Other Translations: English , ру́сский язы́к , Srpski

From: ,

PreviousNext

Dīgha Nikāya 1 Lange Lehrreden 1

Brahmajālasutta Das göttliche Netz

1. Paribbājakakathā 1. Gespräch über Wanderer

Evaṁ me sutaṁ—So habe ich es gehört: Die Überlieferung besagt, dass dies die Worte waren, die Ānanda sprach, als er beim ersten Konzil, das auf den Tod des Buddha folgte, den Suttapiṭaka aufsagte. Es ist in der Tat ein Kennsatz, der besagt, dass der Text durch mündliche Überlieferung weitergegeben wurde und der Sprecher bei den Ereignissen nicht anwesend war (DN 5:21.10, MN 127:17.4). | Dieses Sutta und sein Kommentar wurden von Bhikkhu Bodhi in seinem The All-Embracing Net of Views übersetzt. (Sujato) | Eine deutsche Übersetzung von Bhikkhu Bodhis Text liegt unter dem Titel „Das allumfassende Netz der Ansichten“ vor.

ekaṁ samayaṁ bhagavā antarā ca rājagahaṁ antarā ca nāḷandaṁ addhānamaggappaṭipanno hoti mahatā bhikkhusaṅghena saddhiṁ pañcamattehi bhikkhusatehi. Einmal war der Buddha unterwegs auf der Straße zwischen Rājagaha und Nāḷandā, zusammen mit einem großen Saṅgha von fünfhundert Mönchen und Nonnen. Die Suttas haben die Gewohnheit, kein Datum anzugeben, sodass wir nur spärliche interne Chronologie haben. | Wenn man von Rājagaha aus (dem heutigen Rajgir) etwa fünfzehn Kilometer nach Norden geht, kommt man nach Nāḷandā. | Engl. mendicant ist eine wörtliche Übersetzung von bhikkhu, „einer, der Almosen annimmt“. (Sujato) | Da ein geschlechtsübergreifendes Wort wie mendicant im Deutschen nicht existiert, habe ich mich zu der Übersetzung „Mönche und Nonnen“ entschieden, denn bhikkhu bezieht sich in der Regel nicht nur auf Mönche.

Suppiyopi kho paribbājako antarā ca rājagahaṁ antarā ca nāḷandaṁ addhānamaggappaṭipanno hoti saddhiṁ antevāsinā brahmadattena māṇavena. Der Wanderer Suppiya war auf der gleichen Straße unterwegs, zusammen mit seinem Internatszögling, dem Vedenstudenten Brahmadatta. Ein „Wanderer“ (paribbājaka) war jemand, der keine Wohnung hatte und religiöse Entsagung praktizierte – Männer oder Frauen, Brahmanen oder andere; sie lebten als Wanderer von Almosen. | „Zögling“ ist antevāsi, ein im Haus wohnender Schüler eines Meisters. | „Vedenstudent“ (māṇava) ist ein junger Mann, der die Veden von einem Meister lernt. (Sujato)

Tatra sudaṁ suppiyo paribbājako anekapariyāyena buddhassa avaṇṇaṁ bhāsati, dhammassa avaṇṇaṁ bhāsati, saṅghassa avaṇṇaṁ bhāsati; Währenddessen tadelte Suppiya den Buddha, die Lehre und den Saṅgha auf vielerlei Art, Heute werden diese die drei Juwelen genannt, die die buddhistische Religion ausmachen; in den frühen Texten sind sie allerdings nicht unter diesem Namen bekannt. (Sujato)

suppiyassa pana paribbājakassa antevāsī brahmadatto māṇavo anekapariyāyena buddhassa vaṇṇaṁ bhāsati, dhammassa vaṇṇaṁ bhāsati, saṅghassa vaṇṇaṁ bhāsati. doch sein Zögling Brahmadatta pries sie auf vielerlei Art. Die Meinungsverschiedenheit zwischen Lehrer und Schüler zeigt einerseits ihre Verwirrung, aber sie steht auch für die Vielfalt von Ansichten innerhalb der brahmanischen Kaste und die Offenheit, mit der ein Schüler seinem Lehrer widersprechen konnte. (Sujato)

Itiha te ubho ācariyantevāsī aññamaññassa ujuvipaccanīkavādā bhagavantaṁ piṭṭhito piṭṭhito anubandhā honti bhikkhusaṅghañca. Und so gingen Lehrmeister und Zögling hinter dem Buddha und dem Saṅgha der Mönche und Nonnen her und widersprachen einander diametral.

Atha kho bhagavā ambalaṭṭhikāyaṁ rājāgārake ekarattivāsaṁ upagacchi saddhiṁ bhikkhusaṅghena. Da bezog der Buddha zusammen mit dem Saṅgha der Mönche und Nonnen für die Nacht Quartier im königlichen Rasthaus in Ambalaṭṭhikā, Ambalaṭṭhikā heißt „Ort der Mangoschösslinge“. Es war ein Rasthaus, das der König von Rājagaha etwa eine Tagesreise von der Hauptstadt entfernt hatte errichten lassen. Es muss eine beträchtliche Größe gehabt haben. (Sujato)

Suppiyopi kho paribbājako ambalaṭṭhikāyaṁ rājāgārake ekarattivāsaṁ upagacchi antevāsinā brahmadattena māṇavena. und Suppiya und Brahmadatta taten desgleichen.

Tatrapi sudaṁ suppiyo paribbājako anekapariyāyena buddhassa avaṇṇaṁ bhāsati, dhammassa avaṇṇaṁ bhāsati, saṅghassa avaṇṇaṁ bhāsati; Auch hier tadelte Suppiya den Buddha, die Lehre und den Saṅgha auf vielerlei Art,

suppiyassa pana paribbājakassa antevāsī brahmadatto māṇavo anekapariyāyena buddhassa vaṇṇaṁ bhāsati, dhammassa vaṇṇaṁ bhāsati, saṅghassa vaṇṇaṁ bhāsati. doch sein Zögling Brahmadatta pries sie auf vielerlei Art.

Itiha te ubho ācariyantevāsī aññamaññassa ujuvipaccanīkavādā viharanti. Und so widersprachen Lehrmeister und Zögling einander weiterhin diametral.

Atha kho sambahulānaṁ bhikkhūnaṁ rattiyā paccūsasamayaṁ paccuṭṭhitānaṁ maṇḍalamāḷe sannisinnānaṁ sannipatitānaṁ ayaṁ saṅkhiyadhammo udapādi: Dann standen mehrere Mönche und Nonnen beim ersten Morgengrauen auf, saßen im Pavillon beisammen, und dieses Thema über das Einschätzen kam unter ihnen auf: Saṅkhiyadhamma ist ein einzigartiger Begriff. Der Kommentar erklärt ihn mit kathādhamma, und infolgedessen wurde er als „Unterhaltung“ oder „Verlauf der Unterhaltung“ übersetzt. Aber saṅkhya bedeutet „bewerten, schätzen, messen, berechnen“, und hier dreht sich die Diskussion um die Frage, wie die beiden Parteien den Buddha, den Dhamma und den Saṅgha einschätzen oder beurteilen. Vergleiche die „Einschätzung“ des Buddha in DN 19:19.2. (Sujato)

“acchariyaṁ, āvuso, abbhutaṁ, āvuso, yāvañcidaṁ tena bhagavatā jānatā passatā arahatā sammāsambuddhena sattānaṁ nānādhimuttikatā suppaṭividitā. „Es ist unglaublich, Geehrte, es ist erstaunlich, wie die verschiedenen Überzeugungen der Lebewesen vom Gesegneten, der erkennt und sieht, dem Vollendeten, dem vollkommen erwachten Buddha klar entschlüsselt wurden. Adhimutti ist etwas, das man beschlossen hat, eine Überzeugung oder ein Glaube. (Sujato)

Ayañhi suppiyo paribbājako anekapariyāyena buddhassa avaṇṇaṁ bhāsati, dhammassa avaṇṇaṁ bhāsati, saṅghassa avaṇṇaṁ bhāsati; Denn dieser Suppiya tadelt den Buddha, die Lehre und den Saṅgha auf vielerlei Art,

suppiyassa pana paribbājakassa antevāsī brahmadatto māṇavo anekapariyāyena buddhassa vaṇṇaṁ bhāsati, dhammassa vaṇṇaṁ bhāsati, saṅghassa vaṇṇaṁ bhāsati. während sein Zögling Brahmadatta sie auf vielerlei Art preist.

Itihame ubho ācariyantevāsī aññamaññassa ujuvipaccanīkavādā bhagavantaṁ piṭṭhito piṭṭhito anubandhā honti bhikkhusaṅghañcā”ti. Und so gingen Lehrmeister und Zögling hinter dem Buddha und dem Saṅgha der Mönche und Nonnen her und widersprachen einander diametral.“

Atha kho bhagavā tesaṁ bhikkhūnaṁ imaṁ saṅkhiyadhammaṁ viditvā yena maṇḍalamāḷo tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā paññatte āsane nisīdi. Nisajja kho bhagavā bhikkhū āmantesi: Als der Buddha von der Diskussion über das Einschätzen unter den Mönchen und Nonnen erfuhr, ging er zum Pavillon, wo er sich auf den ausgebreiteten Sitz setzte. Er wandte sich an die Mönche und Nonnen: Das war wohl ein Pavillon im Freien beim Rasthaus. Es ist üblich, dass für einen Lehrer oder sonst eine Respektsperson, die sich hinsetzen will, eine Sitzmatte ausgebreitet oder zurechtgemacht wird. (Sujato)

“kāya nuttha, bhikkhave, etarahi kathāya sannisinnā sannipatitā, kā ca pana vo antarākathā vippakatā”ti? „Mönche und Nonnen, worüber habt ihr gerade gesprochen, als ihr hier beisammensaßt? Welches Gespräch wurde unterbrochen?“ Die allerersten Worte des Buddha im Suttapiṭaka: Er will hören, was andere sagen. (Sujato)

Evaṁ vutte, te bhikkhū bhagavantaṁ etadavocuṁ: Sie berichteten ihm, was sie besprochen hatten, und fügten hinzu: Hier und an ähnlichen Stellen wiederholt das Pali alles, und ich kürze das ab. (Sujato)

“idha, bhante, amhākaṁ rattiyā paccūsasamayaṁ paccuṭṭhitānaṁ maṇḍalamāḷe sannisinnānaṁ sannipatitānaṁ ayaṁ saṅkhiyadhammo udapādi:

‘acchariyaṁ, āvuso, abbhutaṁ, āvuso, yāvañcidaṁ tena bhagavatā jānatā passatā arahatā sammāsambuddhena sattānaṁ nānādhimuttikatā suppaṭividitā.

Ayañhi suppiyo paribbājako anekapariyāyena buddhassa avaṇṇaṁ bhāsati, dhammassa avaṇṇaṁ bhāsati, saṅghassa avaṇṇaṁ bhāsati;

suppiyassa pana paribbājakassa antevāsī brahmadatto māṇavo anekapariyāyena buddhassa vaṇṇaṁ bhāsati, dhammassa vaṇṇaṁ bhāsati, saṅghassa vaṇṇaṁ bhāsati.

Itihame ubho ācariyantevāsī aññamaññassa ujuvipaccanīkavādā bhagavantaṁ piṭṭhito piṭṭhito anubandhā honti bhikkhusaṅghañcā’ti.

Ayaṁ kho no, bhante, antarākathā vippakatā, atha bhagavā anuppatto”ti. „Das war das Gespräch, das unterbrochen wurde, als der Buddha kam.“

“Mamaṁ vā, bhikkhave, pare avaṇṇaṁ bhāseyyuṁ, dhammassa vā avaṇṇaṁ bhāseyyuṁ, saṅghassa vā avaṇṇaṁ bhāseyyuṁ, tatra tumhehi na āghāto na appaccayo na cetaso anabhiraddhi karaṇīyā. „Mönche und Nonnen, werdet nicht grollend und verdrießlich, geratet nicht außer euch, wenn andere mich, die Lehre oder den Saṅgha tadeln. Die Ausdrucksweise ist hier ein wenig ungewöhnlich und sehr präzise. Sie „sollen nicht tun“, was verbittert macht (d. h. andere bewerten). Vergleiche MN 22, wo die gleichen Wendungen gebraucht werden. Im Fall des Buddha ist dort das neutrale hoti, aber für die Mönche und Nonnen wird, wie hier, karaṇīya benutzt. (Sujato)

Mamaṁ vā, bhikkhave, pare avaṇṇaṁ bhāseyyuṁ, dhammassa vā avaṇṇaṁ bhāseyyuṁ, saṅghassa vā avaṇṇaṁ bhāseyyuṁ, tatra ce tumhe assatha kupitā vā anattamanā vā, tumhaṁ yevassa tena antarāyo. Ihr würdet zornig und aufgebracht, und das wäre eine Blockade einzig für euch. Sich über andere zu beklagen, verletzt nicht diese, sondern nur denjenigen, der sich aufregt. (Sujato)

Mamaṁ vā, bhikkhave, pare avaṇṇaṁ bhāseyyuṁ, dhammassa vā avaṇṇaṁ bhāseyyuṁ, saṅghassa vā avaṇṇaṁ bhāseyyuṁ, tatra ce tumhe assatha kupitā vā anattamanā vā, api nu tumhe paresaṁ subhāsitaṁ dubbhāsitaṁ ājāneyyāthā”ti? Wenn andere mich, die Lehre und den Saṅgha tadelten und ihr würdet zornig und aufgebracht, wärt ihr dann in der Lage, zu verstehen, ob sie gut oder schlecht gesprochen haben?“ Gleichmut ist eine Vorbedingung, um Tatsachen zu bewerten. (Sujato)

“No hetaṁ, bhante”. „Nein, Herr.“

“Mamaṁ vā, bhikkhave, pare avaṇṇaṁ bhāseyyuṁ, dhammassa vā avaṇṇaṁ bhāseyyuṁ, saṅghassa vā avaṇṇaṁ bhāseyyuṁ, tatra tumhehi abhūtaṁ abhūtato nibbeṭhetabbaṁ: „Wenn andere mich, die Lehre oder den Saṅgha tadeln, sollt ihr erklären, dass das, was unzutreffend ist, tatsächlich unzutreffend ist:

‘itipetaṁ abhūtaṁ, itipetaṁ atacchaṁ, natthi cetaṁ amhesu, na ca panetaṁ amhesu saṁvijjatī’ti. ‚Aus diesem Grund ist es unzutreffend, aus diesem Grund ist es unrichtig. Ein solches Ding gibt es bei uns nicht, es ist unter uns nicht zu finden.‘

Mamaṁ vā, bhikkhave, pare vaṇṇaṁ bhāseyyuṁ, dhammassa vā vaṇṇaṁ bhāseyyuṁ, saṅghassa vā vaṇṇaṁ bhāseyyuṁ, tatra tumhehi na ānando na somanassaṁ na cetaso uppilāvitattaṁ karaṇīyaṁ. Werdet nicht begeistert und freudig bewegt und lasst keine Hochstimmung aufkommen, wenn andere mich, die Lehre oder den Saṅgha loben.

Mamaṁ vā, bhikkhave, pare vaṇṇaṁ bhāseyyuṁ, dhammassa vā vaṇṇaṁ bhāseyyuṁ, saṅghassa vā vaṇṇaṁ bhāseyyuṁ, tatra ce tumhe assatha ānandino sumanā uppilāvitā tumhaṁ yevassa tena antarāyo. Ihr würdet begeistert und freudig bewegt werden und in euch würde Hochstimmung aufkommen, und das wäre eine Blockade einzig für euch.

Mamaṁ vā, bhikkhave, pare vaṇṇaṁ bhāseyyuṁ, dhammassa vā vaṇṇaṁ bhāseyyuṁ, saṅghassa vā vaṇṇaṁ bhāseyyuṁ, tatra tumhehi bhūtaṁ bhūtato paṭijānitabbaṁ: Wenn andere mich, die Lehre oder den Saṅgha loben, sollt ihr einräumen, dass das, was zutreffend ist, tatsächlich zutreffend ist:

‘itipetaṁ bhūtaṁ, itipetaṁ tacchaṁ, atthi cetaṁ amhesu, saṁvijjati ca panetaṁ amhesū’ti. ‚Aus diesem Grund ist es zutreffend, aus diesem Grund ist es richtig. Ein solches Ding gibt es bei uns, es ist unter uns zu finden.‘

2. Sīla 2. Tugend

2.1. Cūḷasīla 2.1. Der kürzere Abschnitt über Tugend

Appamattakaṁ kho panetaṁ, bhikkhave, oramattakaṁ sīlamattakaṁ, yena puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. Wenn ein gewöhnlicher Mensch lobend über den Klargewordenen spricht, so spricht er nur über belanglose und bedeutungslose Angelegenheiten von bloßer Tugend. Tugend (oder Moral oder Sittlichkeit, sīla) ist wichtig, aber es verblasst im Vergleich zu den höheren Dimensionen des Pfades des Buddha. Der Buddha bezeichnete sich häufig selbst als den „Klargewordenen“ (tathāgata). (Sujato)

Katamañca taṁ, bhikkhave, appamattakaṁ oramattakaṁ sīlamattakaṁ, yena puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya? Und was sind die belanglosen und bedeutungslosen Angelegenheiten von bloßer Tugend, von denen ein gewöhnlicher Mensch spricht? Hier legt der Buddha im Einzelnen das tugendhafte Verhalten für seine Mönchs- und Nonnenanhänger dar. (Sujato)

‘Pāṇātipātaṁ pahāya pāṇātipātā paṭivirato samaṇo gotamo nihitadaṇḍo, nihitasattho, lajjī, dayāpanno, sabbapāṇabhūtahitānukampī viharatī’ti—‚Der Asket Gotama hat das Töten lebender Geschöpfe aufgegeben und tötet nicht mehr. Er verzichtet auf Stock und Schwert. Er ist einfühlsam und gütig und lebt voller Anteilnahme für alle Lebewesen.‘ Die erste und wichtigste Ethikregel. Es ist nicht nur die negative Vorschrift, das Töten zu unterlassen, sondern auch die positive Vorschrift, Mitgefühl mit allen Geschöpfen zu haben. | Der Buddha wird von Nicht-Buddhisten „der Asket Gotama“ genannt. (Sujato)

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen. Ein „gewöhnlicher Mensch“ (puthujjana) ist jeder, der nicht wenigstens auf dem Weg zum Stromeintritt ist. (Sujato)

‘Adinnādānaṁ pahāya adinnādānā paṭivirato samaṇo gotamo dinnādāyī dinnapāṭikaṅkhī, athenena sucibhūtena attanā viharatī’ti—‚Der Asket Gotama hat das Stehlen aufgegeben und stiehlt nicht mehr. Er nimmt nur, was gegeben wird, erwartet nur, was gegeben wird. Er hält sich selbst rein, indem er nicht stiehlt.‘

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

‘Abrahmacariyaṁ pahāya brahmacārī samaṇo gotamo ārācārī virato methunā gāmadhammā’ti—‚Der Asket Gotama hat unkeusches Verhalten aufgegeben und ist keusch. Er lebt abgesondert und vermeidet die übliche Praxis des Geschlechtsverkehrs.‘ „Keuschheit“ ist brahmacariya, wörtlich „göttliches Verhalten“. Hier wird es im engeren Sinn der Abstinenz vom Geschlechtsverkehr gebraucht, aber häufiger hat es eine breitere Bedeutung im Sinn von „geistliches Leben“. (Sujato)

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

‘Musāvādaṁ pahāya musāvādā paṭivirato samaṇo gotamo saccavādī saccasandho theto paccayiko avisaṁvādako lokassā’ti—‚Der Asket Gotama hat das Lügen aufgegeben und lügt nicht mehr. Er sagt die Wahrheit und hält sich an die Wahrheit. Er ist ehrlich und verlässlich und legt die Welt nicht mit seinen Worten herein.‘ Das ist die erste der vier Arten rechter Rede. Wie die Regel gegen das Töten die positive Vorschrift einschließt, mitfühlend zu leben, so mahnen die Regeln über die Rede zu einem positiven und konstruktiven Gebrauch der Sprache. (Sujato)

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

‘Pisuṇaṁ vācaṁ pahāya pisuṇāya vācāya paṭivirato samaṇo gotamo, ito sutvā na amutra akkhātā imesaṁ bhedāya, amutra vā sutvā na imesaṁ akkhātā amūsaṁ bhedāya. Iti bhinnānaṁ vā sandhātā, sahitānaṁ vā anuppadātā samaggārāmo samaggarato samagganandī samaggakaraṇiṁ vācaṁ bhāsitā’ti—‚Der Asket Gotama hat entzweiende Rede aufgegeben und entzweit niemanden mehr. Was er hier gehört hat, sagt er nicht dort, und was er dort gehört hat, nicht hier, um Menschen zu entzweien. Stattdessen versöhnt er die Uneinigen, fördert Einigkeit, freut sich an Eintracht, liebt die Eintracht und spricht Worte, die Eintracht fördern.‘ „Eintracht“ (oder „Einstimmigkeit“, samagga) entschuldigt keine unwahre, scheinheilige oder anderweitig schädliche Rede. Wahre Eintracht erreicht man nur in Gegenwart des Dhamma. (Sujato)

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

‘Pharusaṁ vācaṁ pahāya pharusāya vācāya paṭivirato samaṇo gotamo, yā sā vācā nelā kaṇṇasukhā pemanīyā hadayaṅgamā porī bahujanakantā bahujanamanāpā tathārūpiṁ vācaṁ bhāsitā’ti—‚Der Asket Gotama hat harte Rede aufgegeben und redet nicht mehr hart. Seine Worte sind mild, dem Ohr gefällig, lieblich, zu Herzen gehend, höflich, vielen Menschen willkommen und angenehm.‘

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

‘Samphappalāpaṁ pahāya samphappalāpā paṭivirato samaṇo gotamo kālavādī bhūtavādī atthavādī dhammavādī vinayavādī, nidhānavatiṁ vācaṁ bhāsitā kālena sāpadesaṁ pariyantavatiṁ atthasaṁhitan’ti—‚Der Asket Gotama hat das Unsinnreden aufgegeben und redet keinen Unsinn mehr. Seine Worte kommen zur rechten Zeit, sind zutreffend, bedeutsam, im Einklang mit der Lehre und Schulung. Sie sind wertvoll, kommen zur rechten Zeit, sind begründet, treffend und nützlich.‘ Attha ist ein Begriff mit vielen Bedeutungen, hier im Sinn von „bedeutsam“ und „nützlich“ gebraucht. An anderer Stelle heißt es „Ziel“, „Notwendigkeit“, „Zweck“, „Rechtsstreit“ oder „Enden“, und die Bedeutung ist nicht immer leicht herauszufinden. (Sujato)

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

‘Bījagāmabhūtagāmasamārambhā paṭivirato samaṇo gotamo’ti—‚Der Asket Gotama unterlässt es, Pflanzen und Samen zu beschädigen.‘ Buddhisten betrachten im Allgemeinen pflanzliches Leben nicht als empfindungsfähig, aber sie schätzen es als Teil des Ökosystems. (Sujato)

iti vā hi, bhikkhave …pe….

‘Ekabhattiko samaṇo gotamo rattūparato virato vikālabhojanā …. ‚Der Asket Gotama isst zu einer Tageszeit und verzichtet auf das Essen bei Nacht und zur falschen Zeit.‘ Das wird heute so ausgelegt, dass man nur nach der Morgendämmerung und vor dem Mittag isst. (Sujato)

Naccagītavāditavisūkadassanā paṭivirato samaṇo gotamo …. ‚Der Asket Gotama unterlässt das Betrachten von Tanz-, Gesangs- und Musikvorführungen.‘ Das sind sinnliche Zerstreuungen, die den Geist ablenken und erregen. Diese und die folgenden drei Regeln zielen auf inneren Frieden für die Meditation. (Sujato)

Mālāgandhavilepanadhāraṇamaṇḍanavibhūsanaṭṭhānā paṭivirato samaṇo gotamo …. ‚Der Asket Gotama unterlässt es, Kränze, Düfte und Make-up anzulegen und sich damit zu schmücken.‘ Diese Regel wurde vom Cousin des Buddha Nanda nicht beachtet (SN 21.8:1.2). (Sujato)

Uccāsayanamahāsayanā paṭivirato samaṇo gotamo …. ‚Der Asket Gotama unterlässt die Benutzung hoher und üppiger Schlafstellen.‘ Um nicht zu viel zu schlafen. (Sujato)

Jātarūparajatapaṭiggahaṇā paṭivirato samaṇo gotamo …. ‚Der Asket Gotama unterlässt es, Gold und Zahlungsmittel, Wörtlich „Gold und Silber“ (jātarūparajata), aber rajata wird in Bu-Vb-Np 18:2.8 als jede Art von Zahlungsmittel erklärt. (Sujato)

Āmakadhaññapaṭiggahaṇā paṭivirato samaṇo gotamo …. rohes Getreide, Mönche und Nonnen erhalten nur die Mahlzeit für einen Tag; sie halten keine Lebensmittelvorräte und kochen nicht. (Sujato)

Āmakamaṁsapaṭiggahaṇā paṭivirato samaṇo gotamo …. rohes Fleisch,

Itthikumārikapaṭiggahaṇā paṭivirato samaṇo gotamo …. Frauen und Mädchen,

Dāsidāsapaṭiggahaṇā paṭivirato samaṇo gotamo …. Schuldknechte und Mägde, Nach altem indischem Recht (Arthaśāstra 3.13) kann sich ein Mensch in einer schwierigen Zeit gegen eine Gebühr zur Arbeit verpflichten. Solche abhängigen Diener waren vor Grausamkeit, sexueller Ausbeutung und unfairer Arbeit geschützt. Nachdem sie ihre vertragliche Gebühr abgearbeitet hatten, wurden sie frei; sie behielten ihr ursprüngliches Erbe und ihren Status. (Sujato)

Ajeḷakapaṭiggahaṇā paṭivirato samaṇo gotamo …. Ziegen und Schafe, Das sind Tiere, die zum Verzehr gezüchtet wurden. (Sujato)

Kukkuṭasūkarapaṭiggahaṇā paṭivirato samaṇo gotamo …. Hühner und Schweine,

Hatthigavassavaḷavapaṭiggahaṇā paṭivirato samaṇo gotamo …. Elefanten, Rinder, Pferde und Stuten

Khettavatthupaṭiggahaṇā paṭivirato samaṇo gotamo …. sowie Felder und Grundstücke anzunehmen.‘ Der Saṅgha als Gemeinschaft kenn ein Grundstück für ein Kloster annehmen, aber nicht einzelne Mönche oder Nonnen. (Sujato)

Dūteyyapahiṇagamanānuyogā paṭivirato samaṇo gotamo …. ‚Der Asket Gotama unterlässt es, Botengänge zu machen und Botschaften zu übermitteln, Diese Punkte werden weiter unten im Einzelnen besprochen. | Wegen des wandernden Lebensstils der Mönche und Nonnen war es naheliegend, dass sie als Vermittler für Geschäfte von Laien fungierten. Doch es setzte sie Risiken aus, wenn die Botschaft nicht zugestellt wurde oder eine schlechte Nachricht enthielt. (Sujato)

Kayavikkayā paṭivirato samaṇo gotamo …. zu kaufen und zu verkaufen, Etwa mit Klosterbesitz Handel zu treiben. (Sujato)

Tulākūṭakaṁsakūṭamānakūṭā paṭivirato samaṇo gotamo …. Gewichte, Metalle oder Maße zu fälschen,

Ukkoṭanavañcananikatisāciyogā paṭivirato samaṇo gotamo …. zu bestechen, zu betrügen, zu täuschen und ein doppeltes Spiel zu spielen,

Chedanavadhabandhanaviparāmosaālopasahasākārā paṭivirato samaṇo gotamo’ti—zu verstümmeln, zu morden, zu entführen, zu rauben, zu plündern und Gewalt anzuwenden.‘

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

Cūḷasīlaṁ niṭṭhitaṁ. Der kürzere Abschnitt über Tugend ist zu Ende.

