirkung und das Ergebnis guter Taten sind wirklich so unglaublich, so erstaunlich!

Ayañhi rājā māgadho ajātasattu vedehiputto manusso, ahampi manusso. Denn dieser König Ajātasattu ist ein Mensch, genauso wie ich.

Ayañhi rājā māgadho ajātasattu vedehiputto pañcahi kāmaguṇehi samappito samaṅgībhūto paricāreti, devo maññe. Doch er vergnügt sich, versorgt und ausgestattet mit den fünf Sinnesreizen, als wäre er ein Gott,

Ahaṁ panamhissa kassako gahapatiko karakārako rāsivaḍḍhako. während ich ein Bauer bin, ein Hausbesitzer, der hart arbeitet und sein Vermögen aufbaut.

So vatassāhaṁ puññāni kareyyaṁ. Ich sollte wirklich Gutes tun.

Yannūnāhaṁ kesamassuṁ ohāretvā kāsāyāni vatthāni acchādetvā agārasmā anagāriyaṁ pabbajeyyan’ti. Warum rasiere ich mir nicht Haar und Bart, lege ockerfarbene Roben an und ziehe aus dem Haus fort ins hauslose Leben?‘

So aparena samayena appaṁ vā bhogakkhandhaṁ pahāya mahantaṁ vā bhogakkhandhaṁ pahāya, appaṁ vā ñātiparivaṭṭaṁ pahāya mahantaṁ vā ñātiparivaṭṭaṁ pahāya kesamassuṁ ohāretvā kāsāyāni vatthāni acchādetvā agārasmā anagāriyaṁ pabbajeyya. Nach einiger Zeit gäbe er ein großes oder kleines Vermögen auf, verließe einen großen oder kleinen Familienkreis. Er rasierte sich Haar und Bart, legte ockerfarbene Roben an und zöge aus dem Haus fort ins hauslose Leben. Der abhängige Diener hatte kein Vermögen und keine Familie aufzugeben, aber der Arbeiter hat das. (Sujato)

So evaṁ pabbajito samāno kāyena saṁvuto vihareyya, vācāya saṁvuto vihareyya, manasā saṁvuto vihareyya, ghāsacchādanaparamatāya santuṭṭho, abhirato paviveke. Wenn er fortgezogen wäre, lebte er gezügelt mit dem Körper, der Sprache und dem Geist, und er lebte zufrieden mit nichts als Nahrung und Kleidung und erfreute sich an Abgeschiedenheit.

Tañce te purisā evamāroceyyuṁ: Und angenommen, deine Männer würden dir all das berichten.

‘yagghe, deva, jāneyyāsi, yo te so puriso kassako gahapatiko karakārako rāsivaḍḍhako;

so deva kesamassuṁ ohāretvā kāsāyāni vatthāni acchādetvā agārasmā anagāriyaṁ pabbajito.

So evaṁ pabbajito samāno kāyena saṁvuto viharati, vācāya saṁvuto viharati, manasā saṁvuto viharati, ghāsacchādanaparamatāya santuṭṭho, abhirato paviveke’ti.

Api nu tvaṁ evaṁ vadeyyāsi: Würdest du zu ihnen sagen:

‘etu me, bho, so puriso, punadeva hotu kassako gahapatiko karakārako rāsivaḍḍhako’”ti? ‚Bringt diesen Menschen zu mir! Er soll wieder ein Bauer sein, ein Hausbesitzer, der hart arbeitet und sein Vermögen aufbaut!‘?“

“No hetaṁ, bhante. „Nein, Herr.

Atha kho naṁ mayameva abhivādeyyāmapi, paccuṭṭheyyāmapi, āsanenapi nimanteyyāma, abhinimanteyyāmapi naṁ cīvarapiṇḍapātasenāsanagilānappaccayabhesajjaparikkhārehi, dhammikampissa rakkhāvaraṇaguttiṁ saṁvidaheyyāmā”ti. Vielmehr würde ich mich vor ihm verbeugen, für ihn aufstehen und ihm einen Sitz anbieten. Ich würde ihn einladen, Roben, Almosen, Unterkunft sowie Arznei und Krankenversorgung anzunehmen. Und ich würde für ihn für gesetzlichen Schutz und Sicherheit sorgen.“

“Taṁ kiṁ maññasi, mahārāja? „Was denkst du, großer König?

Yadi evaṁ sante hoti vā sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ no vā”ti? Wenn das so ist, gibt es dann eine Frucht des Asketenlebens, die in diesem Leben ersichtlich ist, oder nicht?“

“Addhā kho, bhante, evaṁ sante hoti sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalan”ti. „Sicherlich gibt es die, Herr.“

“Idaṁ kho te, mahārāja, mayā dutiyaṁ diṭṭheva dhamme sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ paññattan”ti. „Das ist die zweite Frucht des Asketenlebens, die in eben diesem Leben ersichtlich ist, die ich dir aufzeige.“

4.3. Paṇītatarasāmaññaphala 4.3. Die erleseneren Früchte des Asketenlebens

“Sakkā pana, bhante, aññampi diṭṭheva dhamme sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ paññapetuṁ imehi sandiṭṭhikehi sāmaññaphalehi abhikkantatarañca paṇītatarañcā”ti? „Aber Herr, kannst du eine Frucht des Asketenlebens aufzeigen, die in eben diesem Leben ersichtlich ist, die besser und erlesener ist als diese?“

“Sakkā, mahārāja. „Das kann ich, großer König.

Tena hi, mahārāja, suṇohi, sādhukaṁ manasi karohi, bhāsissāmī”ti. Nun, hör zu und gebrauche den Geist gut, ich werde sprechen.“ Nachdem er bei dem König ein ernsthaftes Interesse und Verständnis geweckt hat, bereitet der Buddha ihn auf die lange Lehrrede vor, die nun folgt. (Sujato)

“Evaṁ, bhante”ti kho rājā māgadho ajātasattu vedehiputto bhagavato paccassosi. „Ja, Herr“, antwortete der König.

Bhagavā etadavoca: Der Buddha sagte:

“idha, mahārāja, tathāgato loke uppajjati arahaṁ sammāsambuddho vijjācaraṇasampanno sugato lokavidū anuttaro purisadammasārathi satthā devamanussānaṁ buddho bhagavā. „Da erscheint, großer König, ein Klargewordener in der Welt, ein Vollendeter, ein vollkommen erwachter Buddha, von vollendetem Wissen und Verhalten, heilig, Kenner der Welt, unübertrefflicher Anleiter für alle, die schulungsfähig sind, Lehrer von Göttern und Menschen, erwacht, gesegnet. Hier beginnt die Unterweisung über die stufenweise Schulung, die Ethik (sīla), Meditation (samādhi) und Weisheit (paññā) umfasst. Nur der Abschnitt über Ethik erschien im Brahmajālasutta; in den verbleibenden Suttas dieses Kapitels werden alle drei Abschnitte noch einmal dargelegt, allerdings in gekürzter Form. (Sujato)

So imaṁ lokaṁ sadevakaṁ samārakaṁ sabrahmakaṁ sassamaṇabrāhmaṇiṁ pajaṁ sadevamanussaṁ sayaṁ abhiññā sacchikatvā pavedeti. Er hat diese Welt – mit ihren Göttern, Māras und Brahmās, mit dieser Bevölkerung mit ihren Asketen und Brahmanen, Göttern und Menschen – durch eigene Einsicht erkannt und erklärt sie anderen. Nach der buddhistischen Doktrin ist es ein seltenes Ereignis, dass ein Buddha erscheint. Der Buddha erkennt die Wahrheit durch sein eigenes Verständnis, nicht durch göttliche Intervention oder mit anderen metaphysischen Mitteln. (Sujato)

So dhammaṁ deseti ādikalyāṇaṁ majjhekalyāṇaṁ pariyosānakalyāṇaṁ sātthaṁ sabyañjanaṁ, kevalaparipuṇṇaṁ parisuddhaṁ brahmacariyaṁ pakāseti. Er verkündet eine Lehre, die am Anfang gut, in der Mitte gut und am Ende gut ist, bedeutsam und gut ausgedrückt. Und er legt eine geistliche Übung dar, die ganz vollständig und rein ist. Sie ist gut, wenn man sie zuerst hört, wenn man sie übt und wenn man die Früchte verwirklicht hat. (Sujato)

Taṁ dhammaṁ suṇāti gahapati vā gahapatiputto vā aññatarasmiṁ vā kule paccājāto. Ein Hausbesitzer hört diese Lehre, oder das Kind eines Hausbesitzers oder jemand, der in einer guten Familie wiedergeboren ist. Das Wort „Hausbesitzer“ (gahapati) bezieht sich informell auf alle Laien, weist aber insbesondere auf jemanden hin, der ein Haus besitzt, d. h. jemanden mit einem gewissen Ansehen. Das Asketenleben ist nicht nur für Sklaven oder Arbeiter, die ihrem Stand entkommen wollen. (Sujato)

So taṁ dhammaṁ sutvā tathāgate saddhaṁ paṭilabhati. Er fasst Vertrauen zum Klargewordenen

So tena saddhāpaṭilābhena samannāgato iti paṭisañcikkhati: und überlegt:

‘sambādho gharāvāso rajopatho, abbhokāso pabbajjā. ‚Das Hausleben ist eng und schmutzig, aber wenn man fortgezogen ist, ist das Leben weit offen.

Nayidaṁ sukaraṁ agāraṁ ajjhāvasatā ekantaparipuṇṇaṁ ekantaparisuddhaṁ saṅkhalikhitaṁ brahmacariyaṁ carituṁ. Es ist nicht einfach, wenn man im Haus lebt, das geistliche Leben ganz vollständig und rein zu führen wie eine blank gescheuerte Muschel.

Yannūnāhaṁ kesamassuṁ ohāretvā kāsāyāni vatthāni acchādetvā agārasmā anagāriyaṁ pabbajeyyan’ti. Warum rasiere ich mir nicht Haar und Bart, lege ockerfarbene Roben an und ziehe aus dem Haus fort ins hauslose Leben?‘

So aparena samayena appaṁ vā bhogakkhandhaṁ pahāya mahantaṁ vā bhogakkhandhaṁ pahāya appaṁ vā ñātiparivaṭṭaṁ pahāya mahantaṁ vā ñātiparivaṭṭaṁ pahāya kesamassuṁ ohāretvā kāsāyāni vatthāni acchādetvā agārasmā anagāriyaṁ pabbajati. Nach einiger Zeit gibt er ein großes oder kleines Vermögen auf, verlässt einen großen oder kleinen Familienkreis. Er rasiert sich Haar und Bart, legt ockerfarbene Roben an und zieht aus dem Haus fort ins hauslose Leben.

So evaṁ pabbajito samāno pātimokkhasaṁvarasaṁvuto viharati ācāragocarasampanno, aṇumattesu vajjesu bhayadassāvī, samādāya sikkhati sikkhāpadesu, kāyakammavacīkammena samannāgato kusalena, parisuddhājīvo sīlasampanno, indriyesu guttadvāro, satisampajaññena samannāgato, santuṭṭho. Nachdem er fortgezogen ist, lebt er gezügelt in der Ordenssatzung, verhält sich angemessen und sucht an angemessenen Orten um Almosen nach. Er sieht die Gefahr im kleinsten Fehler und hält die Schulungsregeln ein, die er aufgenommen hat. Er handelt tauglich mit dem Körper und der Sprache. Sein Lebenserwerb ist rein und er hat die Tugend vervollkommnet. Er bewacht die Tore der Sinne, besitzt Achtsamkeit und Situationsbewusstsein und ist zufrieden. Das ist eine Art Inhaltsverzeichnis für die nun folgenden Lehren. | Heutzutage bedeutet „Ordenssatzung“ (pātimokkha) die Zusammenstellung der Regeln für Mönche und Nonnen aus dem Vinayapiṭaka. In den frühen Texten hat es allerdings drei Hauptbedeutungen. Manchmal bezieht es sich tatsächlich auf die Sammlung der Regeln, wie etwa in AN 10.36:1.6. Hier bezieht es sich jedoch auf den Verhaltenskodex, der folgt, der eine nicht-legalistische Reihe von Richtlinien ist, die dem Vinayapiṭaka vorausging. In DN 14:3.28.1 bezieht es sich auf Strophen, die den Lebenswandel der Mönche und Nonnen zusammenfassen und unter dem Namen „Ovāda-Pātimokkha“ bekannt sind. (Sujato)

4.3.1. Sīla 4.3.1. Tugend

4.3.1.1. Cūḷasīla 4.3.1.1. Der kürzere Abschnitt über Tugend

Kathañca, mahārāja, bhikkhu sīlasampanno hoti? Und wie, großer König, hat ein Mönch die Tugend vervollkommnet?

Idha, mahārāja, bhikkhu pāṇātipātaṁ pahāya pāṇātipātā paṭivirato hoti. Nihitadaṇḍo nihitasattho lajjī dayāpanno sabbapāṇabhūtahitānukampī viharati. Da gibt ein Mönch das Töten lebender Geschöpfe auf und tötet nicht mehr. Er verzichtet auf Stock und Schwert. Er ist einfühlsam und gütig und lebt voller Anteilnahme für alle Lebewesen. Die Regel hier schließt alle Lebewesen ein, aber wenn ein Mönch oder eine Nonne einen Menschen tötet, bedeutet das den sofortigen und dauerhaften Ausschluss aus dem Orden. (Sujato)

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Adinnādānaṁ pahāya adinnādānā paṭivirato hoti dinnādāyī dinnapāṭikaṅkhī, athenena sucibhūtena attanā viharati. Er gibt das Stehlen auf und stiehlt nicht mehr. Er nimmt nur, was gegeben wird, erwartet nur, was gegeben wird. Er hält sich selbst rein, indem er nicht stiehlt. Irgendetwas von wesentlichem Wert zu stehlen, ist ein mit Ausschluss verbundener Verstoß. (Sujato)

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Abrahmacariyaṁ pahāya brahmacārī hoti ārācārī virato methunā gāmadhammā. Er gibt unkeusches Verhalten auf und ist keusch. Er lebt abgesondert und vermeidet den vulgären Akt des Geschlechtsverkehrs. Buddhistischen Mönchen und Nonnen ist jede Art sexueller Aktivität verboten. Geschlechtsverkehr mit Penetration zu haben, ist ein mit Ausschluss verbundener Verstoß. (Sujato)

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Musāvādaṁ pahāya musāvādā paṭivirato hoti saccavādī saccasandho theto paccayiko avisaṁvādako lokassa. Er gibt das Lügen auf und lügt nicht mehr. Er sagt die Wahrheit und hält sich an die Wahrheit. Er ist ehrlich und verlässlich und legt die Welt nicht mit seinen Worten herein. Es ist zwar jede Form von Lügen verboten, aber wenn Mönche oder Nonnen sich fälschlich eine Erleuchtungsstufe oder einen tiefen Meditationszustand zuschreiben, werden sie aus dem Orden ausgeschlossen. (Sujato)

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Pisuṇaṁ vācaṁ pahāya pisuṇāya vācāya paṭivirato hoti; ito sutvā na amutra akkhātā imesaṁ bhedāya; amutra vā sutvā na imesaṁ akkhātā, amūsaṁ bhedāya. Iti bhinnānaṁ vā sandhātā, sahitānaṁ vā anuppadātā, samaggārāmo samaggarato samagganandī samaggakaraṇiṁ vācaṁ bhāsitā hoti. Er gibt entzweiende Rede auf und entzweit niemanden mehr. Was er hier gehört hat, sagt er nicht dort, und was er dort gehört hat, nicht hier, um Menschen zu entzweien. Stattdessen versöhnt er die Uneinigen, fördert Einigkeit, freut sich an Eintracht, liebt die Eintracht und spricht Worte, die Eintracht fördern.

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Pharusaṁ vācaṁ pahāya pharusāya vācāya paṭivirato hoti; yā sā vācā nelā kaṇṇasukhā pemanīyā hadayaṅgamā porī bahujanakantā bahujanamanāpā tathārūpiṁ vācaṁ bhāsitā hoti. Er gibt harte Rede auf und redet nicht mehr hart. Seine Worte sind mild, dem Ohr gefällig, lieblich, zu Herzen gehend, höflich, vielen Menschen willkommen und angenehm.

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Samphappalāpaṁ pahāya samphappalāpā paṭivirato hoti kālavādī bhūtavādī atthavādī dhammavādī vinayavādī, nidhānavatiṁ vācaṁ bhāsitā hoti kālena sāpadesaṁ pariyantavatiṁ atthasaṁhitaṁ. Er gibt das Unsinnreden auf und redet keinen Unsinn mehr. Seine Worte kommen zur rechten Zeit, sind wahr, bedeutsam, im Einklang mit der Lehre und Schulung. Sie sind wertvoll, kommen zur rechten Zeit, sind begründet, treffend und nützlich.