2.2. Majjhimasīla 2.2. Der mittlere Abschnitt über Tugend

‘Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpaṁ bījagāmabhūtagāmasamārambhaṁ anuyuttā viharanti, ‚Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch das Beschädigen von Pflanzen und Samen betreiben: Dieser Abschnitt führt einige Punkte des vorhergehenden Abschnitts weiter aus. (Sujato)

seyyathidaṁ—mūlabījaṁ khandhabījaṁ phaḷubījaṁ aggabījaṁ bījabījameva pañcamaṁ; nämlich Pflanzen, die sich aus Wurzeln, Stängeln, Ablegern oder Knoten vermehren, oder aus eigentlichen Samen als Fünftem. Dass das nicht fünf „Arten von Samen“ sind, sondern fünf Arten von „Pflanzen, die sich aus Samen vermehren“, wird aus dem Vinaya und seinem Kommentar klar (Bu-Vb-Pc 11: Bhūtagāmo nāma pañca bījajātāni). (Sujato)

iti evarūpā bījagāmabhūtagāmasamārambhā paṭivirato samaṇo gotamo’ti—Der Asket Gotama unterlässt solches Beschädigen von Pflanzen und Samen.‘

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

‘Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpaṁ sannidhikāraparibhogaṁ anuyuttā viharanti, ‚Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch das Anlegen von Vorräten zum eigenen Gebrauch betreiben: Zum Bevorraten von Lebensmitteln als Zeichen des Niedergangs siehe DN 27:17.5. (Sujato)

seyyathidaṁ—annasannidhiṁ pānasannidhiṁ vatthasannidhiṁ yānasannidhiṁ sayanasannidhiṁ gandhasannidhiṁ āmisasannidhiṁ nämlich Essen, Trinken, Kleidung und Transportmittel, Schlafstellen, Düfte und fleischliche Dinge.

iti vā iti evarūpā sannidhikāraparibhogā paṭivirato samaṇo gotamo’ti—Der Asket Gotama unterlässt das Anlegen solcher Vorräte.‘

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

‘Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpaṁ visūkadassanaṁ anuyuttā viharanti, ‚Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch das Betrachten von Vorführungen betreiben:

seyyathidaṁ—naccaṁ gītaṁ vāditaṁ pekkhaṁ akkhānaṁ pāṇissaraṁ vetāḷaṁ kumbhathūṇaṁ sobhanakaṁ caṇḍālaṁ vaṁsaṁ dhovanaṁ hatthiyuddhaṁ assayuddhaṁ mahiṁsayuddhaṁ usabhayuddhaṁ ajayuddhaṁ meṇḍayuddhaṁ kukkuṭayuddhaṁ vaṭṭakayuddhaṁ daṇḍayuddhaṁ muṭṭhiyuddhaṁ nibbuddhaṁ uyyodhikaṁ balaggaṁ senābyūhaṁ anīkadassanaṁ nämlich Dinge wie Tanz, Gesang, Musik, Vorführungen und Geschichtenerzählen, Klatschen, Becken- und Paukenschlag, Schönheitsparaden, Stangenakrobatik und Knochenwasch-Zeremonien der Leichenarbeiter, Kämpfe von Elefanten, Pferden, Büffeln, Stieren, Ziegen, Widdern, Hühnern und Wachteln, Stockkampf, Boxen und Ringen, Gefechte, Appelle der Streitkräfte, Schlachtordnungen und Manöverkritik. Sobhanaka („Schönheits-Festumzug“) wird vom Kommentar erklärt als die Bewegung (oder das „Sprenkeln“) von Tänzern oder ihr Herausputzen und Schminken. Die PTS-Lesart sobhanagarakaṁ, die von einem Hinweis über eine Gandhabba-Stadt gleichen Namens gestützt wird, der keinen Bezug hat, ist ungerechtfertigt. | Caṇḍālaṁ vaṁsaṁ dhovanaṁ sollte ein zusammengesetztes Wort sein, wie aus dem Prosatext von Ja 498 hervorgeht; dort ist es eine Aufführung von Leichenbeseitigern (caṇḍāla) in Ujjenī. Vaṁsa ist die Bambusstange, die caṇḍāla-Akrobaten benutzen (SN 47.19). Auf dhovana wird vom Kommentar zu AN 10.107 verwiesen, wo es eine Zeremonie im Süden ist, die von Trinken und Tanzen begleitet ist. Die Kommentare zum AN und DN sagen, es war die rituelle Waschung von Knochen zuvor beerdigter Verstorbener nach der Verwesung des Fleisches. Solche Riten einer „zweiten Beisetzung“ wurden weltweit beobachtet. Aus dem Jātaka scheint es, dass die Tradition zu einer bloßen Aufführung für Schaulustige verkümmert war, bei denen vielleicht nackte einheimische Mädchen zu sehen waren. | Zu uyodhika heißt es manchmal, es seien Schaukämpfe, aber in AN 10.30 ist es keine Schau. Und die Definition in Bu-Vb-Pc 50 sagt: yattha sampahāro dissati, „wo man Kampf sieht“. (Sujato)

iti vā iti evarūpā visūkadassanā paṭivirato samaṇo gotamo’ti—Der Asket Gotama unterlässt das Betrachten solcher Vorführungen.‘

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

‘Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpaṁ jūtappamādaṭṭhānānuyogaṁ anuyuttā viharanti, ‚Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch Glücksspiel betreiben, das nachlässig macht: Während Glücksspiel hier nicht ausdrücklich genannt ist, wird jūtappamādaṭṭhānānuyoga in DN 31 ausschließlich als Glücksspiel behandelt, daher scheint es impliziert zu sein. (Sujato)

seyyathidaṁ—aṭṭhapadaṁ dasapadaṁ ākāsaṁ parihārapathaṁ santikaṁ khalikaṁ ghaṭikaṁ salākahatthaṁ akkhaṁ paṅgacīraṁ vaṅkakaṁ mokkhacikaṁ ciṅgulikaṁ pattāḷhakaṁ rathakaṁ dhanukaṁ akkharikaṁ manesikaṁ yathāvajjaṁ nämlich Dinge wie Dame mit acht oder mit zehn Reihen, Dame in der Luft, Himmel und Hölle, Mikado, Brettspiele, Stockschlagen, Strohhalmziehen, Würfelspiel, Blattflöten, Spielzeugpflüge, Purzelbäume, Windrädchen, Spielzeug-Messbecher, Spielzeug-Karren, Spielzeug-Bogen, Wörter aus Silben erraten, Gedankenraten und Nachahmen von Musikinstrumenten. „Dame“ (aṭṭhapada) war vermutlich der Vorläufer des caturaṅga der Gupta-Zeit und damit des modernen Schachspiels. | Yathāvajja wird in den Kommentaren als „Nachahmen von Verunstaltungen“ erklärt, aber ich kann nirgendwo sonst im Pali oder Sanskrit Unterstützung für vajja in dieser Bedeutung finden. Wahrscheinlicher bezieht es sich auf Musikinstrumente (Sanskrit vādya). (Sujato)

iti vā iti evarūpā jūtappamādaṭṭhānānuyogā paṭivirato samaṇo gotamo’ti—Der Asket Gotama unterlässt solches Glücksspiel.‘

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

‘Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpaṁ uccāsayanamahāsayanaṁ anuyuttā viharanti, ‚Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch hohe und üppige Schlafstellen benutzen:

seyyathidaṁ—āsandiṁ pallaṅkaṁ gonakaṁ cittakaṁ paṭikaṁ paṭalikaṁ tūlikaṁ vikatikaṁ uddalomiṁ ekantalomiṁ kaṭṭissaṁ koseyyaṁ kuttakaṁ hatthattharaṁ assattharaṁ rathattharaṁ ajinappaveṇiṁ kadalimigapavarapaccattharaṇaṁ sauttaracchadaṁ ubhatolohitakūpadhānaṁ nämlich Dinge wie ein Chaiselongue oder ein Sofa mit flauschigen, bunten, weißen, blumenbestickten, wattierten, mit Tieren bestickten, mit doppelten oder einfachen Fransen versehenen Wolldecken, mit perlenbestickten Seidendecken und seidenen Laken, Webteppichen, Elefanten-, Pferde- oder Wagendecken, Teppichen aus Antilopenfell und Decken aus feinem Hirschleder, mit einem Baldachin und roten Kissen auf beiden Seiten.

iti vā iti evarūpā uccāsayanamahāsayanā paṭivirato samaṇo gotamo’ti—Der Asket Gotama unterlässt das Benutzen solcher Schlafstellen.‘

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

‘Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpaṁ maṇḍanavibhūsanaṭṭhānānuyogaṁ anuyuttā viharanti, seyyathidaṁ—‚Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch Kränze, Düfte und Make-up anlegen und sich damit schmücken:

ucchādanaṁ parimaddanaṁ nhāpanaṁ sambāhanaṁ ādāsaṁ añjanaṁ mālāgandhavilepanaṁ mukhacuṇṇaṁ mukhalepanaṁ hatthabandhaṁ sikhābandhaṁ daṇḍaṁ nāḷikaṁ asiṁ chattaṁ citrupāhanaṁ uṇhīsaṁ maṇiṁ vālabījaniṁ odātāni vatthāni dīghadasāni nämlich mit Dingen wie Schönheitsprodukten zum Einsalben, Massieren, Baden und Reiben, mit Spiegeln, Salben, Kränzen, Düften und Make-up, mit Gesichtspuder, Grundierung, Armbändern, Kopfbändern, ausgefallenen Spazierstöcken oder Dosen, Degen, Sonnenschirmen, ausgefallenen Sandalen, Turbanen, Juwelen, Fächern und weißen Roben mit langen Fransen.

iti vā iti evarūpā maṇḍanavibhūsanaṭṭhānānuyogā paṭivirato samaṇo gotamo’ti—Der Asket Gotama unterlässt es, solche Dinge anzulegen und sich damit zu schmücken.‘

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

‘Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpaṁ tiracchānakathaṁ anuyuttā viharanti, ‚Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch unwürdige Gespräche betreiben Tiracchānakathā heißt wörtlich „Tiergespräch“. Das Paliwort für Tier, tiracchāna, hat den Sinn von „sich horizontal fortbewegen“, und „unwürdige Gespräche“ (low talk) sind solche, die nicht erheben. (Sujato)

seyyathidaṁ—rājakathaṁ corakathaṁ mahāmattakathaṁ senākathaṁ bhayakathaṁ yuddhakathaṁ annakathaṁ pānakathaṁ vatthakathaṁ sayanakathaṁ mālākathaṁ gandhakathaṁ ñātikathaṁ yānakathaṁ gāmakathaṁ nigamakathaṁ nagarakathaṁ janapadakathaṁ itthikathaṁ sūrakathaṁ visikhākathaṁ kumbhaṭṭhānakathaṁ pubbapetakathaṁ nānattakathaṁ lokakkhāyikaṁ samuddakkhāyikaṁ itibhavābhavakathaṁ wie Gespräche über Könige, Räuber und Oberminister, über Heere, Bedrohungen und Kriege, über Essen, Trinken, Kleider und Schlafstellen, über Kränze und Düfte, über die Familie, Fahrzeuge, Dörfer, Marktflecken, Städte und Länder, über Frauen und Helden, Straßen- und Brunnengespräch, Gespräch über Verstorbene, über allerlei Dinge, Geschichten vom Land und vom Meer und Gespräche über Wiedergeburt in diesem oder jenem Daseinszustand. Bhavābhava heißt nicht „Dasein und Nichtsein“, sondern ist ein distributives zusammengesetztes Wort, „dieser oder jener Daseinszustand“. Indische religiöse Texte sind voll von Diskussionen über verschiedene Himmel und Höllen. (Sujato)

iti vā iti evarūpāya tiracchānakathāya paṭivirato samaṇo gotamo’ti—Der Asket Gotama unterlässt solche unwürdigen Gespräche.‘

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

‘Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpaṁ viggāhikakathaṁ anuyuttā viharanti, ‚Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und sich gleichzeitig noch auf Zwistigkeiten einlassen:

seyyathidaṁ—na tvaṁ imaṁ dhammavinayaṁ ājānāsi, ahaṁ imaṁ dhammavinayaṁ ājānāmi, kiṁ tvaṁ imaṁ dhammavinayaṁ ājānissasi, micchā paṭipanno tvamasi, ahamasmi sammā paṭipanno, sahitaṁ me, asahitaṁ te, purevacanīyaṁ pacchā avaca, pacchāvacanīyaṁ pure avaca, adhiciṇṇaṁ te viparāvattaṁ, āropito te vādo, niggahito tvamasi, cara vādappamokkhāya, nibbeṭhehi vā sace pahosīti nämlich, indem sie Dinge sagen wie: „Du verstehst diese Lehre und Schulung nicht. Ich verstehe diese Lehre und Schulung. Was, du verstehst diese Lehre und Schulung? Du übst falsch. Ich übe richtig. Ich bleibe beim Thema, du nicht. Was zuerst gesagt werden sollte, hast du zuletzt gesagt. Was zuletzt gesagt werden sollte, hast du zuerst gesagt. Was du dir so gut ausgedacht hast, ist entkräftet. Deine Doktrin ist widerlegt. Auf, rette deine Doktrin! Du steckst in der Falle; befreie dich daraus – wenn du kannst!“ Die Torheit der Streitsucht ist ein Thema, das man überall in den Suttas findet, aber es ist ein besonderer Schwerpunkt im Aṭṭhakavagga des Suttanipāta. (Sujato)

iti vā iti evarūpāya viggāhikakathāya paṭivirato samaṇo gotamo’ti—Der Asket Gotama unterlässt solche Zwistigkeiten.‘

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

‘Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpaṁ dūteyyapahiṇagamanānuyogaṁ anuyuttā viharanti, ‚Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch Botengänge machen und Botschaften übermitteln:

seyyathidaṁ—raññaṁ, rājamahāmattānaṁ, khattiyānaṁ, brāhmaṇānaṁ, gahapatikānaṁ, kumārānaṁ “idha gaccha, amutrāgaccha, idaṁ hara, amutra idaṁ āharā”ti nämlich Botengänge für Herrscher, königliche Oberminister, Adlige, Brahmanen, Hausbesitzer oder Prinzen, die sagen: „Geh hierhin, geh dahin. Nimm dieses mit, bring jenes von dort.“ „Herrscher“ (raññaṁ, Genitiv Plural) schließen sowohl Erbkönige ein wie auch gewählte gemeinschaftliche Anführer republikanischer Staaten wie der Sakyer oder der Vajjier. (Sujato)

iti vā iti evarūpā dūteyyapahiṇagamanānuyogā paṭivirato samaṇo gotamo’ti—Der Asket Gotama unterlässt solche Botengänge.‘

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

‘Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te kuhakā ca honti, lapakā ca nemittikā ca nippesikā ca, lābhena lābhaṁ nijigīsitāro ca ‚Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch Heuchelei und Schmeichelei betreiben, Andeutungen machen, andere abwerten und materiellen Besitz benutzen, um mehr materiellem Besitz nachzujagen. Manche Hauslose schmeicheln gerne möglichen Spendern oder führen sich prahlerisch auf, um weitere Spenden zu erhalten. | „Materiellen Besitz benutzen, um mehr materiellem Besitz nachzujagen“ beinhaltet auch, mit Klostereigentum gegen Profit zu handeln. (Sujato)

iti evarūpā kuhanalapanā paṭivirato samaṇo gotamo’ti—Der Asket Gotama unterlässt solche Heuchelei und Schmeichelei.‘

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

Majjhimasīlaṁ niṭṭhitaṁ. Der mittlere Abschnitt über Tugend ist zu Ende.

2.3. Mahāsīla 2.3. Der lange Abschnitt über Tugend

‘Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvena jīvitaṁ kappenti, ‚Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch ihren Unterhalt mit einer unwürdigen Kunst, einem falschen Lebenserwerb verdienen: Dieser Abschnitt betrachtet Praktiken, die für Mönche oder Nonnen einen falschen Lebenserwerb darstellen, aber nicht für Laien. Der Vinaya erklärt „unwürdige Kunst“ als alles, was nicht buddhistisch oder was nutzlos ist (Bi Pc 49), wohingegen der Kommentar sagt, es seien Dinge, die nicht zur Befreiung, sondern in den Himmel führten. (Sujato)

seyyathidaṁ—aṅgaṁ nimittaṁ uppātaṁ supinaṁ lakkhaṇaṁ mūsikacchinnaṁ aggihomaṁ dabbihomaṁ thusahomaṁ kaṇahomaṁ taṇḍulahomaṁ sappihomaṁ telahomaṁ mukhahomaṁ lohitahomaṁ aṅgavijjā vatthuvijjā khattavijjā sivavijjā bhūtavijjā bhūrivijjā ahivijjā visavijjā vicchikavijjā mūsikavijjā sakuṇavijjā vāyasavijjā pakkajjhānaṁ saraparittāṇaṁ migacakkaṁ nämlich Deuten der Gliederform, Deuten von Vorzeichen, Aufspüren himmlischer Omen, Traumdeutung, Aufspüren körperlicher Kennzeichen, Aufspüren von Löchern, die Mäuse in Stoff geknabbert haben, Feueropfer, Opfer mit der Schöpfkelle, Opfer von Spelzen, Reishäutchen, Reis, Ghee oder Öl, Opfer aus dem Mund, Blutopfer, Handlesen, Geomantik für Bauplätze, Felder und Friedhöfe, Teufelsaustreibungen, Erdmagie, Schlangenbeschwörung, Gift, Skorpion-, Ratten-, Vogel- und Krähenkunde, Vorhersage der Lebensdauer, Aufsagen von Schutzversen und Aufspüren von Vorzeichen von wilden Tieren. Ich lese khattavijjā („Politikwissenschaft“) nach der Variante als khettavijjā („Geomantik“). | Sara in saraparitta heißt „Ton“, nicht „Pfeil“; vergleiche mit sarabhañña, „Sprechgesang“. | Migacakka wird im Kommentar als Deutung der Schreie und des Verhaltens wilder Tiere erklärt, was von dem astrologischen Text Bṛhatsaṁhitā gestützt wird. Hier bezieht sich die Endung -cakka auf das Studiengebiet. Siehe auch Mil 5.3.7:6.1 sācakkaṁ migacakkaṁ antaracakkaṁ („Aufspüren von Vorzeichen von Hunden, wilden Tieren und den umgebenden Himmelsrichtungen“), Begriffen, die man auch bei Bṛhatsaṁhitā 2 findet. (Sujato)

iti vā iti evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvā paṭivirato samaṇo gotamo’ti—Der Asket Gotama unterlässt solch unwürdige Kunst, solch falschen Lebenserwerb.‘

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

‘Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvena jīvitaṁ kappenti, ‚Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch ihren Unterhalt mit einer unwürdigen Kunst, einem falschen Lebenserwerb verdienen:

seyyathidaṁ—maṇilakkhaṇaṁ vatthalakkhaṇaṁ daṇḍalakkhaṇaṁ satthalakkhaṇaṁ asilakkhaṇaṁ usulakkhaṇaṁ dhanulakkhaṇaṁ āvudhalakkhaṇaṁ itthilakkhaṇaṁ purisalakkhaṇaṁ kumāralakkhaṇaṁ kumārilakkhaṇaṁ dāsalakkhaṇaṁ dāsilakkhaṇaṁ hatthilakkhaṇaṁ assalakkhaṇaṁ mahiṁsalakkhaṇaṁ usabhalakkhaṇaṁ golakkhaṇaṁ ajalakkhaṇaṁ meṇḍalakkhaṇaṁ kukkuṭalakkhaṇaṁ vaṭṭakalakkhaṇaṁ godhālakkhaṇaṁ kaṇṇikālakkhaṇaṁ kacchapalakkhaṇaṁ migalakkhaṇaṁ nämlich dem Deuten der Kennzeichen von Juwelen, Stoffen, Knüppeln, Schwertern, Speeren, Pfeilen, Bogen, Waffen, Frauen, Männern, Jungen, Mädchen, Schuldknechten und Mägden, Elefanten, Pferden, Büffeln, Stieren, Kühen, Ziegen, Widdern, Hühnern, Wachteln, Waranen, Kaninchen, Schildkröten oder Rotwild. Der Kommentar hat seltsamerweise „Ohrringe oder Hausgiebel“ für kaṇṇika („der mit Ohren“), aber es muss „Kaninchen“ sein; siehe dazu sasakaṇṇikā in Ja 535#76 (deutsche Übersetzung). (Sujato)

iti vā iti evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvā paṭivirato samaṇo gotamo’ti—Der Asket Gotama unterlässt solch unwürdige Kunst, solch falschen Lebenserwerb.‘

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

‘Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvena jīvitaṁ kappenti, ‚Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch ihren Unterhalt mit einer unwürdigen Kunst, einem falschen Lebenserwerb verdienen:

seyyathidaṁ—raññaṁ niyyānaṁ bhavissati, raññaṁ aniyyānaṁ bhavissati, abbhantarānaṁ raññaṁ upayānaṁ bhavissati, bāhirānaṁ raññaṁ apayānaṁ bhavissati, bāhirānaṁ raññaṁ upayānaṁ bhavissati, abbhantarānaṁ raññaṁ apayānaṁ bhavissati, abbhantarānaṁ raññaṁ jayo bhavissati, bāhirānaṁ raññaṁ parājayo bhavissati, bāhirānaṁ raññaṁ jayo bhavissati, abbhantarānaṁ raññaṁ parājayo bhavissati, iti imassa jayo bhavissati, imassa parājayo bhavissati nämlich Vorhersagen machen, dass der König vorwärts oder zurück marschieren wird; dass unser König angreifen und der feindliche König sich zurückziehen wird; dass der feindliche König angreifen und unser König sich zurückziehen wird; dass unser König siegen und der feindliche König unterliegen wird; oder dass der feindliche König siegen und unser König unterliegen wird; und so wird es Sieg für eine Seite und Niederlage für die andere geben.

iti vā iti evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvā paṭivirato samaṇo gotamo’ti—Der Asket Gotama unterlässt solch unwürdige Kunst, solch falschen Lebenserwerb.‘

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

‘Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvena jīvitaṁ kappenti, ‚Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch ihren Unterhalt mit einer unwürdigen Kunst, einem falschen Lebenserwerb verdienen:

seyyathidaṁ—candaggāho bhavissati, sūriyaggāho bhavissati, nakkhattaggāho bhavissati, candimasūriyānaṁ pathagamanaṁ bhavissati, candimasūriyānaṁ uppathagamanaṁ bhavissati, nakkhattānaṁ pathagamanaṁ bhavissati, nakkhattānaṁ uppathagamanaṁ bhavissati, ukkāpāto bhavissati, disāḍāho bhavissati, bhūmicālo bhavissati, devadudrabhi bhavissati, candimasūriyanakkhattānaṁ uggamanaṁ ogamanaṁ saṅkilesaṁ vodānaṁ bhavissati, evaṁvipāko candaggāho bhavissati, evaṁvipāko sūriyaggāho bhavissati, evaṁvipāko nakkhattaggāho bhavissati, evaṁvipākaṁ candimasūriyānaṁ pathagamanaṁ bhavissati, evaṁvipākaṁ candimasūriyānaṁ uppathagamanaṁ bhavissati, evaṁvipākaṁ nakkhattānaṁ pathagamanaṁ bhavissati, evaṁvipākaṁ nakkhattānaṁ uppathagamanaṁ bhavissati, evaṁvipāko ukkāpāto bhavissati, evaṁvipāko disāḍāho bhavissati, evaṁvipāko bhūmicālo bhavissati, evaṁvipāko devadudrabhi bhavissati, evaṁvipākaṁ candimasūriyanakkhattānaṁ uggamanaṁ ogamanaṁ saṅkilesaṁ vodānaṁ bhavissati nämlich Vorhersagen machen, dass es eine Mondfinsternis, eine Sonnenfinsternis oder eine Sternenfinsternis geben wird, dass Sonne, Mond oder Sterne in Konjunktion oder in Opposition stehen werden, dass es einen Meteorschauer, einen feurigen Himmel, ein Erdbeben oder Donner in den Himmeln geben wird, dass Mond, Sonne oder Sterne auf- oder untergehen, dunkler oder heller werden, ebenso wie Vorhersagen über die Ergebnisse solcher Erscheinungen. Trotz dieser Stelle wird von buddhistischen Mönchen und Nonnen heute häufig Astrologie praktiziert. | (Up)pathagamana kann kaum bedeuten, dass Sonne, Mond und Sterne „sich verirren“ werden. Vielmehr hat patha hier die Bedeutung „Bereich“, somit heißt es „in den Bereich kommen“, womit eine astrologische Konjunktion beschrieben wird. (Sujato)

iti vā iti evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvā paṭivirato samaṇo gotamo’ti—Der Asket Gotama unterlässt solch unwürdige Kunst, solch falschen Lebenserwerb.‘

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

‘Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvena jīvitaṁ kappenti, ‚Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch ihren Unterhalt mit einer unwürdigen Kunst, einem falschen Lebenserwerb verdienen:

seyyathidaṁ—suvuṭṭhikā bhavissati, dubbuṭṭhikā bhavissati, subhikkhaṁ bhavissati, dubbhikkhaṁ bhavissati, khemaṁ bhavissati, bhayaṁ bhavissati, rogo bhavissati, ārogyaṁ bhavissati, muddā, gaṇanā, saṅkhānaṁ, kāveyyaṁ, lokāyataṁ nämlich Vorhersagen über reichlich Regen oder Dürre, über reichlich Essen oder Hungersnot, über eine üppige oder eine schlechte Ernte, über Sicherheit oder Gefahr, über Krankheit oder Gesundheit; weiterhin Beschäftigungen wie Arithmetik, Buchhaltung, Rechnen, Dichtkunst und Kosmologie. Kosmologie (lokāyata) ist in frühen buddhistischen Texten nicht die heterodoxe Schule des Materialismus, als die sie später bekannt wurde. Sie war vielmehr ein Zweig weltlicher Wissenschaft innerhalb der regulären Vedenkunde, der sich mit der Natur und der Ausdehnung der Welt befasste und damit, wie man das erkennen kann (AN 9.38, SN 12.48). (Sujato)

iti vā iti evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvā paṭivirato samaṇo gotamo’ti—Der Asket Gotama unterlässt solch unwürdige Kunst, solch falschen Lebenserwerb.‘

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

‘Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvena jīvitaṁ kappenti, ‚Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch ihren Unterhalt mit einer unwürdigen Kunst, einem falschen Lebenserwerb verdienen:

seyyathidaṁ—āvāhanaṁ vivāhanaṁ saṁvaraṇaṁ vivaraṇaṁ saṅkiraṇaṁ vikiraṇaṁ subhagakaraṇaṁ dubbhagakaraṇaṁ viruddhagabbhakaraṇaṁ jivhānibandhanaṁ hanusaṁhananaṁ hatthābhijappanaṁ hanujappanaṁ kaṇṇajappanaṁ ādāsapañhaṁ kumārikapañhaṁ devapañhaṁ ādiccupaṭṭhānaṁ mahatupaṭṭhānaṁ abbhujjalanaṁ sirivhāyanaṁ nämlich Verabredungen treffen, in die Ehe zu geben oder zu nehmen, für eine Verlobung oder eine Scheidung, für das Streuen von Reis drinnen oder draußen bei einer Hochzeitszeremonie; weiterhin Zaubersprüche für Glück oder Unglück, zur Geburtshilfe, für das Binden der Zunge oder Sperren des Kiefers, Zaubersprüche für Hände und Ohren, Befragen eines Spiegels, eines Mädchens oder eines Gottes als Orakel, Anbeten der Sonne, Anbeten des Großen, Feuer spucken oder die Glücksgöttin Siri anrufen. Der Kommentar hat saṅkiraṇa/vikiraṇa als „sparen und ausgeben“ (vgl. Snp 1.6:23.1), aber das ist unwahrscheinlich. Vikiraṇa heißt Essen oder Sand „verstreuen“, während das Sanskritwort vikira das rituelle Streuen von Reis bedeutet. Angesichts des Zusammenhangs denke ich, es bezieht sich auf den Brauch, bei einer Hochzeit Reis zu streuen. | Bei viruddhagabbhakaraṇa bedeutet viruddha „blockiert“. Der Kommentar, in allgemeiner Übereinstimmung mit dem Niddesa zu gabbhakaraṇa in Snp 4.14, erklärt es hier als Behandlungen für das Überleben des Fetus. | Ich lasse hanujappana aus, da es im Kommentar fehlt und durch eine Verwechslung hierher gekommen zu sein scheint. (Sujato)

iti vā iti evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvā paṭivirato samaṇo gotamo’ti—Der Asket Gotama unterlässt solch unwürdige Kunst, solch falschen Lebenserwerb.‘

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

‘Yathā vā paneke bhonto samaṇabrāhmaṇā saddhādeyyāni bhojanāni bhuñjitvā te evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvena jīvitaṁ kappenti, ‚Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch ihren Unterhalt mit einer unwürdigen Kunst, einem falschen Lebenserwerb verdienen:

seyyathidaṁ—santikammaṁ paṇidhikammaṁ bhūtakammaṁ bhūrikammaṁ vassakammaṁ vossakammaṁ vatthukammaṁ vatthuparikammaṁ ācamanaṁ nhāpanaṁ juhanaṁ vamanaṁ virecanaṁ uddhaṁvirecanaṁ adhovirecanaṁ sīsavirecanaṁ kaṇṇatelaṁ nettatappanaṁ natthukammaṁ añjanaṁ paccañjanaṁ sālākiyaṁ sallakattiyaṁ dārakatikicchā mūlabhesajjānaṁ anuppadānaṁ osadhīnaṁ paṭimokkho nämlich Riten zur Besänftigung, um Wünsche zu erfüllen, für Gespenster, für die Erde, für Regen, zur Befriedung eines Grundstücks und für das Vorbereiten und Weihen von Bauplätzen für Häuser, Riten, die mit Abspülen und Baden einhergehen, und Speiseopfer; weiterhin die Anwendung von Brechmitteln, Abführmitteln, Mitteln zum Lösen und Auswerfen von Schleim, die Anwendung von Ohröl, Stärkungsmitteln für die Augen, Arznei für die Nase, Salben und Gegensalben, Starstechen und Behandlung durch Wundärzte, Behandlung von Kindern, Verschreibung arzneilicher Wurzeln und Kräuterpflastern. Der Arztberuf ist rechter Lebenserwerb, aber Mönche und Nonnen sollen das nicht zu ihrem Lebensunterhalt machen. Sie können ihre Gefährten im Kloster behandeln, Familienangehörige oder Menschen, die dem Kloster nahestehen. | Santikamma entspricht dem Sanskrit śāntikakarman, einem Ritus zur Abwendung von Bösem. | Zu vassakamma und vossakamma hat der Kommentar „fruchtbare und unfruchtbare Männer“ (vassoti puriso, vossoti paṇḍako), indem er „Regen“ als Metapher für Samen nimmt. Ein solcher Gebrauch hat an anderer Stelle Präzedenzfälle. Aber in diesem Zusammenhang nehme ich vassa einfach als „Regen“ und vossa als Äquivalent zu Sanskrit vyavasya im Sinn von „Befriedung eines Grundstücks“. (Sujato)

iti vā iti evarūpāya tiracchānavijjāya micchājīvā paṭivirato samaṇo gotamo’ti—Der Asket Gotama unterlässt solch unwürdige Kunst, solch falschen Lebenserwerb.‘

iti vā hi, bhikkhave, puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. So ist das Lob eines gewöhnlichen Menschen für den Klargewordenen.

Idaṁ kho, bhikkhave, appamattakaṁ oramattakaṁ sīlamattakaṁ, yena puthujjano tathāgatassa vaṇṇaṁ vadamāno vadeyya. Das sind die belanglosen und bedeutungslosen Angelegenheiten von bloßer Tugend, von denen ein gewöhnlicher Mensch spricht.

Mahāsīlaṁ niṭṭhitaṁ. Der lange Abschnitt über Tugend ist zu Ende.

3. Diṭṭhi 3. Ansichten

3.1. Pubbantakappika 3.1. Theorien über den ersten Anfang

Atthi, bhikkhave, aññeva dhammā gambhīrā duddasā duranubodhā santā paṇītā atakkāvacarā nipuṇā paṇḍitavedanīyā, ye tathāgato sayaṁ abhiññā sacchikatvā pavedeti, yehi tathāgatassa yathābhuccaṁ vaṇṇaṁ sammā vadamānā vadeyyuṁ. Es gibt andere Grundsätze – tiefgründig, schwer zu sehen, schwer zu verstehen, friedvoll und erlesen, die über den Rahmen der Logik hinausgehen, subtil sind, für den Klugen nachvollziehbar –, die der Klargewordene durch eigene Einsicht erkannt hat und erklärt. Die, die wirklich lobend über den Klargewordenen sprechen, würden richtigerweise über diese Dinge sprechen. Eine Bedeutung von dhamma ist „Grundsatz“ im Sinn eines Naturgesetzes oder auch eines moralischen Wertes. | Hier beginnt die berühmte Darstellung der 62 Ansichten. Das Subtile in der Analyse liegt darin, wie der Buddha, statt die einzelnen Elemente der Ansichten zu widerlegen, sie alle auf ihre zugrunde liegende Psychologie zurückführt. | Pubbanta und aparanta (wörtlich: „vorheriges Ende“ und „späteres Ende“) sind Fachbegriffe, die man ausschließlich im Buddhismus findet und die nur im Zusammenhang mit spekulativen Ansichten gebraucht werden. Es scheint, der Buddha hatte einen kontextbezogenen Grund, die allgemeinen Wörter für „Vergangenheit“ (atīta) und „Zukunft“ (anāgata) zu vermeiden, und ich spiegele das in meiner Übersetzung wieder. Pubbanta ist semantisch mit pubbakoti identisch, dem „Anfangspunkt“ der Existenz oder des Umherwanderns (SN 48.50:5.3). Das wird von Nāgarjuna betont, der die Begriffe pubbanta und aparanta einführt, unmittelbar nachdem er den „Anfangspunkt“ des Umherwanderns diskutiert hat, und bringt sie mit den „Extremen“ (anta) des Ewigkeitsglaubens und des Vernichtungsglaubens in Verbindung (Mūlamadhyamakakārikā 25.20–23). Somit geht es hier nicht einfach um die Vergangenheit wie etwa, was gestern geschah, oder um die Zukunft wie etwa, was ich nächste Woche tun werde, sondern um losgelöste Spekulationen über den „ersten Anfang“ und den „letzten Schluss“. (Sujato)

Katame ca te, bhikkhave, dhammā gambhīrā duddasā duranubodhā santā paṇītā atakkāvacarā nipuṇā paṇḍitavedanīyā, ye tathāgato sayaṁ abhiññā sacchikatvā pavedeti, yehi tathāgatassa yathābhuccaṁ vaṇṇaṁ sammā vadamānā vadeyyuṁ? Und was sind diese Grundsätze?

Santi, bhikkhave, eke samaṇabrāhmaṇā pubbantakappikā pubbantānudiṭṭhino, pubbantaṁ ārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti aṭṭhārasahi vatthūhi. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Theorien und Spekulationen über den ersten Anfang aufstellen und verschiedene Hypothesen bezüglich des ersten Anfangs auf achtzehn Grundlagen postulieren.

Te ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha pubbantakappikā pubbantānudiṭṭhino pubbantaṁ ārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti aṭṭhārasahi vatthūhi? Und was sind die achtzehn Grundlagen, auf die sie sich stützen?

3.1.1. Sassatavāda 3.1.1. Ewigkeitsglaube

Santi, bhikkhave, eke samaṇabrāhmaṇā sassatavādā, sassataṁ attānañca lokañca paññapenti catūhi vatthūhi. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die einen Ewigkeitsglauben vertreten, die auf vier Grundlagen behaupten, das Selbst und das Weltall seien ewig. In solchen Zusammenhängen ist „Selbst“ (attā) eine postulierte metaphysische Entität, nicht ein einfaches psychologisches Gefühl persönlicher Identität. Die Natur dieses „Selbst“ oder der „Seele“ wurde endlos debattiert. Der Buddha verwarf alle Theorien eines „Selbst“, und an anderer Stelle heißt es, allen 62 Ansichten des Brahmajāla liege ein „Glaube an eine Persönlichkeit“ zugrunde (SN 41.3:4.13). | Das „Weltall“ ist loka, das sonst mit „Welt“ übersetzt ist. Das bezieht sich manchmal auf die einfache materielle Welt, manchmal auf die Welt der Erfahrung, oder, wie hier, das weite Universum, wie man es sich im alten indischen Denken vorstellte. (Sujato)

Te ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha sassatavādā sassataṁ attānañca lokañca paññapenti catūhi vatthūhi? Und was sind die vier Grundlagen, auf die sie sich stützen?

Idha, bhikkhave, ekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā ātappamanvāya padhānamanvāya anuyogamanvāya appamādamanvāya sammāmanasikāramanvāya tathārūpaṁ cetosamādhiṁ phusati, yathāsamāhite citte (…) anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarati. Da erfährt ein Asket oder Brahmane durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes eine Versenkung des Herzens solcher Art, dass er sich an viele Arten früherer Leben erinnert, „Versenkung“ (samādhi) ist tiefe meditative Stille. Das Wort vermittelt die Bedeutung von „versammelt“, „gesammelt“ und hat die zweite Bedeutung „entzündet“, „erleuchtet“. Die Übung des samādhi (oder jhāna, „Vertiefung“) ist nie als ausschließlich buddhistisch betrachtet worden. Richtige Meditation beginnt allerdings mit rechter Ansicht. Da diese Menschen bei ihrer Meditation von falscher Ansicht ausgehen, ist ihr samādhi „falsch“, da er bloß ihren Irrtum verstärkt. (Sujato)

Seyyathidaṁ—ekampi jātiṁ dvepi jātiyo tissopi jātiyo catassopi jātiyo pañcapi jātiyo dasapi jātiyo vīsampi jātiyo tiṁsampi jātiyo cattālīsampi jātiyo paññāsampi jātiyo jātisatampi jātisahassampi jātisatasahassampi anekānipi jātisatāni anekānipi jātisahassāni anekānipi jātisatasahassāni: ‘amutrāsiṁ evaṁnāmo evaṅgotto evaṁvaṇṇo evamāhāro evaṁsukhadukkhappaṭisaṁvedī evamāyupariyanto, so tato cuto amutra udapādiṁ; tatrāpāsiṁ evaṁnāmo evaṅgotto evaṁvaṇṇo evamāhāro evaṁsukhadukkhappaṭisaṁvedī evamāyupariyanto, so tato cuto idhūpapanno’ti. Iti sākāraṁ sauddesaṁ anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarati. das heißt: eine Wiedergeburt, zwei Wiedergeburten, drei, vier, fünf, zehn, zwanzig, dreißig, vierzig, fünfzig, hundert, tausend, hunderttausend Wiedergeburten. ‚Dort hatte ich diesen Namen, gehörte zu jenem Stamm, sah so aus, und das war meine Speise. So erlebte ich Glück und Schmerz, und so lange dauerte mein Leben. Als ich von jenem Ort verschied, wurde ich woanders wiedergeboren. Und dort hatte ich diesen Namen, gehörte zu jenem Stamm, sah so aus, und das war meine Speise. So erlebte ich Glück und Schmerz, und so lange dauerte mein Leben. Als ich von jenem Ort verschied, wurde ich hier wiedergeboren.‘ Und so erinnert er sich an viele Arten früherer Leben mit ihren Merkmalen und Einzelheiten. Die Erinnerung an frühere Leben ist genau, reich an Einzelheiten und überzeugend, da sie sich auf den klaren Geist tiefer Versenkung stützt. (Sujato)

So evamāha: Er sagt:

‘sassato attā ca loko ca vañjho kūṭaṭṭho esikaṭṭhāyiṭṭhito; ‚Das Selbst und das Weltall sind ewig, unfruchtbar, beständig wie ein Berggipfel, feststehend wie eine Säule. Das ist die upaniṣadische Ansicht vom ewigen Atman, d. h. der immanenten Seele der Welt oder des Weltalls, loka. An anderer Stelle in den Suttas behaupten solche Theoretiker, das Selbst und das Weltall seien identisch (SN 24.3:1.3: so attā so loko). (Sujato)

te ca sattā sandhāvanti saṁsaranti cavanti upapajjanti, atthi tveva sassatisamaṁ. Sie bleiben für alle Ewigkeit gleich, während diese Lebewesen umherstreifen und umherwandern, sterben und wieder erscheinen. Das ewige „Selbst“ wird dem flüchtigen Leben der Wesen gegenübergestellt. | Das berühmte Wort saṁsara wird oft als ein „Kreislauf“ von Wiedergeburten verstanden, doch die Bedeutung ist vielmehr, „weiter zu wandern“ oder „umherzustreifen“. (Sujato)

Taṁ kissa hetu? Warum ist das so?

Ahañhi ātappamanvāya padhānamanvāya anuyogamanvāya appamādamanvāya sammāmanasikāramanvāya tathārūpaṁ cetosamādhiṁ phusāmi, yathāsamāhite citte anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarāmi. Weil ich durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes eine Versenkung des Herzens solcher Art erfahre, dass ich mich an viele Arten früherer Leben erinnere

Seyyathidaṁ—ekampi jātiṁ dvepi jātiyo tissopi jātiyo catassopi jātiyo pañcapi jātiyo dasapi jātiyo vīsampi jātiyo tiṁsampi jātiyo cattālīsampi jātiyo paññāsampi jātiyo jātisatampi jātisahassampi jātisatasahassampi anekānipi jātisatāni anekānipi jātisahassāni anekānipi jātisatasahassāni: “amutrāsiṁ evaṁnāmo evaṅgotto evaṁvaṇṇo evamāhāro evaṁsukhadukkhappaṭisaṁvedī evamāyupariyanto, so tato cuto amutra udapādiṁ; tatrāpāsiṁ evaṁnāmo evaṅgotto evaṁvaṇṇo evamāhāro evaṁsukhadukkhappaṭisaṁvedī evamāyupariyanto, so tato cuto idhūpapanno”ti. Iti sākāraṁ sauddesaṁ anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarāmi. mit ihren Merkmalen und Einzelheiten.

Imināmahaṁ etaṁ jānāmi: Daher weiß ich: Seine Meditationserfahrung lässt ihn einen Prozess flüchtigen und veränderlichen Lebens erkennen, doch daraus leitet er ab, dass es ein ewiges Selbst geben müsse. (Sujato)

“yathā sassato attā ca loko ca vañjho kūṭaṭṭho esikaṭṭhāyiṭṭhito; „Das Selbst und das Weltall sind ewig, unfruchtbar, beständig wie ein Berggipfel, feststehend wie eine Säule.

te ca sattā sandhāvanti saṁsaranti cavanti upapajjanti, atthi tveva sassatisaman”’ti. Sie bleiben für alle Ewigkeit gleich, während diese Lebewesen umherstreifen und umherwandern, sterben und wieder erscheinen.“‘

Idaṁ, bhikkhave, paṭhamaṁ ṭhānaṁ, yaṁ āgamma yaṁ ārabbha eke samaṇabrāhmaṇā sassatavādā sassataṁ attānañca lokañca paññapenti. Das ist die erste Grundlage, auf die sich manche Asketen und Brahmanen stützen, um zu behaupten, das Selbst und das Weltall seien ewig.

Dutiye ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha sassatavādā sassataṁ attānañca lokañca paññapenti? Und was ist die zweite Grundlage, auf die sie sich stützen?

Idha, bhikkhave, ekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā ātappamanvāya padhānamanvāya anuyogamanvāya appamādamanvāya sammāmanasikāramanvāya tathārūpaṁ cetosamādhiṁ phusati, yathāsamāhite citte anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarati. Da erfährt ein Asket oder Brahmane durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes eine Versenkung des Herzens solcher Art, dass er sich an viele Arten früherer Leben erinnert,

Seyyathidaṁ—ekampi saṁvaṭṭavivaṭṭaṁ dvepi saṁvaṭṭavivaṭṭāni tīṇipi saṁvaṭṭavivaṭṭāni cattāripi saṁvaṭṭavivaṭṭāni pañcapi saṁvaṭṭavivaṭṭāni dasapi saṁvaṭṭavivaṭṭāni: ‘amutrāsiṁ evaṁnāmo evaṅgotto evaṁvaṇṇo evamāhāro evaṁsukhadukkhappaṭisaṁvedī evamāyupariyanto, so tato cuto amutra udapādiṁ; tatrāpāsiṁ evaṁnāmo evaṅgotto evaṁvaṇṇo evamāhāro evaṁsukhadukkhappaṭisaṁvedī evamāyupariyanto, so tato cuto idhūpapanno’ti. Iti sākāraṁ sauddesaṁ anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarati. das heißt: ein Äon des Zusammenziehens und Ausdehnens der Welt, zwei, drei, vier, fünf oder zehn Äonen des Zusammenziehens und Ausdehnens der Welt. ‚Dort hatte ich diesen Namen, gehörte zu jenem Stamm, sah so aus, und das war meine Speise. So erlebte ich Glück und Schmerz, und so lange dauerte mein Leben. Als ich von jenem Ort verschied, wurde ich woanders wiedergeboren. Und dort hatte ich diesen Namen, gehörte zu jenem Stamm, sah so aus, und das war meine Speise. So erlebte ich Glück und Schmerz, und so lange dauerte mein Leben. Als ich von jenem Ort verschied, wurde ich hier wiedergeboren.‘ Und so erinnert er sich an viele Arten früherer Leben mit ihren Merkmalen und Einzelheiten. Der Unterschied besteht nur in der Zeitdauer, die hier bis zu zehn Äonen beträgt. Ein einzelnes Äon (kappa) dauert länger als es dauern würde, ein riesiges Gebirge abzutragen, indem man einmal alle hundert Jahre mit einem Tuch darüber reibt SN 15.5, und die Zahl der Äonen ist größer als die Sandkörner im Ganges SN 15.8. Die riesigen Zeiträume, mit denen in den frühen buddhistischen Texten gerechnet wird, sind denen der modernen Kosmologie in der Physik vergleichbar. (Sujato)

So evamāha: Er sagt:

‘sassato attā ca loko ca vañjho kūṭaṭṭho esikaṭṭhāyiṭṭhito; ‚Das Selbst und das Weltall sind ewig, unfruchtbar, beständig wie ein Berggipfel, feststehend wie eine Säule.

te ca sattā sandhāvanti saṁsaranti cavanti upapajjanti, atthi tveva sassatisamaṁ. Sie bleiben für alle Ewigkeit gleich, während diese Lebewesen umherstreifen und umherwandern, sterben und wieder erscheinen.

Taṁ kissa hetu? Warum ist das so?

Ahañhi ātappamanvāya padhānamanvāya anuyogamanvāya appamādamanvāya sammāmanasikāramanvāya tathārūpaṁ cetosamādhiṁ phusāmi yathāsamāhite citte anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarāmi. Weil ich durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes eine Versenkung des Herzens solcher Art erfahre, dass ich mich an viele Arten früherer Leben erinnere

Seyyathidaṁ—ekampi saṁvaṭṭavivaṭṭaṁ dvepi saṁvaṭṭavivaṭṭāni tīṇipi saṁvaṭṭavivaṭṭāni cattāripi saṁvaṭṭavivaṭṭāni pañcapi saṁvaṭṭavivaṭṭāni dasapi saṁvaṭṭavivaṭṭāni: “amutrāsiṁ evaṁnāmo evaṅgotto evaṁvaṇṇo evamāhāro evaṁsukhadukkhappaṭisaṁvedī evamāyupariyanto, so tato cuto amutra udapādiṁ; tatrāpāsiṁ evaṁnāmo evaṅgotto evaṁvaṇṇo evamāhāro evaṁsukhadukkhappaṭisaṁvedī evamāyupariyanto, so tato cuto idhūpapanno”ti. Iti sākāraṁ sauddesaṁ anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarāmi. mit ihren Merkmalen und Einzelheiten.

Imināmahaṁ etaṁ jānāmi: Daher weiß ich:

“yathā sassato attā ca loko ca vañjho kūṭaṭṭho esikaṭṭhāyiṭṭhito, te ca sattā sandhāvanti saṁsaranti cavanti upapajjanti, atthi tveva sassatisaman”’ti. „Das Selbst und das Weltall sind ewig, unfruchtbar, beständig wie ein Berggipfel, feststehend wie eine Säule. Sie bleiben für alle Ewigkeit gleich, während diese Lebewesen umherstreifen und umherwandern, sterben und wieder erscheinen.“‘

Idaṁ, bhikkhave, dutiyaṁ ṭhānaṁ, yaṁ āgamma yaṁ ārabbha eke samaṇabrāhmaṇā sassatavādā sassataṁ attānañca lokañca paññapenti. Das ist die zweite Grundlage, auf die sich manche Asketen und Brahmanen stützen, um zu behaupten, das Selbst und das Weltall seien ewig.

Tatiye ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha sassatavādā sassataṁ attānañca lokañca paññapenti? Und was ist die dritte Grundlage, auf die sie sich stützen?

Idha, bhikkhave, ekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā ātappamanvāya padhānamanvāya anuyogamanvāya appamādamanvāya sammāmanasikāramanvāya tathārūpaṁ cetosamādhiṁ phusati, yathāsamāhite citte anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarati. Da erfährt ein Asket oder Brahmane durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes eine Versenkung des Herzens solcher Art, dass er sich an viele Arten früherer Leben erinnert,

Seyyathidaṁ—dasapi saṁvaṭṭavivaṭṭāni vīsampi saṁvaṭṭavivaṭṭāni tiṁsampi saṁvaṭṭavivaṭṭāni cattālīsampi saṁvaṭṭavivaṭṭāni: ‘amutrāsiṁ evaṁnāmo evaṅgotto evaṁvaṇṇo evamāhāro evaṁsukhadukkhappaṭisaṁvedī evamāyupariyanto, so tato cuto amutra udapādiṁ; tatrāpāsiṁ evaṁnāmo evaṅgotto evaṁvaṇṇo evamāhāro evaṁsukhadukkhappaṭisaṁvedī evamāyupariyanto, so tato cuto idhūpapanno’ti. Iti sākāraṁ sauddesaṁ anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarati. das heißt: zehn Äonen des Zusammenziehens und Ausdehnens der Welt, zwanzig, dreißig oder vierzig Äonen des Zusammenziehens und Ausdehnens der Welt. ‚Dort hatte ich diesen Namen, gehörte zu jenem Stamm, sah so aus, und das war meine Speise. So erlebte ich Glück und Schmerz, und so lange dauerte mein Leben. Als ich von jenem Ort verschied, wurde ich woanders wiedergeboren. Und dort hatte ich diesen Namen, gehörte zu jenem Stamm, sah so aus, und das war meine Speise. So erlebte ich Glück und Schmerz, und so lange dauerte mein Leben. Als ich von jenem Ort verschied, wurde ich hier wiedergeboren.‘ Und so erinnert er sich an viele Arten früherer Leben mit ihren Merkmalen und Einzelheiten.

So evamāha: Er sagt:

‘sassato attā ca loko ca vañjho kūṭaṭṭho esikaṭṭhāyiṭṭhito; ‚Das Selbst und das Weltall sind ewig, unfruchtbar, beständig wie ein Berggipfel, feststehend wie eine Säule.

te ca sattā sandhāvanti saṁsaranti cavanti upapajjanti, atthi tveva sassatisamaṁ. Sie bleiben für alle Ewigkeit gleich, während diese Lebewesen umherstreifen und umherwandern, sterben und wieder erscheinen.

Taṁ kissa hetu? Warum ist das so?

Ahañhi ātappamanvāya padhānamanvāya anuyogamanvāya appamādamanvāya sammāmanasikāramanvāya tathārūpaṁ cetosamādhiṁ phusāmi, yathāsamāhite citte anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarāmi. Weil ich durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes eine Versenkung des Herzens solcher Art erfahre, dass ich mich an viele Arten früherer Leben erinnere

Seyyathidaṁ—dasapi saṁvaṭṭavivaṭṭāni vīsampi saṁvaṭṭavivaṭṭāni tiṁsampi saṁvaṭṭavivaṭṭāni cattālīsampi saṁvaṭṭavivaṭṭāni: “amutrāsiṁ evaṁnāmo evaṅgotto evaṁvaṇṇo evamāhāro evaṁsukhadukkhappaṭisaṁvedī evamāyupariyanto, so tato cuto amutra udapādiṁ; tatrāpāsiṁ evaṁnāmo evaṅgotto evaṁvaṇṇo evamāhāro evaṁsukhadukkhappaṭisaṁvedī evamāyupariyanto, so tato cuto idhūpapanno”ti. Iti sākāraṁ sauddesaṁ anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarāmi. mit ihren Merkmalen und Einzelheiten.

Imināmahaṁ etaṁ jānāmi: Daher weiß ich:

“yathā sassato attā ca loko ca vañjho kūṭaṭṭho esikaṭṭhāyiṭṭhito, te ca sattā sandhāvanti saṁsaranti cavanti upapajjanti, atthi tveva sassatisaman”’ti. „Das Selbst und das Weltall sind ewig, unfruchtbar, beständig wie ein Berggipfel, feststehend wie eine Säule. Sie bleiben für alle Ewigkeit gleich, während diese Lebewesen umherstreifen und umherwandern, sterben und wieder erscheinen.“‘

Idaṁ, bhikkhave, tatiyaṁ ṭhānaṁ, yaṁ āgamma yaṁ ārabbha eke samaṇabrāhmaṇā sassatavādā sassataṁ attānañca lokañca paññapenti. Das ist die dritte Grundlage, auf die sich manche Asketen und Brahmanen stützen, um zu behaupten, das Selbst und das Weltall seien ewig.

Catutthe ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha sassatavādā sassataṁ attānañca lokañca paññapenti? Und was ist die vierte Grundlage, auf die sie sich stützen?

Idha, bhikkhave, ekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā takkī hoti vīmaṁsī, so takkapariyāhataṁ vīmaṁsānucaritaṁ sayaṁ paṭibhānaṁ evamāha: Da ist ein Asket oder Brahmane, der sich auf Logik und Untersuchung stützt. Er spricht von dem, was er mit Logik ausgearbeitet hat, indem er einer Abfolge von Untersuchungsschritten folgt, und drückt seinen eigenen Blickwinkel aus: Diese Theoretiker kamen mithilfe eines logischen Prozesses zur gleichen Schlussfolgerung wie die Meditierenden. Verschiedene Gruppen asketischer Philosophen betonten Kontemplation oder rationale Untersuchung als Mittel zur Wahrheitsfindung. Der Buddha erkennt an, dass beide nützlich, aber begrenzt sind, weil sie, wie hier, manchmal zu falschen Schlussfolgerungen führen können. (Sujato)

‘sassato attā ca loko ca vañjho kūṭaṭṭho esikaṭṭhāyiṭṭhito; ‚Das Selbst und das Weltall sind ewig, unfruchtbar, beständig wie ein Berggipfel, feststehend wie eine Säule.

te ca sattā sandhāvanti saṁsaranti cavanti upapajjanti, atthi tveva sassatisaman’ti. Sie bleiben für alle Ewigkeit gleich, während diese Lebewesen umherstreifen und umherwandern, sterben und wieder erscheinen.‘

Idaṁ, bhikkhave, catutthaṁ ṭhānaṁ, yaṁ āgamma yaṁ ārabbha eke samaṇabrāhmaṇā sassatavādā sassataṁ attānañca lokañca paññapenti. Das ist die vierte Grundlage, auf die sich manche Asketen und Brahmanen stützen, um zu behaupten, das Selbst und das Weltall seien ewig.

Imehi kho te, bhikkhave, samaṇabrāhmaṇā sassatavādā sassataṁ attānañca lokañca paññapenti catūhi vatthūhi. Das sind die vier Grundlagen, auf denen manche Asketen und Brahmanen, die einen Ewigkeitsglauben vertreten, behaupten, das Selbst und das Weltall seien ewig.