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Bījagāmabhūtagāmasamārambhā paṭivirato hoti …pe… Er unterlässt es, Pflanzen und Samen zu beschädigen.

ekabhattiko hoti rattūparato virato vikālabhojanā. Er isst zu einer Tageszeit und verzichtet auf das Essen bei Nacht und zur falschen Zeit.

Naccagītavāditavisūkadassanā paṭivirato hoti. Er unterlässt das Betrachten von Tanz-, Gesangs- und Musikvorführungen.

Mālāgandhavilepanadhāraṇamaṇḍanavibhūsanaṭṭhānā paṭivirato hoti. Er unterlässt es, Kränze, Düfte und Make-up anzulegen und sich damit zu schmücken.

Uccāsayanamahāsayanā paṭivirato hoti. Er unterlässt die Benutzung hoher und üppiger Schlafstellen. Um zu viel Schlaf zu vermeiden. (Sujato)

Jātarūparajatapaṭiggahaṇā paṭivirato hoti. Er unterlässt es, Gold und Zahlungsmittel anzunehmen.

Āmakadhaññapaṭiggahaṇā paṭivirato hoti. Er unterlässt es, rohes Getreide anzunehmen,

Āmakamaṁsapaṭiggahaṇā paṭivirato hoti. rohes Fleisch,

Itthikumārikapaṭiggahaṇā paṭivirato hoti. Frauen und Mädchen,

Dāsidāsapaṭiggahaṇā paṭivirato hoti. Schuldknechte und Mägde,

Ajeḷakapaṭiggahaṇā paṭivirato hoti. Ziegen und Schafe,

Kukkuṭasūkarapaṭiggahaṇā paṭivirato hoti. Hühner und Schweine,

Hatthigavassavaḷavapaṭiggahaṇā paṭivirato hoti. Elefanten, Rinder, Pferde und Stuten

Khettavatthupaṭiggahaṇā paṭivirato hoti. sowie Felder und Grundstücke.

Dūteyyapahiṇagamanānuyogā paṭivirato hoti. Er unterlässt es, Botengänge zu machen und Botschaften zu übermitteln,

Kayavikkayā paṭivirato hoti. zu kaufen und zu verkaufen,

Tulākūṭakaṁsakūṭamānakūṭā paṭivirato hoti. Gewichte, Metalle oder Maße zu fälschen,

Ukkoṭanavañcananikatisāciyogā paṭivirato hoti. zu bestechen, zu betrügen, zu täuschen und ein doppeltes Spiel zu spielen,

Chedanavadhabandhanaviparāmosaālopasahasākārā paṭivirato hoti. zu verstümmeln, zu morden, zu entführen, zu rauben, zu plündern und Gewalt anzuwenden.

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Cūḷasīlaṁ niṭṭhitaṁ. Der kürzere Abschnitt über Tugend ist zu Ende.

4.3.1.2. Majjhimasīla 4.3.1.2. Der mittlere Abschnitt über Tugend

Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpaṁ bījagāmabhūtagāmasamārambhaṁ anuyuttā viharanti. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch das Beschädigen von Pflanzen und Samen betreiben:

Seyyathidaṁ—mūlabījaṁ khandhabījaṁ phaḷubījaṁ aggabījaṁ bījabījameva pañcamaṁ, iti evarūpā bījagāmabhūtagāmasamārambhā paṭivirato hoti. nämlich Pflanzen, die sich aus Wurzeln, Stängeln, Ablegern oder Knoten vermehren, oder aus eigentlichen Samen als Fünftem. Er unterlässt solches Beschädigen von Pflanzen und Samen.

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpaṁ sannidhikāraparibhogaṁ anuyuttā viharanti. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch das Anlegen von Vorräten zum eigenen Gebrauch betreiben:

Seyyathidaṁ—annasannidhiṁ pānasannidhiṁ vatthasannidhiṁ yānasannidhiṁ sayanasannidhiṁ gandhasannidhiṁ āmisasannidhiṁ, nämlich Essen, Trinken, Kleidung und Transportmittel, Schlafstellen, Düfte und fleischliche Dinge.

iti vā iti evarūpā sannidhikāraparibhogā paṭivirato hoti. Er unterlässt das Anlegen solcher Vorräte.

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpaṁ visūkadassanaṁ anuyuttā viharanti. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch das Betrachten von Vorführungen betreiben:

Seyyathidaṁ—naccaṁ gītaṁ vāditaṁ pekkhaṁ akkhānaṁ pāṇissaraṁ vetāḷaṁ kumbhathūṇaṁ sobhanakaṁ caṇḍālaṁ vaṁsaṁ dhovanaṁ hatthiyuddhaṁ assayuddhaṁ mahiṁsayuddhaṁ usabhayuddhaṁ ajayuddhaṁ meṇḍayuddhaṁ kukkuṭayuddhaṁ vaṭṭakayuddhaṁ daṇḍayuddhaṁ muṭṭhiyuddhaṁ nibbuddhaṁ uyyodhikaṁ balaggaṁ senābyūhaṁ anīkadassanaṁ nämlich Dinge wie Tanz, Gesang, Musik, Vorführungen und Geschichtenerzählen, Klatschen, Becken- und Paukenschlag, Schönheitsparaden, Stangenakrobatik und Knochenwasch-Zeremonien der Leichenarbeiter, Kämpfe von Elefanten, Pferden, Büffeln, Stieren, Ziegen, Widdern, Hühnern und Wachteln, Stockkampf, Boxen und Ringen, Gefechte, Appelle der Streitkräfte, Schlachtordnungen und Manöverkritik.

iti vā iti evarūpā visūkadassanā paṭivirato hoti. Er unterlässt das Betrachten solcher Vorführungen.

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpaṁ jūtappamādaṭṭhānānuyogaṁ anuyuttā viharanti. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch Glücksspiel betreiben, das nachlässig macht:

Seyyathidaṁ—aṭṭhapadaṁ dasapadaṁ ākāsaṁ parihārapathaṁ santikaṁ khalikaṁ ghaṭikaṁ salākahatthaṁ akkhaṁ paṅgacīraṁ vaṅkakaṁ mokkhacikaṁ ciṅgulikaṁ pattāḷhakaṁ rathakaṁ dhanukaṁ akkharikaṁ manesikaṁ yathāvajjaṁ nämlich Dinge wie Dame mit acht oder mit zehn Reihen, Dame in der Luft, Himmel und Hölle, Mikado, Brettspiele, Stockschlagen, Strohhalmziehen, Würfelspiel, Blattflöten, Spielzeugpflüge, Purzelbäume, Windrädchen, Spielzeug-Messbecher, Spielzeug-Wagen, Spielzeug-Bogen, Wörter aus Silben erraten, Gedankenraten und Nachahmen von Musikinstrumenten.

iti vā iti evarūpā jūtappamādaṭṭhānānuyogā paṭivirato hoti. Er unterlässt solches Glücksspiel.

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpaṁ uccāsayanamahāsayanaṁ anuyuttā viharanti. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch hohe und üppige Schlafstellen benutzen:

Seyyathidaṁ—āsandiṁ pallaṅkaṁ gonakaṁ cittakaṁ paṭikaṁ paṭalikaṁ tūlikaṁ vikatikaṁ uddalomiṁ ekantalomiṁ kaṭṭissaṁ koseyyaṁ kuttakaṁ hatthattharaṁ assattharaṁ rathattharaṁ ajinappaveṇiṁ kadalimigapavarapaccattharaṇaṁ sauttaracchadaṁ ubhatolohitakūpadhānaṁ nämlich Dinge wie ein Chaiselongue oder ein Sofa mit flauschigen, bunten, weißen, blumenbestickten, wattierten, mit Tieren bestickten, mit doppelten oder einfachen Fransen versehenen Wolldecken, mit perlenbestickten Seidendecken und seidenen Laken, Webteppichen, Elefanten-, Pferde- oder Wagendecken, Teppichen aus Antilopenfell und Decken aus feinem Hirschleder, mit einem Baldachin und roten Kissen auf beiden Seiten.

iti vā iti evarūpā uccāsayanamahāsayanā paṭivirato hoti. Er unterlässt das Benutzen solcher Schlafstellen.

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpaṁ maṇḍanavibhūsanaṭṭhānānuyogaṁ anuyuttā viharanti. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch Kränze, Düfte und Make-up anlegen und sich damit schmücken:

Seyyathidaṁ—ucchādanaṁ parimaddanaṁ nhāpanaṁ sambāhanaṁ ādāsaṁ añjanaṁ mālāgandhavilepanaṁ mukhacuṇṇaṁ mukhalepanaṁ hatthabandhaṁ sikhābandhaṁ daṇḍaṁ nāḷikaṁ asiṁ chattaṁ citrupāhanaṁ uṇhīsaṁ maṇiṁ vālabījaniṁ odātāni vatthāni dīghadasāni nämlich mit Dingen wie Schönheitsprodukten zum Einsalben, Massieren, Baden und Reiben, mit Spiegeln, Salben, Kränzen, Düften und Make-up, mit Gesichtspuder, Grundierung, Armbändern, Kopfbändern, ausgefallenen Spazierstöcken oder Dosen, Degen, Sonnenschirmen, ausgefallenen Sandalen, Turbanen, Juwelen, Fächern und weißen Roben mit langen Fransen.

iti vā iti evarūpā maṇḍanavibhūsanaṭṭhānānuyogā paṭivirato hoti. Er unterlässt es, solche Dinge anzulegen und sich damit zu schmücken.

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpaṁ tiracchānakathaṁ anuyuttā viharanti. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch unwürdige Gespräche betreiben

Seyyathidaṁ—rājakathaṁ corakathaṁ mahāmattakathaṁ senākathaṁ bhayakathaṁ yuddhakathaṁ annakathaṁ pānakathaṁ vatthakathaṁ sayanakathaṁ mālākathaṁ gandhakathaṁ ñātikathaṁ yānakathaṁ gāmakathaṁ nigamakathaṁ nagarakathaṁ janapadakathaṁ itthikathaṁ sūrakathaṁ visikhākathaṁ kumbhaṭṭhānakathaṁ pubbapetakathaṁ nānattakathaṁ lokakkhāyikaṁ samuddakkhāyikaṁ itibhavābhavakathaṁ wie Gespräche über Könige, Räuber und Oberminister, über Heere, Bedrohungen und Kriege, über Essen, Trinken, Kleider und Schlafstellen, über Kränze und Düfte, über die Familie, Fahrzeuge, Dörfer, Marktflecken, Städte und Länder, über Frauen und Helden, Straßen- und Brunnengespräch, Gespräch über Verstorbene, über allerlei Dinge, Geschichten vom Land und vom Meer und Gespräche über Wiedergeburt in diesem oder jenem Daseinszustand.

iti vā iti evarūpāya tiracchānakathāya paṭivirato hoti. Er unterlässt solche unwürdigen Gespräche.

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpaṁ viggāhikakathaṁ anuyuttā viharanti. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und sich gleichzeitig noch auf Zwistigkeiten einlassen:

Seyyathidaṁ—na tvaṁ imaṁ dhammavinayaṁ ājānāsi, ahaṁ imaṁ dhammavinayaṁ ājānāmi, kiṁ tvaṁ imaṁ dhammavinayaṁ ājānissasi, micchā paṭipanno tvamasi, ahamasmi sammā paṭipanno, sahitaṁ me, asahitaṁ te, pure vacanīyaṁ pacchā avaca, pacchā vacanīyaṁ pure avaca, adhiciṇṇaṁ te viparāvattaṁ, āropito te vādo, niggahito tvamasi, cara vādappamokkhāya, nibbeṭhehi vā sace pahosīti nämlich, indem sie Dinge sagen wie: ‚Du verstehst diese Lehre und Schulung nicht. Ich verstehe diese Lehre und Schulung. Was, du verstehst diese Lehre und Schulung? Du übst falsch. Ich übe richtig. Ich bleibe beim Thema, du nicht. Was zuerst gesagt werden sollte, hast du zuletzt gesagt. Was zuletzt gesagt werden sollte, hast du zuerst gesagt. Was du dir so gut ausgedacht hast, ist entkräftet. Deine Doktrin ist widerlegt. Auf, rette deine Doktrin! Du steckst in der Falle; befreie dich daraus – wenn du kannst!‘

iti vā iti evarūpāya viggāhikakathāya paṭivirato hoti. Er unterlässt solche Zwistigkeiten.

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpaṁ dūteyyapahiṇagamanānuyogaṁ anuyuttā viharanti. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch Botengänge machen und Botschaften übermitteln:

Seyyathidaṁ—raññaṁ, rājamahāmattānaṁ, khattiyānaṁ, brāhmaṇānaṁ, gahapatikānaṁ, kumārānaṁ—idha gaccha, amutrāgaccha, idaṁ hara, amutra idaṁ āharā’ti nämlich Botengänge für Herrscher, königliche Oberminister, Adlige, Brahmanen, Hausbesitzer oder Prinzen, die sagen: ‚Geh hierhin, geh dahin. Nimm dieses mit, bring jenes von dort.‘

iti vā iti evarūpā dūteyyapahiṇagamanānuyogā paṭivirato hoti. Er unterlässt solche Botengänge.

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te kuhakā ca honti lapakā ca nemittikā ca nippesikā ca lābhena lābhaṁ nijigīsitāro ca. Iti evarūpā kuhanalapanā paṭivirato hoti. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch Heuchelei und Schmeichelei betreiben, Andeutungen machen, andere abwerten und materiellen Besitz benutzen, um mehr materiellem Besitz nachzujagen. Er unterlässt solche Heuchelei und Schmeichelei.

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Majjhimasīlaṁ niṭṭhitaṁ. Der mittlere Abschnitt über Tugend ist zu Ende.

4.3.1.3. Mahāsīla 4.3.1.3. Der lange Abschnitt über Tugend

Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvena jīvitaṁ kappenti. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch ihren Unterhalt mit einer unwürdigen Kunst, einem falschen Lebenserwerb verdienen:

Seyyathidaṁ—aṅgaṁ nimittaṁ uppātaṁ supinaṁ lakkhaṇaṁ mūsikacchinnaṁ aggihomaṁ dabbihomaṁ thusahomaṁ kaṇahomaṁ taṇḍulahomaṁ sappihomaṁ telahomaṁ mukhahomaṁ lohitahomaṁ aṅgavijjā vatthuvijjā khattavijjā sivavijjā bhūtavijjā bhūrivijjā ahivijjā visavijjā vicchikavijjā mūsikavijjā sakuṇavijjā vāyasavijjā pakkajjhānaṁ saraparittāṇaṁ migacakkaṁ nämlich Deuten der Gliederform, Deuten von Vorzeichen, Aufspüren himmlischer Omen, Traumdeutung, Aufspüren körperlicher Kennzeichen, Aufspüren von Löchern, die Mäuse in Stoff geknabbert haben, Feueropfer, Opfer mit der Schöpfkelle, Opfer von Spelzen, Reishäutchen, Reis, Ghee oder Öl, Opfer aus dem Mund, Blutopfer, Handlesen, Geomantik für Bauplätze, Felder und Friedhöfe, Teufelsaustreibungen, Erdmagie, Schlangenbeschwörung, Gift, Skorpion-, Ratten-, Vogel- und Krähenkunde, Vorhersage der Lebensdauer, Aufsagen von Schutzversen und Aufspüren von Vorzeichen von wilden Tieren.

iti vā iti evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvā paṭivirato hoti. Er unterlässt solch unwürdige Kunst, solch falschen Lebenserwerb.

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvena jīvitaṁ kappenti. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch ihren Unterhalt mit einer unwürdigen Kunst, einem falschen Lebenserwerb verdienen:

Seyyathidaṁ—maṇilakkhaṇaṁ vatthalakkhaṇaṁ daṇḍalakkhaṇaṁ satthalakkhaṇaṁ asilakkhaṇaṁ usulakkhaṇaṁ dhanulakkhaṇaṁ āvudhalakkhaṇaṁ itthilakkhaṇaṁ purisalakkhaṇaṁ kumāralakkhaṇaṁ kumārilakkhaṇaṁ dāsalakkhaṇaṁ dāsilakkhaṇaṁ hatthilakkhaṇaṁ assalakkhaṇaṁ mahiṁsalakkhaṇaṁ usabhalakkhaṇaṁ golakkhaṇaṁ ajalakkhaṇaṁ meṇḍalakkhaṇaṁ kukkuṭalakkhaṇaṁ vaṭṭakalakkhaṇaṁ godhālakkhaṇaṁ kaṇṇikalakkhaṇaṁ kacchapalakkhaṇaṁ migalakkhaṇaṁ nämlich dem Deuten der Kennzeichen von Juwelen, Stoffen, Knüppeln, Schwertern, Speeren, Pfeilen, Bogen, Waffen, Frauen, Männern, Jungen, Mädchen, Schuldknechten und Mägden, Elefanten, Pferden, Büffeln, Stieren, Kühen, Ziegen, Widdern, Hühnern, Wachteln, Waranen, Kaninchen, Schildkröten oder Rotwild.

iti vā iti evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvā paṭivirato hoti. Er unterlässt solch unwürdige Kunst, solch falschen Lebenserwerb.