Ye hi keci, bhikkhave, samaṇā vā brāhmaṇā vā sassatavādā sassataṁ attānañca lokañca paññapenti, sabbe te imeheva catūhi vatthūhi, etesaṁ vā aññatarena; natthi ito bahiddhā. Jeder Asket oder Brahmane, der einen Ewigkeitsglauben vertritt und behauptet, das Selbst und das Weltall seien ewig, tut das auf der einen oder anderen dieser vier Grundlagen. Außerhalb davon gibt es keine. Ich habe meine Zweifel an diesem Satz. Überall sonst heißt ito bahiddhā „außerhalb der buddhistischen Gemeinschaft“, nicht „außerhalb der hier betrachteten Fälle“. Aber der Kommentar und die chinesische Parallele in T 21 stimmen mit dieser Bedeutung überein. (Sujato)

Tayidaṁ, bhikkhave, tathāgato pajānāti: Der Klargewordene versteht:

‘ime diṭṭhiṭṭhānā evaṅgahitā evaṁparāmaṭṭhā evaṅgatikā bhavanti evaṁabhisamparāyā’ti, ‚Wenn man an diesen Grundlagen für Ansichten festhält und sich daran bindet, führt das zu dem und dem Schicksal im nächsten Leben.‘ Eine „Ansicht“ (diṭṭhi) ist ein relativ feststehender Rahmen, um die Welt zu verstehen, eine „Theorie“. Die „Grundlagen für Ansichten“ (diṭṭhiṭṭhānā) sind die Grundlagen, von denen die Ansichten abgeleitet sind. In diesem Fall sind das die Meditationserfahrungen oder die logischen Folgerungen. (Sujato)

tañca tathāgato pajānāti, tato ca uttaritaraṁ pajānāti; tañca pajānanaṁ na parāmasati, aparāmasato cassa paccattaññeva nibbuti viditā. Das versteht er, und was darüber hinausgeht. Und da er dieses Verständnis nicht falsch auffasst, hat er das Verlöschen in sich selbst verwirklicht. Das Wort parāmasati heißt „etwas fassen“ und wird oft im Sinn von „falsch auffassen“ gebraucht. | Nibbuti ist die Verbform zu nibbāna, das sich von der Metapher des „Erlöschens“ einer Flamme ableitet. (Sujato)

Vedanānaṁ samudayañca atthaṅgamañca assādañca ādīnavañca nissaraṇañca yathābhūtaṁ viditvā anupādāvimutto, bhikkhave, tathāgato. Da der Klargewordene bei den Gefühlen wahrhaftig den Ursprung, das Vergehen, die Befriedigung, den Nachteil und das Entrinnen verstanden hat, ist er durch Nicht-Ergreifen befreit. Yathābhūtaṁ wird oft mit „wie es wirklich ist“ übersetzt, ich gebe es aber gewöhnlich einfach mit „wahrhaftig“ wieder. Es hat oft einen technischen Sinn, dass man sieht, „wie die Dinge entstanden sind (bhuta)“, als Vorgang der Bedingtheit (SN 12.31:7.1). Solch ein unmittelbares Sehen der Wahrheit ist ein Kennzeichen eines Menschen, der in den Strom eintritt, der die erste von vier Stufen des Erwachens verwirklicht hat, im Unterschied zu denen auf dem Pfad, die sich noch auf Vertrauen oder auf Rückschlüsse verlassen (SN 25.1). Hier bezieht es sich auf das Verstehen der Gefühle aus fünf Blickwinkeln. Gefühle unterliegen intellektuellen Theorien und Argumenten, die dazu dienen, Verlangen und Ängste zu stillen. (Sujato)

Ime kho te, bhikkhave, dhammā gambhīrā duddasā duranubodhā santā paṇītā atakkāvacarā nipuṇā paṇḍitavedanīyā, ye tathāgato sayaṁ abhiññā sacchikatvā pavedeti, yehi tathāgatassa yathābhuccaṁ vaṇṇaṁ sammā vadamānā vadeyyuṁ. Das sind die Grundsätze – tiefgründig, schwer zu sehen, schwer zu verstehen, friedvoll und erlesen, die über den Rahmen der Logik hinausgehen, subtil sind, für den Klugen nachvollziehbar –, die der Klargewordene durch eigene Einsicht erkannt hat und erklärt. Und die, die wirklich lobend über den Klargewordenen sprechen, würden richtigerweise über diese Dinge sprechen.

Paṭhamabhāṇavāro. Der erste Abschnitt zum Aufsagen. Lange Texte sind manchmal durch „Abschnitte zum Aufsagen“ (bhāṇavāra) markiert; das war die Länge, die in einer Sitzung aufgesagt wurde. (Sujato)

3.1.2. Ekaccasassatavāda 3.1.2. Teilweiser Ewigkeitsglaube

Santi, bhikkhave, eke samaṇabrāhmaṇā ekaccasassatikā ekaccaasassatikā ekaccaṁ sassataṁ ekaccaṁ asassataṁ attānañca lokañca paññapenti catūhi vatthūhi. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die einen teilweisen Ewigkeitsglauben vertreten, die auf vier Grundlagen behaupten, das Selbst und das Weltall seien teilweise ewig und teilweise zeitlich. Obwohl es um Ansichten über „das Selbst und das Weltall“ geht, liegt der Schwerpunkt bei den nächsten vier Ansichten auf dem Selbst. (Sujato)

Te ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha ekaccasassatikā ekaccaasassatikā ekaccaṁ sassataṁ ekaccaṁ asassataṁ attānañca lokañca paññapenti catūhi vatthūhi? Und was sind die vier Grundlagen, auf die sie sich stützen?

Hoti kho so, bhikkhave, samayo, yaṁ kadāci karahaci dīghassa addhuno accayena ayaṁ loko saṁvaṭṭati. Es kommt eine Zeit, nachdem eine sehr lange Zeitspanne vergangen ist, da dieses Weltall sich zusammenzieht. Das ist das Ende eines Äons. Es ist vielleicht mit dem vergleichbar, was Physiker den „Big Crunch“ nennen. (Sujato)

Saṁvaṭṭamāne loke yebhuyyena sattā ābhassarasaṁvattanikā honti. Wenn das Weltall sich zusammenzieht, gehen die Lebewesen zumeist zum Bereich des strahlenden Glanzes. Die menschliche und ähnliche Welten werden in der Feuersbrunst am Ende des Universums zerstört, aber Lebewesen werden durch die Kraft ihres vergangenen Kamma erhalten. | Der „Bereich des strahlenden Glanzes“ ist ein Brahmāhimmel, der dem zweiten Jhāna entspricht. (Sujato)

Te tattha honti manomayā pītibhakkhā sayaṁpabhā antalikkhacarā subhaṭṭhāyino, ciraṁ dīghamaddhānaṁ tiṭṭhanti. Dort sind sie geistgeschaffen, ernähren sich von Ekstase, sind selbstleuchtend und bewegen sich mitten durch die Luft, gleichmäßig strahlend, und sie bleiben so für eine sehr lange Zeit. „Geistgeschaffene“ (manomaya) Wesen werden aufgrund ihres früheren Kamma durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren, nicht durch geschlechtliche Fortpflanzung. | „Ekstase“ (pīti) ist eine freudige emotionale Reaktion auf ein Glücksgefühl, die man üblicherweise im spirituellen Sinn von Erhoben- oder Ergriffensein in der Meditation findet. (Sujato)

Hoti kho so, bhikkhave, samayo, yaṁ kadāci karahaci dīghassa addhuno accayena ayaṁ loko vivaṭṭati. Es kommt eine Zeit, nachdem eine sehr lange Zeitspanne vergangen ist, da dieses Weltall sich ausdehnt. Das ist mit dem „Urknall“ in einem zyklischen Universum vergleichbar. (Sujato)

Vivaṭṭamāne loke suññaṁ brahmavimānaṁ pātubhavati. Wenn es sich ausdehnt, erscheint ein leerer Brahmāpalast. Die Bereiche, in die Lebewesen hineingeboren werden, bestehen in wechselseitiger Abhängigkeit mit den Wesen selbst. Die verschiedenen Dimensionen entsprechen verschiedenen Arten von Kamma. (Sujato)

Atha kho aññataro satto āyukkhayā vā puññakkhayā vā ābhassarakāyā cavitvā suññaṁ brahmavimānaṁ upapajjati. Und da seine Lebensdauer oder sein Verdienst zu Ende geht, scheidet dann eins der Lebewesen von jener Schar der Götter von strahlendem Glanz ab und wird in dem leeren Brahmāpalast wiedergeboren. Das heißt, es geht von einer Welt, die dem zweiten Jhāna entspricht, zu einer, die dem ersten Jhāna entspricht. (Sujato)

So tattha hoti manomayo pītibhakkho sayampabho antalikkhacaro subhaṭṭhāyī, ciraṁ dīghamaddhānaṁ tiṭṭhati. Dort ist es geistgeschaffen, ernährt sich von Ekstase, ist selbstleuchtend und bewegt sich mitten durch die Luft, gleichmäßig strahlend, und es bleibt so für eine sehr lange Zeit.

Tassa tattha ekakassa dīgharattaṁ nivusitattā anabhirati paritassanā uppajjati: Aber nachdem es dort eine lange Zeit allein gelebt hat, wird es unzufrieden und unruhig:

‘aho vata aññepi sattā itthattaṁ āgaccheyyun’ti. ‚Ach, wenn doch nur andere Wesen zu diesem Ort kämen!‘

Atha aññepi sattā āyukkhayā vā puññakkhayā vā ābhassarakāyā cavitvā brahmavimānaṁ upapajjanti tassa sattassa sahabyataṁ. Und da ihre Lebensdauer oder ihr Verdienst zu Ende geht, scheiden dann andere Lebewesen von jener Schar der Götter von strahlendem Glanz ab und werden in dem Brahmāpalast bei dem ersten Wesen wiedergeboren. Diese Wesen werden gemäß ihres eigenen Kamma wiedergeboren, und es ist bloßer Zufall, dass sie gerade dann erscheinen, als das erste Wesen seinen Wunsch ausgesprochen hat. (Sujato)

Tepi tattha honti manomayā pītibhakkhā sayaṁpabhā antalikkhacarā subhaṭṭhāyino, ciraṁ dīghamaddhānaṁ tiṭṭhanti. Dort sind sie geistgeschaffen, ernähren sich von Ekstase, sind selbstleuchtend und bewegen sich mitten durch die Luft, gleichmäßig strahlend, und sie bleiben so für eine sehr lange Zeit.

Tatra, bhikkhave, yo so satto paṭhamaṁ upapanno tassa evaṁ hoti: Nun denkt das Wesen, das zuerst dort wiedergeboren wurde:

‘ahamasmi brahmā mahābrahmā abhibhū anabhibhūto aññadatthudaso vasavattī issaro kattā nimmātā seṭṭho sajitā vasī pitā bhūtabhabyānaṁ. ‚Ich bin Brahmā, der Große Brahmā, der Bezwinger, der Unbezwungene, der allumfassende Seher, der, der die Macht hat, Gott der Allmächtige, der Macher, der Schöpfer, der Erste, der Erzeuger, der Lenker, der Vater derer, die geboren sind und noch geboren werden. Die Vorstellung von einem Schöpfergott entstand durch Selbstgefühl und Täuschung. (Sujato)

Mayā ime sattā nimmitā. Diese Wesen wurden von mir geschaffen!

Taṁ kissa hetu? Warum ist das so?

Mamañhi pubbe etadahosi: Weil ich zuerst dachte:

“aho vata aññepi sattā itthattaṁ āgaccheyyun”ti. „Ach, wenn doch nur andere Wesen zu diesem Ort kämen!“

Iti mama ca manopaṇidhi, ime ca sattā itthattaṁ āgatā’ti. Das war mein Herzenswunsch, und dann kamen diese Geschöpfe zu diesem Ort.‘ Die anderen Geschöpfe erschienen nach seinem Wunsch, nicht wegen des Wunsches. Gott verwechselt Korrelation mit Ursache, ein Fehler, der von einer nicht geringen Zahl seiner Anhänger fortgesetzt wird. (Sujato)

Yepi te sattā pacchā upapannā, tesampi evaṁ hoti: Und die Wesen, die später dort wiedergeboren wurden, denken ebenfalls:

‘ayaṁ kho bhavaṁ brahmā mahābrahmā abhibhū anabhibhūto aññadatthudaso vasavattī issaro kattā nimmātā seṭṭho sajitā vasī pitā bhūtabhabyānaṁ. ‚Das muss Brahmā sein, der Große Brahmā, der Bezwinger, der Unbezwungene, der allumfassende Seher, der, der die Macht hat, Gott der Allmächtige, der Macher, der Schöpfer, der Erste, der Erzeuger, der Lenker, der Vater derer, die geboren sind und noch geboren werden.

Iminā mayaṁ bhotā brahmunā nimmitā. Und wir wurden von ihm geschaffen.

Taṁ kissa hetu? Warum ist das so?

Imañhi mayaṁ addasāma idha paṭhamaṁ upapannaṁ, mayaṁ panamha pacchā upapannā’ti. Weil wir sehen, dass er zuerst hier wiedergeboren war, und wir kamen später an.‘

Tatra, bhikkhave, yo so satto paṭhamaṁ upapanno, so dīghāyukataro ca hoti vaṇṇavantataro ca mahesakkhataro ca. Und das Wesen, das zuerst wiedergeboren wurde, lebt länger, ist schöner und ranghöher als die, die später angekommen sind.

Ye pana te sattā pacchā upapannā, te appāyukatarā ca honti dubbaṇṇatarā ca appesakkhatarā ca.

Ṭhānaṁ kho panetaṁ, bhikkhave, vijjati, yaṁ aññataro satto tamhā kāyā cavitvā itthattaṁ āgacchati. Es ist möglich, dass eins jener Wesen von jener Schar abscheidet und an diesem Ort wiedergeboren wird.

Itthattaṁ āgato samāno agārasmā anagāriyaṁ pabbajati. Dann zieht es aus dem Haus fort ins hauslose Leben.

Agārasmā anagāriyaṁ pabbajito samāno ātappamanvāya padhānamanvāya anuyogamanvāya appamādamanvāya sammāmanasikāramanvāya tathārūpaṁ cetosamādhiṁ phusati, yathāsamāhite citte taṁ pubbenivāsaṁ anussarati, tato paraṁ nānussarati. Durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes erfährt es eine Versenkung des Herzens solcher Art, dass es sich an dieses letzte Leben erinnert, aber an kein weiteres. Auch hier ist die Meditationserfahrung wieder authentisch, aber was es daraus ableitet, geht über die Tatsachen hinaus. (Sujato)

So evamāha: Es sagt:

‘yo kho so bhavaṁ brahmā mahābrahmā abhibhū anabhibhūto aññadatthudaso vasavattī issaro kattā nimmātā seṭṭho sajitā vasī pitā bhūtabhabyānaṁ, yena mayaṁ bhotā brahmunā nimmitā, so nicco dhuvo sassato avipariṇāmadhammo sassatisamaṁ tatheva ṭhassati. ‚Er, der Brahmā ist, der Große Brahmā, der Bezwinger, der Unbezwungene, der allumfassende Seher, der, der die Macht hat, Gott der Allmächtige, der Macher, der Schöpfer, der Erste, der Erzeuger, der Lenker, der Vater derer, die geboren sind und noch geboren werden, von dem wir geschaffen wurden – er ist beständig, immerwährend, ewig, unvergänglich und bleibt für alle Ewigkeit gleich.

Ye pana mayaṁ ahumhā tena bhotā brahmunā nimmitā, te mayaṁ aniccā addhuvā appāyukā cavanadhammā itthattaṁ āgatā’ti. Wir, die wir von diesem Brahmā geschaffen wurden, sind unbeständig, währen nicht fort, leben kurz, sind vergänglich und sind zu diesem Ort gekommen.‘ Die überlebenden Formen indischer Religionen (Buddhismus, Hinduismus, Jainismus) vertreten typischerweise die Ansicht, dass alle Geschöpfe letzten Endes die gleiche Natur haben und daher alle Befreiung finden können. Hier sehen wir, dass dies nicht immer so war, denn diese Theoretiker glaubten, dass es in sich unterschiedliche Klassen von Wesen im Weltall gibt. Das hängt nicht mit ihrem Verhalten zusammen, sondern mit den Umständen ihrer Schöpfung. (Sujato)

Idaṁ, bhikkhave, paṭhamaṁ ṭhānaṁ, yaṁ āgamma yaṁ ārabbha eke samaṇabrāhmaṇā ekaccasassatikā ekaccaasassatikā ekaccaṁ sassataṁ ekaccaṁ asassataṁ attānañca lokañca paññapenti. Das ist die erste Grundlage, auf die sich manche Asketen und Brahmanen stützen, um zu behaupten, das Selbst und das Weltall seien teilweise ewig.

Dutiye ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha ekaccasassatikā ekaccaasassatikā ekaccaṁ sassataṁ ekaccaṁ asassataṁ attānañca lokañca paññapenti? Und was ist die zweite Grundlage, auf die sie sich stützen?

Santi, bhikkhave, khiḍḍāpadosikā nāma devā, te ativelaṁ hassakhiḍḍāratidhammasamāpannā viharanti. Tesaṁ ativelaṁ hassakhiḍḍāratidhammasamāpannānaṁ viharataṁ sati sammussati. Satiyā sammosā te devā tamhā kāyā cavanti. Es gibt Götter mit Namen ‚durch Spielen Verkommene‘. Sie verbringen zu viel Zeit mit Lachen, Spielen und Ausgelassenheit. Und dabei verlieren sie ihre Achtsamkeit, und sie scheiden von jener Götterschar ab. So angenehm das Leben der Götter auch ist, selbst sie sollten noch eine gewisse Mäßigung üben (MN 37:11.2), eine Lektion, die die „durch Spielen Verkommenen“ (khiḍḍāpadosikā) vergessen haben. | Beachte, dass Achtsamkeit (sati) nicht als spezifisch buddhistische Tugend angesehen wird. Hier bezieht sie sich auf eine Art moralischen Kompass und Selbst-Gewahrsein, nicht so sehr auf eine Meditationsübung. (Sujato)

Ṭhānaṁ kho panetaṁ, bhikkhave, vijjati yaṁ aññataro satto tamhā kāyā cavitvā itthattaṁ āgacchati. Es ist möglich, dass eins jener Wesen von jener Schar abscheidet und an diesem Ort wiedergeboren wird.

Itthattaṁ āgato samāno agārasmā anagāriyaṁ pabbajati. Dann zieht es aus dem Haus fort ins hauslose Leben.

Agārasmā anagāriyaṁ pabbajito samāno ātappamanvāya padhānamanvāya anuyogamanvāya appamādamanvāya sammāmanasikāramanvāya tathārūpaṁ cetosamādhiṁ phusati, yathāsamāhite citte taṁ pubbenivāsaṁ anussarati, tato paraṁ nānussarati. Durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes erfährt es eine Versenkung des Herzens solcher Art, dass es sich an dieses letzte Leben erinnert, aber an kein weiteres.

So evamāha: Es sagt:

‘ye kho te bhonto devā na khiḍḍāpadosikā, te na ativelaṁ hassakhiḍḍāratidhammasamāpannā viharanti. Tesaṁ na ativelaṁ hassakhiḍḍāratidhammasamāpannānaṁ viharataṁ sati na sammussati. Satiyā asammosā te devā tamhā kāyā na cavanti; ‚Die Götter, die nicht durch Spielen verkommen sind, verbringen nicht zu viel Zeit mit Lachen, Spielen und Ausgelassenheit. So verlieren sie nicht ihre Achtsamkeit, und sie scheiden nicht von jener Götterschar ab.

niccā dhuvā sassatā avipariṇāmadhammā sassatisamaṁ tatheva ṭhassanti. Sie sind beständig, immerwährend, ewig, unvergänglich und bleiben für alle Ewigkeit gleich.

Ye pana mayaṁ ahumhā khiḍḍāpadosikā, te mayaṁ ativelaṁ hassakhiḍḍāratidhammasamāpannā viharimhā. Tesaṁ no ativelaṁ hassakhiḍḍāratidhammasamāpannānaṁ viharataṁ sati sammussati. Satiyā sammosā evaṁ mayaṁ tamhā kāyā cutā Aber wir, die wir durch Spielen verkommen waren, verbrachten zu viel Zeit mit Lachen, Spielen und Ausgelassenheit. Und dabei verloren wir unsere Achtsamkeit, und wir schieden von jener Götterschar ab.

aniccā addhuvā appāyukā cavanadhammā itthattaṁ āgatā’ti. Wir sind unbeständig, währen nicht fort, leben kurz, sind vergänglich und sind zu diesem Ort gekommen.‘ Hier wird der Unterschied zwischen den Wesen nicht den Umständen ihrer Schöpfung zugeschrieben, sondern ihrem Verhalten. (Sujato)

Idaṁ, bhikkhave, dutiyaṁ ṭhānaṁ, yaṁ āgamma yaṁ ārabbha eke samaṇabrāhmaṇā ekaccasassatikā ekaccaasassatikā ekaccaṁ sassataṁ ekaccaṁ asassataṁ attānañca lokañca paññapenti. Das ist die zweite Grundlage, auf die sich manche Asketen und Brahmanen stützen, um zu behaupten, das Selbst und das Weltall seien teilweise ewig.

Tatiye ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha ekaccasassatikā ekaccaasassatikā ekaccaṁ sassataṁ ekaccaṁ asassataṁ attānañca lokañca paññapenti? Und was ist die dritte Grundlage, auf die sie sich stützen?

Santi, bhikkhave, manopadosikā nāma devā, te ativelaṁ aññamaññaṁ upanijjhāyanti. Te ativelaṁ aññamaññaṁ upanijjhāyantā aññamaññamhi cittāni padūsenti. Te aññamaññaṁ paduṭṭhacittā kilantakāyā kilantacittā. Te devā tamhā kāyā cavanti. Es gibt Götter mit Namen ‚Gehässige‘. Sie verbringen zu viel Zeit damit, einander anzustarren, sodass sie aufeinander wütend werden, und ihr Körper und Geist werden müde. Sie scheiden von jener Götterschar ab. Die Parallele zwischen den Paliwörtern manopadosika („gehässig“) und khiddapadosika („durch Spielen verkommen“) legt eine Übersetzung als „im Geist verkommen“ für manopadosika nahe. Allerdings heißt manopadosa anderswo in den Suttas durchgängig „böse Absicht“ (MN 56:13.15, MN 93:18.30, DN 26:20.3.. Siehe auch mano padūseyya in MN 21:20.1 und MN 28:9.6). Somit besteht der Unterschied zwischen Gier und Hass. | Hier sind mano und citta wie gewöhnlich Synonyme für „Geist“. (Sujato)

Ṭhānaṁ kho panetaṁ, bhikkhave, vijjati yaṁ aññataro satto tamhā kāyā cavitvā itthattaṁ āgacchati. Es ist möglich, dass eins jener Wesen von jener Schar abscheidet und an diesem Ort wiedergeboren wird.

Itthattaṁ āgato samāno agārasmā anagāriyaṁ pabbajati. Dann zieht es aus dem Haus fort ins hauslose Leben.

Agārasmā anagāriyaṁ pabbajito samāno ātappamanvāya padhānamanvāya anuyogamanvāya appamādamanvāya sammāmanasikāramanvāya tathārūpaṁ cetosamādhiṁ phusati, yathāsamāhite citte taṁ pubbenivāsaṁ anussarati, tato paraṁ nānussarati. Durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes erfährt es eine Versenkung des Herzens solcher Art, dass es sich an dieses letzte Leben erinnert, aber an kein weiteres.

So evamāha: Es sagt:

‘ye kho te bhonto devā na manopadosikā, te nātivelaṁ aññamaññaṁ upanijjhāyanti. Te nātivelaṁ aññamaññaṁ upanijjhāyantā aññamaññamhi cittāni nappadūsenti. Te aññamaññaṁ appaduṭṭhacittā akilantakāyā akilantacittā. Te devā tamhā kāyā na cavanti, ‚Die Götter, die nicht gehässig sind, verbringen nicht zu viel Zeit damit, einander anzustarren, und so werden sie nicht wütend aufeinander, und ihr Körper und Geist werden nicht müde. Sie scheiden nicht von jener Götterschar ab.

niccā dhuvā sassatā avipariṇāmadhammā sassatisamaṁ tatheva ṭhassanti. Sie sind beständig, immerwährend, ewig, unvergänglich und bleiben für alle Ewigkeit gleich.

Ye pana mayaṁ ahumhā manopadosikā, te mayaṁ ativelaṁ aññamaññaṁ upanijjhāyimhā. Te mayaṁ ativelaṁ aññamaññaṁ upanijjhāyantā aññamaññamhi cittāni padūsimhā, te mayaṁ aññamaññaṁ paduṭṭhacittā kilantakāyā kilantacittā. Evaṁ mayaṁ tamhā kāyā cutā Aber wir, die wir gehässig waren, verbrachten zu viel Zeit damit, einander anzustarren, sodass wir aufeinander wütend wurden, und unser Körper und Geist wurden müde. Wir schieden von jener Götterschar ab.

aniccā addhuvā appāyukā cavanadhammā itthattaṁ āgatā’ti. Wir sind unbeständig, währen nicht fort, leben kurz, sind vergänglich und sind zu diesem Ort gekommen.‘

Idaṁ, bhikkhave, tatiyaṁ ṭhānaṁ, yaṁ āgamma yaṁ ārabbha eke samaṇabrāhmaṇā ekaccasassatikā ekaccaasassatikā ekaccaṁ sassataṁ ekaccaṁ asassataṁ attānañca lokañca paññapenti. Das ist die dritte Grundlage, auf die sich manche Asketen und Brahmanen stützen, um zu behaupten, das Selbst und das Weltall seien teilweise ewig.

Catutthe ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha ekaccasassatikā ekaccaasassatikā ekaccaṁ sassataṁ ekaccaṁ asassataṁ attānañca lokañca paññapenti? Und was ist die vierte Grundlage, auf die sie sich stützen?

Idha, bhikkhave, ekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā takkī hoti vīmaṁsī. So takkapariyāhataṁ vīmaṁsānucaritaṁ sayampaṭibhānaṁ evamāha: Da ist ein Asket oder Brahmane, der sich auf Logik und Untersuchung stützt. Er spricht von dem, was er mit Logik ausgearbeitet hat, indem er einer Abfolge von Untersuchungsschritten folgt, und drückt seinen eigenen Blickwinkel aus:

‘yaṁ kho idaṁ vuccati cakkhuṁ itipi sotaṁ itipi ghānaṁ itipi jivhā itipi kāyo itipi, ayaṁ attā anicco addhuvo asassato vipariṇāmadhammo. ‚Das, was „das Auge“, „das Ohr“, „die Nase“, „die Zunge“ und auch „der Körper“ genannt wird: Dieses Selbst ist unbeständig, währt nicht fort, ist zeitlich und muss zugrunde gehen.

Yañca kho idaṁ vuccati cittanti vā manoti vā viññāṇanti vā ayaṁ attā nicco dhuvo sassato avipariṇāmadhammo sassatisamaṁ tatheva ṭhassatī’ti. Das, was „Geist“ oder „Empfindungsvermögen“ oder „Bewusstsein“ genannt wird: Dieses Selbst ist beständig, immerwährend, ewig und unvergänglich und wird für immer und ewig bestehen.‘ Das ist Geist-Körper-Dualismus, die Vorstellung, dass der Geist aus einem grundsätzlich anderen Stoff bestehe als der Körper. (Sujato)

Idaṁ, bhikkhave, catutthaṁ ṭhānaṁ, yaṁ āgamma yaṁ ārabbha eke samaṇabrāhmaṇā ekaccasassatikā ekaccaasassatikā ekaccaṁ sassataṁ ekaccaṁ asassataṁ attānañca lokañca paññapenti. Das ist die vierte Grundlage, auf die sich manche Asketen und Brahmanen stützen, um zu behaupten, das Selbst und das Weltall seien teilweise ewig.

Imehi kho te, bhikkhave, samaṇabrāhmaṇā ekaccasassatikā ekaccaasassatikā ekaccaṁ sassataṁ ekaccaṁ asassataṁ attānañca lokañca paññapenti catūhi vatthūhi. Das sind die vier Grundlagen, auf denen manche Asketen und Brahmanen, die einen teilweisen Ewigkeitsglauben vertreten, behaupten, das Selbst und das Weltall seien teilweise ewig und teilweise zeitlich.

Ye hi keci, bhikkhave, samaṇā vā brāhmaṇā vā ekaccasassatikā ekaccaasassatikā ekaccaṁ sassataṁ ekaccaṁ asassataṁ attānañca lokañca paññapenti, sabbe te imeheva catūhi vatthūhi, etesaṁ vā aññatarena; natthi ito bahiddhā. Jeder Asket oder Brahmane, der einen teilweisen Ewigkeitsglauben vertritt und behauptet, das Selbst und das Weltall seien teilweise ewig und teilweise zeitlich, tut das auf der einen oder anderen dieser vier Grundlagen. Außerhalb davon gibt es keine.

Tayidaṁ, bhikkhave, tathāgato pajānāti: Der Klargewordene versteht:

‘ime diṭṭhiṭṭhānā evaṅgahitā evaṁparāmaṭṭhā evaṅgatikā bhavanti evaṁabhisamparāyā’ti. ‚Wenn man an diesen Grundlagen für Ansichten festhält und sich daran bindet, führt das zu dem und dem Schicksal im nächsten Leben.‘

Tañca tathāgato pajānāti, tato ca uttaritaraṁ pajānāti, tañca pajānanaṁ na parāmasati, aparāmasato cassa paccattaññeva nibbuti viditā. Das versteht er, und was darüber hinausgeht. Und da er dieses Verständnis nicht falsch auffasst, hat er das Verlöschen in sich selbst verwirklicht.

Vedanānaṁ samudayañca atthaṅgamañca assādañca ādīnavañca nissaraṇañca yathābhūtaṁ viditvā anupādāvimutto, bhikkhave, tathāgato. Da der Klargewordene bei den Gefühlen wahrhaftig den Ursprung, das Vergehen, die Befriedigung, den Nachteil und das Entrinnen verstanden hat, ist er durch Nicht-Ergreifen befreit.