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvena jīvitaṁ kappenti. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch ihren Unterhalt mit einer unwürdigen Kunst, einem falschen Lebenserwerb verdienen:

Seyyathidaṁ—raññaṁ niyyānaṁ bhavissati, raññaṁ aniyyānaṁ bhavissati, abbhantarānaṁ raññaṁ upayānaṁ bhavissati, bāhirānaṁ raññaṁ apayānaṁ bhavissati, bāhirānaṁ raññaṁ upayānaṁ bhavissati, abbhantarānaṁ raññaṁ apayānaṁ bhavissati, abbhantarānaṁ raññaṁ jayo bhavissati, bāhirānaṁ raññaṁ parājayo bhavissati, bāhirānaṁ raññaṁ jayo bhavissati, abbhantarānaṁ raññaṁ parājayo bhavissati, iti imassa jayo bhavissati, imassa parājayo bhavissati nämlich Vorhersagen machen, dass der König vorwärts oder zurück marschieren wird; dass unser König angreifen und der feindliche König sich zurückziehen wird; dass der feindliche König angreifen und unser König sich zurückziehen wird; dass unser König siegen und der feindliche König unterliegen wird; oder dass der feindliche König siegen und unser König unterliegen wird; und so wird es Sieg für eine Seite und Niederlage für die andere geben.

iti vā iti evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvā paṭivirato hoti. Er unterlässt solch unwürdige Kunst, solch falschen Lebenserwerb.

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvena jīvitaṁ kappenti. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch ihren Unterhalt mit einer unwürdigen Kunst, einem falschen Lebenserwerb verdienen:

Seyyathidaṁ—candaggāho bhavissati, sūriyaggāho bhavissati, nakkhattaggāho bhavissati, candimasūriyānaṁ pathagamanaṁ bhavissati, candimasūriyānaṁ uppathagamanaṁ bhavissati, nakkhattānaṁ pathagamanaṁ bhavissati, nakkhattānaṁ uppathagamanaṁ bhavissati, ukkāpāto bhavissati, disāḍāho bhavissati, bhūmicālo bhavissati, devadudrabhi bhavissati, candimasūriyanakkhattānaṁ uggamanaṁ ogamanaṁ saṅkilesaṁ vodānaṁ bhavissati, evaṁvipāko candaggāho bhavissati, evaṁvipāko sūriyaggāho bhavissati, evaṁvipāko nakkhattaggāho bhavissati, evaṁvipākaṁ candimasūriyānaṁ pathagamanaṁ bhavissati, evaṁvipākaṁ candimasūriyānaṁ uppathagamanaṁ bhavissati, evaṁvipākaṁ nakkhattānaṁ pathagamanaṁ bhavissati, evaṁvipākaṁ nakkhattānaṁ uppathagamanaṁ bhavissati, evaṁvipāko ukkāpāto bhavissati, evaṁvipāko disāḍāho bhavissati, evaṁvipāko bhūmicālo bhavissati, evaṁvipāko devadudrabhi bhavissati, evaṁvipākaṁ candimasūriyanakkhattānaṁ uggamanaṁ ogamanaṁ saṅkilesaṁ vodānaṁ bhavissati nämlich Vorhersagen machen, dass es eine Mondfinsternis, eine Sonnenfinsternis oder eine Sternenfinsternis geben wird, dass Sonne, Mond oder Sterne in Konjunktion oder in Opposition stehen werden, dass es einen Meteorschauer, einen feurigen Himmel, ein Erdbeben oder Donner in den Himmeln geben wird, dass Mond, Sonne oder Sterne auf- oder untergehen, dunkler oder heller werden, ebenso wie Vorhersagen über die Ergebnisse solcher Erscheinungen.

iti vā iti evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvā paṭivirato hoti. Er unterlässt solch unwürdige Kunst, solch falschen Lebenserwerb.

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvena jīvitaṁ kappenti. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch ihren Unterhalt mit einer unwürdigen Kunst, einem falschen Lebenserwerb verdienen:

Seyyathidaṁ—suvuṭṭhikā bhavissati, dubbuṭṭhikā bhavissati, subhikkhaṁ bhavissati, dubbhikkhaṁ bhavissati, khemaṁ bhavissati, bhayaṁ bhavissati, rogo bhavissati, ārogyaṁ bhavissati, muddā, gaṇanā, saṅkhānaṁ, kāveyyaṁ, lokāyataṁ nämlich Vorhersagen über reichlich Regen oder Dürre, über reichlich Essen oder Hungersnot, über eine üppige oder eine schlechte Ernte, über Sicherheit oder Gefahr, über Krankheit oder Gesundheit; weiterhin Beschäftigungen wie Arithmetik, Buchhaltung, Rechnen, Dichtkunst und Kosmologie.

iti vā iti evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvā paṭivirato hoti. Er unterlässt solch unwürdige Kunst, solch falschen Lebenserwerb.

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvena jīvitaṁ kappenti. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch ihren Unterhalt mit einer unwürdigen Kunst, einem falschen Lebenserwerb verdienen:

Seyyathidaṁ—āvāhanaṁ vivāhanaṁ saṁvaraṇaṁ vivaraṇaṁ saṅkiraṇaṁ vikiraṇaṁ subhagakaraṇaṁ dubbhagakaraṇaṁ viruddhagabbhakaraṇaṁ jivhānibandhanaṁ hanusaṁhananaṁ hatthābhijappanaṁ hanujappanaṁ kaṇṇajappanaṁ ādāsapañhaṁ kumārikapañhaṁ devapañhaṁ ādiccupaṭṭhānaṁ mahatupaṭṭhānaṁ abbhujjalanaṁ sirivhāyanaṁ nämlich Verabredungen treffen, in die Ehe zu geben oder zu nehmen, für eine Verlobung oder eine Scheidung, für das Streuen von Reis drinnen oder draußen bei einer Hochzeitszeremonie; weiterhin Zaubersprüche für Glück oder Unglück, zur Geburtshilfe, für das Binden der Zunge oder Sperren des Kiefers, Zaubersprüche für Hände und Ohren, Befragen eines Spiegels, eines Mädchens oder eines Gottes als Orakel, Anbeten der Sonne, Anbeten des Großen, Feuer spucken oder die Glücksgöttin Siri anrufen.

iti vā iti evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvā paṭivirato hoti. Er unterlässt solch unwürdige Kunst, solch falschen Lebenserwerb.

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvena jīvitaṁ kappenti. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch ihren Unterhalt mit einer unwürdigen Kunst, einem falschen Lebenserwerb verdienen:

Seyyathidaṁ—santikammaṁ paṇidhikammaṁ bhūtakammaṁ bhūrikammaṁ vassakammaṁ vossakammaṁ vatthukammaṁ vatthuparikammaṁ ācamanaṁ nhāpanaṁ juhanaṁ vamanaṁ virecanaṁ uddhaṁvirecanaṁ adhovirecanaṁ sīsavirecanaṁ kaṇṇatelaṁ nettatappanaṁ natthukammaṁ añjanaṁ paccañjanaṁ sālākiyaṁ sallakattiyaṁ dārakatikicchā, mūlabhesajjānaṁ anuppadānaṁ, osadhīnaṁ paṭimokkho nämlich Riten zur Besänftigung, um Wünsche zu erfüllen, für Gespenster, für die Erde, für Regen, zur Befriedung eines Grundstücks und für das Vorbereiten und Weihen von Bauplätzen für Häuser, Riten, die mit Abspülen und Baden einhergehen, und Speiseopfer; weiterhin die Anwendung von Brechmitteln, Abführmitteln, Mitteln zum Lösen und Auswerfen von Schleim, die Anwendung von Ohröl, Stärkungsmitteln für die Augen, Arznei für die Nase, Salben und Gegensalben, Starstechen und Behandlung durch Wundärzte, Behandlung von Kindern, Verschreibung arzneilicher Wurzeln und Kräuterpflastern.

iti vā iti evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvā paṭivirato hoti. Er unterlässt solch unwürdige Kunst, solch falschen Lebenserwerb.

Idampissa hoti sīlasmiṁ. Das ist Teil seiner Tugend.

Sa kho so, mahārāja, bhikkhu evaṁ sīlasampanno na kutoci bhayaṁ samanupassati, yadidaṁ sīlasaṁvarato. Ein Mönch, der so die Tugend vervollkommnet hat, hat in Bezug auf seine Zügelung in der Tugend von keiner Seite etwas zu befürchten.

Seyyathāpi, mahārāja, rājā khattiyo muddhābhisitto nihatapaccāmitto na kutoci bhayaṁ samanupassati, yadidaṁ paccatthikato; Wie ein König, der seine Feinde besiegt hat: Er hat von seinen Feinden von keiner Seite etwas zu befürchten.

evameva kho, mahārāja, bhikkhu evaṁ sīlasampanno na kutoci bhayaṁ samanupassati, yadidaṁ sīlasaṁvarato. Ebenso hat ein Mönch, der so die Tugend vervollkommnet hat, in Bezug auf seine Zügelung in der Tugend von keiner Seite etwas zu befürchten.

So iminā ariyena sīlakkhandhena samannāgato ajjhattaṁ anavajjasukhaṁ paṭisaṁvedeti. Wenn er diesen Umfang der edlen Tugend besitzt, erfährt er im Innern ein Glück, das ohne Tadel ist. Das ist der erste Schritt der Antwort, die der Buddha Ajātasattu gibt. Es ist das Gefühl von Glück und Wohlbefinden, das man hat, wenn man weiß, dass man nichts Falsches getan hat, für das einen irgendjemand tadeln könnte. Es ist die psychologische Grundlage für die Meditation. (Sujato)

Evaṁ kho, mahārāja, bhikkhu sīlasampanno hoti. So hat ein Mönch die Tugend vervollkommnet.

Mahāsīlaṁ niṭṭhitaṁ. Der lange Abschnitt über Tugend ist zu Ende.

4.3.2. Samādhi 4.3.2. Versenkung

4.3.2.1. Indriyasaṁvara 4.3.2.1. Zügelung der Sinne

Kathañca, mahārāja, bhikkhu indriyesu guttadvāro hoti? Und wie bewacht ein Mönch die Tore der Sinne? Hier beginnt die Reihe von Übungen, die auf den Grundlagen der Tugend aufbauen, um die Grundlage für die Meditation zu errichten. (Sujato)

Idha, mahārāja, bhikkhu cakkhunā rūpaṁ disvā na nimittaggāhī hoti nānubyañjanaggāhī. Wenn ein Mönch mit dem Auge ein Bild sieht, bleibt er nicht an den Merkmalen und Einzelheiten hängen.

Yatvādhikaraṇamenaṁ cakkhundriyaṁ asaṁvutaṁ viharantaṁ abhijjhā domanassā pāpakā akusalā dhammā anvāssaveyyuṁ, tassa saṁvarāya paṭipajjati, rakkhati cakkhundriyaṁ, cakkhundriye saṁvaraṁ āpajjati. Wenn das Sehvermögen nicht gezügelt wäre, würden schlechte, untaugliche Eigenschaften von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit überhandnehmen. Aus diesem Grund übt er Zügelung, bewacht das Sehvermögen und hält es im Zaum. Es ist nicht so, dass man keine Dinge sehen könnte, sondern dass man bezüglich der Wirkung achtsam ist und unnötige Stimulation vermeidet. | „Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit“ (abhijjhā domanassā) sind die starken Formen von Begierde und Abneigung, die durch mangelnde Zügelung entstehen. (Sujato)

Sotena saddaṁ sutvā …pe… Wenn er mit dem Ohr einen Ton hört …

ghānena gandhaṁ ghāyitvā …pe… Wenn er mit der Nase einen Geruch riecht …

jivhāya rasaṁ sāyitvā …pe… Wenn er mit der Zunge einen Geschmack schmeckt …

kāyena phoṭṭhabbaṁ phusitvā …pe… Wenn er mit dem Körper eine Berührung empfindet …

manasā dhammaṁ viññāya na nimittaggāhī hoti nānubyañjanaggāhī. Wenn er mit dem Geist eine Vorstellung erkennt, bleibt er nicht an den Merkmalen und Einzelheiten hängen.

Yatvādhikaraṇamenaṁ manindriyaṁ asaṁvutaṁ viharantaṁ abhijjhā domanassā pāpakā akusalā dhammā anvāssaveyyuṁ, tassa saṁvarāya paṭipajjati, rakkhati manindriyaṁ, manindriye saṁvaraṁ āpajjati. Wenn das Vorstellungsvermögen nicht gezügelt wäre, würden schlechte, untaugliche Eigenschaften von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit überhandnehmen. Aus diesem Grund übt er Zügelung, bewacht das Vorstellungsvermögen und hält es im Zaum.

So iminā ariyena indriyasaṁvarena samannāgato ajjhattaṁ abyāsekasukhaṁ paṭisaṁvedeti. Wenn er diese edle Zügelung der Sinne besitzt, erfährt er im Innern eine fleckenlose Seligkeit. Das Glück vertieft sich in dem Maß, in dem er sieht, dass nicht nur seine Handlungen frei von unheilsamen Dingen werden, sondern auch sein Geist. (Sujato)

Evaṁ kho, mahārāja, bhikkhu indriyesu guttadvāro hoti. So bewacht ein Mönch die Tore der Sinne.

4.3.2.2. Satisampajañña 4.3.2.2. Achtsamkeit und Situationsbewusstsein

Kathañca, mahārāja, bhikkhu satisampajaññena samannāgato hoti? Und wie ist ein Mönch achtsam und der Situation bewusst? Situational awareness („Situationsbewusstsein“) ist ein psychologischer Begriff, der in den 1990er Jahren breiteren Kreisen bekannt wurde (A.d.Ü.: im englischen Sprachraum offenbar mehr als im deutschen). Es hat mit der Wahrnehmung der Phänomene der Umgebung zu tun und dem Verstehen, was sie bedeuten, und das kommt der Bedeutung des Paliworts sampajañña sehr nahe. (Sujato)

Idha, mahārāja, bhikkhu abhikkante paṭikkante sampajānakārī hoti, ālokite vilokite sampajānakārī hoti, samiñjite pasārite sampajānakārī hoti, saṅghāṭipattacīvaradhāraṇe sampajānakārī hoti, asite pīte khāyite sāyite sampajānakārī hoti, uccārapassāvakamme sampajānakārī hoti, gate ṭhite nisinne sutte jāgarite bhāsite tuṇhībhāve sampajānakārī hoti. Da handelt ein Mönch mit Situationsbewusstsein beim Ausgehen und Zurückkommen, beim Hin- und Wegschauen, beim Beugen und Strecken der Glieder, beim Tragen von äußerer Robe, Schale und Roben, beim Essen, Trinken, Kauen, Schmecken, beim Ausscheiden von Urin und Kot, beim Gehen, Stehen, Sitzen, Schlafen und Wachen, Reden und Schweigen. Diese Verrichtungen beschreiben das tägliche Leben eines Mönchs oder einer Nonne: zum Almosengang ins Dorf gehen, wobei es viele ablenkende Dinge zu sehen gibt; dann kommt man zurück, nimmt sein Mahl ein und verbringt den Tag in Meditation. (Sujato)

Evaṁ kho, mahārāja, bhikkhu satisampajaññena samannāgato hoti. So ist ein Mönch achtsam und der Situation bewusst.

4.3.2.3. Santosa 4.3.2.3. Zufriedenheit

Kathañca, mahārāja, bhikkhu santuṭṭho hoti? Und wie ist ein Mönch zufrieden?

Idha, mahārāja, bhikkhu santuṭṭho hoti kāyaparihārikena cīvarena, kucchiparihārikena piṇḍapātena. So yena yeneva pakkamati, samādāyeva pakkamati. Da ist ein Mönch zufrieden mit Roben, die den Körper einhüllen, und Almosen, das den Bauch füllt. Wohin er auch geht, da nimmt er nur diese Dinge mit. Ein buddhistischer Mönch hat drei Roben: eine Unterrobe (Sabong oder Sarong), eine Oberrobe und einen äußeren Umhang. (Sujato)

Seyyathāpi, mahārāja, pakkhī sakuṇo yena yeneva ḍeti, sapattabhārova ḍeti; Wie ein Vogel: Wohin er auch fliegt, die Flügel sind seine einzige Bürde.

evameva kho, mahārāja, bhikkhu santuṭṭho hoti kāyaparihārikena cīvarena kucchiparihārikena piṇḍapātena. So yena yeneva pakkamati, samādāyeva pakkamati. Ebenso ist ein Mönch zufrieden mit Roben, die den Körper einhüllen, und Almosen, das den Bauch füllt. Wohin er auch geht, da nimmt er nur diese Dinge mit.