Ime kho te, bhikkhave, dhammā gambhīrā duddasā duranubodhā santā paṇītā atakkāvacarā nipuṇā paṇḍitavedanīyā, ye tathāgato sayaṁ abhiññā sacchikatvā pavedeti, yehi tathāgatassa yathābhuccaṁ vaṇṇaṁ sammā vadamānā vadeyyuṁ. Das sind die Grundsätze – tiefgründig, schwer zu sehen, schwer zu verstehen, friedvoll und erlesen, die über den Rahmen der Logik hinausgehen, subtil sind, für den Klugen nachvollziehbar –, die der Klargewordene durch eigene Einsicht erkannt hat und erklärt. Und die, die wirklich lobend über den Klargewordenen sprechen, würden richtigerweise über diese Dinge sprechen.

3.1.3. Antānantavāda 3.1.3. Das Weltall ist endlich oder unendlich

Santi, bhikkhave, eke samaṇabrāhmaṇā antānantikā antānantaṁ lokassa paññapenti catūhi vatthūhi. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Theorien über Endlichkeit und Unendlichkeit aufstellen und auf vier Grundlagen behaupten, das Weltall sei endlich oder unendlich. Hier gehen wir von Ansichten, die über das Selbst und das Weltall gemeinsam spekulieren, zu solchen, die sich nur auf die physikalische Ausdehnung des Universums richten. Es ist nicht klar, warum diese als „Ansichten über den ersten Anfang“ eingeordnet sind. (Sujato)

Te ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha antānantikā antānantaṁ lokassa paññapenti catūhi vatthūhi? Und was sind die vier Grundlagen, auf die sie sich stützen?

Idha, bhikkhave, ekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā ātappamanvāya padhānamanvāya anuyogamanvāya appamādamanvāya sammāmanasikāramanvāya tathārūpaṁ cetosamādhiṁ phusati, yathāsamāhite citte antasaññī lokasmiṁ viharati. Da erfährt ein Asket oder Brahmane durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes eine Versenkung des Herzens solcher Art, dass er meditiert, indem er das Weltall als endlich wahrnimmt. Die Ansicht wird wieder als von der Meditation abgeleitet dargestellt, was zeigt, dass meditative Erfahrung von manchen als Mittel angesehen wurde, das echte Wahrheiten über die physische Welt offenbart. (Sujato)

So evamāha: Er sagt:

‘antavā ayaṁ loko parivaṭumo. ‚Das Weltall ist endlich und begrenzt.

Taṁ kissa hetu? Warum ist das so?

Ahañhi ātappamanvāya padhānamanvāya anuyogamanvāya appamādamanvāya sammāmanasikāramanvāya tathārūpaṁ cetosamādhiṁ phusāmi, yathāsamāhite citte antasaññī lokasmiṁ viharāmi. Weil ich durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes eine Versenkung des Herzens solcher Art erfahre, dass ich meditiere, indem ich das Weltall als endlich wahrnehme. Es wird angenommen, dass die Natur der Meditation die Natur der Welt selbst ist. (Sujato)

Imināmahaṁ etaṁ jānāmi: Daher weiß ich:

“yathā antavā ayaṁ loko parivaṭumo”’ti. „Das Weltall ist endlich und begrenzt.“‘

Idaṁ, bhikkhave, paṭhamaṁ ṭhānaṁ, yaṁ āgamma yaṁ ārabbha eke samaṇabrāhmaṇā antānantikā antānantaṁ lokassa paññapenti. Das ist die erste Grundlage, auf die sich manche Asketen und Brahmanen stützen, um zu behaupten, das Weltall sei endlich oder unendlich.

Dutiye ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha antānantikā antānantaṁ lokassa paññapenti? Und was ist die zweite Grundlage, auf die sie sich stützen?

Idha, bhikkhave, ekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā ātappamanvāya padhānamanvāya anuyogamanvāya appamādamanvāya sammāmanasikāramanvāya tathārūpaṁ cetosamādhiṁ phusati, yathāsamāhite citte anantasaññī lokasmiṁ viharati. Da erfährt ein Asket oder Brahmane durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes eine Versenkung des Herzens solcher Art, dass er meditiert, indem er das Weltall als unendlich wahrnimmt. In jedem bisherigen Satz von vier Ansichten waren die Ansichten jeweils gleich, nur die Mittel, um sie zu gewinnen, unterschieden sich. Hier unterscheiden sich die Ansichten selbst. Die Unterschiede nehmen die Form eines Tetralemma an: A, nicht-A, sowohl A als auch nicht-A, weder A noch nicht-A. Dieses Muster findet man häufig im frühen Buddhismus und auch im indischen Denken allgemein. Die beiden letzten Punkte sollen nicht undurchsichtig oder geheimnisvoll sein, sondern sie sollen tatsächliche Möglichkeiten ausdrücken, die mit einer einfachen Dualität nicht erfasst werden können. (Sujato)

So evamāha: Er sagt:

‘ananto ayaṁ loko apariyanto. ‚Das Weltall ist unendlich und unbegrenzt.

Ye te samaṇabrāhmaṇā evamāhaṁsu: Die Asketen und Brahmanen, die sagen,

“antavā ayaṁ loko parivaṭumo”ti, tesaṁ musā. das Weltall sei endlich, haben Unrecht. Heute ist es üblich, zu sagen, dass die eigene Erfahrung für einen selbst gültig ist. Das war offenbar nicht die Art, wie diese Philosophen dachten. (Sujato)

Ananto ayaṁ loko apariyanto. Das Weltall ist unendlich und unbegrenzt.

Taṁ kissa hetu? Warum ist das so?

Ahañhi ātappamanvāya padhānamanvāya anuyogamanvāya appamādamanvāya sammāmanasikāramanvāya tathārūpaṁ cetosamādhiṁ phusāmi, yathāsamāhite citte anantasaññī lokasmiṁ viharāmi. Weil ich durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes eine Versenkung des Herzens solcher Art erfahre, dass ich meditiere, indem ich das Weltall als unendlich wahrnehme.

Imināmahaṁ etaṁ jānāmi: Daher weiß ich:

“yathā ananto ayaṁ loko apariyanto”’ti. „Das Weltall ist unendlich und unbegrenzt.“‘

Idaṁ, bhikkhave, dutiyaṁ ṭhānaṁ, yaṁ āgamma yaṁ ārabbha eke samaṇabrāhmaṇā antānantikā antānantaṁ lokassa paññapenti. Das ist die zweite Grundlage, auf die sich manche Asketen und Brahmanen stützen, um zu behaupten, das Weltall sei endlich oder unendlich.

Tatiye ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha antānantikā antānantaṁ lokassa paññapenti? Und was ist die dritte Grundlage, auf die sie sich stützen?

Idha, bhikkhave, ekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā ātappamanvāya padhānamanvāya anuyogamanvāya appamādamanvāya sammāmanasikāramanvāya tathārūpaṁ cetosamādhiṁ phusati, yathāsamāhite citte uddhamadho antasaññī lokasmiṁ viharati, tiriyaṁ anantasaññī. Da erfährt ein Asket oder Brahmane durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes eine Versenkung des Herzens solcher Art, dass er meditiert, indem er das Weltall als in vertikaler Richtung endlich und in horizontaler Richtung unendlich wahrnimmt. Es scheint, sie nehmen das Universum wahr, als habe es eine Ausdehnung wie eine Scheibe. Man könnte es eine „Scheibenwelt“ nennen. (Sujato)

So evamāha: Er sagt:

‘antavā ca ayaṁ loko ananto ca. ‚Das Weltall ist sowohl endlich als auch unendlich.

Ye te samaṇabrāhmaṇā evamāhaṁsu: Die Asketen und Brahmanen, die sagen,

“antavā ayaṁ loko parivaṭumo”ti, tesaṁ musā. das Weltall sei endlich, haben Unrecht,

Yepi te samaṇabrāhmaṇā evamāhaṁsu: und die, die sagen,

“ananto ayaṁ loko apariyanto”ti, tesampi musā. es sei unendlich, haben ebenfalls Unrecht.

Antavā ca ayaṁ loko ananto ca. Das Weltall ist sowohl endlich als auch unendlich.

Taṁ kissa hetu? Warum ist das so?

Ahañhi ātappamanvāya padhānamanvāya anuyogamanvāya appamādamanvāya sammāmanasikāramanvāya tathārūpaṁ cetosamādhiṁ phusāmi, yathāsamāhite citte uddhamadho antasaññī lokasmiṁ viharāmi, tiriyaṁ anantasaññī. Weil ich durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes eine Versenkung des Herzens solcher Art erfahre, dass ich meditiere, indem ich das Weltall als in vertikaler Richtung endlich und in horizontaler Richtung unendlich wahrnehme.

Imināmahaṁ etaṁ jānāmi: Daher weiß ich:

“yathā antavā ca ayaṁ loko ananto cā”’ti. „Das Weltall ist sowohl endlich als auch unendlich.“‘

Idaṁ, bhikkhave, tatiyaṁ ṭhānaṁ, yaṁ āgamma yaṁ ārabbha eke samaṇabrāhmaṇā antānantikā antānantaṁ lokassa paññapenti. Das ist die dritte Grundlage, auf die sich manche Asketen und Brahmanen stützen, um zu behaupten, das Weltall sei endlich oder unendlich.

Catutthe ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha antānantikā antānantaṁ lokassa paññapenti? Und was ist die vierte Grundlage, auf die sie sich stützen?

Idha, bhikkhave, ekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā takkī hoti vīmaṁsī. So takkapariyāhataṁ vīmaṁsānucaritaṁ sayampaṭibhānaṁ evamāha: Da ist ein Asket oder Brahmane, der sich auf Logik und Untersuchung stützt. Er spricht von dem, was er mit Logik ausgearbeitet hat, indem er einer Abfolge von Untersuchungsschritten folgt, und drückt seinen eigenen Blickwinkel aus:

‘nevāyaṁ loko antavā, na panānanto. ‚Das Weltall ist weder endlich noch unendlich. Der Text macht keine näheren Angaben, was das bedeutet, aber es könnte die Ansicht beinhalten, dass Vorstellungen von „endlich“ oder „unendlich“ unpassend sind, um das Universum zu beschreiben. Denken wir an ein Universum, das sich in Lichtgeschwindigkeit ausdehnt. Zu keinem gegebenen Zeitpunkt ist es unendlich, aber da es nicht möglich ist, an sein Ende zu gelangen, ist es auch nicht endlich. (Sujato)

Ye te samaṇabrāhmaṇā evamāhaṁsu: Die Asketen und Brahmanen, die sagen,

“antavā ayaṁ loko parivaṭumo”ti, tesaṁ musā. das Weltall sei endlich, haben Unrecht,

Yepi te samaṇabrāhmaṇā evamāhaṁsu: und die, die sagen,

“ananto ayaṁ loko apariyanto”ti, tesampi musā. es sei unendlich, haben ebenfalls Unrecht,

Yepi te samaṇabrāhmaṇā evamāhaṁsu: und die, die sagen,

“antavā ca ayaṁ loko ananto cā”ti, tesampi musā. es sei sowohl endlich als auch unendlich, auch sie haben Unrecht.

Nevāyaṁ loko antavā, na panānanto’ti. Das Weltall ist weder endlich noch unendlich.‘

Idaṁ, bhikkhave, catutthaṁ ṭhānaṁ, yaṁ āgamma yaṁ ārabbha eke samaṇabrāhmaṇā antānantikā antānantaṁ lokassa paññapenti. Das ist die vierte Grundlage, auf die sich manche Asketen und Brahmanen stützen, um zu behaupten, das Weltall sei endlich oder unendlich.

Imehi kho te, bhikkhave, samaṇabrāhmaṇā antānantikā antānantaṁ lokassa paññapenti catūhi vatthūhi. Das sind die vier Grundlagen, auf denen manche Asketen und Brahmanen, die Theorien über Endlichkeit und Unendlichkeit aufstellen, behaupten, das Weltall sei endlich oder unendlich.

Ye hi keci, bhikkhave, samaṇā vā brāhmaṇā vā antānantikā antānantaṁ lokassa paññapenti, sabbe te imeheva catūhi vatthūhi, etesaṁ vā aññatarena; natthi ito bahiddhā. Jeder Asket oder Brahmane, der Theorien über Endlichkeit und Unendlichkeit aufstellt und behauptet, das Weltall sei endlich oder unendlich, tut das auf der einen oder anderen dieser vier Grundlagen. Außerhalb davon gibt es keine.

Tayidaṁ, bhikkhave, tathāgato pajānāti: Der Klargewordene versteht:

‘ime diṭṭhiṭṭhānā evaṅgahitā evaṁparāmaṭṭhā evaṅgatikā bhavanti evaṁabhisamparāyā’ti. ‚Wenn man an diesen Grundlagen für Ansichten festhält und sich daran bindet, führt das zu dem und dem Schicksal im nächsten Leben.‘

Tañca tathāgato pajānāti, tato ca uttaritaraṁ pajānāti, tañca pajānanaṁ na parāmasati, aparāmasato cassa paccattaññeva nibbuti viditā. Das versteht er, und was darüber hinausgeht. Und da er dieses Verständnis nicht falsch auffasst, hat er das Verlöschen in sich selbst verwirklicht.

Vedanānaṁ samudayañca atthaṅgamañca assādañca ādīnavañca nissaraṇañca yathābhūtaṁ viditvā anupādāvimutto, bhikkhave, tathāgato. Da der Klargewordene bei den Gefühlen wahrhaftig den Ursprung, das Vergehen, die Befriedigung, den Nachteil und das Entrinnen verstanden hat, ist er durch Nicht-Ergreifen befreit.

Ime kho te, bhikkhave, dhammā gambhīrā duddasā duranubodhā santā paṇītā atakkāvacarā nipuṇā paṇḍitavedanīyā, ye tathāgato sayaṁ abhiññā sacchikatvā pavedeti, yehi tathāgatassa yathābhuccaṁ vaṇṇaṁ sammā vadamānā vadeyyuṁ. Das sind die Grundsätze – tiefgründig, schwer zu sehen, schwer zu verstehen, friedvoll und erlesen, die über den Rahmen der Logik hinausgehen, subtil sind, für den Klugen nachvollziehbar –, die der Klargewordene durch eigene Einsicht erkannt hat und erklärt. Und die, die wirklich lobend über den Klargewordenen sprechen, würden richtigerweise über diese Dinge sprechen.

3.1.4. Amarāvikkhepavāda 3.1.4. Endlose Kehrtwenden

Santi, bhikkhave, eke samaṇabrāhmaṇā amarāvikkhepikā, tattha tattha pañhaṁ puṭṭhā samānā vācāvikkhepaṁ āpajjanti amarāvikkhepaṁ catūhi vatthūhi. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die endlose Kehrtwenden machen. Immer wenn man ihnen eine Frage stellt, greifen sie auf verbale Kehrtwenden und endlose Kehrtwenden auf vier Grundlagen zurück. Vikkhepa ist „Kehrtwenden machen“. Amarā wird im Kommentar entweder als „unsterblich“ oder als „Aal-artig“ erklärt. Amarā im Sinn von „Aal“ findet sich nur im Kommentar zu diesem Begriff und ist daher wohl zweifelhaft. (Sujato)

Te ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha amarāvikkhepikā tattha tattha pañhaṁ puṭṭhā samānā vācāvikkhepaṁ āpajjanti amarāvikkhepaṁ catūhi vatthūhi? Und was sind die vier Grundlagen, auf die sie sich stützen?

Idha, bhikkhave, ekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā ‘idaṁ kusalan’ti yathābhūtaṁ nappajānāti, ‘idaṁ akusalan’ti yathābhūtaṁ nappajānāti. Da ist ein Asket oder Brahmane, der nicht wahrhaftig versteht, was tauglich und was untauglich ist. Das ist eine elementare Anforderung für jeden spirituellen Lehrer. (Sujato)

Tassa evaṁ hoti: Er denkt:

‘ahaṁ kho “idaṁ kusalan”ti yathābhūtaṁ nappajānāmi, “idaṁ akusalan”ti yathābhūtaṁ nappajānāmi. ‚Ich verstehe nicht wahrhaftig, was tauglich und was untauglich ist.

Ahañce kho pana “idaṁ kusalan”ti yathābhūtaṁ appajānanto, “idaṁ akusalan”ti yathābhūtaṁ appajānanto, “idaṁ kusalan”ti vā byākareyyaṁ, “idaṁ akusalan”ti vā byākareyyaṁ, taṁ mamassa musā. Wenn ich erklären würde, etwas sei tauglich oder untauglich, könnte ich mich irren.

Yaṁ mamassa musā, so mamassa vighāto. Das wäre für mich eine Qual,

Yo mamassa vighāto so mamassa antarāyo’ti. und diese Qual wäre eine Blockade.‘

Iti so musāvādabhayā musāvādaparijegucchā nevidaṁ kusalanti byākaroti, na panidaṁ akusalanti byākaroti, tattha tattha pañhaṁ puṭṭho samāno vācāvikkhepaṁ āpajjati amarāvikkhepaṁ: So vermeidet er aus Furcht und Ekel vor unwahrer Rede, zu erklären, ob etwas tauglich oder untauglich ist. Immer wenn man ihm eine Frage stellt, greift er auf verbale Kehrtwenden und endlose Kehrtwenden zurück: Trotz ihrer geistigen Beschränkung haben sie ein ernsthaftes Gewissen und wollen das Übertreten von Regeln vermeiden. (Sujato)

‘evantipi me no; tathātipi me no; aññathātipi me no; notipi me no; no notipi me no’ti. ‚Ich sage nicht, dass es dieses ist. Ich sage nicht, dass es jenes ist. Ich sage nicht, dass es anders ist. Ich sage nicht, dass es nicht so ist. Noch leugne ich, dass es nicht so ist.‘ Ein weiser Lehrer vermeidet, Äußerungen über etwas zu machen, das er nicht versteht, aber diese Lehrer benutzen das als Deckmantel, um die Tatsche zu verstecken, dass sie nichts verstehen. (Sujato)

Idaṁ, bhikkhave, paṭhamaṁ ṭhānaṁ, yaṁ āgamma yaṁ ārabbha eke samaṇabrāhmaṇā amarāvikkhepikā tattha tattha pañhaṁ puṭṭhā samānā vācāvikkhepaṁ āpajjanti amarāvikkhepaṁ. Das ist die erste Grundlage, auf die sich manche Asketen und Brahmanen stützen, um auf verbale Kehrtwenden und endlose Kehrtwenden zurückzugreifen.

Dutiye ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha amarāvikkhepikā tattha tattha pañhaṁ puṭṭhā samānā vācāvikkhepaṁ āpajjanti amarāvikkhepaṁ? Und was ist die zweite Grundlage, auf die sie sich stützen?

Idha, bhikkhave, ekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā ‘idaṁ kusalan’ti yathābhūtaṁ nappajānāti, ‘idaṁ akusalan’ti yathābhūtaṁ nappajānāti. Da ist ein Asket oder Brahmane, der nicht wahrhaftig versteht, was tauglich und was untauglich ist.

Tassa evaṁ hoti: Er denkt:

‘ahaṁ kho “idaṁ kusalan”ti yathābhūtaṁ nappajānāmi, “idaṁ akusalan”ti yathābhūtaṁ nappajānāmi. ‚Ich verstehe nicht wahrhaftig, was tauglich und was untauglich ist.

Ahañce kho pana “idaṁ kusalan”ti yathābhūtaṁ appajānanto, “idaṁ akusalan”ti yathābhūtaṁ appajānanto, “idaṁ kusalan”ti vā byākareyyaṁ, “idaṁ akusalan”ti vā byākareyyaṁ, tattha me assa chando vā rāgo vā doso vā paṭigho vā. Wenn ich erklären würde, etwas sei tauglich oder untauglich, könnte ich Sehnen oder Gier oder Hass oder Abwehr empfinden. Auch hier zeigen sie eine gewisse Ernsthaftigkeit, indem sie vermeiden, dass untaugliche Eigenschaften aufkommen. (Sujato)

Yattha me assa chando vā rāgo vā doso vā paṭigho vā, taṁ mamassa upādānaṁ. Das wäre Ergreifen von meiner Seite.

Yaṁ mamassa upādānaṁ, so mamassa vighāto. Das wäre für mich eine Qual,

Yo mamassa vighāto, so mamassa antarāyo’ti. und diese Qual wäre eine Blockade.‘

Iti so upādānabhayā upādānaparijegucchā nevidaṁ kusalanti byākaroti, na panidaṁ akusalanti byākaroti, tattha tattha pañhaṁ puṭṭho samāno vācāvikkhepaṁ āpajjati amarāvikkhepaṁ: So vermeidet er aus Furcht und Ekel vor Ergreifen, zu erklären, ob etwas tauglich oder untauglich ist. Immer wenn man ihm eine Frage stellt, greift er auf verbale Kehrtwenden und endlose Kehrtwenden zurück:

‘evantipi me no; tathātipi me no; aññathātipi me no; notipi me no; no notipi me no’ti. ‚Ich sage nicht, dass es dieses ist. Ich sage nicht, dass es jenes ist. Ich sage nicht, dass es anders ist. Ich sage nicht, dass es nicht so ist. Noch leugne ich, dass es nicht so ist.‘

Idaṁ, bhikkhave, dutiyaṁ ṭhānaṁ, yaṁ āgamma yaṁ ārabbha eke samaṇabrāhmaṇā amarāvikkhepikā tattha tattha pañhaṁ puṭṭhā samānā vācāvikkhepaṁ āpajjanti amarāvikkhepaṁ. Das ist die zweite Grundlage, auf die sich manche Asketen und Brahmanen stützen, um auf verbale Kehrtwenden und endlose Kehrtwenden zurückzugreifen.

Tatiye ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha amarāvikkhepikā tattha tattha pañhaṁ puṭṭhā samānā vācāvikkhepaṁ āpajjanti amarāvikkhepaṁ? Und was ist die dritte Grundlage, auf die sie sich stützen?

Idha, bhikkhave, ekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā ‘idaṁ kusalan’ti yathābhūtaṁ nappajānāti, ‘idaṁ akusalan’ti yathābhūtaṁ nappajānāti. Da ist ein Asket oder Brahmane, der nicht wahrhaftig versteht, was tauglich und was untauglich ist.

Tassa evaṁ hoti: Er denkt:

‘ahaṁ kho “idaṁ kusalan”ti yathābhūtaṁ nappajānāmi, “idaṁ akusalan”ti yathābhūtaṁ nappajānāmi. ‚Ich verstehe nicht wahrhaftig, was tauglich und was untauglich ist.

Ahañce kho pana “idaṁ kusalan”ti yathābhūtaṁ appajānanto “idaṁ akusalan”ti yathābhūtaṁ appajānanto “idaṁ kusalan”ti vā byākareyyaṁ, “idaṁ akusalan”ti vā byākareyyaṁ; Angenommen, ich würde erklären, etwas sei tauglich oder untauglich.

santi hi kho samaṇabrāhmaṇā paṇḍitā nipuṇā kataparappavādā vālavedhirūpā, te bhindantā maññe caranti paññāgatena diṭṭhigatāni, Es gibt kluge Asketen und Brahmanen, die scharfsinnig sind, in den Doktrinen anderer vervollkommnet, Haarspalter. Man könnte meinen, sie lebten, um mit ihrem Verstand Überzeugungen niederzureißen. Sie vermeiden das Treffen von Aussagen nicht aus dem Gefühl eines Gewissens heraus, sondern aus Furcht vor öffentlicher Bloßstellung. (Sujato)

te maṁ tattha samanuyuñjeyyuṁ samanugāheyyuṁ samanubhāseyyuṁ. Sie könnten über das, was ich erklärt habe, auf mich eindringen, mir nachgehen und mich ins Kreuzverhör nehmen.

Ye maṁ tattha samanuyuñjeyyuṁ samanugāheyyuṁ samanubhāseyyuṁ, tesāhaṁ na sampāyeyyaṁ. Ich wäre von so einem Kreuzverhör überfragt.

Yesāhaṁ na sampāyeyyaṁ, so mamassa vighāto. Das wäre für mich eine Qual,

Yo mamassa vighāto, so mamassa antarāyo’ti. und diese Qual wäre eine Blockade.‘

Iti so anuyogabhayā anuyogaparijegucchā nevidaṁ kusalanti byākaroti, na panidaṁ akusalanti byākaroti, tattha tattha pañhaṁ puṭṭho samāno vācāvikkhepaṁ āpajjati amarāvikkhepaṁ: So vermeidet er aus Furcht und Ekel vor Prüfung, zu erklären, ob etwas tauglich oder untauglich ist. Immer wenn man ihm eine Frage stellt, greift er auf verbale Kehrtwenden und endlose Kehrtwenden zurück:

‘evantipi me no; tathātipi me no; aññathātipi me no; notipi me no; no notipi me no’ti. ‚Ich sage nicht, dass es dieses ist. Ich sage nicht, dass es jenes ist. Ich sage nicht, dass es anders ist. Ich sage nicht, dass es nicht so ist. Noch leugne ich, dass es nicht so ist.‘

Idaṁ, bhikkhave, tatiyaṁ ṭhānaṁ, yaṁ āgamma yaṁ ārabbha eke samaṇabrāhmaṇā amarāvikkhepikā tattha tattha pañhaṁ puṭṭhā samānā vācāvikkhepaṁ āpajjanti amarāvikkhepaṁ. Das ist die dritte Grundlage, auf die sich manche Asketen und Brahmanen stützen, um auf verbale Kehrtwenden und endlose Kehrtwenden zurückzugreifen.

Catutthe ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha amarāvikkhepikā tattha tattha pañhaṁ puṭṭhā samānā vācāvikkhepaṁ āpajjanti amarāvikkhepaṁ? Und was ist die vierte Grundlage, auf die sie sich stützen?

Idha, bhikkhave, ekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā mando hoti momūho. Da ist ein Asket oder Brahmane, der einfältig und dumm ist. Auch in MN 76:30.2.

So mandattā momūhattā tattha tattha pañhaṁ puṭṭho samāno vācāvikkhepaṁ āpajjati amarāvikkhepaṁ: Aus diesem Grund greift er, immer wenn man ihm eine Frage stellt, auf verbale Kehrtwenden und endlose Kehrtwenden zurück:

‘atthi paro loko’ti iti ce maṁ pucchasi, ‘atthi paro loko’ti iti ce me assa, ‘atthi paro loko’ti iti te naṁ byākareyyaṁ, ‚Angenommen, du würdest mich fragen, ob es jene Welt gibt. Wenn ich glauben würde, dass das der Fall wäre, würde ich es sagen. Hier beginnt eine Reihe von vier Tetraden, die in den Suttas regelmäßig anzutreffen sind. Die erste ist der Glaube an ein Leben nach dem Tod. (Sujato)

‘evantipi me no, tathātipi me no, aññathātipi me no, notipi me no, no notipi me no’ti. Aber ich sage nicht, dass es dieses ist. Ich sage nicht, dass es jenes ist. Ich sage nicht, dass es anders ist. Ich sage nicht, dass es nicht so ist. Noch leugne ich, dass es nicht so ist.