Evaṁ kho, mahārāja, bhikkhu santuṭṭho hoti. So ist ein Mönch zufrieden.

4.3.2.4. Nīvaraṇappahāna 4.3.2.4. Die Hindernisse aufgeben

So iminā ca ariyena sīlakkhandhena samannāgato, iminā ca ariyena indriyasaṁvarena samannāgato, iminā ca ariyena satisampajaññena samannāgato, imāya ca ariyāya santuṭṭhiyā samannāgato, Wenn er diesen Umfang der edlen Tugend, diese edle Zügelung der Sinne, diese edle Achtsamkeit und das edle Situationsbewusstsein und diese edle Zufriedenheit besitzt, Das sind die Vorbedingungen, um mit tiefer Meditation zu beginnen. (Sujato)

vivittaṁ senāsanaṁ bhajati araññaṁ rukkhamūlaṁ pabbataṁ kandaraṁ giriguhaṁ susānaṁ vanapatthaṁ abbhokāsaṁ palālapuñjaṁ. sucht er einen abgelegenen Platz auf: eine Wildnis, den Fuß eines Baumes, einen Hügel, eine Schlucht, eine Berghöhle, ein Leichenfeld, einen Wald, den freien Himmel, einen Strohhaufen.

So pacchābhattaṁ piṇḍapātapaṭikkanto nisīdati pallaṅkaṁ ābhujitvā ujuṁ kāyaṁ paṇidhāya parimukhaṁ satiṁ upaṭṭhapetvā. Nach dem Essen, wenn er vom Almosengang zurückkommt, setzt er sich mit gekreuzten Beinen hin, richtet den Körper gerade auf und verankert die Achtsamkeit bei sich. Für parimukha („vor sich“) finden wir im Sanskrit pratimukha, das das Spiegelbild des Gesichts bedeuten kann. Späte kanonische Palitexte erklären es als „diese Nasenspitze oder das Spiegelbild des Gesichts (mukhanimitta)“. | „Die Achtsamkeit verankern“ (satiṁ upaṭṭhapetvā) ist wörtlich „Satipaṭṭhāna machen“. (Sujato)

So abhijjhaṁ loke pahāya vigatābhijjhena cetasā viharati, abhijjhāya cittaṁ parisodheti. Er gibt das Begehren nach der Welt auf, meditiert mit einem Herzen, das frei von Begehren ist, und läutert den Geist von Begehren. Begehren (abhijjha) wurde durch die Zügelung der Sinne eingedämmt und wird jetzt vollends aufgegeben. (Sujato)

Byāpādapadosaṁ pahāya abyāpannacitto viharati sabbapāṇabhūtahitānukampī, byāpādapadosā cittaṁ parisodheti. Er gibt bösen Willen und Gehässigkeit auf, meditiert mit einem Herzen, das frei von bösem Willen ist, voller Anteilnahme für alle Lebewesen, und läutert den Geist von bösem Willen. Ebenso böser Wille (byāpādapadosa), der in der Formel der Sinnenzügelung domanassa genannt wurde. (Sujato)

Thinamiddhaṁ pahāya vigatathinamiddho viharati ālokasaññī, sato sampajāno, thinamiddhā cittaṁ parisodheti. Er gibt Dumpfheit und Benommenheit auf, meditiert mit einem Herzen, das frei von Dumpfheit und Benommenheit ist, er nimmt Licht wahr, ist achtsam und der Situation bewusst und läutert den Geist von Dumpfheit und Benommenheit. „Achtsamkeit und Situationsbewusstsein“ spielt eine herausragende Rolle für das Aufgeben der Dumpfheit. (Sujato)

Uddhaccakukkuccaṁ pahāya anuddhato viharati, ajjhattaṁ vūpasantacitto, uddhaccakukkuccā cittaṁ parisodheti. Er gibt Rastlosigkeit und Reue auf, meditiert ohne Rastlosigkeit, mit innerlich friedvollem Geist, und läutert den Geist von Rastlosigkeit und Reue. Rastlosigkeit greift nach der Zukunft, und Zufriedenheit wirkt ihr entgegen. Reue wühlt in der Vergangenheit, ihr wirkt Reinheit der Tugend entgegen. (Sujato)

Vicikicchaṁ pahāya tiṇṇavicikiccho viharati, akathaṅkathī kusalesu dhammesu, vicikicchāya cittaṁ parisodheti. Er gibt den Zweifel auf, meditiert, indem er über den Zweifel hinausgegangen ist, nicht im Unklaren über taugliche Eigenschaften, und läutert den Geist von Zweifel. Man begibt sich auf den Pfad der Meditation, nachdem man Vertrauen zum Buddha gefasst hat. (Sujato)

Seyyathāpi, mahārāja, puriso iṇaṁ ādāya kammante payojeyya. Wie ein Mann, der in Schulden geraten wäre und sich der Arbeit widmete Das Glück der Meditation ist schwer zu verstehen, ohne dass man sie übt, daher gibt der Buddha eine Reihe von fünf Gleichnissen, um es auf eine Art zu illustrieren, die Ajātasattu verstehen kann. (Sujato)

Tassa te kammantā samijjheyyuṁ. und dessen Mühe erfolgreich wäre.

So yāni ca porāṇāni iṇamūlāni, tāni ca byantiṁ kareyya, siyā cassa uttariṁ avasiṭṭhaṁ dārabharaṇāya. Er würde die ursprüngliche Anleihe zurückzahlen und hätte genug übrig, um seine Frau zu unterhalten.

Tassa evamassa: Wenn er daran dächte,

‘ahaṁ kho pubbe iṇaṁ ādāya kammante payojesiṁ.

Tassa me te kammantā samijjhiṁsu.

Sohaṁ yāni ca porāṇāni iṇamūlāni, tāni ca byantiṁ akāsiṁ, atthi ca me uttariṁ avasiṭṭhaṁ dārabharaṇāyā’ti.

So tatonidānaṁ labhetha pāmojjaṁ, adhigaccheyya somanassaṁ. wäre er voller Freude und Glück.

Seyyathāpi, mahārāja, puriso ābādhiko assa dukkhito bāḷhagilāno; bhattañcassa nacchādeyya, na cassa kāye balamattā. Wie ein Mensch, der mitgenommen, leidend, schwer krank wäre. Er verlöre den Appetit und käme von Kräften.

So aparena samayena tamhā ābādhā mucceyya; bhattaṁ cassa chādeyya, siyā cassa kāye balamattā. Doch nach einiger Zeit erholte er sich von dieser Krankheit, bekäme wieder Appetit und käme zu Kräften.

Tassa evamassa: Wenn er daran dächte,

‘ahaṁ kho pubbe ābādhiko ahosiṁ dukkhito bāḷhagilāno;

bhattañca me nacchādesi, na ca me āsi kāye balamattā.

Somhi etarahi tamhā ābādhā mutto;

bhattañca me chādeti, atthi ca me kāye balamattā’ti.

So tatonidānaṁ labhetha pāmojjaṁ, adhigaccheyya somanassaṁ. wäre er voller Freude und Glück.

Seyyathāpi, mahārāja, puriso bandhanāgāre baddho assa. Wie ein Mensch, der in einem Gefängnis eingesperrt wäre.

So aparena samayena tamhā bandhanāgārā mucceyya sotthinā abbhayena, na cassa kiñci bhogānaṁ vayo. Doch nach einiger Zeit würde er aus dem Gefängnis entlassen, wäre heil und gesund und hätte nichts von seinem Vermögen verloren.

Tassa evamassa: Wenn er daran dächte,

‘ahaṁ kho pubbe bandhanāgāre baddho ahosiṁ, somhi etarahi tamhā bandhanāgārā mutto sotthinā abbhayena.

Natthi ca me kiñci bhogānaṁ vayo’ti.

So tatonidānaṁ labhetha pāmojjaṁ, adhigaccheyya somanassaṁ. wäre er voller Freude und Glück.

Seyyathāpi, mahārāja, puriso dāso assa anattādhīno parādhīno na yenakāmaṅgamo. Wie ein Mensch, der ein Schuldknecht wäre. Er wäre nicht sein eigener Herr, sondern einem anderen arbeitsverpflichtet und könnte nicht gehen, wohin er wollte.

So aparena samayena tamhā dāsabyā mucceyya attādhīno aparādhīno bhujisso yenakāmaṅgamo. Doch nach einiger Zeit würde er aus der Knechtschaft befreit und würde sein eigener Herr, keinem anderen arbeitsverpflichtet, ein mündiger Mensch, der gehen könnte, wohin er wollte.

Tassa evamassa: Wenn er daran dächte,

‘ahaṁ kho pubbe dāso ahosiṁ anattādhīno parādhīno na yenakāmaṅgamo.

Somhi etarahi tamhā dāsabyā mutto attādhīno aparādhīno bhujisso yenakāmaṅgamo’ti.

So tatonidānaṁ labhetha pāmojjaṁ, adhigaccheyya somanassaṁ. wäre er voller Freude und Glück.

Seyyathāpi, mahārāja, puriso sadhano sabhogo kantāraddhānamaggaṁ paṭipajjeyya dubbhikkhaṁ sappaṭibhayaṁ. Wie ein Mensch, der mit seinem Besitz und Vermögen eine Straße durch die Wüste entlangwanderte, die gefährlich wäre und wo es nichts zu essen gäbe.

So aparena samayena taṁ kantāraṁ nitthareyya sotthinā, gāmantaṁ anupāpuṇeyya khemaṁ appaṭibhayaṁ. Doch nach einiger Zeit hätte er die Wüste sicher durchquert und käme in einem Dorf an, in einem Refugium frei von Gefahr.

Tassa evamassa: Wenn er daran dächte,

‘ahaṁ kho pubbe sadhano sabhogo kantāraddhānamaggaṁ paṭipajjiṁ dubbhikkhaṁ sappaṭibhayaṁ.

Somhi etarahi taṁ kantāraṁ nitthiṇṇo sotthinā, gāmantaṁ anuppatto khemaṁ appaṭibhayan’ti.

So tatonidānaṁ labhetha pāmojjaṁ, adhigaccheyya somanassaṁ. wäre er voller Freude und Glück.

Evameva kho, mahārāja, bhikkhu yathā iṇaṁ yathā rogaṁ yathā bandhanāgāraṁ yathā dāsabyaṁ yathā kantāraddhānamaggaṁ, evaṁ ime pañca nīvaraṇe appahīne attani samanupassati. Ebenso betrachtet da ein Mönch, der diese fünf Hindernisse im Innern noch nicht aufgegeben hat, diese als eine Schuld, eine Krankheit, ein Gefängnis, als Sklaverei und als eine Wüstendurchquerung. Die fünf Hindernisse bleiben eine Säule in der Meditationsunterweisung. Die Wurzelbedeutung umfasst „behindern“ ebenso wie „verdunkeln, vernebeln, verschleiern“. (Sujato)

Seyyathāpi, mahārāja, yathā āṇaṇyaṁ yathā ārogyaṁ yathā bandhanāmokkhaṁ yathā bhujissaṁ yathā khemantabhūmiṁ; Aber wenn er diese fünf Hindernisse im Innern aufgegeben hat, betrachtet er dies als Freiheit von Schulden, als Genesung, als Freilassung aus dem Gefängnis, als Mündigkeit und schließlich als Refugium. Jedes Gleichnis veranschaulicht nicht das Glück, etwas zu gewinnen, sondern das Glück des Loslassens. (Sujato)

evameva kho, mahārāja, bhikkhu ime pañca nīvaraṇe pahīne attani samanupassati.

Tassime pañca nīvaraṇe pahīne attani samanupassato pāmojjaṁ jāyati, pamuditassa pīti jāyati, pītimanassa kāyo passambhati, passaddhakāyo sukhaṁ vedeti, sukhino cittaṁ samādhiyati. Wenn er sieht, dass die Hindernisse in ihm aufgegeben sind, lodert Freude auf. Wenn er voller Freude ist, lodert Ekstase auf. Wenn der Geist in Ekstase ist, wird der Körper still. Wenn der Körper still ist, empfindet er Seligkeit. Und wenn er voller Seligkeit ist, versenkt sich der Geist im Samādhi. Der Buddha betonte nicht die technischen Einzelheiten der Meditationstechnik, sondern die emotionale Ganzheit und die Freude, die in tiefe Meditation hineinführt. (Sujato)

4.3.2.5. Paṭhamajhāna 4.3.2.5. Die erste Vertiefung

So vivicceva kāmehi, vivicca akusalehi dhammehi savitakkaṁ savicāraṁ vivekajaṁ pītisukhaṁ paṭhamaṁ jhānaṁ upasampajja viharati. Ganz abgeschieden von den Sinnenfreuden, abgeschieden von untauglichen Eigenschaften, tritt er in die erste Vertiefung ein und verweilt darin; da gibt es aus Abgeschiedenheit geborene Ekstase und Seligkeit, während man den Geist ausrichtet und hält. Jhāna ist ein Zustand von „erhobenem Bewusstsein“ (adhicitta), somit haben alle Begriffe eine erhobene Bedeutung. Die Pluralform weist darauf hin, dass „Sinnenfreuden“ auch die sinnliche Erfahrung beinhalten, von der sich ein Meditierender abwenden kann, da er nicht länger danach begehrt. Die „untauglichen Eigenschaften“ sind die fünf Hindernisse. Die „aus Abgeschiedenheit geborene Ekstase und Seligkeit“ ist das Glück des Aufgebens der Hindernisse und der Freiheit von Sinneseindrücken. „Den Geist ausrichten und halten“ (vitakka, vicāra) benutzt Ausdrücke, die im groben Bewusstsein „Gedanken“ bedeuten, die sich aber im „erhobenen Bewusstsein“ auf die subtile Funktion beziehen, den Geist der Meditation zu widmen. (Sujato)

So imameva kāyaṁ vivekajena pītisukhena abhisandeti parisandeti paripūreti parippharati, nāssa kiñci sabbāvato kāyassa vivekajena pītisukhena apphuṭaṁ hoti. Er tränkt, durchdringt, füllt und durchströmt seinen Körper mit aus Abgeschiedenheit geborener Ekstase und Seligkeit. Es gibt keinen Teil des Körpers, der nicht von aus Abgeschiedenheit geborener Ekstase und Seligkeit durchströmt wäre. Wenn man in der Meditation fortschreitet, verändert sich die subjektive Erfahrung des „Körpers“ von taktilen Sinneseindrücken (phoṭṭhabba) zu der inneren geistigen Erfahrung von Seligkeit und Licht (manomayakāya) und zu der unmittelbaren persönlichen Verwirklichung der höchsten Wahrheit (MN 70:23.2: kāyena ceva paramasaccaṁ sacchikaroti). (Sujato)

Seyyathāpi, mahārāja, dakkho nhāpako vā nhāpakantevāsī vā kaṁsathāle nhānīyacuṇṇāni ākiritvā udakena paripphosakaṁ paripphosakaṁ sanneyya, sāyaṁ nhānīyapiṇḍi snehānugatā snehaparetā santarabāhirā phuṭā snehena, na ca paggharaṇī; Wie ein geschickter Bader oder Baderlehrling, der Seifenpulver in eine Bronzeschüssel gibt und es nach und nach mit Wasser benetzt. Er knetet es, bis die Kugel aus Seifenpulver mit Feuchtigkeit vollgesogen und gesättigt ist, innen und außen durchtränkt, und doch keine Feuchtigkeit herausquillt. Das Kneten ist das „Ausrichten und Halten des Geistes“, das Wasser ist Seligkeit, und die Tatsache, dass nichts ausläuft, spricht von der geschlossenen Innerlichkeit der Erfahrung. (Sujato)

evameva kho, mahārāja, bhikkhu imameva kāyaṁ vivekajena pītisukhena abhisandeti parisandeti paripūreti parippharati, nāssa kiñci sabbāvato kāyassa vivekajena pītisukhena apphuṭaṁ hoti. Ebenso tränkt, durchdringt, füllt und durchströmt ein Mönch seinen Körper mit aus Abgeschiedenheit geborener Ekstase und Seligkeit. Es gibt keinen Teil des Körpers, der nicht von aus Abgeschiedenheit geborener Ekstase und Seligkeit durchströmt wäre.