‘Natthi paro loko …pe… Angenommen, du würdest mich fragen, ob es jene Welt nicht gibt … Das Leugnen eines Lebens nach dem Tod. (Sujato)

‘atthi ca natthi ca paro loko …pe… ob es jene Welt sowohl gibt als auch nicht gibt … Das könnte auch einen Glauben einschließen, dass ewiges Leben nur den Anhängern einer bestimmten Religion zuteil wird. (Sujato)

‘nevatthi na natthi paro loko …pe… ob es jene Welt weder gibt noch nicht gibt … Das könnte die Vorstellung einschließen, dass unsere innerste Natur mit dem Weltall eins ist und unsere Trennung von dieser Unendlichkeit in diesem Leben nur ein Schleier der Täuschung ist. Somit gäbe es keine andere Welt, weil alle Welten diese Welt wären, aber es würde auch nicht zutreffen, dass es nach dem Tod nichts gibt. (Sujato)

‘atthi sattā opapātikā …pe… ob es Wesen gibt, die durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren werden … Das sind Wesen wie die Götter oder verschiedene Gespenster und Geister, die nicht organisch geboren werden. (Sujato)

‘natthi sattā opapātikā …pe… ob es keine Wesen gibt, die durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren werden … Das leugnet die Existenz solcher Wesen. Nicht jeder im alten Indien glaubte an die verschiedenen Klassen von Lebewesen. (Sujato)

‘atthi ca natthi ca sattā opapātikā …pe… ob es sowohl Wesen gibt, die durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren werden, als auch nicht … Der Glaube, dass Wesen sowohl durch unmittelbares Erscheinen als auch organisch geboren werden. Vielleicht leugnet diese Ansicht, dass eine solche Unterscheidung klar zu treffen ist, weil innerhalb derselben Klasse von Wesen beide Arten von Geburt vorkommen. (Sujato)

‘nevatthi na natthi sattā opapātikā …pe… ob es weder Wesen gibt, die durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren werden, noch dies nicht der Fall ist … Wesen werden auf andere Arten wiedergeboren. (Sujato)

‘atthi sukatadukkaṭānaṁ kammānaṁ phalaṁ vipāko …pe… ob es eine Frucht und ein Ergebnis von guten und schlechten Taten gibt … Das ist die buddhistische Standardansicht von Kamma, die auch andere indische Religionen der Zeit teilten, aber nicht alle. (Sujato)

‘natthi sukatadukkaṭānaṁ kammānaṁ phalaṁ vipāko …pe… ob es keine Frucht und kein Ergebnis von guten und schlechten Taten gibt … Gutes oder Schlechtes tun hat keine Auswirkung; moralischer Nihilismus. (Sujato)

‘atthi ca natthi ca sukatadukkaṭānaṁ kammānaṁ phalaṁ vipāko …pe… ob es sowohl eine Frucht und ein Ergebnis von guten und schlechten Taten gibt als auch nicht … Manchmal haben gute und schlechte Taten ein Ergebnis, manchmal nicht. (Sujato)

‘nevatthi na natthi sukatadukkaṭānaṁ kammānaṁ phalaṁ vipāko …pe… ob es weder eine Frucht und ein Ergebnis von guten und schlechten Taten gibt noch dies nicht der Fall ist … Die Ergebnisse von Taten sind zu subtil, als dass man sie als gut oder schlecht beschreiben könnte. (Sujato)

‘hoti tathāgato paraṁ maraṇā …pe… ob ein Klargewordener nach dem Tod fortbesteht … Ein Erwachter, der Buddha oder ein anderer, besteht nach dem Tod fort, zum Beispiel in einem ewigen Nirvanazustand. (Sujato)

‘na hoti tathāgato paraṁ maraṇā …pe… ob ein Klargewordener nach dem Tod nicht fortbesteht … Ein Weiser hört zum Zeitpunkt des Todes auf, zu existieren. Aus buddhistischer Sicht ist das inkohärent, da es die zugrunde liegende Bindung an ein „Selbst“ voraussetzt, die der Klargewordene ausgeräumt hat. (Sujato)

‘hoti ca na ca hoti tathāgato paraṁ maraṇā …pe… ob ein Klargewordener nach dem Tod fortbesteht und auch nicht fortbesteht … Zum Beispiel: Sein Körper besteht nicht fort, aber sein Geist. (Sujato)

‘neva hoti na na hoti tathāgato paraṁ maraṇā’ti iti ce maṁ pucchasi, ‘neva hoti na na hoti tathāgato paraṁ maraṇā’ti iti ce me assa, ‘neva hoti na na hoti tathāgato paraṁ maraṇā’ti iti te naṁ byākareyyaṁ, ob ein Klargewordener nach dem Tod weder fortbesteht noch nicht fortbesteht. Wenn ich glauben würde, dass das der Fall wäre, würde ich es sagen. Ein Weiser befindet sich in einem subtilen Zustand, der nicht in Begriffen von Existenz oder Nicht-Existenz beschrieben werden kann. (Sujato)

‘evantipi me no, tathātipi me no, aññathātipi me no, notipi me no, no notipi me no’ti. Aber ich sage nicht, dass es dieses ist. Ich sage nicht, dass es jenes ist. Ich sage nicht, dass es anders ist. Ich sage nicht, dass es nicht so ist. Noch leugne ich, dass es nicht so ist.‘

Idaṁ, bhikkhave, catutthaṁ ṭhānaṁ, yaṁ āgamma yaṁ ārabbha eke samaṇabrāhmaṇā amarāvikkhepikā tattha tattha pañhaṁ puṭṭhā samānā vācāvikkhepaṁ āpajjanti amarāvikkhepaṁ. Das ist die vierte Grundlage, auf die sich manche Asketen und Brahmanen stützen, um auf verbale Kehrtwenden und endlose Kehrtwenden zurückzugreifen.

Imehi kho te, bhikkhave, samaṇabrāhmaṇā amarāvikkhepikā tattha tattha pañhaṁ puṭṭhā samānā vācāvikkhepaṁ āpajjanti amarāvikkhepaṁ catūhi vatthūhi. Das sind die vier Grundlagen, auf denen manche Asketen und Brahmanen, die endlose Kehrtwenden machen, immer wenn man ihnen eine Frage stellt, auf verbale Kehrtwenden und endlose Kehrtwenden zurückgreifen.

Ye hi keci, bhikkhave, samaṇā vā brāhmaṇā vā amarāvikkhepikā tattha tattha pañhaṁ puṭṭhā samānā vācāvikkhepaṁ āpajjanti amarāvikkhepaṁ, sabbe te imeheva catūhi vatthūhi, etesaṁ vā aññatarena, natthi ito bahiddhā … Jeder Asket oder Brahmane, der auf verbale Kehrtwenden und endlose Kehrtwenden zurückgreift, tut das auf der einen oder anderen dieser vier Grundlagen. Außerhalb davon gibt es keine.

pe… Der Klargewordene versteht …

yehi tathāgatassa yathābhuccaṁ vaṇṇaṁ sammā vadamānā vadeyyuṁ. Und die, die wirklich lobend über den Klargewordenen sprechen, würden richtigerweise über diese Dinge sprechen.

3.1.5. Adhiccasamuppannavāda 3.1.5. Lehren vom Entstehen durch eine Abweichung

Santi, bhikkhave, eke samaṇabrāhmaṇā adhiccasamuppannikā adhiccasamuppannaṁ attānañca lokañca paññapenti dvīhi vatthūhi. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Theorien über eine Abweichung aufstellen, die auf zwei Grundlagen behaupten, das Selbst und das Weltall seien durch eine Abweichung entstanden. Adhicca wird in diesem Zusammenhang gewöhnlich mit „Zufall“ übersetzt. Die Wurzelbedeutung bezieht sich auf etwas, das „herausgehoben“ wurde, wodurch es zu einer „besonderen Ausnahme“ oder „Anomalie“ wird. Im Sanskrit wird es nicht für eine philosophische Theorie des Zufalls gebraucht, wofür wir stattdessen yadṛcchā („Beliebigkeit“; Śvetāśvatara-Upaniṣad 1.2) finden. Die hier vorgestellte Theorie ist nicht, dass das Weltall im Allgemeinen durch Zufall abläuft, sondern dass der zufällige Umstand der Schöpfung eine „Abweichung“ vom allgemeinen Plan der Dinge ist. In SN 12.24:3.4 und SN 12.25:2.4 erfahren wir, dass manche Philosophen, die an die Doktrin des Kamma glaubten, dennoch behaupteten, Leiden entstehe durch eine Abweichung. (Sujato)

Te ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha adhiccasamuppannikā adhiccasamuppannaṁ attānañca lokañca paññapenti dvīhi vatthūhi? Und was sind die zwei Grundlagen, auf die sie sich stützen?

Santi, bhikkhave, asaññasattā nāma devā. Es gibt Götter mit Namen ‚Wesen ohne Wahrnehmung‘. Das ist ein obskurer Daseinsbereich, in dem die Funktionen des Bewusstseins ausgesetzt sind. (Sujato)

Saññuppādā ca pana te devā tamhā kāyā cavanti. Wenn eine Wahrnehmung aufkommt, scheiden sie von jener Götterschar ab.

Ṭhānaṁ kho panetaṁ, bhikkhave, vijjati, yaṁ aññataro satto tamhā kāyā cavitvā itthattaṁ āgacchati. Es ist möglich, dass eins jener Wesen von jener Schar abscheidet und an diesem Ort wiedergeboren wird.

Itthattaṁ āgato samāno agārasmā anagāriyaṁ pabbajati. Dann zieht es aus dem Haus fort ins hauslose Leben.

Agārasmā anagāriyaṁ pabbajito samāno ātappamanvāya padhānamanvāya anuyogamanvāya appamādamanvāya sammāmanasikāramanvāya tathārūpaṁ cetosamādhiṁ phusati, yathāsamāhite citte saññuppādaṁ anussarati, tato paraṁ nānussarati. Durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes erfährt es eine Versenkung des Herzens solcher Art, dass es sich an das Aufkommen der Wahrnehmung erinnert, aber an nichts darüber hinaus.

So evamāha: Es sagt:

‘adhiccasamuppanno attā ca loko ca. ‚Das Selbst und das Weltall sind durch eine Abweichung entstanden.

Taṁ kissa hetu? Warum ist das so?

Ahañhi pubbe nāhosiṁ, somhi etarahi ahutvā santatāya pariṇato’ti. Weil ich vorher nicht war. Jetzt habe ich, der ich nicht war, mich in den Zustand des Seins verwandelt.‘

Idaṁ, bhikkhave, paṭhamaṁ ṭhānaṁ, yaṁ āgamma yaṁ ārabbha eke samaṇabrāhmaṇā adhiccasamuppannikā adhiccasamuppannaṁ attānañca lokañca paññapenti. Das ist die erste Grundlage, auf die sich manche Asketen und Brahmanen stützen, um zu behaupten, das Selbst und das Weltall seien durch eine Abweichung entstanden.

Dutiye ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha adhiccasamuppannikā adhiccasamuppannaṁ attānañca lokañca paññapenti? Und was ist die zweite Grundlage, auf die sie sich stützen?

Idha, bhikkhave, ekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā takkī hoti vīmaṁsī. Da ist ein Asket oder Brahmane, der sich auf Logik und Untersuchung stützt.

So takkapariyāhataṁ vīmaṁsānucaritaṁ sayampaṭibhānaṁ evamāha: Er spricht von dem, was er mit Logik ausgearbeitet hat, indem er einer Abfolge von Untersuchungsschritten folgt, und drückt seinen eigenen Blickwinkel aus:

‘adhiccasamuppanno attā ca loko cā’ti. ‚Das Selbst und das Weltall sind durch eine Abweichung entstanden.‘

Idaṁ, bhikkhave, dutiyaṁ ṭhānaṁ, yaṁ āgamma yaṁ ārabbha eke samaṇabrāhmaṇā adhiccasamuppannikā adhiccasamuppannaṁ attānañca lokañca paññapenti. Das ist die zweite Grundlage, auf die sich manche Asketen und Brahmanen stützen, um zu behaupten, das Selbst und das Weltall seien durch eine Abweichung entstanden.

Imehi kho te, bhikkhave, samaṇabrāhmaṇā adhiccasamuppannikā adhiccasamuppannaṁ attānañca lokañca paññapenti dvīhi vatthūhi. Das sind die beiden Grundlagen, auf denen manche Asketen und Brahmanen, die Theorien über eine Abweichung aufstellen, behaupten, das Selbst und das Weltall seien durch eine Abweichung entstanden.

Ye hi keci, bhikkhave, samaṇā vā brāhmaṇā vā adhiccasamuppannikā adhiccasamuppannaṁ attānañca lokañca paññapenti, sabbe te imeheva dvīhi vatthūhi, etesaṁ vā aññatarena, natthi ito bahiddhā … Jeder Asket oder Brahmane, der Theorien über eine Abweichung aufstellt und behauptet, das Selbst und das Weltall seien durch eine Abweichung entstanden, tut das auf der einen oder anderen dieser beiden Grundlagen. Außerhalb davon gibt es keine.

pe… Der Klargewordene versteht …

yehi tathāgatassa yathābhuccaṁ vaṇṇaṁ sammā vadamānā vadeyyuṁ. Und die, die wirklich lobend über den Klargewordenen sprechen, würden richtigerweise über diese Dinge sprechen.

Imehi kho te, bhikkhave, samaṇabrāhmaṇā pubbantakappikā pubbantānudiṭṭhino pubbantaṁ ārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti aṭṭhārasahi vatthūhi. Das sind die achtzehn Grundlagen, auf denen manche Asketen und Brahmanen, die Theorien und Spekulationen über den ersten Anfang aufstellen, verschiedene Hypothesen bezüglich des ersten Anfangs postulieren. Zuerst wird jeder Abschnitt abgeschlossen, dann wird der gesamte erste Teil abgeschlossen. Diese Art von Formalismus ist ein Merkmal der mündlichen Überlieferung. Er schafft eine verschachtelte Hierarchie des Inhalts, womit er die Struktur des Inhalts klar macht und hilft, den Text im Gedächtnis zu bewahren. (Sujato)

Ye hi keci, bhikkhave, samaṇā vā brāhmaṇā vā pubbantakappikā pubbantānudiṭṭhino pubbantamārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti, sabbe te imeheva aṭṭhārasahi vatthūhi, etesaṁ vā aññatarena, natthi ito bahiddhā. Jeder Asket oder Brahmane, der Theorien und Spekulationen über den ersten Anfang aufstellt, tut das auf der einen oder anderen dieser achtzehn Grundlagen. Außerhalb davon gibt es keine.

Tayidaṁ, bhikkhave, tathāgato pajānāti: Der Klargewordene versteht:

‘ime diṭṭhiṭṭhānā evaṅgahitā evaṁparāmaṭṭhā evaṅgatikā bhavanti evaṁabhisamparāyā’ti. ‚Wenn man an diesen Grundlagen für Ansichten festhält und sich daran bindet, führt das zu dem und dem Schicksal im nächsten Leben.‘

Tañca tathāgato pajānāti, tato ca uttaritaraṁ pajānāti, tañca pajānanaṁ na parāmasati, aparāmasato cassa paccattaññeva nibbuti viditā. Das versteht er, und was darüber hinausgeht. Und da er dieses Verständnis nicht falsch auffasst, hat er das Verlöschen in sich selbst verwirklicht.

Vedanānaṁ samudayañca atthaṅgamañca assādañca ādīnavañca nissaraṇañca yathābhūtaṁ viditvā anupādāvimutto, bhikkhave, tathāgato. Da der Klargewordene bei den Gefühlen wahrhaftig den Ursprung, das Vergehen, die Befriedigung, den Nachteil und das Entrinnen verstanden hat, ist er durch Nicht-Ergreifen befreit.

Ime kho te, bhikkhave, dhammā gambhīrā duddasā duranubodhā santā paṇītā atakkāvacarā nipuṇā paṇḍitavedanīyā, ye tathāgato sayaṁ abhiññā sacchikatvā pavedeti, yehi tathāgatassa yathābhuccaṁ vaṇṇaṁ sammā vadamānā vadeyyuṁ. Das sind die Grundsätze – tiefgründig, schwer zu sehen, schwer zu verstehen, friedvoll und erlesen, die über den Rahmen der Logik hinausgehen, subtil sind, für den Klugen nachvollziehbar –, die der Klargewordene durch eigene Einsicht erkannt hat und erklärt. Und die, die wirklich lobend über den Klargewordenen sprechen, würden richtigerweise über diese Dinge sprechen.

Dutiyabhāṇavāro. Der zweite Abschnitt zum Aufsagen.

3.2. Aparantakappika 3.2. Theorien über den letzten Schluss

Santi, bhikkhave, eke samaṇabrāhmaṇā aparantakappikā aparantānudiṭṭhino, aparantaṁ ārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti catucattārīsāya vatthūhi. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die Theorien und Spekulationen über den letzten Schluss aufstellen und verschiedene Hypothesen bezüglich des letzten Schlusses auf 44 Grundlagen postulieren. Dieser Abschnitt führt weitere Tetralemmata ein. Viele der Ansichten beschreiben das Selbst in Begriffen der fünf Aggregate: Form, Gefühl, Wahrnehmung, Entscheidungen und Bewusstsein. (Sujato)

Te ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha aparantakappikā aparantānudiṭṭhino aparantaṁ ārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti catucattārīsāya vatthūhi? Und was sind die 44 Grundlagen, auf die sie sich stützen?

3.2.1. Saññīvāda 3.2.1. Leben nach dem Tod mit Wahrnehmung

Santi, bhikkhave, eke samaṇabrāhmaṇā uddhamāghātanikā saññīvādā uddhamāghātanaṁ saññiṁ attānaṁ paññapenti soḷasahi vatthūhi. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die sagen, es gebe ein Leben nach dem Tod, und die auf sechzehn Grundlagen behaupten, das Selbst lebe nach dem Tod weiter und besitze Wahrnehmung.

Te ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha uddhamāghātanikā saññīvādā uddhamāghātanaṁ saññiṁ attānaṁ paññapenti soḷasahi vatthūhi? Und was sind die sechzehn Grundlagen, auf die sie sich stützen?

‘Rūpī attā hoti arogo paraṁ maraṇā saññī’ti naṁ paññapenti. Sie behaupten: ‚Das Selbst besitzt nach dem Tod Form und Wahrnehmung und ist heil … Normalerweise stellt man sich ein Selbst als etwas vor, das Wahrnehmung hat, sodass das Subjekt eine Kontinuität erfährt. Das Wort aroga („heil“) beinhaltet, dass das Selbst in einer gesunden und unbeschädigten Form überlebt. Ein naiver Glaube an himmlische Wiedergeburt würde unter diese Ansicht fallen. (Sujato)

‘Arūpī attā hoti arogo paraṁ maraṇā saññī’ti naṁ paññapenti. es ist formlos …

‘Rūpī ca arūpī ca attā hoti …pe…. es besitzt sowohl Form und ist auch formlos …

‘Nevarūpī nārūpī attā hoti …. es besitzt weder Form, noch ist es formlos …

‘Antavā attā hoti …. es ist endlich …

‘Anantavā attā hoti …. es ist unendlich …

‘Antavā ca anantavā ca attā hoti …. es ist sowohl endlich als auch unendlich …

‘Nevantavā nānantavā attā hoti …. es ist weder endlich noch unendlich …

‘Ekattasaññī attā hoti …. es besitzt einheitliche Wahrnehmung …

‘Nānattasaññī attā hoti …. es besitzt vielfältige Wahrnehmung …

‘Parittasaññī attā hoti …. es besitzt begrenzte Wahrnehmung …

‘Appamāṇasaññī attā hoti …. es besitzt unbegrenzte Wahrnehmung …

‘Ekantasukhī attā hoti …. es erfährt ausschließlich Glück …

‘Ekantadukkhī attā hoti …. es erfährt ausschließlich Leiden …

‘Sukhadukkhī attā hoti …. es erfährt Glück und Leiden …

‘Adukkhamasukhī attā hoti arogo paraṁ maraṇā saññī’ti naṁ paññapenti. es erfährt weder Glück noch Leiden.‘

Imehi kho te, bhikkhave, samaṇabrāhmaṇā uddhamāghātanikā saññīvādā uddhamāghātanaṁ saññiṁ attānaṁ paññapenti soḷasahi vatthūhi. Das sind die sechzehn Grundlagen, auf denen manche Asketen und Brahmanen, die sagen, es gebe ein Leben nach dem Tod, behaupten, das Selbst lebe nach dem Tod weiter und besitze Wahrnehmung.

Ye hi keci, bhikkhave, samaṇā vā brāhmaṇā vā uddhamāghātanikā saññīvādā uddhamāghātanaṁ saññiṁ attānaṁ paññapenti, sabbe te imeheva soḷasahi vatthūhi, etesaṁ vā aññatarena, natthi ito bahiddhā … Jeder Asket oder Brahmane, der behauptet, das Selbst lebe nach dem Tod weiter und besitze Wahrnehmung, tut das auf der einen oder anderen dieser sechzehn Grundlagen. Außerhalb davon gibt es keine.

pe… Der Klargewordene versteht …

yehi tathāgatassa yathābhuccaṁ vaṇṇaṁ sammā vadamānā vadeyyuṁ. Und die, die wirklich lobend über den Klargewordenen sprechen, würden richtigerweise über diese Dinge sprechen.

3.2.2. Asaññīvāda 3.2.2. Leben nach dem Tod ohne Wahrnehmung

Santi, bhikkhave, eke samaṇabrāhmaṇā uddhamāghātanikā asaññīvādā uddhamāghātanaṁ asaññiṁ attānaṁ paññapenti aṭṭhahi vatthūhi. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die sagen, es gebe ein Leben nach dem Tod, und die auf acht Grundlagen behaupten, das Selbst lebe nach dem Tod weiter und sei ohne Wahrnehmung.

Te ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha uddhamāghātanikā asaññīvādā uddhamāghātanaṁ asaññiṁ attānaṁ paññapenti aṭṭhahi vatthūhi? Und was sind die acht Grundlagen, auf die sie sich stützen?

‘Rūpī attā hoti arogo paraṁ maraṇā asaññī’ti naṁ paññapenti. Sie behaupten: ‚Das Selbst besitzt nach dem Tod Form und ist ohne Wahrnehmung, und es ist heil … Hier hat das Selbst eine materielle Dimension, aber keine Wahrnehmung. Das könnte eine Wiedergeburt als Pflanze oder unbelebtes Objekt einschließen. (Sujato)

‘Arūpī attā hoti arogo paraṁ maraṇā asaññī’ti naṁ paññapenti. und es ist formlos …

‘Rūpī ca arūpī ca attā hoti …pe…. und es besitzt sowohl Form und ist auch formlos …

‘Nevarūpī nārūpī attā hoti …. und es besitzt weder Form noch ist es formlos …

‘Antavā attā hoti …. und es ist endlich …

‘Anantavā attā hoti …. und es ist unendlich …

‘Antavā ca anantavā ca attā hoti …. und es ist sowohl endlich als auch unendlich …

‘Nevantavā nānantavā attā hoti arogo paraṁ maraṇā asaññī’ti naṁ paññapenti. und es ist weder endlich noch unendlich.‘

Imehi kho te, bhikkhave, samaṇabrāhmaṇā uddhamāghātanikā asaññīvādā uddhamāghātanaṁ asaññiṁ attānaṁ paññapenti aṭṭhahi vatthūhi. Das sind die acht Grundlagen, auf denen manche Asketen und Brahmanen, die sagen, es gebe ein Leben nach dem Tod, behaupten, das Selbst lebe nach dem Tod weiter und sei ohne Wahrnehmung.

Ye hi keci, bhikkhave, samaṇā vā brāhmaṇā vā uddhamāghātanikā asaññīvādā uddhamāghātanaṁ asaññiṁ attānaṁ paññapenti, sabbe te imeheva aṭṭhahi vatthūhi, etesaṁ vā aññatarena, natthi ito bahiddhā … Jeder Asket oder Brahmane, der behauptet, das Selbst lebe nach dem Tod weiter und sei ohne Wahrnehmung, tut das auf der einen oder anderen dieser acht Grundlagen. Außerhalb davon gibt es keine.

pe… Der Klargewordene versteht …

yehi tathāgatassa yathābhuccaṁ vaṇṇaṁ sammā vadamānā vadeyyuṁ. Und die, die wirklich lobend über den Klargewordenen sprechen, würden richtigerweise über diese Dinge sprechen.

3.2.3. Nevasaññīnāsaññīvāda 3.2.3. Leben nach dem Tod, das weder Wahrnehmung noch keine Wahrnehmung hat

Santi, bhikkhave, eke samaṇabrāhmaṇā uddhamāghātanikā nevasaññīnāsaññīvādā, uddhamāghātanaṁ nevasaññīnāsaññiṁ attānaṁ paññapenti aṭṭhahi vatthūhi. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die sagen, es gebe ein Leben nach dem Tod, und die auf acht Grundlagen behaupten, das Selbst lebe nach dem Tod weiter und habe weder Wahrnehmung noch keine Wahrnehmung. Der Buddhismus kennt einen formlosen Bereich, der weder Wahrnehmung noch keine Wahrnehmung hat, den man durch fortgeschrittene Meditation erreicht. (Sujato)

Te ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha uddhamāghātanikā nevasaññīnāsaññīvādā uddhamāghātanaṁ nevasaññīnāsaññiṁ attānaṁ paññapenti aṭṭhahi vatthūhi? Und was sind die acht Grundlagen, auf die sie sich stützen?

‘Rūpī attā hoti arogo paraṁ maraṇā nevasaññīnāsaññī’ti naṁ paññapenti. Sie behaupten: ‚Das Selbst besitzt nach dem Tod Form und hat weder Wahrnehmung noch keine Wahrnehmung, und es ist heil …

‘Arūpī attā hoti …pe…. es ist formlos …

‘Rūpī ca arūpī ca attā hoti …. es besitzt sowohl Form und ist auch formlos …

‘Nevarūpī nārūpī attā hoti …. es besitzt weder Form noch ist es formlos …

‘Antavā attā hoti …. es ist endlich …

‘Anantavā attā hoti …. es ist unendlich …

‘Antavā ca anantavā ca attā hoti …. es ist sowohl endlich als auch unendlich …

‘Nevantavā nānantavā attā hoti arogo paraṁ maraṇā nevasaññīnāsaññī’ti naṁ paññapenti. es ist weder endlich noch unendlich.‘

Imehi kho te, bhikkhave, samaṇabrāhmaṇā uddhamāghātanikā nevasaññīnāsaññīvādā uddhamāghātanaṁ nevasaññīnāsaññiṁ attānaṁ paññapenti aṭṭhahi vatthūhi. Das sind die acht Grundlagen, auf denen manche Asketen und Brahmanen, die sagen, es gebe ein Leben nach dem Tod, behaupten, das Selbst lebe nach dem Tod weiter und habe weder Wahrnehmung noch keine Wahrnehmung.

Ye hi keci, bhikkhave, samaṇā vā brāhmaṇā vā uddhamāghātanikā nevasaññīnāsaññīvādā uddhamāghātanaṁ nevasaññīnāsaññiṁ attānaṁ paññapenti, sabbe te imeheva aṭṭhahi vatthūhi … Jeder Asket oder Brahmane, der behauptet, das Selbst lebe nach dem Tod weiter und habe weder Wahrnehmung noch keine Wahrnehmung, tut das auf der einen oder anderen dieser acht Grundlagen. Außerhalb davon gibt es keine.

pe… Der Klargewordene versteht …

yehi tathāgatassa yathābhuccaṁ vaṇṇaṁ sammā vadamānā vadeyyuṁ. Und die, die wirklich lobend über den Klargewordenen sprechen, würden richtigerweise über diese Dinge sprechen.

3.2.4. Ucchedavāda 3.2.4. Vernichtungsglaube

Santi, bhikkhave, eke samaṇabrāhmaṇā ucchedavādā sato sattassa ucchedaṁ vināsaṁ vibhavaṁ paññapenti sattahi vatthūhi. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die einen Vernichtungsglauben vertreten, die die Vernichtung, das Ausrotten und das Auslöschen eines bestehenden Wesens auf sieben Grundlagen behaupten. Diese Theoretiker behaupten die wirkliche Existenz eines Wesens und fallen so dem Trugschluss des Persönlichkeitsglaubens anheim. Für den Buddha beschreibt das Wort „Wesen“ oder „Selbst“ einen fortlaufenden Vorgang, der bedingt und unbeständig ist, und entspricht keiner tatsächlichen metaphysischen Wirklichkeit. Die Unterscheidung zwischen einer unsicheren empirischen Wirklichkeit und einer metaphysischen, absoluten Existenz ist für das Verständnis des frühen Buddhismus wesentlich. (Sujato)

Te ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha ucchedavādā sato sattassa ucchedaṁ vināsaṁ vibhavaṁ paññapenti sattahi vatthūhi? Und was sind die sieben Grundlagen, auf die sie sich stützen?

Idha, bhikkhave, ekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā evaṁvādī hoti evaṁdiṭṭhi: Da ist ein Asket oder Brahmane, der diese Doktrin, diese Ansicht hat:

‘yato kho, bho, ayaṁ attā rūpī cātumahābhūtiko mātāpettikasambhavo kāyassa bhedā ucchijjati vinassati, na hoti paraṁ maraṇā, ettāvatā kho, bho, ayaṁ attā sammā samucchinno hotī’ti. ‚Dieses Selbst ist geformt, besteht aus den vier Grundzuständen und wurde von Mutter und Vater gezeugt. Da es vernichtet und zerstört wird, wenn der Körper auseinanderbricht, und nach dem Tod nicht fortbesteht, wird es so richtig vernichtet.‘ Das ist die materialistische Ansicht, die nur den groben physischen Bereich anerkennt. Diese Ansicht ist heute verbreitet, aber war auch zur Zeit des Buddha gut bekannt. | Die vier „Grundelemente“ sind Erde, Wasser, Feuer und Luft, d. h. die Zustände der Materie: fest, flüssig, plasmaartig und gasförmig. (Sujato)

Ittheke sato sattassa ucchedaṁ vināsaṁ vibhavaṁ paññapenti. So behaupten manche Asketen und Brahmanen die Vernichtung eines bestehenden Wesens.