Idampi kho, mahārāja, sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ purimehi sandiṭṭhikehi sāmaññaphalehi abhikkantatarañca paṇītatarañca. Das, großer König, ist eine Frucht des Asketenlebens, die in diesem Leben ersichtlich ist, die besser und erlesener ist als die vorigen. Der Buddha hat Ajātasattus Frage beantwortet. Aber er ist noch lange nicht fertig. (Sujato)

4.3.2.6. Dutiyajhāna 4.3.2.6. Die zweite Vertiefung

Puna caparaṁ, mahārāja, bhikkhu vitakkavicārānaṁ vūpasamā ajjhattaṁ sampasādanaṁ cetaso ekodibhāvaṁ avitakkaṁ avicāraṁ samādhijaṁ pītisukhaṁ dutiyaṁ jhānaṁ upasampajja viharati. Wenn dann das Ausrichten und Halten des Geistes sich beruhigt, tritt ein Mönch in die zweite Vertiefung ein und verweilt darin; da gibt es aus Versenkung geborene Ekstase und Seligkeit, mit innerer Klarheit und geeintem Geist, ohne Ausrichten und Halten. Jedes Jhāna beginnt, wenn der am wenigsten verfeinerte Aspekt des vorhergehenden Jhāna endet. Das wird nicht bewusst gesteuert, sondern es beschreibt den natürlichen Prozess des Sich-Setzens. Man ist sich in der Meditation jetzt ganz sicher und braucht den Geist nicht länger auszurichten: Er ist einfach still und ganz eins geworden. (Sujato)

So imameva kāyaṁ samādhijena pītisukhena abhisandeti parisandeti paripūreti parippharati, nāssa kiñci sabbāvato kāyassa samādhijena pītisukhena apphuṭaṁ hoti. Er tränkt, durchdringt, füllt und durchströmt seinen Körper mit aus Versenkung geborener Ekstase und Seligkeit. Es gibt keinen Teil des Körpers, der nicht von aus Versenkung geborener Ekstase und Seligkeit durchströmt wäre.

Seyyathāpi, mahārāja, udakarahado gambhīro ubbhidodako tassa nevassa puratthimāya disāya udakassa āyamukhaṁ, na dakkhiṇāya disāya udakassa āyamukhaṁ, na pacchimāya disāya udakassa āyamukhaṁ, na uttarāya disāya udakassa āyamukhaṁ, devo ca na kālena kālaṁ sammādhāraṁ anuppaveccheyya. Wie ein tiefer See, der von Quellwasser gespeist wird; er hat weder von Osten noch von Westen, weder von Norden noch von Süden einen Zufluss, und auch die Himmel bescheren nicht von Zeit zu Zeit angemessene Schauer. Wieder unterstreicht das Gleichnis mit dem Wasser die Seligkeit, wobei die fehlenden Zuflüsse die innere Begrenzung und die Einheit des Geistes zum Ausdruck bringen. (Sujato)

Atha kho tamhāva udakarahadā sītā vāridhārā ubbhijjitvā tameva udakarahadaṁ sītena vārinā abhisandeyya parisandeyya paripūreyya paripphareyya, nāssa kiñci sabbāvato udakarahadassa sītena vārinā apphuṭaṁ assa. Doch der Strom kühlen Wassers, der im See aufwallt, tränkt, durchdringt, füllt und durchströmt den ganzen See. Es gibt keinen Teil des Sees, der nicht von kühlem Wasser durchströmt wäre. Das aufwallende Wasser ist die Ekstase, die erhebende emotionale Antwort auf die Erfahrung der Seligkeit. (Sujato)

Evameva kho, mahārāja, bhikkhu imameva kāyaṁ samādhijena pītisukhena abhisandeti parisandeti paripūreti parippharati, nāssa kiñci sabbāvato kāyassa samādhijena pītisukhena apphuṭaṁ hoti. Ebenso tränkt, durchdringt, füllt und durchströmt ein Mönch seinen Körper mit aus Versenkung geborener Ekstase und Seligkeit. Es gibt keinen Teil des Körpers, der nicht von aus Versenkung geborener Ekstase und Seligkeit durchströmt wäre.

Idampi kho, mahārāja, sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ purimehi sandiṭṭhikehi sāmaññaphalehi abhikkantatarañca paṇītatarañca. Auch das, großer König, ist eine Frucht des Asketenlebens, die in diesem Leben ersichtlich ist, die besser und erlesener ist als die vorigen.

4.3.2.7. Tatiyajhāna 4.3.2.7. Die dritte Vertiefung

Puna caparaṁ, mahārāja, bhikkhu pītiyā ca virāgā upekkhako ca viharati sato sampajāno, sukhañca kāyena paṭisaṁvedeti, yaṁ taṁ ariyā ācikkhanti: ‘upekkhako satimā sukhavihārī’ti, tatiyaṁ jhānaṁ upasampajja viharati. Mit dem Schwinden der Ekstase tritt ein Mönch dann in die dritte Vertiefung ein und verweilt darin; da meditiert er mit Gleichmut, achtsam und bewusst, und erfährt persönlich die Seligkeit, von der die Edlen erklären: ‚Gleichmütig und achtsam meditiert man in Seligkeit.‘ Die emotionale Reaktion auf die Seligkeit reift von der subtilen Erregung der Ekstase zur Ausgeglichenheit des Gleichmuts. Achtsamkeit ist in allen Stadien tiefer Meditation gegenwärtig, aber mit dem Gleichmut tritt sie in den Vordergrund. (Sujato)

So imameva kāyaṁ nippītikena sukhena abhisandeti parisandeti paripūreti parippharati, nāssa kiñci sabbāvato kāyassa nippītikena sukhena apphuṭaṁ hoti. Er tränkt, durchdringt, füllt und durchströmt seinen Körper mit Seligkeit, die frei von Ekstase ist. Es gibt keinen Teil des Körpers, der nicht von der Seligkeit, die frei von Ekstase ist, durchströmt wäre.

Seyyathāpi, mahārāja, uppaliniyaṁ vā paduminiyaṁ vā puṇḍarīkiniyaṁ vā appekaccāni uppalāni vā padumāni vā puṇḍarīkāni vā udake jātāni udake saṁvaḍḍhāni udakānuggatāni antonimuggaposīni, tāni yāva caggā yāva ca mūlā sītena vārinā abhisannāni parisannāni paripūrāni paripphuṭāni, nāssa kiñci sabbāvataṁ uppalānaṁ vā padumānaṁ vā puṇḍarīkānaṁ vā sītena vārinā apphuṭaṁ assa; Wie ein Teich mit blauen Seerosen oder rosa oder weißen Lotusblumen. Manche von ihnen sprießen und wachsen im Wasser, ohne sich darüber zu erheben, und gedeihen unter Wasser. Von der Spitze bis zur Wurzel sind sie getränkt, durchdrungen, angefüllt und durchströmt von kühlem Wasser. Es gibt keinen Teil von ihnen, der nicht von kühlem Wasser durchströmt wäre. Man ist bis zum Äußersten in der Stille und Seligkeit der Meditation versunken. (Sujato)

evameva kho, mahārāja, bhikkhu imameva kāyaṁ nippītikena sukhena abhisandeti parisandeti paripūreti parippharati, nāssa kiñci sabbāvato kāyassa nippītikena sukhena apphuṭaṁ hoti. Ebenso tränkt, durchdringt, füllt und durchströmt ein Mönch seinen Körper mit Seligkeit, die frei von Ekstase ist. Es gibt keinen Teil des Körpers, der nicht von der Seligkeit, die frei von Ekstase ist, durchströmt wäre.

Idampi kho, mahārāja, sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ purimehi sandiṭṭhikehi sāmaññaphalehi abhikkantatarañca paṇītatarañca. Auch das, großer König, ist eine Frucht des Asketenlebens, die in diesem Leben ersichtlich ist, die besser und erlesener ist als die vorigen.

4.3.2.8. Catutthajhāna 4.3.2.8. Die vierte Vertiefung

Puna caparaṁ, mahārāja, bhikkhu sukhassa ca pahānā dukkhassa ca pahānā, pubbeva somanassadomanassānaṁ atthaṅgamā adukkhamasukhaṁ upekkhāsatipārisuddhiṁ catutthaṁ jhānaṁ upasampajja viharati. Indem er Glück und Schmerz aufgibt, und mit dem Vergehen früherer Fröhlichkeit und Traurigkeit, tritt ein Mönch dann in die vierte Vertiefung ein und verweilt darin, ohne Glück oder Schmerz, mit reinem Gleichmut und reiner Achtsamkeit. Die emotionale Ausgeglichenheit des Gleichmuts führt dazu, dass das Gefühl von Freude sich zu einem subtileren neutralen Gefühl beruhigt. Schmerz und Traurigkeit wurden schon lange vorher aufgegeben, werden hier aber erwähnt, da sie ein subtiler Gegenspieler zur Freude sind. (Sujato)

So imameva kāyaṁ parisuddhena cetasā pariyodātena pharitvā nisinno hoti, nāssa kiñci sabbāvato kāyassa parisuddhena cetasā pariyodātena apphuṭaṁ hoti. Er sitzt da und durchströmt seinen Körper mit reinem, hellem Geist. Es gibt keinen Teil des Körpers, der nicht von reinem, hellem Geist durchströmt wäre. Der Gleichmut des vierten Jhāna ist keine Dumpfheit oder Gleichgültigkeit, sondern ein glänzendes und strahlendes Gewahrsein. (Sujato)

Seyyathāpi, mahārāja, puriso odātena vatthena sasīsaṁ pārupitvā nisinno assa, nāssa kiñci sabbāvato kāyassa odātena vatthena apphuṭaṁ assa; Wie wenn jemand dasitzt, der von Kopf bis Fuß in ein weißes Tuch gehüllt ist. Es gibt keinen Teil des Körpers, der nicht von dem weißen Tuch bedeckt wäre. Das weiße Tuch ist die Reinheit und Helligkeit des Gleichmuts. Der Kommentar erklärt das als einen Menschen, der eben aus dem Bad gestiegen ist und vollkommen trocken und zufrieden dasitzt. (Sujato)

evameva kho, mahārāja, bhikkhu imameva kāyaṁ parisuddhena cetasā pariyodātena pharitvā nisinno hoti, nāssa kiñci sabbāvato kāyassa parisuddhena cetasā pariyodātena apphuṭaṁ hoti. Ebenso sitzt ein Mönch da und durchströmt seinen Körper mit reinem, hellem Geist. Es gibt keinen Teil des Körpers, der nicht von reinem, hellem Geist durchströmt wäre.

Idampi kho, mahārāja, sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ purimehi sandiṭṭhikehi sāmaññaphalehi abhikkantatarañca paṇītatarañca. Auch das, großer König, ist eine Frucht des Asketenlebens, die in diesem Leben ersichtlich ist, die besser und erlesener ist als die vorigen.

4.3.3. Aṭṭhañāṇa 4.3.3. Achtfaches Erkennen

4.3.3.1. Vipassanāñāṇa 4.3.3.1. Erkennen und Sehen

So evaṁ samāhite citte parisuddhe pariyodāte anaṅgaṇe vigatūpakkilese mudubhūte kammaniye ṭhite āneñjappatte ñāṇadassanāya cittaṁ abhinīharati abhininnāmeti. Wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, dann streckt er ihn aus und projiziert ihn auf das Erkennen und Sehen. Von den vier Arten des Erkennens und Sehens wird nur die letzte als unverzichtbar angesehen. Das vierte Jhāna ist die ideale Grundlage, um die höheren Erkenntnisse zu entwickeln, obwohl der Kanon an anderer Stelle zeigt, dass sogar das erste Jhāna eine Grundlage für die befreiende Einsicht sein kann. Ohne Jhāna ist der achtfache Pfad jedoch unvollständig und die befreiende Einsicht unmöglich. | Das Verb abhininnāmeti („projiziert“) weist darauf hin, dass der Meditierende aus der vollen Versenkung herauskommt wie eine Schildkröte, die ihre Glieder ausstreckt (SN 35.240:1.7). (Sujato)

So evaṁ pajānāti: Er versteht:

‘ayaṁ kho me kāyo rūpī cātumahābhūtiko mātāpettikasambhavo odanakummāsūpacayo aniccucchādanaparimaddanabhedanaviddhaṁsanadhammo; ‚Dieser mein Körper ist geformt. Er besteht aus den vier Grundzuständen, wurde von Mutter und Vater gezeugt, mit Reis und Brei aufgebaut und muss vergehen, sich abnutzen und dahinschwinden, muss aufgelöst und zerstört werden. Das ist der „grobe“ (olārika) Körper. Man beachte, dass seine Zeugung von Mutter und Vater der Doktrin Ajita Kesakambalas widerspricht. Die offensichtliche Unbeständigkeit des Körpers lädt zu der verlockenden, aber trügerischen Vorstellung ein, der Geist oder die Seele sei dauerhaft; von tieferer Einsicht wird diese aber ausgeräumt. (Sujato)

idañca pana me viññāṇaṁ ettha sitaṁ ettha paṭibaddhan’ti. Und dieses mein Bewusstsein hängt ihm an, ist an ihn geknüpft.‘ Diese Unterscheidung sollte nicht als Geist-Körper-Dualismus missverstanden werden. Es sind keine grundlegenden Stoffe, sondern Erfahrungen eines Menschen, der meditiert. (Sujato)

Seyyathāpi, mahārāja, maṇi veḷuriyo subho jātimā aṭṭhaṁso suparikammakato accho vippasanno anāvilo sabbākārasampanno. Wie ein Schmuckstück aus Beryll, von Natur aus schimmernd, mit acht Facetten, gut gearbeitet, durchsichtig, klar und ungetrübt, mit allen guten Eigenschaften versehen,

Tatrāssa suttaṁ āvutaṁ nīlaṁ vā pītaṁ vā lohitaṁ vā odātaṁ vā paṇḍusuttaṁ vā. das auf einen blauen, gelben, roten, weißen oder goldbraunen Faden aufgefädelt wäre. Aufgefädelte Schmuckstücke waren in Indien seit der Harappa-Kultur beliebt, Jahrtausende vor dem Buddha. (Sujato)

Tamenaṁ cakkhumā puriso hatthe karitvā paccavekkheyya: Ein Mensch mit klaren Augen würde es in die Hand nehmen und untersuchen:

‘ayaṁ kho maṇi veḷuriyo subho jātimā aṭṭhaṁso suparikammakato accho vippasanno anāvilo sabbākārasampanno; ‚Dieses Schmuckstück aus Beryll ist von Natur aus schimmernd, mit acht Facetten, gut gearbeitet, durchsichtig, klar und ungetrübt, mit allen guten Eigenschaften versehen.

tatridaṁ suttaṁ āvutaṁ nīlaṁ vā pītaṁ vā lohitaṁ vā odātaṁ vā paṇḍusuttaṁ vā’ti. Und es ist auf einen blauen, gelben, roten, weißen oder goldbraunen Faden aufgefädelt.‘

Evameva kho, mahārāja, bhikkhu evaṁ samāhite citte parisuddhe pariyodāte anaṅgaṇe vigatūpakkilese mudubhūte kammaniye ṭhite āneñjappatte ñāṇadassanāya cittaṁ abhinīharati abhininnāmeti. Ebenso streckt ein Mönch, wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, ihn aus und projiziert ihn auf das Erkennen und Sehen. Diese Form von „Erkennen und Sehen“ wird selten erwähnt und findet sich nur hier, in DN 10:2.21.3 und in MN 77:29.2. Die nächste Verwirklichung, der „geistgeschaffene Körper“, findet sich ebenfalls nur in diesen drei Suttas. Man beachte, dass die Mahāsaṅgīti-Ausgabe diesem Abschnitt die falsche Überschrift vipassanāñāṇa („Einsichtserkenntnis“) hinzufügt. Dieser Begriff taucht nirgendwo im Palikanon auf. (Sujato)

So evaṁ pajānāti:

‘ayaṁ kho me kāyo rūpī cātumahābhūtiko mātāpettikasambhavo odanakummāsūpacayo aniccucchādanaparimaddanabhedanaviddhaṁsanadhammo;

idañca pana me viññāṇaṁ ettha sitaṁ ettha paṭibaddhan’ti.

Idampi kho, mahārāja, sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ purimehi sandiṭṭhikehi sāmaññaphalehi abhikkantatarañca paṇītatarañca. Auch das, großer König, ist eine Frucht des Asketenlebens, die in diesem Leben ersichtlich ist, die besser und erlesener ist als die vorigen.