Tamañño evamāha: Aber jemand anders sagt zu ihnen:

‘atthi kho, bho, eso attā, yaṁ tvaṁ vadesi, neso natthīti vadāmi; ‚Jenes Selbst, von dem du sprichst, gibt es, das streite ich nicht ab. Der Theoretiker nimmt mehrere Selbste an. Wenn sich Theorien über ein Selbst entwickeln, bewegen sie sich typischerweise von gröberen materialistischen Theorien zu subtileren Konzepten. Manchmal wird die frühere Ansicht als falsch zurückgewiesen, manchmal wird sie, wie hier, nicht als falsch angesehen, aber als unvollständig und oberflächlich. (Sujato)

no ca kho, bho, ayaṁ attā ettāvatā sammā samucchinno hoti. Aber das ist nicht, wie dieses Selbst richtig vernichtet wird.

Atthi kho, bho, añño attā dibbo rūpī kāmāvacaro kabaḷīkārāhārabhakkho. Es gibt ein anderes Selbst, das himmlisch ist, geformt, sinnlich, und essbare Nahrung zu sich nimmt. „Form“ (rūpa) schließt nicht nur den physischen Bereich der Elemente ein, sondern verschiedene Arten feinstofflicher Form (sukhumarūpa). Zu diesen gehören Körper aus Energie oder geistgeschaffene Körper von Wesen in verschiedenen Dimensionen. Rūpa bezieht sich letztlich auf das Erscheinen oder die Manifestation materieller Eigenschaften und kann sogar die Wahrnehmung von Farben, Licht und Formen im Geist beinhalten. Hier sind die Körper der göttlichen Wesen nicht sehr verschieden von unseren eigenen, da sie noch essbare Nahrung zu sich nehmen. Das bezieht sich wahrscheinlich auf verschiedene Naturgottheiten oder Wesen, von denen man glaubte, dass sie die Nahrung verzehren, die ihnen von Menschen dargebracht wird. (Sujato)

Taṁ tvaṁ na jānāsi na passasi. Du erkennst und siehst es nicht,

Tamahaṁ jānāmi passāmi. aber ich erkenne und sehe es.

So kho, bho, attā yato kāyassa bhedā ucchijjati vinassati, na hoti paraṁ maraṇā, ettāvatā kho, bho, ayaṁ attā sammā samucchinno hotī’ti. Da dieses Selbst vernichtet und zerstört wird, wenn der Körper auseinanderbricht, und nach dem Tod nicht fortbesteht, wird es so richtig vernichtet.‘ Die Philosophen mit Ewigkeitsglauben denken, dass ihre himmlische Wiedergeburt ewig dauert, während die mit Vernichtungsglauben denken, dass auch der Himmel endlich ist und mit einer finalen Vernichtung endet. (Sujato)

Ittheke sato sattassa ucchedaṁ vināsaṁ vibhavaṁ paññapenti. So behaupten manche Asketen und Brahmanen die Vernichtung eines bestehenden Wesens.

Tamañño evamāha: Aber jemand anders sagt zu ihnen:

‘atthi kho, bho, eso attā, yaṁ tvaṁ vadesi, neso natthīti vadāmi; ‚Jenes Selbst, von dem du sprichst, gibt es, das streite ich nicht ab.

no ca kho, bho, ayaṁ attā ettāvatā sammā samucchinno hoti. Aber das ist nicht, wie dieses Selbst richtig vernichtet wird.

Atthi kho, bho, añño attā dibbo rūpī manomayo sabbaṅgapaccaṅgī ahīnindriyo. Es gibt ein anderes Selbst, das himmlisch ist, geformt, geistgeschaffen, in allen Haupt- und Nebengliedern unversehrt, ohne dass eine Fähigkeit fehlte. Das ist eine subtilere Art göttlicher Wiedergeburt, die nicht länger von physischer Nahrung abhängt. Der subtile Körper nimmt aber immer noch eine humanoide Form an und erscheint vollständig mit allen Gliedern. Dazu zählen Bereiche, die durch die Übung der vier Jhānas erzeugt werden. (Sujato)

Taṁ tvaṁ na jānāsi na passasi. Du erkennst und siehst es nicht,

Tamahaṁ jānāmi passāmi. aber ich erkenne und sehe es.

So kho, bho, attā yato kāyassa bhedā ucchijjati vinassati, na hoti paraṁ maraṇā, ettāvatā kho, bho, ayaṁ attā sammā samucchinno hotī’ti. Da dieses Selbst vernichtet und zerstört wird, wenn der Körper auseinanderbricht, und nach dem Tod nicht fortbesteht, wird es so richtig vernichtet.‘

Ittheke sato sattassa ucchedaṁ vināsaṁ vibhavaṁ paññapenti. So behaupten manche Asketen und Brahmanen die Vernichtung eines bestehenden Wesens.

Tamañño evamāha: Aber jemand anders sagt zu ihnen:

‘atthi kho, bho, eso attā, yaṁ tvaṁ vadesi, neso natthīti vadāmi; ‚Jenes Selbst, von dem du sprichst, gibt es, das streite ich nicht ab.

no ca kho, bho, ayaṁ attā ettāvatā sammā samucchinno hoti. Aber das ist nicht, wie dieses Selbst richtig vernichtet wird.

Atthi kho, bho, añño attā sabbaso rūpasaññānaṁ samatikkamā paṭighasaññānaṁ atthaṅgamā nānattasaññānaṁ amanasikārā “ananto ākāso”ti ākāsānañcāyatanūpago. Es gibt ein anderes Selbst, das jegliche Formwahrnehmung überstiegen hat. Mit dem Vergehen der Wahrnehmung von Eindrücken, und indem es den Geist nicht auf die Wahrnehmung von Vielfalt richtet, im Wissen: „Raum ist unendlich“, wird es in der Dimension des unendlichen Raumes wiedergeboren. Eine solche Wiedergeburt hat selbst den subtilen Körper zurückgelassen und wird reines Bewusstsein. | Das Wort āyatana stammt von einer Wurzel mit der Bedeutung „Weite“. Es wird besonders in diesem Zusammenhang gebraucht, wo es sich auf einen Bereich oder eine „Dimension“ der Wiedergeburt bezieht, und in der Analyse der Sinneserfahrung, wo es ein „Feld“ der Sinneserfahrung beschreibt. (Sujato)

Taṁ tvaṁ na jānāsi na passasi. Du erkennst und siehst es nicht,

Tamahaṁ jānāmi passāmi. aber ich erkenne und sehe es.

So kho, bho, attā yato kāyassa bhedā ucchijjati vinassati, na hoti paraṁ maraṇā, ettāvatā kho, bho, ayaṁ attā sammā samucchinno hotī’ti. Da dieses Selbst vernichtet und zerstört wird, wenn der Körper auseinanderbricht, und nach dem Tod nicht fortbesteht, wird es so richtig vernichtet.‘ Dieser Satz erscheint inkongruent, da formlose Wesen keinen Körper haben. Die chinesische Parallele in DA 21 erwähnt allerdings kāya hier nicht, somit ist es wahrscheinlich, dass es als Übertragungsfehler aufgekommen ist, indem ein früherer Satz irrtümlich kopiert wurde. (Sujato)

Ittheke sato sattassa ucchedaṁ vināsaṁ vibhavaṁ paññapenti. So behaupten manche Asketen und Brahmanen die Vernichtung eines bestehenden Wesens.

Tamañño evamāha: Aber jemand anders sagt zu ihnen:

‘atthi kho, bho, eso attā yaṁ tvaṁ vadesi, neso natthīti vadāmi; ‚Jenes Selbst, von dem du sprichst, gibt es, das streite ich nicht ab.

no ca kho, bho, ayaṁ attā ettāvatā sammā samucchinno hoti. Aber das ist nicht, wie dieses Selbst richtig vernichtet wird.

Atthi kho, bho, añño attā sabbaso ākāsānañcāyatanaṁ samatikkamma “anantaṁ viññāṇan”ti viññāṇañcāyatanūpago. Es gibt ein anderes Selbst, das die Dimension des unendlichen Raumes vollständig überstiegen hat. Im Wissen: „Bewusstsein ist unendlich“, wird es in der Dimension des unendlichen Bewusstseins wiedergeboren.

Taṁ tvaṁ na jānāsi na passasi. Du erkennst und siehst es nicht,

Tamahaṁ jānāmi passāmi. aber ich erkenne und sehe es.

So kho, bho, attā yato kāyassa bhedā ucchijjati vinassati, na hoti paraṁ maraṇā, ettāvatā kho, bho, ayaṁ attā sammā samucchinno hotī’ti. Da dieses Selbst vernichtet und zerstört wird, wenn der Körper auseinanderbricht, und nach dem Tod nicht fortbesteht, wird es so richtig vernichtet.‘

Ittheke sato sattassa ucchedaṁ vināsaṁ vibhavaṁ paññapenti. So behaupten manche Asketen und Brahmanen die Vernichtung eines bestehenden Wesens.

Tamañño evamāha: Aber jemand anders sagt zu ihnen:

‘atthi kho, bho, so attā, yaṁ tvaṁ vadesi, neso natthīti vadāmi; ‚Jenes Selbst, von dem du sprichst, gibt es, das streite ich nicht ab.

no ca kho, bho, ayaṁ attā ettāvatā sammā samucchinno hoti. Aber das ist nicht, wie dieses Selbst richtig vernichtet wird.

Atthi kho, bho, añño attā sabbaso viññāṇañcāyatanaṁ samatikkamma “natthi kiñcī”ti ākiñcaññāyatanūpago. Es gibt ein anderes Selbst, das die Dimension des unendlichen Bewusstseins vollständig überstiegen hat. Im Wissen: „da ist überhaupt nichts“, wird es in der Dimension des Nichts wiedergeboren.

Taṁ tvaṁ na jānāsi na passasi. Du erkennst und siehst es nicht,

Tamahaṁ jānāmi passāmi. aber ich erkenne und sehe es.

So kho, bho, attā yato kāyassa bhedā ucchijjati vinassati, na hoti paraṁ maraṇā, ettāvatā kho, bho, ayaṁ attā sammā samucchinno hotī’ti. Da dieses Selbst vernichtet und zerstört wird, wenn der Körper auseinanderbricht, und nach dem Tod nicht fortbesteht, wird es so richtig vernichtet.‘

Ittheke sato sattassa ucchedaṁ vināsaṁ vibhavaṁ paññapenti. So behaupten manche Asketen und Brahmanen die Vernichtung eines bestehenden Wesens.

Tamañño evamāha: Aber jemand anders sagt zu ihnen:

‘atthi kho, bho, eso attā, yaṁ tvaṁ vadesi, neso natthīti vadāmi; ‚Jenes Selbst, von dem du sprichst, gibt es, das streite ich nicht ab.

no ca kho, bho, ayaṁ attā ettāvatā sammā samucchinno hoti. Aber das ist nicht, wie dieses Selbst richtig vernichtet wird.

Atthi kho, bho, añño attā sabbaso ākiñcaññāyatanaṁ samatikkamma “santametaṁ paṇītametan”ti nevasaññānāsaññāyatanūpago. Es gibt ein anderes Selbst, das die Dimension des Nichts vollständig überstiegen hat. Im Wissen: „das ist friedvoll, das ist erlesen“, wird es in der Dimension wiedergeboren, die weder Wahrnehmung noch keine Wahrnehmung hat. Die Erweiterung der normalen Beschreibung dieses Zustands um die Wendung „das ist friedvoll, das ist erlesen“, findet sich nur hier und in AN 10.99:35.1. (Sujato)

Taṁ tvaṁ na jānāsi na passasi. Du erkennst und siehst es nicht,

Tamahaṁ jānāmi passāmi. aber ich erkenne und sehe es.

So kho, bho, attā yato kāyassa bhedā ucchijjati vinassati, na hoti paraṁ maraṇā, ettāvatā kho, bho, ayaṁ attā sammā samucchinno hotī’ti. Da dieses Selbst vernichtet und zerstört wird, wenn der Körper auseinanderbricht, und nach dem Tod nicht fortbesteht, wird es so richtig vernichtet.‘

Ittheke sato sattassa ucchedaṁ vināsaṁ vibhavaṁ paññapenti. So behaupten manche Asketen und Brahmanen die Vernichtung eines bestehenden Wesens.

Imehi kho te, bhikkhave, samaṇabrāhmaṇā ucchedavādā sato sattassa ucchedaṁ vināsaṁ vibhavaṁ paññapenti sattahi vatthūhi. Das sind die sieben Grundlagen, auf denen manche Asketen und Brahmanen die Vernichtung, das Ausrotten und das Auslöschen eines bestehenden Wesens behaupten.

Ye hi keci, bhikkhave, samaṇā vā brāhmaṇā vā ucchedavādā sato sattassa ucchedaṁ vināsaṁ vibhavaṁ paññapenti, sabbe te imeheva sattahi vatthūhi … Jeder Asket oder Brahmane, der die Vernichtung, das Ausrotten und das Auslöschen eines bestehenden Wesens behauptet, tut das auf der einen oder anderen dieser sieben Grundlagen. Außerhalb davon gibt es keine.

pe… Der Klargewordene versteht …

yehi tathāgatassa yathābhuccaṁ vaṇṇaṁ sammā vadamānā vadeyyuṁ. Und die, die wirklich lobend über den Klargewordenen sprechen, würden richtigerweise über diese Dinge sprechen.

3.2.5. Diṭṭhadhammanibbānavāda 3.2.5. Erlöschen des Leidens in diesem Leben

Santi, bhikkhave, eke samaṇabrāhmaṇā diṭṭhadhammanibbānavādā sato sattassa paramadiṭṭhadhammanibbānaṁ paññapenti pañcahi vatthūhi. Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die vom Erlöschen in diesem Leben sprechen, die das höchste Erlöschen in diesem Leben für ein bestehendes Wesen auf fünf Grundlagen behaupten. Diese fünf Theorien behaupten das Erlöschen des Leidens durch die Erfahrung von Glück in diesem Leben. Der Buddha lehrte das Erlöschen (nibbāna) in diesem Leben, aber nicht „eines bestehenden Wesens“ (sato sattassa) oder eines „Selbst“ (attā). Der Buddha verneinte so etwas und wies darauf hin, dass wir ein Strom sich ständig verändernder Bedingungen sind, der von Sehnsucht und Anhänglichkeit genährt wird und dem Leiden unterliegt. Wenn das Verlangen endet, gibt es keine Nahrung mehr, um den Strom aufrechtzuerhalten, und das Leiden endet. (Sujato)

Te ca bhonto samaṇabrāhmaṇā kimāgamma kimārabbha diṭṭhadhammanibbānavādā sato sattassa paramadiṭṭhadhammanibbānaṁ paññapenti pañcahi vatthūhi? Und was sind die fünf Grundlagen, auf die sie sich stützen?

Idha, bhikkhave, ekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā evaṁvādī hoti evaṁdiṭṭhi: Da ist ein Asket oder Brahmane, der diese Doktrin, diese Ansicht hat:

‘yato kho, bho, ayaṁ attā pañcahi kāmaguṇehi samappito samaṅgībhūto paricāreti, ettāvatā kho, bho, ayaṁ attā paramadiṭṭhadhammanibbānaṁ patto hotī’ti. ‚Wenn dieses Selbst sich vergnügt, versorgt und ausgestattet mit den fünf Sinnesreizen: So erlangt dieses Selbst das höchste Erlöschen in diesem Leben.‘ Der Hedonist. (Sujato)

Ittheke sato sattassa paramadiṭṭhadhammanibbānaṁ paññapenti. So behaupten manche Asketen und Brahmanen das höchste Erlöschen in diesem Leben für ein bestehendes Wesen.

Tamañño evamāha: Aber jemand anders sagt zu ihnen:

‘atthi kho, bho, eso attā, yaṁ tvaṁ vadesi, neso natthīti vadāmi; ‚Jenes Selbst, von dem du sprichst, gibt es, das streite ich nicht ab.

no ca kho, bho, ayaṁ attā ettāvatā paramadiṭṭhadhammanibbānaṁ patto hoti. Aber wie dieses Selbst das höchste Erlöschen in diesem Leben erlangt, das ist nicht so.

Taṁ kissa hetu? Warum ist das so?

Kāmā hi, bho, aniccā dukkhā vipariṇāmadhammā, tesaṁ vipariṇāmaññathābhāvā uppajjanti sokaparidevadukkhadomanassupāyāsā. Weil Sinnenfreuden unbeständig sind, voller Leiden, und zugrunde gehen müssen. Durch ihr Verfallen und Zugrundegehen kommt es zu Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis. Hier sehen wir die philosophische Argumentation, die die Entwicklung verfeinerter Vorstellungen des Selbst anregt. (Sujato)

Yato kho, bho, ayaṁ attā vivicceva kāmehi vivicca akusalehi dhammehi savitakkaṁ savicāraṁ vivekajaṁ pītisukhaṁ paṭhamaṁ jhānaṁ upasampajja viharati, ettāvatā kho, bho, ayaṁ attā paramadiṭṭhadhammanibbānaṁ patto hotī’ti. Da tritt dieses Selbst, ganz abgeschieden von den Sinnenfreuden, abgeschieden von untauglichen Eigenschaften, in die erste Vertiefung ein und verweilt darin; da gibt es aus Abgeschiedenheit geborene Ekstase und Seligkeit, während es den Geist ausrichtet und hält. So erlangt dieses Selbst das höchste Erlöschen in diesem Leben.‘ Die „Vertiefungen“ (jhāna) sind für die buddhistische Meditation zentral. Der Buddha sagte, dass sie in einem eingeschränkten Sinn als „Erlöschen in diesem Leben“ betrachtet werden können (AN 9.51). Wenn sie allerdings mit falscher Ansicht unternommen werden, wird, wie wir oben gesehen haben, die Erfahrung selbst dazu beitragen, die Bindung an ein Selbst zu verstärken. (Sujato)

Ittheke sato sattassa paramadiṭṭhadhammanibbānaṁ paññapenti. So behaupten manche Asketen und Brahmanen das höchste Erlöschen in diesem Leben für ein bestehendes Wesen.

Tamañño evamāha: Aber jemand anders sagt zu ihnen:

‘atthi kho, bho, eso attā, yaṁ tvaṁ vadesi, neso natthīti vadāmi; ‚Jenes Selbst, von dem du sprichst, gibt es, das streite ich nicht ab.

no ca kho, bho, ayaṁ attā ettāvatā paramadiṭṭhadhammanibbānaṁ patto hoti. Aber wie dieses Selbst das höchste Erlöschen in diesem Leben erlangt, das ist nicht so. Der Theoretiker hat die Erfahrung eines tieferen Meditationszustandes, daher weiß er, dass das erste Jhāna nicht das höchste sein kann. (Sujato)

Taṁ kissa hetu? Warum ist das so?

Yadeva tattha vitakkitaṁ vicāritaṁ, etenetaṁ oḷārikaṁ akkhāyati. Weil das Ausrichten und Halten des Geistes das Grobe daran sind. Jhānas sind subtile Zustände verfeinerten Bewusstseins, in denen im Vergleich zu dem gewöhnlichen Bewusstsein nichts grob ist. Doch in jedem Stadium sind gewisse geistige Faktoren grob, verglichen mit anderen. Beim Meditieren geht man durch die Jhānas, indem man nacheinander die vergleichsweise gröberen Faktoren auf jeder Stufe zur Ruhe bringt. (Sujato)

Yato kho, bho, ayaṁ attā vitakkavicārānaṁ vūpasamā ajjhattaṁ sampasādanaṁ cetaso ekodibhāvaṁ avitakkaṁ avicāraṁ samādhijaṁ pītisukhaṁ dutiyaṁ jhānaṁ upasampajja viharati, ettāvatā kho, bho, ayaṁ attā paramadiṭṭhadhammanibbānaṁ patto hotī’ti. Aber wenn das Ausrichten und Halten des Geistes sich beruhigt, tritt dieses Selbst in die zweite Vertiefung ein und verweilt darin; da gibt es aus Versenkung geborene Ekstase und Seligkeit, mit innerer Klarheit und geeintem Geist, ohne Ausrichten und Halten. So erlangt dieses Selbst das höchste Erlöschen in diesem Leben.‘

Ittheke sato sattassa paramadiṭṭhadhammanibbānaṁ paññapenti. So behaupten manche Asketen und Brahmanen das höchste Erlöschen in diesem Leben für ein bestehendes Wesen.

Tamañño evamāha: Aber jemand anders sagt zu ihnen:

‘atthi kho, bho, eso attā, yaṁ tvaṁ vadesi, neso natthīti vadāmi; ‚Jenes Selbst, von dem du sprichst, gibt es, das streite ich nicht ab.

no ca kho, bho, ayaṁ attā ettāvatā paramadiṭṭhadhammanibbānaṁ patto hoti. Aber wie dieses Selbst das höchste Erlöschen in diesem Leben erlangt, das ist nicht so.

Taṁ kissa hetu? Warum ist das so?

Yadeva tattha pītigataṁ cetaso uppilāvitattaṁ, etenetaṁ oḷārikaṁ akkhāyati. Weil die Ekstase und Hochstimmung das Grobe daran sind.

Yato kho, bho, ayaṁ attā pītiyā ca virāgā upekkhako ca viharati, sato ca sampajāno, sukhañca kāyena paṭisaṁvedeti, yaṁ taṁ ariyā ācikkhanti “upekkhako satimā sukhavihārī”ti, tatiyaṁ jhānaṁ upasampajja viharati, ettāvatā kho, bho, ayaṁ attā paramadiṭṭhadhammanibbānaṁ patto hotī’ti. Aber mit dem Schwinden der Ekstase tritt dieses Selbst in die dritte Vertiefung ein und verweilt darin; da meditiert es mit Gleichmut, achtsam und bewusst, und erfährt persönlich die Seligkeit, von der die Edlen erklären: „Gleichmütig und achtsam meditiert man in Seligkeit.“ So erlangt dieses Selbst das höchste Erlöschen in diesem Leben.‘

Ittheke sato sattassa paramadiṭṭhadhammanibbānaṁ paññapenti. So behaupten manche Asketen und Brahmanen das höchste Erlöschen in diesem Leben für ein bestehendes Wesen.

Tamañño evamāha: Aber jemand anders sagt zu ihnen:

‘atthi kho, bho, eso attā, yaṁ tvaṁ vadesi, neso natthīti vadāmi; ‚Jenes Selbst, von dem du sprichst, gibt es, das streite ich nicht ab.

no ca kho, bho, ayaṁ attā ettāvatā paramadiṭṭhadhammanibbānaṁ patto hoti. Aber wie dieses Selbst das höchste Erlöschen in diesem Leben erlangt, das ist nicht so.

Taṁ kissa hetu? Warum ist das so?

Yadeva tattha sukhamiti cetaso ābhogo, etenetaṁ oḷārikaṁ akkhāyati. Weil die geistige Teilhabe als „selig“ das Grobe daran ist. Ābhoga („Teilhabe“) ist in dieser Bedeutung einzigartig in den frühen Texten. Der Kommentar sagt, dass man, nachdem man aus einem Jhāna herausgetreten ist, wiederholt an dieser Seligkeit teilhat und ihr Beachtung schenkt (zu ābhoga mit manasikāra siehe Mil 5.1.1:8.3). Vergleiche Patañjalīs Kommentar zu Yogasūtra 1.17: „Vitarka ist das grobe (sthula) Teilhaben am geistigen Objekt, vicāra das subtile“. (Sujato)

Yato kho, bho, ayaṁ attā sukhassa ca pahānā dukkhassa ca pahānā pubbeva somanassadomanassānaṁ atthaṅgamā adukkhamasukhaṁ upekkhāsatipārisuddhiṁ catutthaṁ jhānaṁ upasampajja viharati, ettāvatā kho, bho, ayaṁ attā paramadiṭṭhadhammanibbānaṁ patto hotī’ti. Aber indem dieses Selbst Glück und Schmerz aufgibt, und mit dem Vergehen früherer Fröhlichkeit und Traurigkeit, tritt es in die vierte Vertiefung ein und verweilt darin, ohne Glück oder Schmerz, mit reinem Gleichmut und reiner Achtsamkeit. So erlangt dieses Selbst das höchste Erlöschen in diesem Leben.‘

Ittheke sato sattassa paramadiṭṭhadhammanibbānaṁ paññapenti. So behaupten manche Asketen und Brahmanen das höchste Erlöschen in diesem Leben für ein bestehendes Wesen.

Imehi kho te, bhikkhave, samaṇabrāhmaṇā diṭṭhadhammanibbānavādā sato sattassa paramadiṭṭhadhammanibbānaṁ paññapenti pañcahi vatthūhi. Das sind die fünf Grundlagen, auf denen manche Asketen und Brahmanen das höchste Erlöschen in diesem Leben für ein bestehendes Wesen behaupten.

Ye hi keci, bhikkhave, samaṇā vā brāhmaṇā vā diṭṭhadhammanibbānavādā sato sattassa paramadiṭṭhadhammanibbānaṁ paññapenti, sabbe te imeheva pañcahi vatthūhi … Jeder Asket oder Brahmane, der das höchste Erlöschen in diesem Leben für ein bestehendes Wesen behauptet, tut das auf der einen oder anderen dieser fünf Grundlagen. Außerhalb davon gibt es keine. Es ist nicht klar, warum die noch subtileren formlosen Meditationszustände hier nicht eingeschlossen sind. (Sujato)

pe… Der Klargewordene versteht …

yehi tathāgatassa yathābhuccaṁ vaṇṇaṁ sammā vadamānā vadeyyuṁ. Und die, die wirklich lobend über den Klargewordenen sprechen, würden richtigerweise über diese Dinge sprechen.

Imehi kho te, bhikkhave, samaṇabrāhmaṇā aparantakappikā aparantānudiṭṭhino aparantaṁ ārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti catucattārīsāya vatthūhi. Das sind die 44 Grundlagen, auf denen manche Asketen und Brahmanen, die Theorien und Spekulationen über den letzten Schluss aufstellen, verschiedene Hypothesen bezüglich des letzten Schlusses postulieren.

Ye hi keci, bhikkhave, samaṇā vā brāhmaṇā vā aparantakappikā aparantānudiṭṭhino aparantaṁ ārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti, sabbe te imeheva catucattārīsāya vatthūhi … Jeder Asket oder Brahmane, der Theorien und Spekulationen über den letzten Schluss aufstellt, tut das auf der einen oder anderen dieser 44 Grundlagen. Außerhalb davon gibt es keine.

pe… Der Klargewordene versteht …

yehi tathāgatassa yathābhuccaṁ vaṇṇaṁ sammā vadamānā vadeyyuṁ. Und die, die wirklich lobend über den Klargewordenen sprechen, würden richtigerweise über diese Dinge sprechen.

Imehi kho te, bhikkhave, samaṇabrāhmaṇā pubbantakappikā ca aparantakappikā ca pubbantāparantakappikā ca pubbantāparantānudiṭṭhino pubbantāparantaṁ ārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti dvāsaṭṭhiyā vatthūhi. Das sind die 62 Grundlagen, auf denen manche Asketen und Brahmanen, die Theorien und Spekulationen über den ersten Anfang und den letzten Schluss aufstellen, verschiedene Hypothesen bezüglich des ersten Anfangs und des letzten Schlusses postulieren.

Ye hi keci, bhikkhave, samaṇā vā brāhmaṇā vā pubbantakappikā vā aparantakappikā vā pubbantāparantakappikā vā pubbantāparantānudiṭṭhino pubbantāparantaṁ ārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti, sabbe te imeheva dvāsaṭṭhiyā vatthūhi, etesaṁ vā aññatarena; natthi ito bahiddhā. Jeder Asket oder Brahmane, der Theorien und Spekulationen über den ersten Anfang oder den letzten Schluss aufstellt, tut das auf der einen oder anderen dieser 62 Grundlagen. Außerhalb davon gibt es keine.

Tayidaṁ, bhikkhave, tathāgato pajānāti: Der Klargewordene versteht:

‘ime diṭṭhiṭṭhānā evaṅgahitā evaṁparāmaṭṭhā evaṅgatikā bhavanti evaṁabhisamparāyā’ti. ‚Wenn man an diesen Grundlagen für Ansichten festhält und sich daran bindet, führt das zu dem und dem Schicksal im nächsten Leben.‘ Selbst die Ansichten der Vernichtung oder des Erlöschens führen, anders als ihre Anhänger glauben, zur Wiedergeburt. (Sujato)

Tañca tathāgato pajānāti, tato ca uttaritaraṁ pajānāti, tañca pajānanaṁ na parāmasati, aparāmasato cassa paccattaññeva nibbuti viditā. Das versteht er, und was darüber hinausgeht. Und da er dieses Verständnis nicht falsch auffasst, hat er das Verlöschen in sich selbst verwirklicht.

Vedanānaṁ samudayañca atthaṅgamañca assādañca ādīnavañca nissaraṇañca yathābhūtaṁ viditvā anupādāvimutto, bhikkhave, tathāgato. Da der Klargewordene bei den Gefühlen wahrhaftig den Ursprung, das Vergehen, die Befriedigung, den Nachteil und das Entrinnen verstanden hat, ist er durch Nicht-Ergreifen befreit.

Ime kho te, bhikkhave, dhammā gambhīrā duddasā duranubodhā santā paṇītā atakkāvacarā nipuṇā paṇḍitavedanīyā, ye tathāgato sayaṁ abhiññā sacchikatvā pavedeti, yehi tathāgatassa yathābhuccaṁ vaṇṇaṁ sammā vadamānā vadeyyuṁ. Das sind die Grundsätze – tiefgründig, schwer zu sehen, schwer zu verstehen, friedvoll und erlesen, die über den Rahmen der Logik hinausgehen, subtil sind, für den Klugen nachvollziehbar –, die der Klargewordene durch eigene Einsicht erkannt hat und erklärt. Und die, die wirklich lobend über den Klargewordenen sprechen, würden richtigerweise über diese Dinge sprechen.

4. Attālokapaññattivatthu 4. Die Grundlagen für Behauptungen über das Selbst und das Weltall

4.1. Paritassitavipphanditavāra 4.1. Unruhe und Ausweichmanöver

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā sassatavādā sassataṁ attānañca lokañca paññapenti catūhi vatthūhi, tadapi tesaṁ bhavataṁ samaṇabrāhmaṇānaṁ ajānataṁ apassataṁ vedayitaṁ taṇhāgatānaṁ paritassitavipphanditameva. Nun sind diese Dinge bloß das Gefühl derer, die nicht erkennen und sehen, die Unruhe und das Ausweichmanöver derer, die im Bann der Begierde stehen: Wenn diese Asketen und Brahmanen auf vier Grundlagen behaupten, das Selbst und das Weltall seien ewig … Hier stellt der Buddha den Begriff der Gefühle, der im gesamten Text immer kurz angesprochen wurde, in den Vordergrund. Ansichten sind keine objektiven Beschreibungen der Welt, sondern Reaktionen auf unsere innersten Bedürfnisse. Das Wort paritassita („Unruhe“) hat sowohl Anklänge an Furcht als auch an Verlangen, während vipphandita („Ausweichmanöver“) erfasst, wie der Hang zum Aufstellen von Theorien als Vermeidungsstrategie dient. (Sujato)

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā ekaccasassatikā ekaccaasassatikā ekaccaṁ sassataṁ ekaccaṁ asassataṁ attānañca lokañca paññapenti catūhi vatthūhi, tadapi tesaṁ bhavataṁ samaṇabrāhmaṇānaṁ ajānataṁ apassataṁ vedayitaṁ taṇhāgatānaṁ paritassitavipphanditameva. wenn sie auf vier Grundlagen behaupten, das Selbst und das Weltall seien teilweise ewig und teilweise zeitlich …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā antānantikā antānantaṁ lokassa paññapenti catūhi vatthūhi, tadapi tesaṁ bhavataṁ samaṇabrāhmaṇānaṁ ajānataṁ apassataṁ vedayitaṁ taṇhāgatānaṁ paritassitavipphanditameva. wenn sie auf vier Grundlagen behaupten, das Weltall sei endlich oder unendlich …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā amarāvikkhepikā tattha tattha pañhaṁ puṭṭhā samānā vācāvikkhepaṁ āpajjanti amarāvikkhepaṁ catūhi vatthūhi, tadapi tesaṁ bhavataṁ samaṇabrāhmaṇānaṁ ajānataṁ apassataṁ vedayitaṁ taṇhāgatānaṁ paritassitavipphanditameva. wenn sie auf verbale Kehrtwenden und endlose Kehrtwenden auf vier Grundlagen zurückgreifen …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā adhiccasamuppannikā adhiccasamuppannaṁ attānañca lokañca paññapenti dvīhi vatthūhi, tadapi tesaṁ bhavataṁ samaṇabrāhmaṇānaṁ ajānataṁ apassataṁ vedayitaṁ taṇhāgatānaṁ paritassitavipphanditameva. wenn sie auf zwei Grundlagen behaupten, das Selbst und das Weltall seien durch eine Abweichung entstanden …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā pubbantakappikā pubbantānudiṭṭhino pubbantaṁ ārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti aṭṭhārasahi vatthūhi, tadapi tesaṁ bhavataṁ samaṇabrāhmaṇānaṁ ajānataṁ apassataṁ vedayitaṁ taṇhāgatānaṁ paritassitavipphanditameva. wenn sie verschiedene Hypothesen bezüglich des ersten Anfangs auf diesen achtzehn Grundlagen postulieren …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā uddhamāghātanikā saññīvādā uddhamāghātanaṁ saññiṁ attānaṁ paññapenti soḷasahi vatthūhi, tadapi tesaṁ bhavataṁ samaṇabrāhmaṇānaṁ ajānataṁ apassataṁ vedayitaṁ taṇhāgatānaṁ paritassitavipphanditameva. wenn sie auf sechzehn Grundlagen behaupten, das Selbst lebe nach dem Tod weiter und besitze Wahrnehmung …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā uddhamāghātanikā asaññīvādā uddhamāghātanaṁ asaññiṁ attānaṁ paññapenti aṭṭhahi vatthūhi, tadapi tesaṁ bhavataṁ samaṇabrāhmaṇānaṁ ajānataṁ apassataṁ vedayitaṁ taṇhāgatānaṁ paritassitavipphanditameva. wenn sie auf acht Grundlagen behaupten, das Selbst lebe nach dem Tod weiter und sei ohne Wahrnehmung …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā uddhamāghātanikā nevasaññīnāsaññīvādā uddhamāghātanaṁ nevasaññīnāsaññiṁ attānaṁ paññapenti aṭṭhahi vatthūhi, tadapi tesaṁ bhavataṁ samaṇabrāhmaṇānaṁ ajānataṁ apassataṁ vedayitaṁ taṇhāgatānaṁ paritassitavipphanditameva. wenn sie auf acht Grundlagen behaupten, das Selbst lebe nach dem Tod weiter und habe weder Wahrnehmung noch keine Wahrnehmung …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā ucchedavādā sato sattassa ucchedaṁ vināsaṁ vibhavaṁ paññapenti sattahi vatthūhi, tadapi tesaṁ bhavataṁ samaṇabrāhmaṇānaṁ ajānataṁ apassataṁ vedayitaṁ taṇhāgatānaṁ paritassitavipphanditameva. wenn sie die Vernichtung, das Ausrotten und das Auslöschen eines bestehenden Wesens auf sieben Grundlagen behaupten …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā diṭṭhadhammanibbānavādā sato sattassa paramadiṭṭhadhammanibbānaṁ paññapenti pañcahi vatthūhi, tadapi tesaṁ bhavataṁ samaṇabrāhmaṇānaṁ ajānataṁ apassataṁ vedayitaṁ taṇhāgatānaṁ paritassitavipphanditameva. wenn sie das höchste Erlöschen in diesem Leben für ein bestehendes Wesen auf fünf Grundlagen behaupten …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā aparantakappikā aparantānudiṭṭhino aparantaṁ ārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti catucattārīsāya vatthūhi, tadapi tesaṁ bhavataṁ samaṇabrāhmaṇānaṁ ajānataṁ apassataṁ vedayitaṁ taṇhāgatānaṁ paritassitavipphanditameva. wenn sie verschiedene Hypothesen bezüglich des letzten Schlusses auf diesen 44 Grundlagen postulieren …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā pubbantakappikā ca aparantakappikā ca pubbantāparantakappikā ca pubbantāparantānudiṭṭhino pubbantāparantaṁ ārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti dvāsaṭṭhiyā vatthūhi, tadapi tesaṁ bhavataṁ samaṇabrāhmaṇānaṁ ajānataṁ apassataṁ vedayitaṁ taṇhāgatānaṁ paritassitavipphanditameva. wenn sie verschiedene Hypothesen bezüglich des ersten Anfangs und des letzten Schlusses auf diesen 62 Grundlagen postulieren, dann sind diese Dinge bloß das Gefühl derer, die nicht erkennen und sehen, die Unruhe und das Ausweichmanöver derer, die im Bann der Begierde stehen.

4.2. Phassapaccayāvāra 4.2. Abhängig von Kontakt

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā sassatavādā sassataṁ attānañca lokañca paññapenti catūhi vatthūhi, tadapi phassapaccayā. Nun sind diese Dinge abhängig von Kontakt: Wenn diese Asketen und Brahmanen auf vier Grundlagen behaupten, das Selbst und das Weltall seien ewig … Die Analyse führt weitere Elemente des abhängigen Entstehens ein. Die berühmten zwölf Glieder besagen, dass Kontakt die Bedingung für Gefühl ist, das wiederum Verlangen bedingt. (Sujato)

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā ekaccasassatikā ekaccaasassatikā ekaccaṁ sassataṁ ekaccaṁ asassataṁ attānañca lokañca paññapenti catūhi vatthūhi, tadapi phassapaccayā. wenn sie auf vier Grundlagen behaupten, das Selbst und das Weltall seien teilweise ewig und teilweise zeitlich …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā antānantikā antānantaṁ lokassa paññapenti catūhi vatthūhi, tadapi phassapaccayā. wenn sie auf vier Grundlagen behaupten, das Weltall sei endlich oder unendlich …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā amarāvikkhepikā tattha tattha pañhaṁ puṭṭhā samānā vācāvikkhepaṁ āpajjanti amarāvikkhepaṁ catūhi vatthūhi, tadapi phassapaccayā. wenn sie auf verbale Kehrtwenden und endlose Kehrtwenden auf vier Grundlagen zurückgreifen …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā adhiccasamuppannikā adhiccasamuppannaṁ attānañca lokañca paññapenti dvīhi vatthūhi, tadapi phassapaccayā. wenn sie auf zwei Grundlagen behaupten, das Selbst und das Weltall seien durch eine Abweichung entstanden …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā pubbantakappikā pubbantānudiṭṭhino pubbantaṁ ārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti aṭṭhārasahi vatthūhi, tadapi phassapaccayā. wenn sie verschiedene Hypothesen bezüglich des ersten Anfangs auf diesen achtzehn Grundlagen postulieren …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā uddhamāghātanikā saññīvādā uddhamāghātanaṁ saññiṁ attānaṁ paññapenti soḷasahi vatthūhi, tadapi phassapaccayā. wenn sie auf sechzehn Grundlagen behaupten, das Selbst lebe nach dem Tod weiter und besitze Wahrnehmung …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā uddhamāghātanikā asaññīvādā uddhamāghātanaṁ asaññiṁ attānaṁ paññapenti aṭṭhahi vatthūhi, tadapi phassapaccayā. wenn sie auf acht Grundlagen behaupten, das Selbst lebe nach dem Tod weiter und sei ohne Wahrnehmung …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā uddhamāghātanikā nevasaññīnāsaññīvādā uddhamāghātanaṁ nevasaññīnāsaññiṁ attānaṁ paññapenti aṭṭhahi vatthūhi, tadapi phassapaccayā. wenn sie auf acht Grundlagen behaupten, das Selbst lebe nach dem Tod weiter und habe weder Wahrnehmung noch keine Wahrnehmung …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā ucchedavādā sato sattassa ucchedaṁ vināsaṁ vibhavaṁ paññapenti sattahi vatthūhi, tadapi phassapaccayā. wenn sie die Vernichtung, das Ausrotten und das Auslöschen eines bestehenden Wesens auf sieben Grundlagen behaupten …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā diṭṭhadhammanibbānavādā sato sattassa paramadiṭṭhadhammanibbānaṁ paññapenti pañcahi vatthūhi, tadapi phassapaccayā. wenn sie das höchste Erlöschen in diesem Leben für ein bestehendes Wesen auf fünf Grundlagen behaupten …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā aparantakappikā aparantānudiṭṭhino aparantaṁ ārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti catucattārīsāya vatthūhi, tadapi phassapaccayā. wenn sie verschiedene Hypothesen bezüglich des letzten Schlusses auf diesen 44 Grundlagen postulieren …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā pubbantakappikā ca aparantakappikā ca pubbantāparantakappikā ca pubbantāparantānudiṭṭhino pubbantāparantaṁ ārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti dvāsaṭṭhiyā vatthūhi, tadapi phassapaccayā. wenn sie verschiedene Hypothesen bezüglich des ersten Anfangs und des letzten Schlusses auf diesen 62 Grundlagen postulieren, dann sind alle diese Dinge abhängig von Kontakt.

4.3. Netaṁṭhānaṁvijjativāra 4.3. Nicht möglich

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā sassatavādā sassataṁ attānañca lokañca paññapenti catūhi vatthūhi, te vata aññatra phassā paṭisaṁvedissantīti netaṁ ṭhānaṁ vijjati. Nun ist es unmöglich, dass sie diese Dinge ohne Kontakt erfahren könnten: Wenn diese Asketen und Brahmanen auf vier Grundlagen behaupten, das Selbst und das Weltall seien ewig …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā ekaccasassatikā ekaccaasassatikā ekaccaṁ sassataṁ ekaccaṁ asassataṁ attānañca lokañca paññapenti catūhi vatthūhi, te vata aññatra phassā paṭisaṁvedissantīti netaṁ ṭhānaṁ vijjati.

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā antānantikā antānantaṁ lokassa paññapenti catūhi vatthūhi, te vata aññatra phassā paṭisaṁvedissantīti netaṁ ṭhānaṁ vijjati.

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā amarāvikkhepikā tattha tattha pañhaṁ puṭṭhā samānā vācāvikkhepaṁ āpajjanti amarāvikkhepaṁ catūhi vatthūhi, te vata aññatra phassā paṭisaṁvedissantīti netaṁ ṭhānaṁ vijjati.

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā adhiccasamuppannikā adhiccasamuppannaṁ attānañca lokañca paññapenti dvīhi vatthūhi, te vata aññatra phassā paṭisaṁvedissantīti netaṁ ṭhānaṁ vijjati.

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā pubbantakappikā pubbantānudiṭṭhino pubbantaṁ ārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti aṭṭhārasahi vatthūhi, te vata aññatra phassā paṭisaṁvedissantīti netaṁ ṭhānaṁ vijjati. wenn sie verschiedene Hypothesen bezüglich des ersten Anfangs auf diesen achtzehn Grundlagen postulieren …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā uddhamāghātanikā saññīvādā uddhamāghātanaṁ saññiṁ attānaṁ paññapenti soḷasahi vatthūhi, te vata aññatra phassā paṭisaṁvedissantīti netaṁ ṭhānaṁ vijjati.

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā uddhamāghātanikā asaññīvādā, uddhamāghātanaṁ asaññiṁ attānaṁ paññapenti aṭṭhahi vatthūhi, te vata aññatra phassā paṭisaṁvedissantīti netaṁ ṭhānaṁ vijjati.

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā uddhamāghātanikā nevasaññīnāsaññīvādā uddhamāghātanaṁ nevasaññīnāsaññiṁ attānaṁ paññapenti aṭṭhahi vatthūhi, te vata aññatra phassā paṭisaṁvedissantīti netaṁ ṭhānaṁ vijjati.

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā ucchedavādā sato sattassa ucchedaṁ vināsaṁ vibhavaṁ paññapenti sattahi vatthūhi, te vata aññatra phassā paṭisaṁvedissantīti netaṁ ṭhānaṁ vijjati.

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā diṭṭhadhammanibbānavādā sato sattassa paramadiṭṭhadhammanibbānaṁ paññapenti pañcahi vatthūhi, te vata aññatra phassā paṭisaṁvedissantīti netaṁ ṭhānaṁ vijjati.

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā aparantakappikā aparantānudiṭṭhino aparantaṁ ārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti catucattārīsāya vatthūhi, te vata aññatra phassā paṭisaṁvedissantīti netaṁ ṭhānaṁ vijjati. wenn sie verschiedene Hypothesen bezüglich des letzten Schlusses auf diesen 44 Grundlagen postulieren …

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā pubbantakappikā ca aparantakappikā ca pubbantāparantakappikā ca pubbantāparantānudiṭṭhino pubbantāparantaṁ ārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti dvāsaṭṭhiyā vatthūhi, te vata aññatra phassā paṭisaṁvedissantīti netaṁ ṭhānaṁ vijjati. wenn sie verschiedene Hypothesen bezüglich des ersten Anfangs und des letzten Schlusses auf diesen 62 Grundlagen postulieren, dann ist es unmöglich, dass sie diese Dinge ohne Kontakt erfahren könnten. Der Text wiederholt alle Punkte, aber ich kürzer zur besseren Lesbarkeit ab. In der mündlichen Überlieferung dienen ausgiebige Wiederholungen der Verstärkung des Lernens und stellen die Verlässlichkeit der Übermittlung sicher. Auf einer subtileren Ebene helfen sie auch, das Verständnis und die Betrachtung zu vertiefen. Nach dem Aufsagen der umfassenden und komplexen Behandlung der 62 Ansichten nimmt sich der Rezitator die Zeit, sie immer wieder durchzugehen, sodass sie sich setzen und festigen. Echtes Lernen braucht Zeit, aber die Wiederholungen, die beim Aufsagen zum Nachdenken und zur Bestätigung dienen, werden beim Lesen lästig und schwerfällig. (Sujato) | Da ich auch das Hören der Suttas im Sinn habe, kürze ich gelegentlich weniger ab als Bhikkhu Sujato.

4.4. Diṭṭhigatikādhiṭṭhānavaṭṭakathā 4.4. Abhängiges Entstehen

Tatra, bhikkhave, ye te samaṇabrāhmaṇā sassatavādā sassataṁ attānañca lokañca paññapenti catūhi vatthūhi, yepi te samaṇabrāhmaṇā ekaccasassatikā ekaccaasassatikā …pe…

yepi te samaṇabrāhmaṇā antānantikā …

yepi te samaṇabrāhmaṇā amarāvikkhepikā …

yepi te samaṇabrāhmaṇā adhiccasamuppannikā …

yepi te samaṇabrāhmaṇā pubbantakappikā …

yepi te samaṇabrāhmaṇā uddhamāghātanikā saññīvādā …

yepi te samaṇabrāhmaṇā uddhamāghātanikā asaññīvādā …

yepi te samaṇabrāhmaṇā uddhamāghātanikā nevasaññīnāsaññīvādā …

yepi te samaṇabrāhmaṇā ucchedavādā …

yepi te samaṇabrāhmaṇā diṭṭhadhammanibbānavādā …

yepi te samaṇabrāhmaṇā aparantakappikā …

yepi te samaṇabrāhmaṇā pubbantakappikā ca aparantakappikā ca pubbantāparantakappikā ca pubbantāparantānudiṭṭhino pubbantāparantaṁ ārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti dvāsaṭṭhiyā vatthūhi, sabbe te chahi phassāyatanehi phussa phussa paṭisaṁvedenti tesaṁ vedanāpaccayā taṇhā, taṇhāpaccayā upādānaṁ, upādānapaccayā bhavo, bhavapaccayā jāti, jātipaccayā jarāmaraṇaṁ sokaparidevadukkhadomanassupāyāsā sambhavanti. Wenn nun diese Asketen und Brahmanen verschiedene Hypothesen bezüglich des ersten Anfangs und des letzten Schlusses auf diesen 62 Grundlagen postulieren, dann erfahren sie diese Dinge alle durch wiederholten Kontakt über die sechs Kontaktfelder. Ihr Gefühl ist die Bedingung für Verlangen. Verlangen ist die Bedingung für Ergreifen. Ergreifen ist die Bedingung für fortgesetztes Dasein. Fortgesetztes Dasein ist die Bedingung für Wiedergeburt. Wiedergeburt ist die Bedingung für das Zustandekommen von Alter und Tod, von Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis. Schließlich wird der Vorgang des abhängigen Entstehens, den man bereits nach und nach erahnen konnte, zu seinem letztendlichen Abschluss gebracht. Er schließt noch nicht alle zwölf Faktoren ein, aber der Vorgang, der mit Unwissenheit beginnt, wird durchgängig als Voraussetzung angenommen. (Sujato)

5. Vivaṭṭakathādi 5. Das Ende der Drehung

Yato kho, bhikkhave, bhikkhu channaṁ phassāyatanānaṁ samudayañca atthaṅgamañca assādañca ādīnavañca nissaraṇañca yathābhūtaṁ pajānāti, ayaṁ imehi sabbeheva uttaritaraṁ pajānāti. Wenn ein Mönch bei den sechs Kontaktfeldern wahrhaftig den Ursprung, das Vergehen, die Befriedigung, den Nachteil und das Entrinnen versteht, so versteht er, was jenseits all dieser Dinge liegt. „Kontakt“ (phassa) ist das Zusammentreffen von Sinnesreiz, Sinnesorgan und zugehörigem Bewusstsein. (Sujato)

Ye hi keci, bhikkhave, samaṇā vā brāhmaṇā vā pubbantakappikā vā aparantakappikā vā pubbantāparantakappikā vā pubbantāparantānudiṭṭhino pubbantāparantaṁ ārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti, sabbe te imeheva dvāsaṭṭhiyā vatthūhi antojālīkatā, ettha sitāva ummujjamānā ummujjanti, ettha pariyāpannā antojālīkatāva ummujjamānā ummujjanti. Alle diese Asketen und Brahmanen, die Theorien und Spekulationen über den ersten Anfang oder den letzten Schluss aufstellen, sind im Netz dieser 62 Grundlagen gefangen, sodass sie überall, wo sie hervortreten, in eben diesem Netz gefasst und gefangen werden. Sie können keinen Weg aus der Bindung heraus sehen, solange sie Theorien in Begriffen eines existierenden Selbst aufstellen. (Sujato)

Seyyathāpi, bhikkhave, dakkho kevaṭṭo vā kevaṭṭantevāsī vā sukhumacchikena jālena parittaṁ udakadahaṁ otthareyya. Tassa evamassa: ‘ye kho keci imasmiṁ udakadahe oḷārikā pāṇā, sabbe te antojālīkatā. Ettha sitāva ummujjamānā ummujjanti; ettha pariyāpannā antojālīkatāva ummujjamānā ummujjantī’ti; Wie ein geschickter Fischer oder Fischerlehrling, der ein feinmaschiges Netz über einen kleinen Teich auswerfen würde, der dächte: ‚Alle Geschöpfe einer nennenswerten Größe in diesem Teich werden in dem Netz gefangen werden. Ganz gleich, wo sie hervorkommen, werden sie in eben diesem Netz gefasst und gefangen.‘ Der Titel wird mit einem lebhaften Gleichnis erklärt. Der Buddha war ein Meister der Beobachtung und schöpfte ständig aus der täglichen Erfahrung, um seine Lehren zu illustrieren. Die Metapher kann auf einer oberflächlichen Ebene illustrieren, wie Theoretiker in der Falle sitzen. Aber sie vermittelt auch etwas Tieferes, einen Sinn von Eindringlichkeit und Empathie mit den hilflosen Geschöpfen, die nicht verstehen, warum sie leiden. (Sujato)

evameva kho, bhikkhave, ye hi keci samaṇā vā brāhmaṇā vā pubbantakappikā vā aparantakappikā vā pubbantāparantakappikā vā pubbantāparantānudiṭṭhino pubbantāparantaṁ ārabbha anekavihitāni adhimuttipadāni abhivadanti, sabbe te imeheva dvāsaṭṭhiyā vatthūhi antojālīkatā ettha sitāva ummujjamānā ummujjanti, ettha pariyāpannā antojālīkatāva ummujjamānā ummujjanti. Ebenso sind alle diese Asketen und Brahmanen, die Theorien und Spekulationen über den ersten Anfang oder den letzten Schluss aufstellen, im Netz dieser 62 Grundlagen gefangen, sodass sie überall, wo sie hervortreten, in eben diesem Netz gefasst und gefangen werden.

Ucchinnabhavanettiko, bhikkhave, tathāgatassa kāyo tiṭṭhati. Der Körper des Klargewordenen besteht fort, aber sein Zug zum Dasein wurde abgeschnitten. Der Buddha ist nicht sein Körper, der bloß ein Überbleibsel alten Kammas ist. Der Ausdruck bhavanetti („Kanal zur Wiedergeburt“) lässt an einen Kanal denken, der in ein künftiges Leben führt. (Sujato)

Yāvassa kāyo ṭhassati, tāva naṁ dakkhanti devamanussā. Solange sein Körper besteht, können Götter und Menschen ihn sehen.

Kāyassa bhedā uddhaṁ jīvitapariyādānā na naṁ dakkhanti devamanussā. Aber wenn sein Körper auseinanderbricht, wenn das Leben aufgehört hat, werden Götter und Menschen ihn nicht mehr sehen.

Seyyathāpi, bhikkhave, ambapiṇḍiyā vaṇṭacchinnāya yāni kānici ambāni vaṇṭapaṭibandhāni, sabbāni tāni tadanvayāni bhavanti; Wenn der Stängel eines Mangobüschels abgeschnitten wird, kommen alle Mangos, die an dem Stängel hängen, mit. Diese Metapher findet sich in Bṛhadāraṇyaka-Upaniṣad in 4.3.36, wo sie sich auf die Trennung des Selbst vom Körper beim Tod bezieht. (Sujato)

evameva kho, bhikkhave, ucchinnabhavanettiko tathāgatassa kāyo tiṭṭhati, Ebenso besteht der Körper des Klargewordenen fort, aber sein Zug zum Dasein wurde abgeschnitten.

yāvassa kāyo ṭhassati, tāva naṁ dakkhanti devamanussā, Solange sein Körper besteht, können Götter und Menschen ihn sehen.

kāyassa bhedā uddhaṁ jīvitapariyādānā na naṁ dakkhanti devamanussā”ti. Aber wenn sein Körper auseinanderbricht, wenn das Leben aufgehört hat, werden Götter und Menschen ihn nicht mehr sehen.“

Evaṁ vutte, āyasmā ānando bhagavantaṁ etadavoca: Als der Buddha geendet hatte, sagte der Ehrwürdige Ānanda zu ihm:

“acchariyaṁ, bhante, abbhutaṁ, bhante, ko nāmo ayaṁ, bhante, dhammapariyāyo”ti? „Es ist unglaublich, Herr, es ist erstaunlich! Wie ist der Name dieser Lehrdarlegung?“

“Tasmātiha tvaṁ, ānanda, imaṁ dhammapariyāyaṁ atthajālantipi naṁ dhārehi, dhammajālantipi naṁ dhārehi, brahmajālantipi naṁ dhārehi, diṭṭhijālantipi naṁ dhārehi, anuttaro saṅgāmavijayotipi naṁ dhārehī”ti. „Nun, Ānanda, du sollst diese Lehrdarlegung als ‚Das Netz der Bedeutung‘ oder ‚Das Netz der Lehre‘ oder ‚Das göttliche Netz‘ oder ‚Das Netz der Ansichten‘ oder ‚Der unübertreffliche Sieg in der Schlacht‘ in Erinnerung behalten.“ Es ist nicht ungewöhnlich, für ein einziges Sutta mehrere Namen zu finden, und hier sehen wir, wie diese Praxis vom Buddha selbst ausging. Wenn es in SN 41.3:2.4, Kd 21 (gegen Ende des Abschnitts über das erste Konzil) und Vb 17:21.3) namentlich erwähnt wird, wird es jedoch stets brahmajāla genannt. (Sujato)

Idamavoca bhagavā. Das sagte der Buddha.

Attamanā te bhikkhū bhagavato bhāsitaṁ abhinandunti. Zufrieden begrüßten die Mönche und Nonnen die Worte des Buddha.

Imasmiñca pana veyyākaraṇasmiṁ bhaññamāne dasasahassī lokadhātu akampitthāti. Und während diese Lehrrede vorgetragen wurde, bebte die zehntausendfache Galaxie. Das ist ein Zeichen für eine besonders bedeutsame Unterweisung. (Sujato)

Brahmajālasuttaṁ niṭṭhitaṁ paṭhamaṁ.
PreviousNext