4.3.3.2. Manomayiddhiñāṇa 4.3.3.2. Der geistgeschaffene Körper

So evaṁ samāhite citte parisuddhe pariyodāte anaṅgaṇe vigatūpakkilese mudubhūte kammaniye ṭhite āneñjappatte manomayaṁ kāyaṁ abhinimmānāya cittaṁ abhinīharati abhininnāmeti. Wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, dann streckt er ihn aus und projiziert ihn auf das Hervorbringen eines geistgeschaffenen Körpers. Der „geistgeschaffene Körper“ ist die innere mentale Repräsentation des physischen Körpers. Im gewöhnlichen Bewusstsein ist das die Propriozeption, die hier durch die Kraft der Meditation verstärkt ist. Die höheren Kräfte werden im Buddhismus als Erweiterungen und Entwicklungen von Aspekten der normalen Erfahrung angesehen, nicht als metaphysische Realitäten, die von der Welt gewöhnlicher Erfahrungen getrennt wären. (Sujato)

So imamhā kāyā aññaṁ kāyaṁ abhinimmināti rūpiṁ manomayaṁ sabbaṅgapaccaṅgiṁ ahīnindriyaṁ. Aus diesem Körper bringt er einen anderen Körper hervor, geformt, geistgeschaffen, in allen Haupt- und Nebengliedern unversehrt, ohne dass eine Fähigkeit fehlte. Das ähnelt der Erfahrung des „Astralkärpers“, wie er von modernen Spiritualisten beschrieben wird. Man beachte, dass es sich immer noch um einen „physischen“ (rūpī) Körper handelt, auch wenn er geistgeschaffen ist. Es ist der subtile (sukhuma) Körper, der eine energetische Erfahrung physikalischer Eigenschaften durch den Geist ist. (Sujato)

Seyyathāpi, mahārāja, puriso muñjamhā īsikaṁ pavāheyya. Wie wenn ein Mensch einen Schilfhalm aus seiner Scheide zöge

Tassa evamassa: und dächte:

‘ayaṁ muñjo, ayaṁ īsikā, añño muñjo, aññā īsikā, muñjamhā tveva īsikā pavāḷhā’ti. ‚Das ist der Schilfhalm, das ist die Scheide. Der Halm und die Scheide sind verschiedene Dinge. Der Schilfhalm wurde aus der Scheide herausgezogen.‘

Seyyathā vā pana, mahārāja, puriso asiṁ kosiyā pavāheyya. Oder wie wenn ein Mensch ein Schwert aus der Scheide zöge

Tassa evamassa: und dächte:

‘ayaṁ asi, ayaṁ kosi, añño asi, aññā kosi, kosiyā tveva asi pavāḷho’ti. ‚Das ist das Schwert, das ist die Scheide. Das Schwert und die Scheide sind verschiedene Dinge. Das Schwert wurde aus der Scheide herausgezogen.‘

Seyyathā vā pana, mahārāja, puriso ahiṁ karaṇḍā uddhareyya. Oder wie wenn ein Mensch eine Schlange aus ihrer abgestreiften Haut zöge

Tassa evamassa: und dächte:

‘ayaṁ ahi, ayaṁ karaṇḍo. Añño ahi, añño karaṇḍo, karaṇḍā tveva ahi ubbhato’ti. ‚Das ist die Schlange, das ist die Haut. Die Schlange und die Haut sind verschiedene Dinge. Die Schlange wurde aus der Haut herausgezogen.‘

Evameva kho, mahārāja, bhikkhu evaṁ samāhite citte parisuddhe pariyodāte anaṅgaṇe vigatūpakkilese mudubhūte kammaniye ṭhite āneñjappatte manomayaṁ kāyaṁ abhinimmānāya cittaṁ abhinīharati abhininnāmeti. Ebenso streckt ein Mönch, wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, ihn aus und projiziert ihn auf das Hervorbringen eines geistgeschaffenen Körpers.

So imamhā kāyā aññaṁ kāyaṁ abhinimmināti rūpiṁ manomayaṁ sabbaṅgapaccaṅgiṁ ahīnindriyaṁ. Aus diesem Körper bringt er einen anderen Körper hervor, geformt, geistgeschaffen, in allen Haupt- und Nebengliedern unversehrt, ohne dass eine Fähigkeit fehlte.

Idampi kho, mahārāja, sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ purimehi sandiṭṭhikehi sāmaññaphalehi abhikkantatarañca paṇītatarañca. Auch das, großer König, ist eine Frucht des Asketenlebens, die in diesem Leben ersichtlich ist, die besser und erlesener ist als die vorigen.

4.3.3.3. Iddhividhañāṇa 4.3.3.3. Übersinnliche Kräfte

So evaṁ samāhite citte parisuddhe pariyodāte anaṅgaṇe vigatūpakkilese mudubhūte kammaniye ṭhite āneñjappatte iddhividhāya cittaṁ abhinīharati abhininnāmeti. Wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, dann streckt er ihn aus und projiziert ihn auf die übersinnliche Kraft. Hier beginnen die „sechs unmittelbaren Einsichten“ (chaḷabhiññā), die überall in den frühen Texten häufig zu finden sind. | „Übersinnliche Kräfte“ (iddhi) wurden häufig gepflegt, doch die Mittel, um sie zu gewinnen, unterschieden sich: Hingabe an einen Gott, rabiate Bußübungen oder magische Rituale. Der Buddha lehrte, dass der Geist, der im Samādhi entwickelt war, zu Dingen in der Lage ist, die man normalerweise nicht versteht. (Sujato)

So anekavihitaṁ iddhividhaṁ paccanubhoti—ekopi hutvā bahudhā hoti, bahudhāpi hutvā eko hoti; āvibhāvaṁ tirobhāvaṁ tirokuṭṭaṁ tiropākāraṁ tiropabbataṁ asajjamāno gacchati seyyathāpi ākāse; pathaviyāpi ummujjanimujjaṁ karoti seyyathāpi udake; udakepi abhijjamāne gacchati seyyathāpi pathaviyā; ākāsepi pallaṅkena kamati seyyathāpi pakkhī sakuṇo; imepi candimasūriye evaṁmahiddhike evaṁmahānubhāve pāṇinā parāmasati parimajjati; yāva brahmalokāpi kāyena vasaṁ vatteti. Er übt die vielen Arten von Wunderkräften aus: sich vervielfältigen und wieder eins werden; Form annehmen und wieder auflösen; ungehindert durch eine Mauer, einen Erdwall oder einen Berg gehen wie durch leeren Raum; in die Erde eintauchen und wieder auftauchen, als wäre sie Wasser; über das Wasser gehen, als wäre es Land; mit gekreuzten Beinen durch die Luft fliegen wie ein Vogel; Sonne und Mond, so mächtig und gewaltig, mit der Hand berühren und streicheln; den Körper beherrschen bis hin zur Brahmāwelt. Nur ein paar davon sind als Vorkommnisse in den frühen Texten bezeugt. Das häufigste ist die Fähigkeit, zu verschwinden und wieder zu erscheinen, die der Buddha (AN 8.30:2.1), manche Schüler (MN 37:6.1) oder Gottheiten (MN 67:8.1) zeigen. (Sujato)

Seyyathāpi, mahārāja, dakkho kumbhakāro vā kumbhakārantevāsī vā suparikammakatāya mattikāya yaṁ yadeva bhājanavikatiṁ ākaṅkheyya, taṁ tadeva kareyya abhinipphādeyya. Wie ein fachkundiger Töpfer oder Töpferlehrling, der gut vorbereiteten Ton hätte: Er könnte daraus jedes Gefäß herstellen, das er wollte. Diese Gleichnisse greifen auf die Beschreibungen des geläuterten Geistes als geschmeidig und formbar zurück. (Sujato)

Seyyathā vā pana, mahārāja, dakkho dantakāro vā dantakārantevāsī vā suparikammakatasmiṁ dantasmiṁ yaṁ yadeva dantavikatiṁ ākaṅkheyya, taṁ tadeva kareyya abhinipphādeyya. Oder wie ein fachkundiger Elfenbeinschnitzer oder Elfenbeinschnitzer-Lehrling, der gut vorbereitetes Elfenbein hätte: Er könnte daraus jeden Elfenbein-Gegenstand herstellen, den er wollte.

Seyyathā vā pana, mahārāja, dakkho suvaṇṇakāro vā suvaṇṇakārantevāsī vā suparikammakatasmiṁ suvaṇṇasmiṁ yaṁ yadeva suvaṇṇavikatiṁ ākaṅkheyya, taṁ tadeva kareyya abhinipphādeyya. Oder wie ein fachkundiger Goldschmied oder Goldschmiedelehrling, der gut vorbereitetes Gold hätte: Er könnte daraus jeden goldenen Gegenstand herstellen, den er wollte. Dieses Gleichnis wird in AN 3.101 ausführlich ausgeführt. (Sujato)

Evameva kho, mahārāja, bhikkhu evaṁ samāhite citte parisuddhe pariyodāte anaṅgaṇe vigatūpakkilese mudubhūte kammaniye ṭhite āneñjappatte iddhividhāya cittaṁ abhinīharati abhininnāmeti. Ebenso streckt ein Mönch, wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, ihn aus und projiziert ihn auf die übersinnliche Kraft.

So anekavihitaṁ iddhividhaṁ paccanubhoti—ekopi hutvā bahudhā hoti, bahudhāpi hutvā eko hoti; āvibhāvaṁ tirobhāvaṁ tirokuṭṭaṁ tiropākāraṁ tiropabbataṁ asajjamāno gacchati seyyathāpi ākāse; pathaviyāpi ummujjanimujjaṁ karoti seyyathāpi udake; udakepi abhijjamāne gacchati seyyathāpi pathaviyā; ākāsepi pallaṅkena kamati seyyathāpi pakkhī sakuṇo; imepi candimasūriye evaṁmahiddhike evaṁmahānubhāve pāṇinā parāmasati parimajjati; yāva brahmalokāpi kāyena vasaṁ vatteti. Er übt die vielen Arten von Wunderkräften aus.

Idampi kho, mahārāja, sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ purimehi sandiṭṭhikehi sāmaññaphalehi abhikkantatarañca paṇītatarañca. Auch das, großer König, ist eine Frucht des Asketenlebens, die in diesem Leben ersichtlich ist, die besser und erlesener ist als die vorigen.

4.3.3.4. Dibbasotañāṇa 4.3.3.4. Hellhörigkeit

So evaṁ samāhite citte parisuddhe pariyodāte anaṅgaṇe vigatūpakkilese mudubhūte kammaniye ṭhite āneñjappatte dibbāya sotadhātuyā cittaṁ abhinīharati abhininnāmeti. Wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, dann streckt er ihn aus und projiziert ihn auf die Hellhörigkeit. „Hellhörigkeit“ ist eine wörtliche Übersetzung von dibbasota. Die Wurzelbedeutung von dibba ist „scheinen“ wie der helle Himmel oder ein göttliches Wesen. Die Bedeutungen von Klarheit und Göttlichkeit sind beide vorhanden. (Sujato)

So dibbāya sotadhātuyā visuddhāya atikkantamānusikāya ubho sadde suṇāti dibbe ca mānuse ca ye dūre santike ca. Mit geläuterter und übermenschlicher Hellhörigkeit kann er beide Arten von Tönen hören, himmlische und menschliche, ob fern oder nah. Der Buddha benutzte diese Fähigkeit gelegentlich zum Lehren, wie in MN 75:6.1. (Sujato)

Seyyathāpi, mahārāja, puriso addhānamaggappaṭipanno. So suṇeyya bherisaddampi mudiṅgasaddampi saṅkhapaṇavadindimasaddampi. Tassa evamassa: ‘bherisaddo’ itipi, ‘mudiṅgasaddo’ itipi, ‘saṅkhapaṇavadindimasaddo’ itipi. Wie wenn ein Mensch eine Straße entlangwanderte, und er hörte den Klang von Tontrommeln, Schlaginstrumenten, Schneckenhörnern, Pauken und Tomtoms. Er dächte: ‚Das ist der Klang von Trommeln‘, ‚Das ist der Klang von Schlaginstrumenten‘ und ‚Das ist der Klang von Schneckenhörnern, Pauken und Tomtoms‘. Das Gleichnis betont die Klarheit und Deutlichkeit der Töne. Vergleiche AN 4.114: bheripaṇavasaṅkhatiṇavaninnādasaddānaṁ. (Sujato)

Evameva kho, mahārāja, bhikkhu evaṁ samāhite citte parisuddhe pariyodāte anaṅgaṇe vigatūpakkilese mudubhūte kammaniye ṭhite āneñjappatte dibbāya sotadhātuyā cittaṁ abhinīharati abhininnāmeti. Ebenso streckt ein Mönch, wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, ihn aus und projiziert ihn auf die Hellhörigkeit.

So dibbāya sotadhātuyā visuddhāya atikkantamānusikāya ubho sadde suṇāti dibbe ca mānuse ca ye dūre santike ca. Mit geläuterter und übermenschlicher Hellhörigkeit kann er beide Arten von Tönen hören, himmlische und menschliche, ob fern oder nah.

Idampi kho, mahārāja, sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ purimehi sandiṭṭhikehi sāmaññaphalehi abhikkantatarañca paṇītatarañca. Auch das, großer König, ist eine Frucht des Asketenlebens, die in diesem Leben ersichtlich ist, die besser und erlesener ist als die vorigen.

4.3.3.5. Cetopariyañāṇa 4.3.3.5. Den Geist anderer erfassen

So evaṁ samāhite citte parisuddhe pariyodāte anaṅgaṇe vigatūpakkilese mudubhūte kammaniye ṭhite āneñjappatte cetopariyañāṇāya cittaṁ abhinīharati abhininnāmeti. Wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, dann streckt er ihn aus und projiziert ihn auf das Erfassen des Geistes anderer. Man beachte, dass die indische Ausdrucksweise nicht dem „Lesen“ von Gedanken entspricht, das nahelegt, dass man die Worte in einem inneren Dialog gesprochen hört. Der Buddha tut dies manchmal (z. B. AN 8.30:2.1), aber die Betonung liegt gewöhnlich auf dem Erfassen des allgemeinen Geisteszustandes. (Sujato)

So parasattānaṁ parapuggalānaṁ cetasā ceto paricca pajānāti—Er erkennt den Geist anderer Wesen und Personen, indem er ihn mit seinem Geist erfasst:

sarāgaṁ vā cittaṁ ‘sarāgaṁ cittan’ti pajānāti, Er erkennt einen gierigen Geist als ‚gierigen Geist‘

vītarāgaṁ vā cittaṁ ‘vītarāgaṁ cittan’ti pajānāti, und einen von Gier freien Geist als ‚von Gier freien Geist‘.

sadosaṁ vā cittaṁ ‘sadosaṁ cittan’ti pajānāti, Er erkennt einen hasserfüllten Geist als ‚hasserfüllten Geist‘

vītadosaṁ vā cittaṁ ‘vītadosaṁ cittan’ti pajānāti, und einen von Hass freien Geist als ‚von Hass freien Geist‘.

samohaṁ vā cittaṁ ‘samohaṁ cittan’ti pajānāti, Er erkennt einen Geist, der sich täuscht, als ‚Geist, der sich täuscht,‘

vītamohaṁ vā cittaṁ ‘vītamohaṁ cittan’ti pajānāti, und einen von Täuschung freien Geist als ‚von Täuschung freien Geist‘.

saṅkhittaṁ vā cittaṁ ‘saṅkhittaṁ cittan’ti pajānāti, Er erkennt einen eingeengten Geist als ‚eingeengten Geist‘

vikkhittaṁ vā cittaṁ ‘vikkhittaṁ cittan’ti pajānāti, und einen zerstreuten Geist als ‚zerstreuten Geist‘.

mahaggataṁ vā cittaṁ ‘mahaggataṁ cittan’ti pajānāti, Er erkennt einen ausgedehnten Geist als ‚ausgedehnten Geist‘

amahaggataṁ vā cittaṁ ‘amahaggataṁ cittan’ti pajānāti, und einen nicht ausgedehnten Geist als ‚nicht ausgedehnten Geist‘.

sauttaraṁ vā cittaṁ ‘sauttaraṁ cittan’ti pajānāti, Er erkennt einen Geist, der nicht unübertrefflich ist, als ‚Geist, der nicht unübertrefflich ist,‘

anuttaraṁ vā cittaṁ ‘anuttaraṁ cittan’ti pajānāti, und einen unübertrefflichen Geist als ‚unübertrefflichen Geist‘.

samāhitaṁ vā cittaṁ ‘samāhitaṁ cittan’ti pajānāti, Er erkennt einen im Samādhi versunkenen Geist als ‚im Samādhi versunkenen Geist‘

asamāhitaṁ vā cittaṁ ‘asamāhitaṁ cittan’ti pajānāti, und einen nicht im Samādhi versunkenen Geist als ‚nicht im Samādhi versunkenen Geist‘.

vimuttaṁ vā cittaṁ ‘vimuttaṁ cittan’ti pajānāti, Er erkennt einen befreiten Geist als ‚befreiten Geist‘

avimuttaṁ vā cittaṁ ‘avimuttaṁ cittan’ti pajānāti. und einen nicht befreiten Geist als ‚nicht befreiten Geist‘.

Seyyathāpi, mahārāja, itthī vā puriso vā daharo yuvā maṇḍanajātiko ādāse vā parisuddhe pariyodāte acche vā udakapatte sakaṁ mukhanimittaṁ paccavekkhamāno sakaṇikaṁ vā ‘sakaṇikan’ti jāneyya, akaṇikaṁ vā ‘akaṇikan’ti jāneyya; Wie eine Frau oder ein Mann, jung, jugendlich, in Schmuck vernarrt. Dieser Mensch würde in einem reinen, blanken Spiegel oder einer Schale klaren Wassers sein Spiegelbild betrachten. Wenn er einen Fleck hätte, wüsste er: ‚Ich habe einen Fleck‘, und wenn er keinen Fleck hätte, wüsste er: ‚Ich habe keinen Fleck.‘ Wieder betont das Gleichnis, wie klar und unmittelbar die Erfahrung ist. Ohne tiefe Meditation haben wir einen gewissen intuitiven Sinn für den Geisteszustand anderer, aber bei Weitem nicht so klar. (Sujato)

evameva kho, mahārāja, bhikkhu evaṁ samāhite citte parisuddhe pariyodāte anaṅgaṇe vigatūpakkilese mudubhūte kammaniye ṭhite āneñjappatte cetopariyañāṇāya cittaṁ abhinīharati abhininnāmeti. Ebenso streckt ein Mönch, wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, ihn aus und projiziert ihn auf das Erfassen des Geistes anderer.

So parasattānaṁ parapuggalānaṁ cetasā ceto paricca pajānāti—Er erkennt den Geist anderer Wesen und Personen, indem er ihn mit seinem Geist erfasst.

sarāgaṁ vā cittaṁ ‘sarāgaṁ cittan’ti pajānāti,

vītarāgaṁ vā cittaṁ ‘vītarāgaṁ cittan’ti pajānāti,

sadosaṁ vā cittaṁ ‘sadosaṁ cittan’ti pajānāti,

vītadosaṁ vā cittaṁ ‘vītadosaṁ cittan’ti pajānāti,

samohaṁ vā cittaṁ ‘samohaṁ cittan’ti pajānāti,

vītamohaṁ vā cittaṁ ‘vītamohaṁ cittan’ti pajānāti,

saṅkhittaṁ vā cittaṁ ‘saṅkhittaṁ cittan’ti pajānāti,

vikkhittaṁ vā cittaṁ ‘vikkhittaṁ cittan’ti pajānāti,

mahaggataṁ vā cittaṁ ‘mahaggataṁ cittan’ti pajānāti,

amahaggataṁ vā cittaṁ ‘amahaggataṁ cittan’ti pajānāti,

sauttaraṁ vā cittaṁ ‘sauttaraṁ cittan’ti pajānāti,

anuttaraṁ vā cittaṁ ‘anuttaraṁ cittan’ti pajānāti,

samāhitaṁ vā cittaṁ ‘samāhitaṁ cittan’ti pajānāti,

asamāhitaṁ vā cittaṁ ‘asamāhitaṁ cittan’ti pajānāti,

vimuttaṁ vā cittaṁ ‘vimuttaṁ cittan’ti pajānāti,

avimuttaṁ vā cittaṁ ‘avimuttaṁ cittan’ti pajānāti.

Idampi kho, mahārāja, sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ purimehi sandiṭṭhikehi sāmaññaphalehi abhikkantatarañca paṇītatarañca. Auch das, großer König, ist eine Frucht des Asketenlebens, die in diesem Leben ersichtlich ist, die besser und erlesener ist als die vorigen.

4.3.3.6. Pubbenivāsānussatiñāṇa 4.3.3.6. Erinnerung an frühere Leben

So evaṁ samāhite citte parisuddhe pariyodāte anaṅgaṇe vigatūpakkilese mudubhūte kammaniye ṭhite āneñjappatte pubbenivāsānussatiñāṇāya cittaṁ abhinīharati abhininnāmeti. Wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, dann streckt er ihn aus und projiziert ihn auf die Erinnerung an frühere Leben. Hier beginnt das „dreifache Wissen“ (tevijjā), eine Untergruppe der sechs unmittelbaren Erkenntnisse. Die ersten beiden spielen eine wichtige Rolle dabei, das Verständnis für die Natur des Leidens im Saṁsāra zu vertiefen. Sie sind zwar für die, deren Weisheit scharf ist, nicht erforderlich, doch sie sind hilfreich. (Sujato)

So anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarati, seyyathidaṁ—ekampi jātiṁ dvepi jātiyo tissopi jātiyo catassopi jātiyo pañcapi jātiyo dasapi jātiyo vīsampi jātiyo tiṁsampi jātiyo cattālīsampi jātiyo paññāsampi jātiyo jātisatampi jātisahassampi jātisatasahassampi anekepi saṁvaṭṭakappe anekepi vivaṭṭakappe anekepi saṁvaṭṭavivaṭṭakappe, ‘amutrāsiṁ evaṁnāmo evaṅgotto evaṁvaṇṇo evamāhāro evaṁsukhadukkhappaṭisaṁvedī evamāyupariyanto, so tato cuto amutra udapādiṁ; tatrāpāsiṁ evaṁnāmo evaṅgotto evaṁvaṇṇo evamāhāro evaṁsukhadukkhappaṭisaṁvedī evamāyupariyanto, so tato cuto idhūpapanno’ti. Iti sākāraṁ sauddesaṁ anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarati. Er erinnert sich an viele Arten früherer Leben, das heißt: eine Wiedergeburt, zwei Wiedergeburten, drei, vier, fünf, zehn, zwanzig, dreißig, vierzig, fünfzig, hundert, tausend, hunderttausend Wiedergeburten; viele Äonen des Zusammenziehens der Welt, viele Äonen des Ausdehnens der Welt, viele Äonen des Zusammenziehens und Ausdehnens der Welt. ‚Dort hatte ich diesen Namen, gehörte zu jenem Stamm, sah so aus, und das war meine Speise. So erlebte ich Glück und Schmerz, und so lange dauerte mein Leben. Als ich von jenem Ort verschied, wurde ich woanders wiedergeboren. Und dort hatte ich diesen Namen, gehörte zu jenem Stamm, sah so aus, und das war meine Speise. So erlebte ich Glück und Schmerz, und so lange dauerte mein Leben. Als ich von jenem Ort verschied, wurde ich hier wiedergeboren.‘ Und so erinnert er sich an viele Arten früherer Leben mit ihren Merkmalen und Einzelheiten. Wenn sie durch das vierte Jhāna verstärkt ist, durchbricht die Erinnerung den Schleier von Geburt und Tod, enthüllt die ausgedehnte Weite der Zeit und vertreibt die Illusion, es könnte im Kreislauf des Umherwanderns irgendeinen Ort ewiger Ruhe oder Geborgenheit geben. (Sujato)

Seyyathāpi, mahārāja, puriso sakamhā gāmā aññaṁ gāmaṁ gaccheyya, tamhāpi gāmā aññaṁ gāmaṁ gaccheyya. So tamhā gāmā sakaṁyeva gāmaṁ paccāgaccheyya. Tassa evamassa: ‘ahaṁ kho sakamhā gāmā amuṁ gāmaṁ agacchiṁ, tatra evaṁ aṭṭhāsiṁ, evaṁ nisīdiṁ, evaṁ abhāsiṁ, evaṁ tuṇhī ahosiṁ, tamhāpi gāmā amuṁ gāmaṁ agacchiṁ, tatrāpi evaṁ aṭṭhāsiṁ, evaṁ nisīdiṁ, evaṁ abhāsiṁ, evaṁ tuṇhī ahosiṁ, somhi tamhā gāmā sakaṁyeva gāmaṁ paccāgato’ti. Wie wenn ein Mensch sein Heimatdorf verließe und zu einem anderen Dorf ginge. Von diesem Dorf ginge er zu noch einem anderen Dorf. Und von jenem Dorf käme er zurück zu seinem Heimatdorf. Er dächte: ‚Ich ging von meinem Heimatdorf zu einem anderen Dorf. Dort stand ich so, saß so, redete so oder schwieg so. Von diesem Dorf ging ich zu noch einem anderen Dorf. Dort stand ich dann so, saß so, redete so oder schwieg so. Und von jenem Dorf kam ich zurück zu meinem Heimatdorf.‘ Das Wort für „früheres Leben“ ist pubbanivāsa, wörtlich „früheres Zuhause“, und die Bildsprache von Häusern findet sich auch bei der zweiten Form des dreifachen Wissens. Die Erinnerung an frühere Leben ist frisch und klar wie die Erinnerung an eine kürzlich unternommene Reise. (Sujato)

Evameva kho, mahārāja, bhikkhu evaṁ samāhite citte parisuddhe pariyodāte anaṅgaṇe vigatūpakkilese mudubhūte kammaniye ṭhite āneñjappatte pubbenivāsānussatiñāṇāya cittaṁ abhinīharati abhininnāmeti. Ebenso streckt ein Mönch, wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, ihn aus und projiziert ihn auf die Erinnerung an frühere Leben.

So anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarati, seyyathidaṁ—ekampi jātiṁ dvepi jātiyo tissopi jātiyo catassopi jātiyo pañcapi jātiyo dasapi jātiyo vīsampi jātiyo tiṁsampi jātiyo cattālīsampi jātiyo paññāsampi jātiyo jātisatampi jātisahassampi jātisatasahassampi anekepi saṁvaṭṭakappe anekepi vivaṭṭakappe anekepi saṁvaṭṭavivaṭṭakappe, ‘amutrāsiṁ evaṁnāmo evaṅgotto evaṁvaṇṇo evamāhāro evaṁsukhadukkhappaṭisaṁvedī evamāyupariyanto, so tato cuto amutra udapādiṁ; tatrāpāsiṁ evaṁnāmo evaṅgotto evaṁvaṇṇo evamāhāro evaṁsukhadukkhappaṭisaṁvedī evamāyupariyanto, so tato cuto idhūpapanno’ti. Iti sākāraṁ sauddesaṁ anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarati. Er erinnert sich an viele Arten früherer Leben mit ihren Merkmalen und Einzelheiten.

Idampi kho, mahārāja, sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ purimehi sandiṭṭhikehi sāmaññaphalehi abhikkantatarañca paṇītatarañca. Auch das, großer König, ist eine Frucht des Asketenlebens, die in diesem Leben ersichtlich ist, die besser und erlesener ist als die vorigen.

4.3.3.7. Dibbacakkhuñāṇa 4.3.3.7. Hellsichtigkeit

So evaṁ samāhite citte parisuddhe pariyodāte anaṅgaṇe vigatūpakkilese mudubhūte kammaniye ṭhite āneñjappatte sattānaṁ cutūpapātañāṇāya cittaṁ abhinīharati abhininnāmeti. Wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, dann streckt er ihn aus und projiziert ihn auf das Erkennen von Tod und Wiedergeburt der Lebewesen.

So dibbena cakkhunā visuddhena atikkantamānusakena satte passati cavamāne upapajjamāne hīne paṇīte suvaṇṇe dubbaṇṇe sugate duggate, yathākammūpage satte pajānāti: ‘ime vata bhonto sattā kāyaduccaritena samannāgatā vacīduccaritena samannāgatā manoduccaritena samannāgatā ariyānaṁ upavādakā micchādiṭṭhikā micchādiṭṭhikammasamādānā. Te kāyassa bhedā paraṁ maraṇā apāyaṁ duggatiṁ vinipātaṁ nirayaṁ upapannā. Ime vā pana bhonto sattā kāyasucaritena samannāgatā vacīsucaritena samannāgatā manosucaritena samannāgatā ariyānaṁ anupavādakā sammādiṭṭhikā sammādiṭṭhikammasamādānā, te kāyassa bhedā paraṁ maraṇā sugatiṁ saggaṁ lokaṁ upapannā’ti. Iti dibbena cakkhunā visuddhena atikkantamānusakena satte passati cavamāne upapajjamāne hīne paṇīte suvaṇṇe dubbaṇṇe sugate duggate, yathākammūpage satte pajānāti. Mit geläuterter und übermenschlicher Hellsichtigkeit sieht er Lebewesen, wie sie hinscheiden und wieder geboren werden – gering oder hochstehend, schön oder hässlich, an einem guten oder einem schlechten Ort. Er versteht, wie Lebewesen entsprechend ihrer Taten weiterziehen: ‚Diese lieben Wesen taten Schlechtes mit dem Körper, der Sprache und dem Geist. Sie brachten die Edlen in Verruf, hatten falsche Ansicht und unternahmen Handlungen aus dieser falschen Ansicht heraus. Als ihr Körper auseinanderbrach, nach dem Tod, wurden sie an einem verlorenen Ort wiedergeboren, einem schlechten Ort, in der Unterwelt, der Hölle. Diese lieben Wesen hingegen taten Gutes mit dem Körper, der Sprache und dem Geist. Sie brachten nie die Edlen in Verruf, hatten rechte Ansicht und unternahmen Handlungen aus dieser rechten Ansicht heraus. Als ihr Körper auseinanderbrach, nach dem Tod, wurden sie an einem guten Ort wiedergeboren, in einer himmlischen Welt.‘ Und so sieht er mit geläuterter und übermenschlicher Hellsichtigkeit Lebewesen, wie sie hinscheiden und wieder geboren werden – gering oder hochstehend, schön oder hässlich, an einem guten oder einem schlechten Ort. Er versteht, wie Lebewesen entsprechend ihrer Taten weiterziehen. Hier erstreckt sich die Erkenntnis auf die Wiedergeburten anderer und auch die eigene. Und was noch bedeutsamer ist, das Verständnis von Ursache und Wirkung kommt ins Spiel: Warum geschieht die Wiedergeburt so, wie sie geschieht? Doch solche Erkenntnis ist nicht unfehlbar, wie der Buddha in DN 1:2.5.3 und MN 136 warnt. Die Erfahrung ist eine Sache, die Schlussfolgerung, die man daraus zieht, eine andere. Man sollte nur vorläufige Schlussfolgerungen ziehen, und erst nach langer Erfahrung. (Sujato)

Seyyathāpi, mahārāja, majjhe siṅghāṭake pāsādo. Tattha cakkhumā puriso ṭhito passeyya manusse gehaṁ pavisantepi nikkhamantepi rathikāyapi vīthiṁ sañcarante majjhe siṅghāṭake nisinnepi. Tassa evamassa: ‘ete manussā gehaṁ pavisanti, ete nikkhamanti, ete rathikāya vīthiṁ sañcaranti, ete majjhe siṅghāṭake nisinnā’ti. Wie wenn ein Pfahlbau-Langhaus an dem Platz im Zentrum stünde. Ein Mensch mit klaren Augen, der darauf stünde, könnte sehen, wie Menschen ein Haus betreten oder verlassen, wie sie über die Straßen und Wege gehen und an dem Platz im Zentrum sitzen. Er dächte: ‚Diese Menschen betreten ein Haus oder verlassen es, gehen über die Straßen und Wege und sitzen an dem Platz im Zentrum.‘ Dieses Gleichnis findet sich auch in DN 10:2.33.1. Der Majjhima verwendet ein etwas anderes Gleichnis (MN 39:20.3, MN 77:35.2, MN 130:2.1). | Pāsāda wird oft als „Palast“ oder „Villa“ übersetzt, aber im frühen Pali bedeutete es ein „Pfahlbau-Langhaus“. Wie hier ist es ein erhöhter Ort, von dem aus man die Straße darunter beobachten kann. (Sujato)

Evameva kho, mahārāja, bhikkhu evaṁ samāhite citte parisuddhe pariyodāte anaṅgaṇe vigatūpakkilese mudubhūte kammaniye ṭhite āneñjappatte sattānaṁ cutūpapātañāṇāya cittaṁ abhinīharati abhininnāmeti. Ebenso streckt ein Mönch, wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, ihn aus und projiziert ihn auf das Erkennen von Tod und Wiedergeburt der Lebewesen.

So dibbena cakkhunā visuddhena atikkantamānusakena satte passati cavamāne upapajjamāne hīne paṇīte suvaṇṇe dubbaṇṇe sugate duggate, yathākammūpage satte pajānāti: ‘ime vata bhonto sattā kāyaduccaritena samannāgatā vacīduccaritena samannāgatā manoduccaritena samannāgatā ariyānaṁ upavādakā micchādiṭṭhikā micchādiṭṭhikammasamādānā, te kāyassa bhedā paraṁ maraṇā apāyaṁ duggatiṁ vinipātaṁ nirayaṁ upapannā. Ime vā pana bhonto sattā kāyasucaritena samannāgatā vacīsucaritena samannāgatā manosucaritena samannāgatā ariyānaṁ anupavādakā sammādiṭṭhikā sammādiṭṭhikammasamādānā. Te kāyassa bhedā paraṁ maraṇā sugatiṁ saggaṁ lokaṁ upapannā’ti. Iti dibbena cakkhunā visuddhena atikkantamānusakena satte passati cavamāne upapajjamāne hīne paṇīte suvaṇṇe dubbaṇṇe sugate duggate; yathākammūpage satte pajānāti. Mit geläuterter und übermenschlicher Hellsichtigkeit sieht er Lebewesen, wie sie hinscheiden und wieder geboren werden, und versteht, wie Lebewesen entsprechend ihrer Taten weiterziehen.

Idampi kho, mahārāja, sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ purimehi sandiṭṭhikehi sāmaññaphalehi abhikkantatarañca paṇītatarañca. Auch das, großer König, ist eine Frucht des Asketenlebens, die in diesem Leben ersichtlich ist, die besser und erlesener ist als die vorigen.

4.3.3.8. Āsavakkhayañāṇa 4.3.3.8. Die Auflösung der Befleckungen

So evaṁ samāhite citte parisuddhe pariyodāte anaṅgaṇe vigatūpakkilese mudubhūte kammaniye ṭhite āneñjappatte āsavānaṁ khayañāṇāya cittaṁ abhinīharati abhininnāmeti. Wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, dann streckt er ihn aus und projiziert ihn auf das Erkennen der Auflösung der Befleckungen. Das ist die Erfahrung des Erwachens, die das wahre Ziel des buddhistischen Pfades ist. Die Befleckungen – Eigenschaften des Geistes, die Leiden schaffen – wurden durch die Übung der Ethik eingedämmt und durch die Kraft der Jhānas unterdrückt. Nun sind sie für immer beseitigt. (Sujato)

So idaṁ dukkhanti yathābhūtaṁ pajānāti, ayaṁ dukkhasamudayoti yathābhūtaṁ pajānāti, ayaṁ dukkhanirodhoti yathābhūtaṁ pajānāti, ayaṁ dukkhanirodhagāminī paṭipadāti yathābhūtaṁ pajānāti. Er versteht wahrhaftig: ‚Das ist das Leiden.‘ … ‚Das ist der Ursprung des Leidens.‘ … ‚Das ist das Aufhören des Leidens.‘ … ‚Das ist die Übung, die zum Aufhören des Leidens führt.‘ Dies sind die vier edlen Wahrheiten, die den Hauptinhalt der ersten Lehrrede des Buddha bilden. Sie stellen das übergreifende Prinzip dar, unter das alle anderen Lehren fallen. Die erstmalige Erkenntnis der vier edlen Wahrheiten zeigt die erste Stufe des Erwachens an, den Stromeintritt. (Sujato)

Ime āsavāti yathābhūtaṁ pajānāti, ayaṁ āsavasamudayoti yathābhūtaṁ pajānāti, ayaṁ āsavanirodhoti yathābhūtaṁ pajānāti, ayaṁ āsavanirodhagāminī paṭipadāti yathābhūtaṁ pajānāti. Er versteht wahrhaftig: ‚Das sind die Befleckungen.‘ … ‚Das ist der Ursprung der Befleckungen.‘ … ‚Das ist das Aufhören der Befleckungen.‘ … ‚Das ist die Übung, die zum Aufhören der Befleckungen führt.‘ Die Anwendung des Musters der vier edlen Wahrheiten auf die Befleckungen weist darauf hin, dass dies die endgültige Stufe des Erwachens ist, die Vollendung (arahatta). | Viele Übersetzer benutzen „Befleckung“ („defilement“), um kilesa zu übersetzen, aber da kilesa nur selten in den frühen Texten vorkommt, benutze ich „Befleckung“ für āsava. Beide Wörter beziehen sich auf einen Fleck, eine Verunreinigung oder Verschmutzung im Geist. (Sujato)

Tassa evaṁ jānato evaṁ passato kāmāsavāpi cittaṁ vimuccati, bhavāsavāpi cittaṁ vimuccati, avijjāsavāpi cittaṁ vimuccati, Wenn er das erkennt und sieht, ist sein Geist befreit von den Befleckungen der Sinnlichkeit, des Wunsches nach Wiedergeburt und der Unwissenheit. Das ist die Erfahrung des vollkommenen Erwachens. | Bhavāsava ist die Befleckung, die danach verlangt, das Leben mit einer neuen Geburt fortzusetzen. (Sujato)

vimuttasmiṁ ‘vimuttam’iti ñāṇaṁ hoti, Wenn er befreit ist, weiß er, er ist befreit. Das ist ein rückblickendes Gewahrsein der Tatsache des Erwachens. Man überprüft seinen Geist und sieht, dass er von allen Kräften, die zu Leiden führen, frei ist. (Sujato)

‘khīṇā jāti, vusitaṁ brahmacariyaṁ, kataṁ karaṇīyaṁ, nāparaṁ itthattāyā’ti pajānāti. Er versteht: ‚Wiedergeburt ist beendet; das geistliche Leben ist erfüllt; was zu tun war, ist getan; es gibt nichts weiter für diesen Ort.‘ Zu „Daseinszustand“ (wörtlich „So-heit“, itthatta) siehe DN 15:21.4. (Sujato)

Seyyathāpi, mahārāja, pabbatasaṅkhepe udakarahado accho vippasanno anāvilo. Tattha cakkhumā puriso tīre ṭhito passeyya sippisambukampi sakkharakathalampi macchagumbampi carantampi tiṭṭhantampi. Tassa evamassa: ‘ayaṁ kho udakarahado accho vippasanno anāvilo. Tatrime sippisambukāpi sakkharakathalāpi macchagumbāpi carantipi tiṭṭhantipī’ti. Wie ein See in einer Bergschlucht, der durchsichtig, klar und ungetrübt wäre. Ein Mensch mit klaren Augen, der am Ufer stünde, würde die Schnecken und Muscheln, Steine und Kiesel sehen und auch die Fischschwärme, die herumschwämmen oder stillstünden. Er dächte: ‚Dieser See ist durchsichtig, klar und ungetrübt. Hier sind die Schnecken und Muscheln, Steine und Kiesel und die Fischschwärme, die herumschwimmen oder stillstehen.‘ Wieder einmal steht das Wasserbecken für den Geist, aber nun ist der Meditierende nicht in die Erfahrung versunken, sondern blickt zurück und prüft sie objektiv. (Sujato)

Evameva kho, mahārāja, bhikkhu evaṁ samāhite citte parisuddhe pariyodāte anaṅgaṇe vigatūpakkilese mudubhūte kammaniye ṭhite āneñjappatte āsavānaṁ khayañāṇāya cittaṁ abhinīharati abhininnāmeti. Ebenso streckt ein Mönch, wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, ihn aus und projiziert ihn auf das Erkennen der Auflösung der Befleckungen.

‘So idaṁ dukkhan’ti yathābhūtaṁ pajānāti, ‘ayaṁ dukkhasamudayo’ti yathābhūtaṁ pajānāti, ‘ayaṁ dukkhanirodho’ti yathābhūtaṁ pajānāti, ‘ayaṁ dukkhanirodhagāminī paṭipadā’ti yathābhūtaṁ pajānāti. Er versteht wahrhaftig: ‚Das ist das Leiden.‘ … ‚Das ist der Ursprung des Leidens.‘ … ‚Das ist das Aufhören des Leidens.‘ … ‚Das ist die Übung, die zum Aufhören des Leidens führt.‘

‘Ime āsavā’ti yathābhūtaṁ pajānāti, ‘ayaṁ āsavasamudayo’ti yathābhūtaṁ pajānāti, ‘ayaṁ āsavanirodho’ti yathābhūtaṁ pajānāti, ‘ayaṁ āsavanirodhagāminī paṭipadā’ti yathābhūtaṁ pajānāti. Er versteht wahrhaftig: ‚Das sind die Befleckungen.‘ … ‚Das ist der Ursprung der Befleckungen.‘ … ‚Das ist das Aufhören der Befleckungen.‘ … ‚Das ist die Übung, die zum Aufhören der Befleckungen führt.‘

Tassa evaṁ jānato evaṁ passato kāmāsavāpi cittaṁ vimuccati, bhavāsavāpi cittaṁ vimuccati, avijjāsavāpi cittaṁ vimuccati, Wenn er das erkennt und sieht, ist sein Geist befreit von den Befleckungen der Sinnlichkeit, des Wunsches nach Wiedergeburt und der Unwissenheit.

vimuttasmiṁ ‘vimuttam’iti ñāṇaṁ hoti, Wenn er befreit ist, weiß er, er ist befreit.

‘khīṇā jāti, vusitaṁ brahmacariyaṁ, kataṁ karaṇīyaṁ, nāparaṁ itthattāyā’ti pajānāti. Er versteht: ‚Wiedergeburt ist beendet; das geistliche Leben ist erfüllt; was zu tun war, ist getan; es gibt nichts weiter für diesen Ort.‘

Idaṁ kho, mahārāja, sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ purimehi sandiṭṭhikehi sāmaññaphalehi abhikkantatarañca paṇītatarañca. Auch das, großer König, ist eine Frucht des Asketenlebens, die in diesem Leben ersichtlich ist, die besser und erlesener ist als die vorigen.

Imasmā ca pana, mahārāja, sandiṭṭhikā sāmaññaphalā aññaṁ sandiṭṭhikaṁ sāmaññaphalaṁ uttaritaraṁ vā paṇītataraṁ vā natthī”ti. Und, großer König, es gibt keine andere Frucht des Asketenlebens, die in diesem Leben ersichtlich ist, die besser und erlesener wäre als diese.“ Der Buddha brüllt sein Löwengebrüll. Seine Lehre führt nicht bloß zu einem gewissen Nutzen, sondern zum höchsten Nutzen, der möglich ist. (Sujato)

5. Ajātasattuupāsakattapaṭivedanā 5. Ajātasattu erklärt sich zu einem Laienschüler

Evaṁ vutte, rājā māgadho ajātasattu vedehiputto bhagavantaṁ etadavoca: Als der Buddha geendet hatte, sagte Ajātasattu zu ihm:

“abhikkantaṁ, bhante, abhikkantaṁ, bhante. „Vortrefflich, Herr! Vortrefflich! Die Bedrängnis des Königs wurde durch die erhebenden Worte des Buddha erleichtert. (Sujato)

Seyyathāpi, bhante, nikkujjitaṁ vā ukkujjeyya, paṭicchannaṁ vā vivareyya, mūḷhassa vā maggaṁ ācikkheyya, andhakāre vā telapajjotaṁ dhāreyya: ‘cakkhumanto rūpāni dakkhantī’ti; evamevaṁ, bhante, bhagavatā anekapariyāyena dhammo pakāsito. Als würde er das Umgestürzte aufrichten oder das Verborgene enthüllen oder den Verirrten den Weg weisen oder im Dunkeln ein Licht anzünden, sodass Menschen mit klaren Augen sehen könnten, was da ist, so hat der Buddha die Lehre auf vielerlei Weise klargemacht.

Esāhaṁ, bhante, bhagavantaṁ saraṇaṁ gacchāmi dhammañca bhikkhusaṅghañca. Ich nehme Zuflucht zum Buddha, zur Lehre und zum Saṅgha der Mönche und Nonnen. Das ist die Standardform, in der Laien Zuflucht nahmen. Es ist nichts, was der Buddha verlangt hätte, sondern ein spontaner Akt des Ergriffenseins. Üblicherweise weist es jemanden als „Buddhisten“ aus. Heute sagen Theravādaanhänger die Formel der Zufluchtnahme dreimal auf, aber in den frühen Texten findet man das nur als Formel für die Novizenordination (Kd 1#mt4-106). (Sujato)

Upāsakaṁ maṁ bhagavā dhāretu ajjatagge pāṇupetaṁ saraṇaṁ gataṁ. Von diesem Tag an soll der Buddha mich als Laienschüler in Erinnerung behalten, der für sein ganzes Leben Zuflucht genommen hat.

Accayo maṁ, bhante, accagamā yathābālaṁ yathāmūḷhaṁ yathāakusalaṁ, yohaṁ pitaraṁ dhammikaṁ dhammarājānaṁ issariyakāraṇā jīvitā voropesiṁ. Ich habe einen Fehler gemacht, Herr. Es war töricht, dumm und untauglich von mir, meinem Vater, einem gerechten und prinzipientreuen König, um der Herrschaft willen das Leben zu nehmen. Der König legt unaufgefordert ein erstaunliches Bekenntnis ab. Das vor so einem öffentlichen Forum zu sagen, vor einer spirituellen Gemeinschaft und seinem eigenen Gefolge, beweist Mut und Integrität. (Sujato)

Tassa me, bhante bhagavā, accayaṁ accayato paṭiggaṇhātu āyatiṁ saṁvarāyā”ti. Bitte, Herr, nimm meinen Fehler als Fehler an, und ich will mich in Zukunft zügeln.“ Der Buddha hört sein Bekenntnis, aber es liegt in Ajātasattus Verantwortung, es besser zu machen. (Sujato)

“Taggha tvaṁ, mahārāja, accayo accagamā yathābālaṁ yathāmūḷhaṁ yathāakusalaṁ, yaṁ tvaṁ pitaraṁ dhammikaṁ dhammarājānaṁ jīvitā voropesi. „Jawohl, großer König, du hast einen Fehler gemacht. Es war töricht, dumm und untauglich von dir, deinem Vater, einem gerechten und prinzipientreuen König, um der Herrschaft willen das Leben zu nehmen. Selbst vor einem so gefährlichen und emotional instabilen König beschönigt der Buddha nichts. Wenn jemand aufrichtig etwas eingesteht, ist es wichtig, das anzuerkennen, und nicht, die Tat kleinzureden. (Sujato)

Yato ca kho tvaṁ, mahārāja, accayaṁ accayato disvā yathādhammaṁ paṭikarosi, taṁ te mayaṁ paṭiggaṇhāma. Aber da du deinen Fehler als Fehler erkannt hast und richtig mit ihm verfahren bist, nehme ich ihn an.

Vuddhihesā, mahārāja, ariyassa vinaye, yo accayaṁ accayato disvā yathādhammaṁ paṭikaroti, āyatiṁ saṁvaraṁ āpajjatī”ti. Denn es gilt als Fortschritt in der Schulung des Edlen, einen Fehler als Fehler zu erkennen, richtig mit ihm zu verfahren und sich zu verpflichten, sich in der Zukunft zu zügeln.“ Ein Bekenntnis löscht die Vergangenheit nicht aus, aber es stellt die Weichen für die Zukunft in eine bessere Richtung. Dieses Bekenntnis gleicht dem, das Mönche oder Nonnen ablegen, wenn sie Vinayaregeln übertreten haben. (Sujato)

Evaṁ vutte, rājā māgadho ajātasattu vedehiputto bhagavantaṁ etadavoca: Daraufhin sagte Ajātasattu zum Buddha:

“handa ca dāni mayaṁ, bhante, gacchāma bahukiccā mayaṁ bahukaraṇīyā”ti. „Nun, Herr, jetzt muss ich gehen. Ich habe viele Pflichten und Verantwortlichkeiten.“

“Yassadāni tvaṁ, mahārāja, kālaṁ maññasī”ti. „Bitte, großer König, geh nach deinem Belieben.“

Atha kho rājā māgadho ajātasattu vedehiputto bhagavato bhāsitaṁ abhinanditvā anumoditvā uṭṭhāyāsanā bhagavantaṁ abhivādetvā padakkhiṇaṁ katvā pakkāmi. Da begrüßte der König die Worte des Buddha und stimmte ihm zu. Er erhob sich von seinem Sitz, verbeugte sich, umrundete den Buddha respektvoll, die rechte Seite ihm zugewandt, und ging.

Atha kho bhagavā acirapakkantassa rañño māgadhassa ajātasattussa vedehiputtassa bhikkhū āmantesi: Kurz nachdem der König gegangen war, wandte sich der Buddha an die Mönche und Nonnen:

“khatāyaṁ, bhikkhave, rājā. „Dieser König ist zerbrochen, Mönche und Nonnen, Diese Ausdrücke werden üblicherweise im Zusammenhang mit dem Einhalten von Ethikregeln gebraucht (z. B. AN 3.50:4.1). Der Buddha unterstützt Ajātasattu, wenn er mit ihm spricht, aber verbirgt nicht die Schwere seines Verbrechens. (Sujato)

Upahatāyaṁ, bhikkhave, rājā. er ist vernichtet.

Sacāyaṁ, bhikkhave, rājā pitaraṁ dhammikaṁ dhammarājānaṁ jīvitā na voropessatha, imasmiññeva āsane virajaṁ vītamalaṁ dhammacakkhuṁ uppajjissathā”ti. Wenn er nicht seinem Vater, einem gerechten und prinzipientreuen König, das Leben genommen hätte, wäre ihm da, wo er gerade saß, das unbefleckte, makellose Auge des Dhamma erschienen.“ Der Mord am eigenen Vater ist eine der fünf „unheilbaren“ Taten, die mit Sicherheit im nächsten Leben in die Hölle führen (AN 5.129:1.3). Wenn Ajātasattu das nicht getan hätte, wäre er in den Strom eingetreten. (Sujato)

Idamavoca bhagavā. Das sagte der Buddha.

Attamanā te bhikkhū bhagavato bhāsitaṁ abhinandunti. Zufrieden begrüßten die Mönche und Nonnen die Worte des Buddha.

Sāmaññaphalasuttaṁ niṭṭhitaṁ dutiyaṁ.
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